Ausgabe 
4.9.1892 Erstes Blatt
 
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bogen demjenigen Arbeiter zugestellt werden, welcher am längsten in dem betreffenden Betriebe beschäftigt ist.

Gießen, 3. September 1892.

Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.

__________________Fr esenius.

Gefunden: 1 Metermaß, 1 Portemonnaie mit In­halt, 1 Kinderschuh, 1 Paar gehäkelte Handschuhe, 1 schwarzer Regenschirm, 1 Stellscheere, 1 Taschenmesser, 1 weißes Frauen­hemd, 1 Wagenkapsel.

Zugeflogen: 1 junges Huhn.

Zugelaufen: 1 schwarzer Dachshund.

Gießen, den 3. September 1892.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.

Deutsche- Leich.

Berlin, 3. September. Einer der characteristischen Züge dieses Sommers und des herannahendeu Frühherbstes wird das Unterbleiben fast aller der wissenschaftlichen und anderer Wanderversammlungen sein, welche sonst immer um die genannte Jahreszeit stattzufinden pflegen. Die Rücksicht auf die Choleragefahr hat in den betreffenden Kreisen überall den Verzicht auf die heurigen Wanderversammlungen bewirkt, eine Vorsicht, die vollkommen gerechtfertigt erscheint. Gewiß können wir in Deutschland noch von keiner Choleraepidemie reden, abgesehen von Hamburg, und es darf wohl gehofft werden, daß diese gefürchtete allgemeine Calamität auch nicht eintreten wird. Aber in der heutigen Lage ist es immer besser, zu viel, als zu wenig Vorsicht auszuüben und es steht zuversichtlich zu erwarten, daß die wissenschaftlichen und gewerblichen Interessen, welche mit den Wanderversammlungen verknüpft sind, durch das einmalige Ausfallen der letzteren keine allzugroße Schädigung erleiden.

Es bestätigt sich, daß Preußen dem Bundesrathe zu seiner bevorstehenden Wintersession Novellen zum Militär-Pensionsgesetz, zum Reichsbeamten-Pensionsgesetz und zum Reichsinvalidensonds-Gesetz unterbreiten wird. Danach werden die Kriegszulagen der unteren Militärklassen von 6 auf 9 Mark monatlich, der Satz für Nichtbenutzung des Civilversorgungsscheines von 9 aus 12 Mark erhöht. Die Grenze der Militärpensions-Verkürzung durch die Civil- anstellung der betreffenden Personen: Bei den Feldwebeln Erhöhung von 1050 auf 1200 Mark, bei Gemeinen von 390 aus 500 Mark, bei Unteroffizieren nach 12jähriger Dienst­zeit von 1200 auf 1400 Mark. Die Sergeanten und Unter­offiziere unter 12jähriger Dienstzeit behalten den Satz von 750 Mark. Für Combattanten des letzten Feldzuges sind die neuen Bestimmungen rückwirkend. Dieselben sollen allen Bundesstaaten gemeinsam und auch bei den Communen maß­gebend sein. Der Kostenaufwand wird aus 3*/4 Millionen Mark geschätzt, wovon fast drei Millionen dem Jnvalidensonds zufallen.

neunte

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Pyritz, 2. September. Der Kaiser ist heute früh 4 Uhr mittelst Sonderzuges hier eingetroffen und um 6 Uhr mit eigenem vierspännigen Juckergespann in das Manöver­terrain bei Leine gefahren.

Sagau, 2. September. Nach den bis Abends 10 Uhr vorliegenden Resultaten der heute stattgehabten Reichstags­stichwahl aus den Städten und 59 Ortschaften des Wahl­kreises Sagan-Sprottau haben Stimmen erhalten- Müller (freis.) 6177, Klitzing (cons.) 4517.

