4
— D'e Salztzeucr ergab im Großherzogthum Hessen ^im Rechnungsjahre 1891/92 einen Ertrag von 1,063,471 Mk., der Salzzoll 1038 Mk.; 593,443 Hectoliter Salz (für landwinhschastliche, gewerbliche und Heilzwecke) blieben abgabenfrei.
— Mittelrheinifches Turnfest. Der Ueberschuß dürfte nach ungefährer Schätzung 10000 Mark erreichen, wovon der Mainzer Turnverein vier Sechstel, die dortige Turn- gescllschast ein Sechstel und der Mainzer Turn- und Fechtclub ein Sechstel erhalten.
— Eine wichtige Reichsgerichtsentfcheiduug ist folgende: Der Eigentümer eines Miethshauses ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts im Gebiete des Preußischen Allgemeinen Landrechts seinen Miethern gegenüber verpflichtet, die erforderlichen, die Bewohner störenden Hausreparaturen in einer thunlichst wenig störenden Weise ausstzhren zu lassen und zu diesem Zweck bei eigener Unkenntniß geeignete Sachverständige zu Rathe zu ziehen.
— Statistisches au8 Heffen. Inhaltlich des Juliheftes der Mittheilungen der Centralstelle für die Landesstatistik betrugen die Steuerrückvergütungen für im Rechnungsjahr 1891/92 aus dem Großherzogthum ausgesührtes Bier 14,665 Mk. 40 Psg. — Vom 1. Juli 1890 bis 30. Juni 1891 wurden in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen Hypotheken errichtet und gelöscht wie folgt: In Starkenburg betrug die Anzahl der Einschreibungen 2171, die der Löschungen 2072, es waren mithin 99 Einträge mehr erfolgt und mehr eingeschrieben worden 4,888,502 Mk. In Oberhessen wurden 1110 neue Einträge und 1474 Löschungen vollzogen, trotzdem aber 333,408 Mark mehr eingeschrieben. Im Ganzen weisen die Hypothekbücher ein Anwachsen der Schulden um 5,221,910 Mark aus.
— Das Landescomite der socialdemokratischen Partei in Heffen erläßt soeben einen Aufruf zu einer Landes- conferenz, die am 18. September stattfinden wird. Auf der Tagesordnung steht: 1) Rechenschaftsbericht. 2) Welche Bedeutung haben die Landtagswahlen in Hessen für die Socialdemokratie? 3) Organisation und einheitliche Agitation sür die Landtagswahlen. 4) Der nächste deutsche Parteitag und unsere Stellung zum Staatssocialismus. Von den für die nächsten Landtagswahlen in Betracht kommenden Wahlkreisen empfiehlt das Landescomite als mit Aussicht auf Erfolg für die Socialdemokraten zu bearbeitend: in Starkenburg die Wahlkreise Lorsch, Darmstadt-Land, Langen, Seligenstadt und Groß-Gerau, in Oberhessen Gießen-Land und in Rheinhessen den Wahlkreis Mainz-Land.
— Weltausstellungsnotiz. Amerikanische Sonntagsruhe. Die Frage, ob die Weltausstellung in Chicago auch des Sgnntags offen bleiben oder geschlossen werden soll, ist immer noch nicht endgiltig entschieden. Der Kampf der Meinungen wogt hin und her. In Chicago selbst ist schon durch das starke deutsche Element der Bevölkerung bis jetzt eine tolerante Praxis geübt worden und man neigt dort mehr zur Entscheidung für das Offenbleiben. Eine Notiz, daß der Congretz das Offenhalten der Ausstellung und den Verkauf von Getränken verboten haben soll, beruht nicht aus Wahrheit, den" man hat sich bei einer Besprechung der Sache schließlich damit begnügt, eine allgemeine Bestimmung nicht zu erlaffen. Einer kürzlich ergangenen Bitte, daß man sich -auch europäischerseits zu dieser Frage äußern möge, könnte nur in dem Sinne entsprochen werden, daß man hier allgemein dem Offenhalten zustimmt. Die entscheidenden Fac- toren sollten doch bedenken, daß Hunderttausende von Arbeitern nur des Sonntags Zeit haben, die Ausstellung, welche doch im letzten Grunde den Zweck hat, Anschauung und Wissen durch Vergleich auf allen Gebieten menschlicher Thätig- keit zu erweitern, zu besuchen. Sicher aber kann der Umstand, daß durch die Sonntagsruhe 26 Ausstellungstage verloren gehen, nicht ohne Belang sein, denn die Gesammtfrist von 180 Tagen sinkt damit auf 154 herab.
