Ausgabe 
4.11.1892 Erstes Blatt
 
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an den Bezirks­

characteristisch

lebhafterer Thätigkeit electrisirt

on begreiflich, wenn jene teuerzahler sind, auch thetl-

Verkehrsanstalten, erlegen müsien. man den Bezirks« ist somit vollauf

ngen und ebcnfalls gefangen, hat seine Existenz

zu denen sie ~

Um zu diesem ZW verein Nordost gegründet, berechtigt.

Der Verfasser findet vereinen, daß sie nur zu

würden durch die städtischen Wahlen.

In dieser Beziehung stehen aber die Bezirksvereine auf gleicher Stufe mit den politischen Vereinen, die sich auch immer erst aus gleicher Veranlaffung neu beleben, in der Zwischenzeit aber auch ein beschauliches Dasein führen und tei den Wahlen nur hervortreten, um mit mehr oder weniger Glück für die Anhänger ihrer oft recht einseitigen Ansicht Propaganda zu machen.

Wird nun von den Vereinsmännern behauptet, daß alle ihre Thätigkeit unfruchtbar sei, so wollen wir darüber einen Streit nicht ansangen und uns damit trösten, daß auch schon mancher von anscheinend großen Autoritäten stammender an­geblich schöpferischer Gedanke sich, bei Hellem Licht besehen, als ein Jrrthum und Rechenfehler herausgestellt hat, der, wenn er, wie beim Octroi, nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre, unser Gemeinwesen in dauernde schwere Nachtheile ge­bracht hätte.

Als letzter Trumpf, der dann gegen den Bezirksverein Nordost außgespielt wird, tischt man die Geschichte aus, daß das Ministerium gemeint habe, der Plan, die Bahn aus dem Lumda-Thale direct nach Gießen zu führen, sei nur Bezirks- speculationen des Nordost Vereins entsprungen und entbehre deshalb^der Begründung durch das allgemeine Interesse, und hieraus folgert der Verfasser weiter:

Hier wurde also die Bezirksagitation geradezu zum Hinderniß eines für die ganze Stadt werthvollen Planes."

Die letzte Folgerung ist aber absolut falsch, denn nachdem die Landtagsabgeordneren für Stadt und Land Gießen, als die vielen Millionen für Bahnbauten in Hessen vertherlt wurden, für Gießen, wohin doch die ganze Bevölkerung des Lumdathales in allen amtlichen und geschäftlichen Beziehungen gehört, mit ganz leeren Händen heimkehrten, als ob Gießen gar nicht auf der Landkarte läge, da ist es erst der Initiative zweier Stadtverordneten gelungen, den Stadtvorstand mit einem von demselben einstimmig gefaßten Beschluß dahin zu bringen, das Versäumte möglichst nachzuholen und der Herr Oberbürgermeister hat in einer vorzüglichen Eingabe die Wünsche der Stadtvertretung dem Ministerium vorgetragen.

Wenn nun das Project, die Bahn direct nach Gießen zu führen, nicht zur Ausführung kommen sollte, dann ist nicht der Bezirksverein Nordost daran Schuld, sondern Terrain- schwierigkeiten, die sich nachträglich herausstellten.

Wie sich aber die hessische Regierung solchen gegenüber gestellt haben würde, wenn man von vornherein die Möglich­keit einer direcren Verbindung des Lumdathales mit Gießen ins Auge gefaßt und vertreten haben würde, das entzieht sich unserer genaueren Beurtheilung.

Wir glauben aber nicht fehl zu gehen in der Annahme, daß man dann wohl selbst Mehrkosten nicht gescheut haben würde, um die allein richtige directe Verbindung mit Gießen herzustellen.

Wenn nun Stadtverordnete auch den berechtigten Wünschen einzelner Bezirke ihr Ohr leihen, so werden sie damit weder ihrem Eide untreu, noch büßen sie das Vertrauen zur Un­befangenheit ihres Wirkens ein, sondern sie dienen eine unbefangene Beurtheilung der Dinge vorausgesetzt auch damit der Gesammtheit, die sich aus vielen Theilen zu- sammensetzt.

