namhaft zu machen. Alle drei waren durchaus an ihrem Platze. Weniger befriedigend war Herr R o sch eck als „Journalist Syring". Bei ihm störte ein stark bemerklicher Sprach« fehler und häufiges Versprechen. Dagegen gelang eS Herrn Hartmann mit seiner Darstellung des kunstbegeisterten Barbiers KniSpel die Heiterkeit des Publikums rege zu halten. Da auch die anderen hier nicht namentlich ausgeführten Herren und Damen sich in ihren zum Theil kleinen Rollen entsprechend bewegten, so war der Gesammteindruck recht befriedigend, leider durch die ungenügende Ausführung des musikalisch begleitenden TheilS öfters unliebsam unterbrochen. Die Vorstellung war sehr gut besucht.
— Die von der Gesellschaft Concordia am gestrigen Abend in Steins Saalbau abgehaltene und den Abschluß ihrer Sommervergnügen bildende Abendunterhaltung verlief, wie man sich Gelegenheit hatte zu überzeugen, in allseitig recht befriedigender Weise. Es war dies auch nicht zu verwundern, da das zur Unterhaltung der in nicht geringer Anzahl erschienenen Freunde des Vereins gewählte Programm sein gutes Theil hierzu beitrug. Es konnte sich das Ohr sowohl an recht guten Gesangsvorträgen, unter Leitung ihres bewährten Dirigenten Herrn Kaufmann, erfreuen, wie auch die Lachmuskeln durch den humoristischen Theil in steter Bewegung erhalten wurden. Ein hierauf arrangirtes Tanzkränzchen fesselte Alt wie Jung bis zur frühen Morgenstunde an die Räume des Locals. Wir wollen hoffen und wünschen, daß der Verein sich auch in Zukunft so weiter bethätige, damit wie bisher seine Entwickelung einen weiteren erfreulichen Fortgang nimmt.
— Postschalterdieuft. Um den Interessenten vergebliche Gänge nach den Postämtern zu ersparen, theilen wir mit, daß seit dem 1. October die Postschalter erst um 8 Uhr Morgens geöffnet werden.
— Verhaftet wurden gestern zwei Handwerksburschen wegen Entziehung der Wehrpflicht und ein Commis wegen eines außerhalb verübten Betrugs- er hatte ohne Auftrag hierzu Geld einkassirt- ferner ein Schlosser wegen Zechprellerei.
— Programm für die Obstausstellung in Ridda. Donnerstag, den 6. October, Vormittags 11 Uhr, im Gam brinus zu Nidda, feierliche Eröffnung der Ausstellung. Ansprache des Vorsitzenden des Vereinsbezirks Büdingen, Herrn Amtmanns vr. Göttelmann. Ansprache des Präsidenten des Oberhessischen Obstbauvereins, Herrn Kreisrathsvr. Braden. Ansprache des Herrn Bürgermeisters Rullmann — Nidda, Namens der Stadt. Rundgang durch die Ausstellung unter Führung des Geschäftsführers, Herrn Landwirthschastslehrers Andrae. Nachmittags 1 Uhr: Festessen im Ausstellungslocale. Sonntag, den 9. Oclober, Nachmittags 2 Uhr, im Raihhaussaale zu Nidda, Versammlung des Oberhessischen Obstbauvereins. Vortrag des Vorstandes der pomologischen Gärten zu Friedberg, Herrn K. Reichett, über „Obsthandel und Obstverwerthung". Berichterstattung eines der Herren Preisrichter über die Ausstellung. Nachmittags 4 Uhr: Preis- und Diplomvertheilung durch den Herrn Präsidenten des Oberhessischen Obstbauvereins. Abends 6 Uhr: Schluß der Ausstellung. — Die Ausstellung ist an den vier Tagen von Morgens 9 bis Abends 6 Uhr geöffnet.