— Gute Kartoffeln. Wie Landwirthe mittheilen, hat es fcit^Jahren keine so guten Kartoffeln gegeben, wie in diesem Jahre. Die Knollen der Frühkartoffeln sind sehr reich besetzt, und man findet bei dem schönen Wetter beim Aushacken der Kartoffeln fast nie eine schwarze, so daß auf eine gute Kartoffelernte zu hoffen ist. Die Kartoffeln kochen sich auch schon sehr mehlreich, was im vorigen Jahre um .tiefe Zeit nicht der Fall war.
A. Eberstadt bei Lich, 2. August. Am Sonntag den 7. August (nicht am 2. August, wie uns vor einigen Tagen gemeldet wurde) wird hier das 200jährige Jubiläum der Kirche, verbunden mit der Einweihung des neuen Friedhofs, gefeiert.
X Elpenrod, 2. August. Ein hiesiger, lediger, in den vierziger Jahren stehender Mann erhängte sich in seiner Scheune. Als man ihn abschnitt, gab er noch ein schwaches ^Lebenszeichen von sich, konnte aber doch nicht mehr in das Leben zurückgerufen werden. Der Verstorbene stand in guten Vermögensverhältnissen und hat die That in einem Anfall geistiger Störung ausgeführt.
§ Stumpertenrod (Vogelsberg), 2. August. Daß das vorgestrige Gewitter so verderblich für unseren Ort ward, lag wohl zumeist an dem ruhigen Beharren des Gewölkes über unserer Gemarkung und speciell dem Dorfe. Die Wolken zogen nicht weiter, das Gewitter stand, bis es fein Verderben herabgeschleudert. Nachdem der erste Blitzstrahl gezündet, entstand durch die große Scheune mit ihrem Heu- und auch schon Getreidevorrath ein sehr starkes Feuer. Erwärmte, verdünnte Luft steigt in die Höhe und verursacht einen Zug, welcher bekanntlich einen guten Leitungsweg für den Blitz bildet. Aus diesem Grunde sind ja die Schornsteine blitzgefährlich, und vorsichtige Hausfrauen löschen aus gleichem Grunde beim Herannahen eines schweren Gewitters das Feuer in der Küche aus. Daß es hier drei bis vier Mal während des einen Gewitters einschlug, mag also seine Erklärung in den genannten Ursachen finden. —- In der .Gemarkung Feldkrücken ging an demselben Nachmittage ein
schwerer Wolkenbruch nieder und richtete namhaften Schaden durch Fortschwemmen und Aufreißen des Ackerbodens an abschüssigen Stellen an. Die herabstürzenden Wassermassen waren so gewaltig, daß das Wasser in den Thälern noch stundenweit — wie bei Bobenhausen — meterhoch herangewälzt kam. Auch mehrfache Blitzschläge in Bäume an den Straßen und in den Wäldern sind bemerkt worden. In der Samstagnacht waren die electrischen Entladungen so stark, daß sich die Blitze, meist von intensiver Lichtkraft, nur so aneinanderreihten, gefolgt von gewaltigen Donnerschlägen. Die Gewitter, die in der Samstagnacht, wie am Sonntagnachmittag, kamen von Westen herangezogen, theilten sich und zogen zur Hälfte in südlichem Bogen, zur Hälfte in nördlichem Bogen, vereinigten sich dann int Osten und entluden hier ihre ganze verheerende Wirkung. Gemarkungen, welche im Centrum dieser Wolkentheilung lagen, wie Ruppertenrod, Ober-Ohmen, Wettsaasen u. A. blieben von diesen Gewittern vollständig verschont, bekamen nicht einmal Regen, sondern nur leichtes Rieseln von dünnen Tropfen. — Zu unserem gestrigen Bericht haben wir zu bemerken, daß ein Blitzschlag nicht in Kirtorf, sondern in dem in seiner Nähe gelegenen Ort Ohmes stattgefunden hat.