Iüdtvest und Nordost.

Es war vorauszusehen, daß der mit dieser Ueberschrist versehenen Zuschrift in No. 254 dieses Blattes ein Entrüstungs­protest aus den erwähnten Vereinen folgen werde. Wie wir erfahren, sei dieser Protest in der letzten Versammlung des Vereins Südwest in sehr drastischer Form und unter ängst­licher Vermeidung von Schmeicheleien für den Verfasser obiger Zuschrift erfolgt. In der That ist es auch hart,aus dem behaglichen Gefühl, einem allgemeinen nützlichen Verein anzugehören, jählings ausgeschreckt zu werden." Wir werden uns jedoch durch solche Schmerzensschreie von unserer Kritik nicht abbringen lassen, auch nicht durch die vorgesührten Bei­spiele von der Wirksamkeit des Vereins: den von der Thätig- keit des Seltersbergvereins in keiner Weise beeinflußten Bahn­übergang bei Lenz und die Bahnüberführung bei Rüsing. Der Prozeß wegen letzterer begann bereits Ende 1886; die Beseitigung des Mangels war bereits längst vor Gründung des Seltersbergvereins angelegt und beschlossen.

Am wenigsten kann uns rühren die Bezugnahme des Sprechers des Südwestvereins aus den berühmten §. 1 des Statuts. Was geschieht nicht Alles in der Welt in guten und schlechten Vereinen unter dem Schutze des §. 1 der Vereinsstatuten! Warum nannte sich denn der Verein früher Seltersbergverein und nennt sich jetzt Südwestverein, wenn er wirklich nur das Wohl der gesammten Stadt will? Warum hat er die Anträge aus Umgestaltung in einen allgemeinen Bürgerverein zurückgewiesen? Warum betreibt er die Wahl eigener Vereinscandidaten zum Stadtrath, denen doch offen­bar nach §. 1 die Aufgabe zugemuthet wird derAufdeckung und Förderung der berechtigten Interessen der zum Verein gehörigen Stadtlheile in deren Verhältnissen zum Staats­und Gemeindewesen"! Wenn es sich demnächst im Stadt- rathe um die Frage handeln wird, in welchem Maße sich die Stadt für die Errichtung von Lagerhäusern in dem Gebiete des Südwestvereins finanziell bemühen, welche weitere Ausdehnung der städtische Bauplan nach Süden zu gewinnen solle, um die Frage, ob die geplante Lumdathalbahn ihren Endpunkt an den Bahnhöfen oder im Nordosten der

Stadt finden soll, ob und welche Ausgaben gemacht werden sollen, um den Druck der Wasserleitung für die Bedürfnisse des Seltersberges ausreichend zu machen, ob die Octroiheb- stellen nach Süden verschoben werden sollen, ob und wie der Fußgängerverkehr nach dem neuen Güterbahnhose erleichtert, ob eine Haltestelle der Weserbahn im Norden der Stadt er­richtet werde, u. dergl. m., wird da die Abstimmung der Schützlinge der Bezirksvereine im Stadtrathe mit vollem Ver­trauen von unserer Bürgerschaft ausgenommen werden, oder wird sich nicht da und dort die Meinuvg regen, die Sonder­interessen der Bezirksvereine spielten auch in die Thätigkeit der von ihnen empfohlenen Stadtverordneten hinein? Und wenn dieses Mißtrauen noch so unbegründet wäre, tft es nicht schon bedauerlich, daß ihm die Einmischung der Bezirks­vereine Vorschub leistet und damit von vorneherein die Grund­lage der Wirksamkeit der künftigen Stadtverordneten, das Vertrauen der Gesammtbevölkerung, schwer gefährdet?