— Märkte in Oberhessen im October 1892. Der in vor. 9hr. ausgesührte Markt (Galluömarkt) in Grünberg ist aus den 19. d. M. verlegt worden.
tt Steinbach bei Gießen, 1. October. Heute sand in hiesiger Gemeinde die Bürgermei st erwähl statt. Sämmt- liche abgegebenen Stimmen, 167 an der Zahl, fielen aus den seitherigen Bürgermeister Herrn Krämer, ein Gegencandidat war nicht ausgestellt worden. Dies ist jedenfalls ein Zeichen dafür, daß die Gemeinde ihr Vertrauen auf den seitherigen Leiter ihrer Geschäfte setzt und daß sich Alle bewußt sind, in ihm einen Mann gesunden zu haben, der es wohl versteht, sowohl einerseits die Jntressen der Gemeinde in bester Weise zu vertreten, als auch besonders andrerseits überall, wo es nöthig ist, vermittelnd einzutreten und so der Gemeinde den Frieden zu erhalten, wodurch allein nur eine Gemeinde blühen und gedeihen kann. Leider wurden die beabsichtigten Ovationen durch mehrere Gewitter, die gegen Abend losbrachen, fast zu Wasser gemacht, jedoch ließ es sich ein großer Theil der Wähler nicht nehmen, ihrem alten und wieder neuen Bürgermeister einen grünenden Tannenbaum ans Haus zu stellen. Ebenso wurde ihm auch vom Gesangverein „Eintracht",
dessen Ehrenmitglied unser seitheriger und fernerer Bürgermeister ist, ein Ständchen gebracht. Der Abend verlies dann bei Sang und Becherklang in schönster Weise. Möge es dem neu-alten Bürgermeister beschieden sein, in seitheriger Weise weiter seines Amtes zu walten und sich in ebensolcher Weise auch das Zutrauen und Vertrauen feiner Gemeinde zu erringen.
§ Vom höheren Vogelsberg, 1. October. Die Kartoffel- Ernte hat hier ihren Anfang genommen, und sind die Land- wirthe mit dem Ergebniß sehr zufrieden. Der Morgen Ackerland liefert durchschnittlich 100 bis 115 Gentner Kartoffeln, was als eine reichliche Ernte bezeichnet werden kann. Die Ernte an Dickwurz und Kohlraben verspricht ebenfalls großen Ertrag.
B. Büdingen, 30. September. Bei der heute dahier vorgenommenen Gemeinderathswahl wurden die Herren Jacob Wittekind, Schreiner, und Friedrich Türck I., Uhrmacher, wieder- und der Kaufmann H. I. Albert (an Stelle des ausgeschiedenen Reinhard Müller) neu gewählt.
Darmstadt, 30. September. Am 4. October tritt die Evangelische Landessynode aus einige Tage zusammen.
Darmstadt, 29. September. Der 19 Jahre alte Fabrikarbeiter Johann Siesert von Falkengesäß ist angeklagt, daß er am 7. Juni d. I., dem Pfingstsonntag, Nachts, den Musikanten Ludwig Schäfer in Beerfelden durch einen Messerstich vorsätzlich getödtet habe. Der Angeklagte war in die Wirthschast von Neuer gekommen, wo die Musikanten Späße mit einander machten. Er trat sehr roh auf, weshalb Schäfer, als noch ein Stück gespielt werden sollte, ihn in Güte aufforderte, ruhig zu sein. Die Antwort war ein Stich in den Rücken und der mitten ins Herz geführte Stich, aus welchen hin der Getroffene sofort tobt hinsank. Daß Siesert beleidigt worden sei, wie er behauptet, ist nicht wahr. Die Verletzung des erst 25 Jahre alten Getödteten läßt daraus schließen, daß es dem Thäter Einerlei war, welche Folgen dieselbe hatte. Nach der That zeigte er keine Reue, sondern erklärte, wenn noch Einer komme, steche er ihn tobt und wenn noch zwei kämen, steche er Beide tobt. Auf die Bemerkung eines Zeugen, er habe ja einen todtgestochen, äußerte er, der ist tobt und ich krieg' Brod. Die Geschworenen sprachen den Unhold des Todtschlags unter Ausschluß mildernder Umstände für schuldig. Staatsanwalt Dr. Best beantragte 12 Jahre Zucht- Haus nebst Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte aus 10 Jahre. Diesem Antrag gemäß lautete auch das Urtheil des Gerichts, welches außerdem die Einziehung des bei der That gebrauchten Messers anordnete.