Catania, 2. September. Der Ausbruch des Aetna nimmt zu,' zwei vereinigte Lavaströme richten Verwüstungen an.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 2. September. DasBerliner Tageblatt" meldet, die Ausführungscommission des Antisclaverei-Lotterie- comites hat sich kürzlich an den Minister des Innern um Genehmigung und der Abhaltung einer zweiten Anti- sclaverei-Lotterie gewandt. Der Minister hat jedoch abschlägigen Bescheid ertheilt. Die Aussührungscommission verfügt nur noch über eine Million Mark.

überhaupt existiren oder, im glücklicheren Falle, etwas zurück- legen zu können. Ich bin Chorist bei der Oper, Gärtner Musterzeichner, Fuhrmann, Schlosser, Tischler, Schäfer und Goldgräber gewesen. Früh habe ich mich gewöhnt, meinen Blick zugleich auf die nächste Arbeit und das ferne Ziel zu richten und in jedem Moment zu thätigem Eingreifen bereit zu sein."

Geradezu sprachlos starrte Zorn den jungen Mann eine Weile an. Wenn er das eigene Leben mit dem seines Gastes verglich, der Unterschied war in der That ungeheuerlich. Walter mochte vielleicht 28 Jahren zählen und hatte sich in den denkbar verschiedensten Fächern versucht, während er selbst achtundzwanzig Jahre hindurch aus demselben Stuhl, an dem« selben Pult, in demselben Zimmer dieselben schönen Wahlen geschrieben und berechnet hatte.

Liesbeth aber lächelte und dachte:Jetzt ist der Wilhelm Schauspieler geworden!"

Was gedenken Sie hier zu unternehmen?" fragte Zorn, als er seiner außerordentlichen Bewegung Herr geworden war.

Das weiß ich noch nicht! Fürs Erste will ich ein paar Erfindungen, welche ich gemacht, weiter ausführen, wozu mir in Amerika Zeit und Ruhe fehlte. Ich kann übrigens als Techniker in einer Fabrik, als Feldmesser oder Zeichen- lehrer mir mein Brod auch wohl etwas mehr ver­dienen. Ohne Mittel bin ich nicht und vermag in Wahrheit zu sagen: jeden Dollar, den ich besitze, habe ich mir im vollsten Sinne des Wortes erarbeitet."

(Fortsetzung folgt.)

Heringsdorf, 2. September. Der Kaiser soll zum Besuche seines Studienfreundes Poulseney Biggelow, welcher gegenwärtig hier weilt, heute Nachmittag Hierselbst eintreffen. Er besichtigt dann von Heringsdorf aus das an Swinemünde ankernde Geschwader.

München, 2. September. Die Zollbehörden wurden telegraphisch mit der telegraphischen Berichterstattung über den derzeitigen Stand des Tabakanbaues beauftragt, was mit Projecten für die neue Reichssteuer ih Verbindung gebracht wird.

Budapest, 3. September. Der Berliner Correspondent desPester Lloyd" sagt, es sei der Regierung völliger Ernst, die z w e i j ä h r i g e D i e n st z e i t für alle Infanteristen durch- zusühren,- die Reform jei für die Dauer berechnet, der Zeit­punkt der Einbringung wohl noch nicht festgestellt, nichts be­rechtigt jedoch zu der Annahme, daß der preußische Finanz­minister sich die Bestimmung des Zeitpunktes Vorbehalten > wolle und daß nicht eine parlamentarische Eintheilung möglich i wäre, wonach der preußische Landtag die wichtigsten Steuer­gesetze ohne Collision mit den Reichstagsverhandlungen über das Militärgesetz erledige. Der Einbringung der Militär­vorlage noch in nächster Session stehe keinerlei kritische Differenz zwischen Caprivi und Miquel im Wege. I

Genua, 2. September. Bei dem gestrigen Corpsmanöver I in Umbrien stürzten der König und der Kriegs­mini st er infolge plötzlichen Scheuens der Pferde gleichzeitig I zu Boden, ohne indeß Schaden zu nehmen. i

Genua, 3. September. Ein Bankier Brock aus Berlin I ft vom Traz-Gletscher (Valsavarauche) ab gestürzt und blieb I tobt.