Wir sind weit entfernt, irgend einen persönlichen Vor­wurf gegen die einzelnen Mitglieder der Bezirksvereine oder gegen ihre zahlreichen in theilweise so überraschender Weise entdeckten" Wahlcandidaten zu erheben, als ob dieselben ge­flissentlich dem Gemeinwohle widerstrebten. Allein es liegt in der ganzen Natpr dieser Vereinsgestaltungen, daß sie alle Betheiligten aus den Abweg der Begünstigung von Sonder- interessen drängen, ein Ersahrungssatz, der sich noch schärfer bewahrheiten wird, je länger diese bei uns verhältnißmäßig jungen Vereine bestehen. Man wird sich allmählich an den Gedanken gewöhnen, daß der Stadtverordnete etwas für seinen Bezirk thun müsse, und wenn die Wahlzeit der jetzt von den Bezirksvereinen Präsentirten verstrichen ist, so wird kein noch so fein ausgeklügelter § 1 der Statuten es verhindern können, daß der Bezirkswähler seine Wiederwahl abhängig wacht von der Frage, was die Bezirkscandidaten seither für den Bezirk geleistet, wie viele alte Häuser im Bezirke sie zur Niederreitzung, wie viele neue Straßen sie zur Eröffnung gebracht, welchen sonstigen Nutzen sie dem Bezirk verschafft haben. Hier hilft es nichts, wenn die Herren Vereinsvorsteher sich an die Brust schlagen und sich mit Entrüstung gegen den Vorwurf der Sonderbündelei ver­wahren. Es liegt eben in der menschlichen Natur so viel Eigennutz, daß es gefährlich ist, diesem, dem stärksten Feind der communalen Entwickelung, auch noch eine besondere Organisation zu bieten. Die Geister, die damit geweckt werden, lassen sich mit wohlmeinenden Redewendungen vom Gemcinwohle nicht bannen. Nicht unerwähnt darf hierbei bleiben, daß es wieder eine ganz besondere Art von örtlichem Interesse ist, welches sich vorwiegend in die Bezirksvereine zu drängen pflegt: das Interesse der Hausbesitzer. Es ist aber leider nicht jeder Einwohner Hausbesitzer, und es ist nicht ohne Gefahr, daß der nicht in dieser glücklichen Lage befindliche Bevölkerungstheil das Gefühl erlangt, dessen sehr starken Ausdruck wir in diesen Tagen vielfach vernommen haben, daß der Ring der Hausbesitzer die alleinige Führung der städtischen Geschäfte erstrebe. Die Grundbesitzer haben einen großen Theil der städtischen Lasten zu tragen, ihnen kommen auch die städtischen Einrichtungen in zahlreichen Fällen vorzugsweise zu Gute; ihr Widerstand ist aber auch in ebenso zahlreichen Fällen ein Hemmniß der städtischen Entwickelung. Daher ist es zwar ganz in der Ordnung, daß sie einen ansehnlichen Einfluß, dagegen nicht wünschenswerth, daß sie die ausschließliche Herrschaft in der städtischen Vertretung erlangen.

Seit unserer Zuschrift in Nr. 254 dss. Bl. sind Sie Wahlvorschläge der Bezirksvereine bekannt geworden. Die­selben weichen theilweise ab von den Vorschlägen der Vereine \ der freisinnigen Partei und der nationalliberalen Partei. Andererseits merkt man den letzteren Vorschlägen an, daß diese Parteien, die sich sonst ihres Einflusses auf die Bür­gerschaft rühmen, im Schlepptau der Bezirksvereine gehen, deren Vorschläge sie auch vor eigener Beschlußfassung abge­wartet haben. In den Bezirksvereinen sind hervorragend thätig zahlreiche Mitglieder der beiden genannten politischen Parteien. Welches Gewissen wird nun in der morgigen Wahl das stärkere fein : das Bezirksgewisfen oder das Partei- gewissen, über was wird sich das freisinnige Bezirksvereins­mitglied mehr freuen, über den Sieg der Parteiliste, oder über den Sieg der Bezirksliste? Schon dieser sonderbare Conflict hätte dem Sprecher des Südwestvereins nahe legen müssen, daß man die Frage der städtischen Wahlen nicht aus dem § 1 der Bezirksstatuten lösen kann und darf und daß es kein guter Gedanke war, den Bezirksverein Südwest gerade vierzehn Tage vor der Wahl und zunächst offenbar zu Wahlzwecken zu gründen.