Bingen, 29. September. Der hiesige Gemeinderath hat den aus seinem Schoße gestellten Antrag auf Einführung der Slädteordnung mit allen gegen drei Stimmen und den Antrag aus Einführung der Oefferttlichkeit bei den Gemeinde- rathssitzungen mit allen gegen zwei Stimmen abgelehnt.
Dermtfc^tcs.
* Berlin, 1. October. Die hiesige Firma H. F. Schulze, feit vierzig Jahren bestehend, ist sallit. Die Passiva betragen l3/4 Millionen. Der Inhaber, sowie der Procurist stellten sich der Staatsanwaltschaft. Es sollen Depotunterschlagungen vorgekommen sein.
* Halle, 2. October. Vorgestern Abend stieß der aus Thüringen kommende Schnellzug eine halbe Stunde vor Halle auf drei losgekoppelte Güterwagen. Die Maschine des Schnellzuges wurde beschädigt, die drei Güterwagen verbrannten. Niemand wurde verletzt.
* Zwickau, 3. October. An einer 34jährigen Näherin wurde Raubmord verübt. Von derselben kürzlich geerbte 30,000 Mk. fehlen - vom Mörder ist keine Spur vorhanden.
* Lauterdrunveu, 1. October. Heute sand die Probefahrt aus der neu erbauten Wengern-Alp-Bahn, welche Lauterbrunnen mittelst Zahnschienen mit dem Grindelwald verbindet, statt. Die Fahrt verlies ausgezeichnet. Die Eröffnung des Betriebes wird erst 1893 erfolgen.
♦ Wien, 1. October. Der erste Reiter zu dem Distanz- rttt Wien-Berlin, Rittmeister Caloud, startete heute früh 6 Uhr allein vom Startorte in Floridsdorf, sodann folgten in Zwischenräumen von je 5 Minuten Gruppen bis zu fünf Reitern. Der Letzte, Ulanenlieutenant Siegl, startete wieder allein. Als Starter sungirten die Obersten Gras Auersperg
quälte sie ihr Köpfchen mit eifersüchtigen Gedanken, und kam er, dann quälte sie ihn, was sie in der ersten Zeit ihrer Ehe niemals gethan hatte, mit gereizten, eifersüchtigen Fragen, die er ihr ruhig und freundlich beantwortete. Das begriff sie nicht, das war ihr kein unerschütterliches Vertrauen mehr, das war ihr Berechnung, nnd sie handelte demgemäß.
Eifersüchtig verfolgte sie ihn, wenn er sich in Gesellschaft/ der sie sich aus repräsentativer Pflicht nicht entziehen konnte, — das sah sie ein, obschon sie am liebsten mit ihm zu Hause geblieben wäre — mit einer jungen und schönen Dame unterhielt- sie war — und manchmal schlug ihr das Gewissen — bis zur Raserei eisersüchtig, denn sie selbst entdeckte nichts, das ihr zu ihrem Mißtrauen Ursache gegeben hätte.
Spät in der Nacht fuhren sie einmal von einer Gesellschaft nach Hause; sie blieb wortkarg, denn seine Freunde hatten, wie sie bemerkt zu haben glaubte, sie nicht so gefeiert, als sie es in ihrer Nervosität gewünscht hätte, denn sie war nervös geworden, die arme, kleine Frau. Das hatte sie erbittert.
Er versuchte alles, um sie zum Plaudern zu bewegen.
Sie hatte nur kurze Antworten, und da es bitter kalt war, so hüllte sie sich bis an die Nasenspitze in ihre Tücher ein.
„Findest Du nicht," meinte er während der Fahrt in ganz gleichgiltigem Tone, „daß Frau Werner eine Schönheit
ersten Ranges ist, die sich den Luxus, den sie treibt, schon gestatten darf?"
Sie suhr in sich schauernd zusammen.
