Ausgabe 
4.11.1892 Zweites Blatt
 
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Zeit zwei Frar.ksurrer Apfelweinwirthschaslen. Zur Chicagoer Ausstellung schickt die Frankfurter Firma Adam Rackles auch diesen Obstwein, bei andern ist endgültiger Entschluß noch nicht gefaßt. Der in Frankfurt a. M. bereitete Apfelwein hat nach einer fachmännischen Schätzung einen Werth von rehn Millionen Mark. Auch fürstliche Personen haben an gesunde Getränk sich gewöhnt. Der deutsche Kaiser soll aus seiner Nordpolsahrt mehrmals Frankfurter Apfelwein getrunken und andere Fürstlichkeiten sollen auch Privatbeftell- ungen gemacht haben. Nahezu 1200 Personen ernähren sich in Frankfurt mit dem Apfelweinhandel- in diese Zahl sind die Apselweinwirthe nicht mit eingerechnet. Auch in der Umgebung Frankfurts bis zum Rhein und in den Hochtaunus hinein wird Apfelwein bereitet, und in den ländlichen Wirth- schaften wird vorzugsweise nur Apfelwein ausgeschenkt. Auf Empfehlung des Herrn Oeconomieraths Göthe in Geisenheim wird auch an vielen Orten des Rheingaues Apfelwein bereitet und getrunken.

Aus Anlaß der geplanten Erhöhung der Tabaksteuer sinder, derFks. Ztg." zufolge, kommenden Sonntag, den 6. November, in Lorsch eine Versammlung der hessischen Tabakproducenten statt, um Stellung gegen diese geplante Steuererhöhung zu nehmen.

-i- Lumda, 2. November. Schwer ruht die Hand des Herrn schon seit Frühjahr über der Gemeinde Lumda, denn der Würgengel Diphteritis fordert viele Ovser. Zuerst trat die böse Krankheit unter den Kindern mild auf/ aber seit Mitte August sind bis jetzt schon neun hoffnungsvolle Kinder im Alter von 39 Jahren dahingerafft worden. Der Verlaus der Krankheit ist ein sehr rascher, dauert meistens nur 3 4 Tage. Schon in zwei Familien hat die Krankheit zwei Opfer gefordert und in einer der beiden die zwei einzigen Kinder. Welches Elend und Jammer in den Familien! Aber immer noch dauert die Krankheit fort. Möchte doch der gütige Gott die Gebete der sich ängstigenden Eltern bald erhören und die böse heimtückische Krankheit von der Gemeinde wieder abwenden.

-m. Saasen, 2. November. Für die schwer He im- gesuchten Hamburgs wurden auch in der Pfarrei Wirb erg mit seinen 7 Filialen Naturalien gesammelt. Fast jedes Haus, arm wie reich, gab sein Scher'flein. Es kamen an Kartoffeln und Kraut ein: 1) Beltershain 45 Körbe, 2) Göbelnrod 13 Säcke, 3) Harbach 17 Säcke, 4) Linden- struih 11 Säcke, 5) Lumda 34 Körbe Kartoffeln und 12 Körbe Kraut, 6) Reinhardshain 12 Säcke Kartoffeln und 300 Kraut- köpse, 7) Saasen 22 Centner Kartoffeln, im Ganzen etwa 130 Centner. Gewiß ein schönes Zeichen des christlichen Gcmcingesühls und der Liebe zu den nothleidenden Brüdern. Mögen noch recht viele Gemeinden diesem Beispiel folgen aus Dank für gnädige Bewahrung.

-e. Neu - Ulrichstein, 1. November. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro October 1892. Ende Oktober 1892 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 88 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 20, Regierungsbezirk Kassel 15, Regierungs­bezirk Wiesbaden 10. Königreich Preußen: Provinz Rhein­lande 3, Provinz Hannover 2, Provinz Westfalen 1, Provinz Sachsen 5, Provinz Schlesien 1, Provinz Pommern 2, Pro­vinz^ Polen 1, Provinz Westpreußen 2, Provinz Schleswig- Holstein 1. Königreich Bayern 9, Königreich Sachsen 4, Königreich Württemberg 3. Großherzogthum Baden 2; Fürstcnthum Lippe-Detmold 1; thüringische Staaten 5. Aus- lonö (Schweiz) 1. Hiervon waren: Arbeiter 33, An­streicher 1, Bäcker 3, Bergleute 1, Buchbinder 3, Buch­drucker 1, Conditor 2, Dienstknechte 1, Färber 1, Gärtner 2, Glaser 1, Goldarbeiter 1, Handschuhmacher 1, Kaufleute 4, Kellner 1 , Knopfmacher 1 , Landwirthe 1, Masseur 1, Maurer 2, Müller 1 , Papiermacher 1, Polsterer 1, Sattler 2, Seiler 1, Schlosser 1, Schmiede 2, Schneider 4, Schreiber 4, Schreiner 1 , Schriftsetzer 2, Schuhmacher 3, Tüncher 1, Weber 2, Zimmerleute 1. Im Monat October wurden entlassen 29 Mann, und zwar in Stellung durch die Colonie 2, in Stellung durch eigenes Bemühen 1, in ihre Familie zurück 1 , auf eigenen Wunsch 18, wegen Arbeitsunfähigkeit 1, wegen Arbeitsscheue 4, auf Requisition der Behörden 1, zum Militär 1. Verpflegungstage im October 1892: 2464. Gearbeitet wurde im October an 2066 Tagen, hierunter 431 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2086 Mann, dagegen abgegangen im Ganzen 1998, bleibt Bestand am 1. November 88 Mann.