Lindheim, 1. August. Eine Schülerin der hiesigen Haushaltungsschule, welche sich offenbar während der Ferien auswärts angesteckt hatte, erkrankte an Unterleibstyphus und gab hierdurch Veranlassung zu vier weiteren Erkrankungen. Der Character der einzelnen Krankheitsfälle ist vorerst nicht besorgnißerregend, doch war es zweckmäßig, die Schule während der Dauer der Erkrankungen zu schließen. Eine Untersuchung der örtlichen Verhältnisse der Anstalt, besonders des Trinkwassers, ließen diese als durchaus günstig erscheinen, auch ist im ganzen Kreis Büdingen kein Typhusfall bekannt und muß somit die Entstehung dieser Hausepidemie einzig durch Einschleppung von Außen erachtet werden.
Nidda, 1. August. Im Jahre 1863 wurde der Fuhrmann Adam Möller aus Eichelsachsen von Joh. Herchenröder von Storndors ermordet und beraubt. Die Hinterbliebenen lassen demselben nun heute an der Stelle, wo er ermordet wurde (an der Chaussee zwischen Salzhausen und dem Häuser- ] loch, etwa in der Mitte, von Salzhausen aus begangen rechts der Chaussee) einen Denkstein errichten, der folgende Inschrift trägt: „f Hier wurde Adam Möller von Eichelsachsen, Kreis Schotten, am 1. April 1863, zwischen 5—6 Uhr Nachmittags, von Joh. Herchenröder von Storndors meuchelmörderisch erschlagen und seiner Baarschaft beraubt. Adam Möller war 65 Jahre alt und ist 52 Jahre lang unermüdlich nach Frankfurt a. M. gefahren Gewidmet von seinen Angehörigen." Der Denkstein ist in Obeliskensorm von Herrn Fr. Hewel (Grabsteingeschäft in Gießen und Nidda) aus feinem Buntstein gefertigt.
H. Friedberg, 2. August. Nach einer Bekanntmachung des Kreisamtes zu Friedberg hat die zum Zwecke gemeinsamen Bezuges von Saatgut im vorigen Jahre zusammengesetzte Commission beschlossen, die Lieferung des betreffenden Saatgutes zu beanstanden. Es ist nämlich statt Sheriff square head ein Gemenge von drei Sorten geliefert worden, worunter nur ein geringer Bruchtheil der bezeichneten Sorte. Um nun die Rechte der Besteller für alle Fälle zu wahren und auch nachträglich noch rechtskräftigen Beweis führen zu können, werden die Landwirthe, die am Bezug von Saatweizen betheiligt waren, aufgefordert, Ortscommissionen zu ernennen und kurz vor der Ernte ortsgerichtlich von der Frucht eines jeden Bestellers einen Quadratmeter in Anwesenheit des Ortsgerichts schneiden und unter Verschluß desselben nehmen zu lassen. Das Resultat der Untersuchung wird noch bekannt gegeben.
Friedberg, 1. August. Von einer blutigen That wird der „Darmst. Ztg." berichtet: Die Cousine zweier ostpreußischer Arbeiter, Brüder, war mit einem Dienstknecht aus Ossenheim heute Nacht hier aus dem Tanzboden. Bei der Heimkehr heute Morgen gegen 2 Uhr wurde der Knecht in Gegenwart des Mädchens von den Brüdern, die gegen das Verhältniß waren, überfallen und mit Messerstichen aus dem Platze getöbtet; ein Messerstich drang in das Herz. Die Thäter wurden von beurlaubten Soldaten, die zufällig in die Nähe des Streitplatzes kamen, festgenommen und in das hiesige Haftlocal verbracht.
Darmstadt, 28. Juli. Die hervorragendsten hiesigen Industriellen haben an die Bürgermeisterei eine Eingabe gerichtet, worin sie um Abschaffung des Octrois auf Steinkohlen und Coakes, welche zu gewerblichen Zwecken Verwendung finden, petitioniren. Sie machen geltend, daß Darmstadt für die Industrie inmitten der Nachbarstädte ungünstig gelegen sei, daß die Industrie durch das Octroi (es handele sich um ein Drittel des Bedarfes der ganzen Stadt) stark belastet und dadurch die Concurrenz- sähigkeit der hiesigen Industriellen sehr beeinträchtigt sei.