Buenos Ayres, 2. September. Die Regierung ließ die I Offiziere eines meuterischen Bataillons sämmüich ver - I haften- angeblich war ein Staatsputsch geplant.

Die Cholera.

Berlin, 2. September. Heute Vormittag ist abermals eine von Hamburg zugereiste Person an der asiatischen Cholera gestorben.

Berlin, 2. September. DemReichsanzeiger" zufolge wird der Eulwurf eines von der preußischen Medicmal-Ber- waltung bearbeiteten Seuchengesetzes für Menschen demnächst den gesetzgebenden Factoren des Reiches oder Preußens vorgelegt. Die Normen für eine Desinsections- Ordnung seien bereits ausgestellt, demnächst werde die Rege­lung der Anzeigepflicht bei ansteckenden Krankheiten berathen.

Berlin, 2. September. Amtlicher Cholerabericht. I. September: Hamburg 626 Erkrankungen, 116 Todes- falle - Altona 27 und 3, Kiel 1 und 3- Wilhelms, bürg 16 und 3, außerdem vereinzelt bis zum 1. Sep­tember einschließlich nachträglich gemeldete Fälle: Regbz. Schleswig an 16 Orten 18 und 7; Regbz. Lüneburg 3 und 4; Hildesheim 3 Todesfälle- Stadt Magde­burg, Salzwedel, Wolmirstedt 5 und 2, Mecklen­burg-Schwerin 5 Erkrankungen, Berlin 1 und 1.

Berlin, 3. September. Es werden mehrere neue choleraverdächtige Erkrankungen gemeldet. Zur Bekämpfung der Cholcragesahr fordert der Magistrat von der Stadtverordneten-Versammlung einen Credit von 300,000 Mk und tritt kommenden Montag die kgl. Sanitäts-Commission wieder zusammen.

Charlotteuburg/ 3. September. Hier ist ein neuer choleraverdächtiger Todesfall vorgekommeu. Ein auf einem Spreekahn erkrankter Bootsmann ist während seiner Ueberbringung nach dem Lazarelh gestorben.

Hamburg, 1. September. Der Wochenbericht des Medi- cinal-Jnspectors gibt heute die folgenden Ziffern von Cholera- erkrankungen in den einzelnen Stadttheilen und Vororten Hamburgs in der Woche vom 21. bis zum 27. August. Es erkrankten in der Reihenfolge an Cholerine bei Kindern an Cholerine bei Erwachsenen und an der Cholera: Innere Stadt 45, 97, 852, in St. Georg 39, 46, 380 St. Pauli 22, 71, 273, - Rotherbaun, Herve- stehude, Eimsbüttel, Eppendorf 89, 129, 231 _

Winterhude, Uhlenhorst, Barmb eck, Hohenfelde, Silbecf 15, 59, 248, Borgselde, Hammhorn, Billwarder Ausschlag 38, 92, 247, Stein- wärder und Grevenhof, Kleiner Grasbrook 6 übriges Gebiet der Geestlande 7, 4, 3, übriges Gebiet der Marsch lande 9, 9, 15, Landherrenschaft Bergedors 15, 51, 8, Landherrenschaft Ritze drittel 8 zusammen 279, 558, 2266.

Hamburg, 2. September. Am 1. September von Mitter- nacht^bis Mitternacht wurden transportirt 426 Kranke, 184 Todte. Am 31. August waren es 369 und 323.

Hamburg, 2. September. Unter den von dem Gesund­heitsamte Berlin gemeldeten Ziffern für den 1. September, nämlich 626 Erkrankungen und 116 Todesfälle, sind 266 nachträglich gemeldete Erkrankungs- und 11 Todesfälle der vorhergehenden Tage einbegriffen. Die Erkrankungen haben gestern gegen vorgestern etwas zugenommen, die Todes­fälle wesentlich abgenommen. Jnsgesammt sind bis­her 4514 Erkrankungen und 1894 Todesfälle gemeldet, 3917 Erkrankte und 1877 Todte wurden transportirt. In­folge des Ausfuhrverbots von gebrauchter Wäsche aus Ham­burg herrscht unter den Bleichern der umliegenden Ortschaften großer Nothstand.