Friedberg, 1. November. Gestern fand die Ausnahme der neueintretenden Schüler und die Eröffnung der hiesigen Ackerbauschule statt. Am gleichen Tage wurde der Winterunterricht der Fortbildungsschule eröffnet.

_ (D. Ztg.)

vermischtes.

* Berlin, 31. October. Dieser Tage hat hier eine Conferenz von Vertretern des Centralvereins der deutschen Lederindustrie und des Deutschen Fleischer-Ver­bandes getagt, welche Vereinbarungen über die für beide Gewerbszweige höchst wichtigen Fragen der Schlachtung der Thiere und der Behandlung der Häute getroffen hat. Man hofft, die Mißstände aus diesem Gebiete, welche einen volks- wirthschastlichen jährlichen Schaden von vielen Millionen ver­ursachen, aus dem Wege freiwilliger Verständigung um so eher beseitigen zu können, als die beiden genannten Vereinigungen die betreffenden deutschen Gewerbszweige fast in ihrer Gesammt- heit vertreten.

* Em Setzerfcherz. InGoldblechs, einer Sammlung- humoristischer Gedichte vonMikado", findet sich folgender Setzerscherz:

1 am sitz ich hier im Zimmer

2 felnb, voller Herzenspein

3 m itj) wachend, schwärm ich immer

4 dich Liebchen ganz allein; o lass' grade sein und schmolle, 6 isch Mädchen, nicht mit mir.

7 wärst du, sagt Frau Knolle, 8 ungswidrig schetnts auch dir, 9 nicht länaer kann ichs tragen, 10 eklapperno sitz ich bang, 11 enktnd, mit leerem Magen 12 geschlagne Stunden lang.

78 in Summa.

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

43. Woche. Vom 23. October bis 29. October 1892.

Einwohnerzahl: angenommen zu 21 500 (incl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkeitsziffer: 22,18°/« bezw. 14,78 nach Ausschl. der Ortsfremden.

Es starben an:

Diphtherie Tuberkulose des

Bauchfelles Gehtrnschlagfluß Andere bekannte

Krankheiten

Kinder

Zusammen: Erwachsene: im vom

1.Lebensjahr: 2.15.Jahr:

1 - 1

1 1 -

2 2

5 (3) 3 (3) 2 -

öumma: 9 (3) 6 (3) 2 1

®n-n D«- in «Jammern gefegten Bffern geben an, wie viele ber JobeäfaUe In der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Verkehr, Land, unt Volkrwirthfchasi.

»u« Cbetheffen, 2. November, Es läßt sich nunmehr mit einiger Sicherheit über das 1892er Ernteresultat in Butferröben ein Ueberblitf gewinnen, weil aus allen Ländern welche dieses Handelsgewächs culliviren, zuverlässige Nachrichten bekannt geworden sind, Deutschland steht mit seiner Rübenproduction tn erfter Linie; man nimmt an, daß es 1,2 Millionen Tonnen Jtuben probuctren rotrb. Oesterreich erzeugt etwa $/» Millionen Frankreich '/'Mtlltonrn Rußland £ Million, B^gien .^Million', Holland etwa 6070000 Tonnen, sonstige Länder 85 -90000 Tonnen. Der Gesammtertrag beziffert sich nicht ganz auf 3Vt Millionen Tonnen unb bleibt damit um ungefähr 100,600 Tonnen gegen ^uhere Jahre zuruck Aus diesem Grunde erfolgte im abgelautenen Monate ein lebhaftes etetgen der Zuckerpreise. Der Monat ober brachte in vielen Gegenden einen recht schönen Zuwachs der Ruben, auch die Zuckerausbeute war gut. Dies bewirkte, daß viele Fabriken tüchtig verkauften, wodurch das wettere Steigen unterblieb. In vielen Gegenden zeigt sich nun die Erscheinung, daß die Ausbeute, welche dieses Jahr sehr hochprocent-g ist, in letzter 3«t zuruckgeht. Für unsere Landwirthe ist eS sehr wenbvvll, daß wieder gut^ mildes, trockenes Wetter eingetreten ist, wodurch die Ernte der Rub n sehr gefördert wiid.

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