Darmstadt, 1. August. Das Preisgericht für den Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen zum Bau des Groß- herzoglichen Museums in Darmstadt hat sich nach Prüfung der zehn eingelausenen Arbeiten dahin entschieden, daß ein erster Preis von 6000 Mk. zu gleichen Theilen den Verfassern von Nr. 11 und Nr. 15, nämlich der Firma Schmieden u. Speer (Berlin) und dem Architecten Meckel- mann (Stuttgart) zu gewähren, und der auf 2000 Mk. bemessene zweite Preis der Firma Schulz u. Schlichting, W. Möller (Berlin) zu verleihen sei. Das Preisgericht empfahl, unter den genannten Verfassern und dem des Entwurfs Nr. 7, Architect Opsermann (Mainz) noch einen engeren Wettbewerb zu eröffnen. (D. Z.)
Zellhaufen bei Seligenstadt, 1. August. Beim Aehren- lesen sand dieser Tage ein hiesiger Schulknabe eine sogen. Glücksähre mit einer Hauptähre und acht sich um diese gruppirenden Nebenähren. Das seltsame Naturgebilde findet allgemeine Bewunderung.
vermischtes.
* Frankfurt a. M., 2. August. Der erste Verhandlungs- tag im Prozeß Jäger hat wenig Neues zu Tage gefördert. Jäger ist vollkommen geständig und stellt sein Ver- hältniß zum Eierhändler Hensel als die Ursache seines Unglücks hin. Hensel leugnet alles, auch daß er den Paß besorgt habe, während Müngersdorf behauptet, seinen Paß Hensel gegen 1000 Mk. Vergütung gegeben zu haben, welcher an- gab, denselben einem feinen Herrn zu einem galanten Abenteuer überlassen zu wollen. Neu ist die Aussage der Frau yägerz daß sie die bis jetzt unausgesundenen 20,000 Mk. verbrannt habe. Die Aussage der Frau Gerloff, welche ebenfalls eine große Summe vernichtet haben will, findet wenig Glauben. Morgen beginnt das Verhör der v^rgeladenen 31 Zeugen.
* Vom Rhein, 1. August. Der Kirschenversandt am Mittelrhein kann als beendet angesehen werden. Die Ernte-var durchweg eine reiche. Nach den Zusammenstellungen, die unter Zugrundelegung der Wiegeregister der fast in allen Ortschaften vorhandenen Obstwaagen geführt werden, famr angenommen werden, daß einzelnen Ortschaften Erlöse von 50 000 bis 80 000 Mk. zufloffen. Aus dem Obstmarkte m Coblenz wurden für eine halbe Million Mark Kirschen um- gesetzt.
* Berlin, 2. August. Der Dynamitschuppen ber Pulverfabrik in Hoherlehme bei Königswusterhausen ist heute Vormittag in bie Luft geflogen. Drei Arbeiter würben getöbtet.
* Meiningen, 31. Juli. In bem meiningenschen Orte Melchersberg kamen in ber Nacht zum Freitag bei einer Feuersbrunst, welche bie Gehöfte von Büttners Wittwc unb Louis Wenbel zum Theil einäscherte, brei Personen in den Flammen um. Die Wittwe Büttner unb zwei Kinber im Alter von elf unb acht Jahren konnten wegen der Lage ihres Schlafzimmers nicht gerettet werben.
* Mannheim, 1. August. Ein schweres, mit starkem Hagelschlag verbunbenes einstünbiges Gewitter har großen Schaben an Garten- unb Felbgewächsen verursacht.
* Wien, 1. August. Im Hause Währing, Herrengass^ Nr. 80, wo sich gegenwärtig eine Bienen-Ansstellung befindet, kam Samstag Nacht ans unbekannte Weise Feuer zum Ausbruch. Es würbe nach 11 Uhr gemelbet unb die sret- willigen Feuerwehren kamen rasch unb bämpsten bie Flammen balb, boch gingen ber Dachstuhl unb bie Ausstellung zum Theil zu Grunbe. Der Schaben beträgt mehr als 3000 fl. Nach bem „Extrablatt" sinb nahezu brei Millionen Bienen verbrannt.