„Du frierst, Lene!" Und er deckte sie mit feinem Pelz zu.
Lene! Wie sie das jetzt empörte!
„Neulich," erzählte er dann harmlos, „stellte Werner die Behauptung auf, eine schöne Frau sei nur ein Unglück für den Mann. Meinst Du nicht auch?"
Sie schüttelte fast heftig das Köpfchen.
„Nicht! . . Ich habe ihm auch widersprochen, denn eine schöne Frau ist das Edelste der Schöpfung, sie ist Sonne und Mond, wie der persische Dichter sagt, und begeistert den Mann."
Sie befreite ihren Mund von den Tüchern.
„Und eine häßliche Frau?"
„Eine häßliche Frau," gähnte er, „ist zu bedauern."
Das traf sie ins Herz- sie weinte laut auf. Wirklich besorgt und unruhig tröstete er sie und unbeholfen riß er sie an sich, umschlang sie mit beiden Armen und küßte ihr die Thränen hinweg.
„Mein süßes Lieb! mein alles!" flüsterte er ihr zu, „was ist Dir?" 3 '
„Sie sagen, ich sei häßlich — und ich bin eS — ich weiß es," schluchzte sie.
Jetzt fuhr er zusammen- er wußte wohl, daß seine Frau
und Graf Kalnoky. Der General Graf Hartenau, General- Cavallerie-Jnspector Gras Gagern, viele Militärs und ein zahlreiches Publikum waren anwesend.
* Luxemburg, 1. October. Ein 22jähriger unbekannter Herr, aus Leipzig zugereist, durchschnitt sich gestern Abend in einem hiesigen Gasthof die Kehle.
* Gothenburg, 30. September. Der Disponent der Uttersberger Hüttenwerk - Actiengesellschaft hat die Reservefonds dieser Gesellschaft im Betrage von 163,000 Kronen unterschlagen. Die Gesellschaft hat Concurs angemeldet.
Die Macht der Gewohnheit. Zwei Kaufleute, die in lebhafter Geschäftsverbindung und sehr befreundet sind, lassen sich durch Fernsprecher verbinden. Am ersten Tag erscheint der eine am Fernsprecher und ruft dem andern zu: „Guten Morgen, Herr College!" — „Guten Morgen! Wie geht» Ihnen?" — „Ausgezeichnet! Prise gefällig?"
* Ein Jahr unschuldig im Zuchthaus! Am 19. November vorigen Jahres wurde der Dienstknecht Christian Wallbrunn von Söllitz (Baiern) wegen versuchten Raubes zu 2 Jahren 2 Monaten Zuchthaus verurtheilt. Die Verurtheilung erfolgte damals hauptsächlich deshalb, weil der 15 Jahre alte Schuster- bube Joseph Neger angab, der Angeschuldigte hätte ihn in einem Walde auszurauben versucht. Diese Angaben machte er, weil er von seinem Meister wegen zu langen Ausbleibens Schläge befürchtete. Glücklicherweise ließ das Gewissen dem Lügner keine Ruhe und er gestand, daß alle seine damaligen Angaben falsch waren. Nach der Wiederaufnahme des Verfahrens wurde am 26. September Wallbrunn vom Schwurgerichte wieder freigesprochen, nachdem er bereits ein Jahr abgesessen. Der Schusterbube ist nach Amerika durchgegangen.