Nur das tiefe Bedauern um die drohende Zersplitterung des communalen Interesses unserer Bürger hat diese und die früheren Zeilen veranlaßt. Unsere Stadt hat schon so Manches, was ihre Entwickelung bedrohte, überwunden. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß sie auch über die unzeit­gemäßen Bezirksvereine hinauskommen werde. Wer dazu mitwirkt, thut ein gutes Werk.

vermischter.

* Frankfurt a. M, 2. November. Heute Abend schoß sich ein unbekannter, gut gekleideter Mann im Alter von etwa 30 Jahren in dem Mainz-Frankfurter Schnellzuge, der hier 6 Uhr 50 Min. eintrifft, kurz vor der Station Rüssels­heim in die linke Schläfe; die Wunde scheint nicht ernst. Der Zug, der durch die im Coupe Mitsahrenden gestellt wurde, mußte kurz vor Niederrad nochmals zum Stehen ge­bracht werden, da der Verwundete, den man bei der Un- gesährlichkeit der Verwundung nach Frankfurt mitnahm, wieder selbstmörderische Absichten hatte. Es fanden sich bei dem Lebensmüden an Geld 40 Pfennige. Papiere zur Feststellung seiner Identität fehlen. Der Unbekannte wurde nach der Bahnhosswache des Hauptbahnhoss verbracht und nach An- j legung eines Nothverbandes in das städtische Krankenhaus

überführt, wo er bis zur Stunde noch nicht vernehmungs­fähig war.

* Berlin, 2. November. Professor Heinrich de Ah na, der treffliche Geigenkünstler, Concertmeister an der königlichen Oper und Lehrer an der königlichen Hochschule für Musik, ist gestern hier gestorben.

* Wien, 1. November. In der croatifchen Dorfkirche von Vinogora entstand eine Panik in Folge des Rufes: Der Kirchthurm stürze ein. Fünfundzwanzig Personen wurden getödtet.

* Newport, 2. November. Der Deutsche Ernst Voß, welcher im Jahre 1884 zwei Millionen Mark aus der Spar­kasse in Verden entwendete, ist in Hoboken tobt aufgefunden worden.

* Ein Cholerasall auf der Bühne. Aus Rotterdam schreibt man derFrks. Ztg." unterm 1. d. M.: Wie die heute hier eingetroffenen indischen Zeitungen mittheilen, ist die Primadonna der Italienischen Oper in Soerabaha, Signora de Morel, an Cholera asiatica gestorben. Bei der Aus­führung der Cavalleria rusticana am Ende des letzten Actes, sank die Unglückliche gerade in dem Augenblick aus der Bühne zusammen, wo auch das Spiel ein Niedersinken ver­schreibt, nämlich wo Santuzza den Tod des Turiddu erfährt. Die Operntruppe, die mit Signora de Morel ihre beste Kraft verlor, konnte die Vorstellungen nicht sortsetzen, und sucht jetzt das Reisegeld zu sammeln, um nach Italien zurückkehren zu können.

* Die juristischen Examina an der Universität München haben in diesem Jahre recht ungünstige Resultate gezeigt. Mehr als das obligate Drittel ist diesmalgerasselt", wie der akademische Ausdruck für Durchfallen lautet. Am wenigsten entzückt über diese ungünstigen Resultate sind gewiß die Herren Professoren; aber hier und da sind die Antworten der ver­zweifelten Examinanden der Art, daß sie eine schallende Heiterkeit nicht blos unter den Mitgliedern der Prüsungs- commission, sondern auch in den dichtgedrängten Reihen des Auditoriums erregen. In derPfälzer Presse" findet sich eine kleine Blumenlese aus dem Münchener Examen. Einer der Pandektisten fragte einen Prüfling:Was verstehen Sie unter einer juristischen Person?" und als es mit der Defini­tion haperte, forderte er denselben auf, er solle ihm doch wenigstens ein Beispiel einer juristischen Person sagen, worauf der Candidat unter homerischem Gelächter der Umstehenden erwiderte:Eine juristische Person ist z. B. der Amts­richter." (!) Der bayerische Staatsrechtslehrer brachte einen Candidaten mit der Frage:Können sie Minister werden, Herr Candidat?" in eine solche Verlegenheit, daß dieser höchlichst erschrocken replizirte:Ich Minister? Nein?" Daraus versetzte der Professor sarkastisch:Möglich wäre es immerhin, daß Sie Minister würden, Herr Candidat, allein Sie können beruhigt fein, Sie werden es gewiß nicht!" Ein mehrfach Durchgefallener ist bereits Ehemann und Familienvater.