* Rouev, 2. August. Achtunbzwanzig jugendliche Gefangene revoltirten im Gefängnisse unb erstachen beir Oberaufseher, zertrümmerten alles unb versuchten die Umfassungsmauer zu durchbrechen. Bei Eintreffen einer Compagnie Infanterie verbarrikadirten sie sich in den Werkstätten und versuchten Feuer anzulegen, schließlich wurden sie überwältigt und in die Jsolirzellen gesperrt.
* Die gehorsame Tochter. Der strenge Gehorsam seiner vierjährigen Tochter hat jüngst einen Familienvater in Berlitt in unangenehme Lage gebracht. Die Mutter war ausgegangen unb ber Vater hatte einen Bries aus bie Post zu bringen. „Lieschen," wanbte er sich an seine Aelteste, „daß Du mir keinen Menschen hereinläßt. Unb wenn noch so sehr geklingelt wirb, Du barfst bie Thiire nicht ausmachen." — „Wenn aber ber Onkel kommt?" — „Du kannst boch nicht wissen, ob ber Onkel braußen steht, ba Du ihn nicht siehst." — „Wenn er -aber sagt, baß er ber Onkel ist?" — „Das kann Jeber sagen. Kurz unb gut, Du machst also keinem Menschen die Thüre aus. Ich habe ben Drücker bei mir unb kann selbst öffnen." — Der Vater besorgte seinen Bries unb kam schon nach einigen Minuten zurück. Als er aber « bie Thür offenen wollte, bemerkte er, baß er statt beß- Drückers ben Hausschlüssel eingesteckt hatte. Er klingelte und hörte balb bie Schritte ber Kleinen. „Lieschen," rief er, „mache auf, ich bin es, Dein Papa." — „Das kann Jeder sagen," rief Lieschen zurück, „ich mache nicht auf, Papa hat * es streng verboten." — „Aber ich bin ja Dein Papa." — „Das kann Jeder sagen," wiederholte die Kleine hartnäckig. Und dabei blieb es. Papa mußte, um in seine Wohnung zu gelangen, von einem Schlosser die Thür öffnen lassen und dem braven Lieschen für seine Folgsamkeit noch obendrein, eine Düte Bonbons schenken.
* Bern, 31. Juli. Vom 25. bis 27. August findet hier der zweite internationale Buchdruckercongreß: . statt. Das Hauptgeschäft desselben wird die Berathung des \ neuen Statutenentwurfes bilden, sodann Beschlußfassung über i die Gründung eines internationalen Buchdruckerverdatides und I ( Bericht über die Regulirung des Viatikums vom internationalen 3 Standpunkte aus und Regulirung des Lehrlingswesens.
* Gestohlene Hochzeitsgeschenke. Der größte Tbeil ber t kostbaren Geschenke, bie bie Tochter bes Führers ber spani- chen Liberalen, bes Herrn Sagasta, anläßlich ihrer Vermäh- ^ ungsseier erhalten hatte, ist gestohlen worden. Die Ge-D chenke, die öffentlich ausgestellt waren und unter denen sich * ein von der Königin-Regentin geschenkter Türkisenscbmuck be- and, repräsentirten einen Werth von mehr als 200,000 Mk. Auf die Ergreifung des Diebes hat Herr Sagasta eine Bt> lohnung von 10,000 Pesetas (16,000 Mk.) ausgesetzt.
* Standhaft. „Es ist also Ihr Ernst, Sie wollen beir zweiundsiebzigjährigen Alten heirathen?" — „Mein Gott,, die Eltern drängen und er ist so reich." — „So, so, nun dann — halte ich mich für später empfohlen!"
* Folgenden actuellen Scherz bringen die „Fliegenden- Blätter": „Donnerwetter, wenn nun Sonntags die Ge- j chäfte geschlossen sind, wo soll ich denn meine Hafew d) i e 6 e n ?" i
5
<
ilrthxrfttät». 21<xd?rid?*en.
Breslau, 2. August. Bei der gestrigen Rectoratswahl wurde der Geheime Medicinalrath Professor Dr. Ponfick zum Rector magnificus der Universität gewählt.