Hamburg, 2. September. Die Stimmung der Bevölke­rung hat sich gebessert. Jede Mittheilung über eine Ab­nahme der Seuche erregt hohe Freude. Der Eisverkauf in den Straßen wurde verboten. Der heutige Sedan-Gottes- dienst war nur schwach besucht.

Kiel, 2. September. Seit dem 26. Angust sind hier 13 Erkrankungen und 9 Todesfälle an Cholera vor- gekommen.

Myslowitz, 2. September. Heute Nacht wurden wieder zwanzig von Hamburg zurückgewiesene Auswanderer aus

I der Rückreise nach Galizien sistirt. Die Auswandererhalle I überfüllt. Es ist eine Petition an den Regierungspräsi- I Renten abgegangen behufs Erwirkung einer Grenzsperre für I von Hamburg reisenden Auswanderer.

I Petersburg, 2. September. In den.meisten Städten ist I die Cholera-Sterblichkeit gering. Todesfälle am I öl' August in Moskau 8, in Kasan 6, Orenburg 6, Perm 3, I Saratow 2, Nischni-Nowgorod am 1. September 11. In den Gouvernements ist die Epidemie noch stark- am 31. August I un Gouvernement Samara 229 Erkrankungen (88 Todesfälle), I Saratow 344 (149), Simbirsk 268 (110), Tambow 149 (65), Ufa 271 (92), Kasan 186 (66), Charkow 95 (25).

kocale- und Orovinzlelle-.

I Gießen, 3. September 1892.

Die heute verbreitete Nachricht, daß in Blihenrod bei Lauterbach ein Fall von Cholera vorgekommen sein soll, beruht auf Erfindung. Nach einem von dort eingegan­genen Telegramm ist keine Spur von Cholera vorhanden.

Ein gestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr in Waldgirmes ausgebrochenes Schadenfeuer legte dem Ver­nehmen nach 3 Scheuern und 1 Wohnhaus in Asche.

300 Mk. Belohnung werden seitens der Großh. Staatsanwaltschaft zu Darmstadt demjenigen zugesichert, durch dessen Angaben die Ergreifung und Ueberführung der Mörder des am 29. August d. I. bei dem Forsthause Mittel- dick ermordeten Fuhrmannes Johann Sch ulmeyer VIII. von Mörfelden ermöglicht wird. Die Großh. Staats­anwaltschaft theilt ferner mit, daß nach einem bei dem Er­mordeten gefundenen Geschoß der eine der Thäter jedenfalls im Besitze eines sogenannten Armeerevolvers gewesen sein muß. Der ermordete Schulmeyer wurde am Mittwoch unter überaus zahlreicher Betheiligung zur Ruhe bestattet. Wie sich bei der Section herausstellte, ist Schulmeyer nur von zwei Kugeln, die aber beide tödtliche Verletzungen be­wirkten, getroffen worden. Die eine Kugel zerschmetterte den rechten Oberarm, fuhr dann die Brust herab, verletzte die Lunge theilweise und blieb im Herzbeutel stecken, wo sie gefunden wurde. Die zweite Kugel, die in den Unter« let6 drang, verursachte eine Zerreißung des Darmnetzes. Auch sie war tödtlich, wenn es auch einige Zeit gedauert hätte, bis der Tod eingetreten wäre.