* Praktisch. Nach Beschluß des Kirchenvorstandes in Camburg (Saale) vom 24. October hat künftig bei Trauungen jeder Zuschauer in der Kirche ein Eintrittsgeld von 10 Psg. zu erlegen. Der Ertrag wird zur Verschönerung der Kirche verwendet.

verkehr, Land- tmb volkswirthschaft.

Friedberg, 1. November. Frachtpreise. Weizen JL 16.25 bis 00.00, Korn X 15.5000.00, Gerste JL 15.7500.00, Hafer X 14 0000.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfund.

Friedberg, 2.November. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. X 0.90-1.00, Eier 1 St. 7-8 H.

Limburg, 2. November. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 13.90, wtttzer Weizen 13.70, Korn X 11,35, Gerste jH 10.20, Hafer X 6.95, Erbsen X.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag den 5. November:

Vorabend 430 Uhr, Morgens 880 Uhr, Nachmittags 300 Uhr, Sabbathausgang 5i° Uhr

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.

Freitag Abend 4«» Uhr, Samstag Vormittag 83' Ufjr, Samstag Nachmittag 300 Uhr, Samstag Abend 5" Uhr.

Eingesandt.

Die Frage der Sonntagsruhe.

Die Gießener Handelskammer faßte in ihrer Sitzung vom 19. Ociober den Beschluß, an Großh. Ministerium des Innern und der Justiz eine Eingabe zu richten, daß:

den Geschäften der Manufacturwaaren-Branche gestattet werde, ihre Geschäfte an Sonn- und Feiertagen während der Zeit von 11 bis 4 Uhr Nachmittags offen zu halten.

Es ist dieser Schritt anzuerkennen, da es die günstigst gewählte Zeit ist und in der Hinsicht, daß mit dem jetzigen System gebrochen werden soll; allein nur für eine Branche hält Schreiber dieses denn doch nicht für richtig, es sollte diese Zeit einheitlich für alle offenen Ladengeschäfte festgebalten werden und findet dieses nicht nur durch Folgendes vollständige Berechtigung, sondern erweist sich auch bei nicht oberflächlicher Betrachtung als nicht anders durchführbar.

Nehmen wir an, ein Manufacturwaarenhändler führt noch, wie es in vielen Geschäften üblich ist, Eolonialwaaren, Eisenwaaren, Kurzwaaren, Cigarren u. s. w., so ist also für die Manufacturwaaren die Zeit nach obigem zwischen 11 und 4 Uhr gelegt, wie verhält es sich nun mit den anderen Artikeln? Im Kreise Gießen ist die Verkaufszeit dafür ausschließlich der Kirchenstunden bis 2 Uhr, im Kreise Büdingen sogar nur bis 1 Uhr Mittags festgesetzt. Nach obiger Eingabe dürfte der Kaufmann also seine Manufacturwaaren bis 4 Uhr verkaufen, die anderen Artikel nicht das ist ein Unding und daß dies doch mit Umgehung des Gesetzes geschieht, davon bin ich Überzeugt, aber zum Schaden derjenigen Geschäfte, welche keine Manufacturwaaren nebenbei führen, denn diese dürfen also nur bis 2 resp. 1 Uhr offen halten. Darum gleiches Maaß für Alle.

Nach wie vor wird der Holländ. Tabak von B. Becker in Seesen'a H allen ähnlichen Fabrikaten vorgezogen. 10 Pfd. lose in Beutel fcoSMk