* WaS ein guter Witz manchmal einbrivgt, das erfuhr jüngst in Köln zu seiner Freude ein Bettler Dieser Mann zählte zu seinen Kunden auch einen Schneidermeister, der ein besonders weiches Herz hatte und ihm allwöchentlich als Almosen ein 10 Pfg Stück gab. Auf seinem letzten Rund- gang kam er natürlich auch wieder zur Werkstätte des Schneiders, und als er dort an der Wand einen Rock hängen sah, fragte er nach dem Preis. „Für Sie, weil Sie ein armer Teufel sind, nur 5 Mark", lautete die gutmüthige Antwort. Der Bettler kratzte sich hinter den Ohren, da er aber trotz seiner armseligen Lage nie den Humor verlor, so machte er dem Schneidermeister folgenden „Vorschlag zur Güte". „Ich kumme," sagt er, „jede Freidag hehin und kriege minge Grosche, macht ob et Johr met 52 Woche Mk. 5,20. Nu well ich et ganze Johr ok nitt mich wierh komme, dann nemme ich hüt da Rock met un kriege von üh noch zwei Grosche rut." Der gutmüthige Schneider und seine Angehörigen wollten sich über den Witz den Bauch vor Lachen halten, endlich erhielt der Bettler den Bescheid, er möge nur jede Woche wiederkommen und sich 10 Psg. holen, wie immer- gleichzeitig nahm der Meister den Rock vom Nagel, griff in die Tasche nach einem 20-Pfg.-Stück und gab beides dem Bettler mit dem Bedeuten^ er könne den Rock ja bezahlen, wenn er mal wieder bessere Tage sehe.
Uttioerfitäts - Nachrichten.
Jena, 28. September. Heute wird auch amtlich mitgdbdlt, daß der bisherige ordentliche Professor Hofrath vr. Kuhnt zu Jena zum ordentlichen Professor in der medizinischen Fakulät der Universität Königsberg ernannt worden ist.
»pielpla« -er vereinigten Frankfurter Lta-ttheater.
Opernha«».
Dienstag den 4. October: Mignon. Mittwoch dm 5. Oc-- tober: Erstes Abonnement-Concert. Donnerstag dm 6. Octobec: Norma. Cavalleria rusticana. Freitag den 7. Octoder: Excelsior. Samstag dm 8. October: Silvana. Sonntag den 9. October: Rtenzt. Montag den 10. October: Don Juan.
Gcharrspielharr».
Dienstag den 4. October: Die Waise aus Lowood. Mittwoch dm 5. October: Die Abnfrau. Donnerstag den 6. October: Fernande. Freitag den 7. October: Das Sonntagskind. Samstag den 8. October: Clavigo. Grtngoire. Sonntag den 9. October: Die Ahnfrau. Montag den 10. October: Fernande.
Verkehr, Canb* nnd Volkswirtschaft.
GrLnderg, 1. October. Fruchtpreise. Weizen X 17 20, Korn X 15 50, Gerste X 14.70, Hafer X 14.40, Erbsen X 00.00, Linsen X —, Wicken X--. CdnX —, Kartoffeln^ ,
Samen X —.
feine ansprechende Schönheit sei, aber er wußte auch, daß sie nicht häßlich war. Wie leib that sie ihm jetzt, er preßte fie* innig an sich, ja, er zog sie halb aus seinen Schooß und fein Mund hing an dem ihren.
„Du bist gut, Du bist lieb!" stammelte er, überqueöenb seit Langem von leidenschaftlicher Liebe. Seine Küsse brannten; auf ihren Lippen.
„DaS ist Liebe!" rief es in ihrem Innern, und sie schmiegte sich stürmisch, vor Glück vergehend, an ihn.
„Du bist schön, mein süßes Weib!"
„Nein, Willy, ich bin häßlich . . . Manchmal häßlich," stammelte sie unter seinen Küssen in dem kindlich-schmollenden, jubelnden Tone, den er so sehr an ihr liebte und den er in der letzten Zeit vermißt hatte- jetzt dämmerte eS in ihm auf, dann setzte sie hinzu: „Manchmal doch bin ichs, besonder» wenn ich an Dir zweifle!"
Und nun beichtete sie ihm unter Thränen und Lachen.
Die Droschke hielt- der Kutscher öffnete die Thür.
Zärtlich hob er seine Frau heraus und trug sie bis an die Treppe.
„Nu," sprach, auf den Bock kletternd, der alte Rosselenker vor sich hin, „die Doctors thun gerade so, als wie vor zwei Jahren, als ich sie bei ihrer Hochzeit hierher fuhr. Nicht mal ’ne schöne Frau, aber--"
Er schnalzte seiner Rossinante zu; diese setzte sich in Trab.