Der Getreidemarkt. Der deutsche Getreidemarkt zeigte auf den meisten Plätzen in der letzverfloffenen Wocke eine ziemliche Geschäftsstille, die wohl zum Theil der herrschenden Hitze, welche viele Lieferanten vom Besuche der Märkte zurückhielt, zum Theil dem etwas verminderten Waarenangebote zuzuschreiben war. Es sind deshalb auch keinerlei Vorkommnisse von besonderer Bedeutung zu ver­zeichnen gewesen, nur ist die endlich zur Thatsache gewordene Aufhebung des russischen Roggenausfuhrverbotes schließlich I doch nicht ganz ohne Rückwirkung auf die Preisbildung auf j einer Reihe von Plätzen geblieben. In Berlin allerdings I st'eg der Roggen bemerkenswerther Weise um circa 3 Mk. I im Preise, was hauptsächlich darin seinen Grund hatte, daß I effectiue neue Waare nicht genügend offerirt wurde, so daß | z- B. die Mühlen abgelaufene Kündigungsfcheine und auch I größere Partien alter Waare vom Lager kauften. Es stellte sich am Berliner Platze Roggen von 135149 Mk., davon I neuer inländischer mittlerer Qualität auf 141 Mk. I i Weizen auf 145169 Mk., Gerste auf 117185 Mk I Hafer auf 137163 Mk., alles pro 1000 Kilogramm.

lieber die wahrscheinliche Entwickelung der künftigen Getreidepreise. Da es sich immer mehr herausstellt, daß das eolossale Sinken der Getreidepreise nicht nur feine Ursache in der theilweise recht guten Ernte, sondern auch in der An­häufung alter Vorräthe in Europa und in dem übereilten Drängen vieler Landwirthe, ihren Roggen, Weizen und Gerste nur ja recht rasch loszuschlagen, hat, und da ferner über den Ausfall der Hafer- und Kartoffelernte vielfach geklagt wird, ein Umstand, welcher die Getreidepreise günstig beeinflussen dürfte, so gilt es als wahrscheinlich, daß während der Herbst- und Winlercampagne die Getreidepreise wieder wesentlich steigen, kluge Landwirthe also wohl gut thun, bessere Preise abzuwarten.

+ Lich, 3. September. Der Gesundheitszustand unter der hiesigen Schuljugend ist kein ungünstiger zu nennen, indem bei einer Schülerzahl von 470 Kindern nur 10 krank stnd. Erkrankungen an Diphteritis sind dem Vernehmen nach nur wenige oder gar keine vorhanden. Das Sedanfest nahm gestern wieder unter der Betheiligung der ganzen Stadt einen großartigen und erhebenden Verlaus.

Aus Oberhesfen, 2. September. Die Gemeinde Ober- , Mockstadt löste bei der dieser Tage stattgefundenen Grum- metgras-Versteigerung bis zu 62 Mk. per Morgen. Im Ganzen wurden in diesem Jahr für das Heu- und Grummetgras von den Gemeindewiesen (ca. 94 Morgen) etwa 6500 Mk. gelöst. Dieses Resultat kann als Beweis gelten, daß sich eine rationelle Düngung und Bewässerung der Wiesen sehr gut renlirt. Die Wiesencultur der Gemeinde Ober-Mock- stadt ist mustergültig.

§ Aus Oberheffeu, 2. September. Wer den gegen­wärtig in den meisten Gemeinden stattfindenden Bürger- meisterwahlen einiges Interesse widmet, wird mit Freude bestätigen müssen, daß die früher bei diesen Wahlen hervor- tretenden unerfreulichen Erscheinungen und Vorkommniffe, wonach bei diesen Anlässen tagelange Zechgelage vorausgingen, sowie andere aus den Slirnmenfang zielende Freigaben spendirt wurden, gänzlich verschwunden sind. Ausnahmen mag es ja immerhin noch geben, aber die Regel bleibt doch, daß es in dieser Beziehung in den meisten Gemeinden besser geworden, und daß die Vernunft wieder zu ihrem Rechte gekommen ist. Durchaus nicht selten sind die einstimmigen Wiederwahlen der früheren Bürgermeister, wie zu Ruppertenrod, Lehnheim, Ilsdorf n. A. Solche Wiederwahlen sind nicht nur ein ehrendes Zeugniß für die Gewählten, sondern auch für die