verlangt wird. Auch das Ausland wird sich an dem gemeinnützigen erziehlichen Werke beteiligen; aus Wien und Kopenhagen sind bereits Sendungen eingetroffen, weitere stehen noch zu erwarten. Ein ausführlicher Catalog mit genauer Angabe aller ausgestellten Objecte, ihrer Hersteller re., der selbstverständlich eine erläuternde Einleitung enthalten wird, wird den Congreb'Theilnehmern, sowie den Besuchern der Ausstellung ein willkommener Führer sein und kann gleichzeitig als werthvoller Beitrag zur Statistik aller einschlägigen Bestrebungen betrachtet werden.
— Hinsichtlich des Geschäftsbetriebs der Coasumvereine an Sonn- und Festtagen wird der „K. Ztg." aus dem Groß- herzogthum Hessen geschrieben: Der § 41a der Gewerbeordnung nach der Fassung des Gesetzes vom 1. Juni 1891, welcher den Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen an Sonn- undFestragen beschränkt, erhält weitergehende landesgesetzliche Beschränkungen ausrecht. Solche Beschränkungen enthält der Artikel 227 Absatz 2 des hessischen Polizeistrasgesetzes, und zwar in einer Weise, daß solche mit den reichögesetzlichen Bestimmungen practisch nicht vereinbar sind. Es ist für weitere Kreise von Jntereffe, wie ein den Ständen zugegangener Gesetzentwurf die Angelegenheit jetzt zu regeln beabsichtigt, zumal die angeblich privilegirte Stellung der Consumvereine dadurch mit getroffen wird. Der Gesetzentwurf bestimmt im Wesentlichen: Das Hausiren mit Waaren oder Vieh, sowie das öffentliche Feilhalten derselben auf Straßen und Plätzen ist an Sonn- und Festtagen gänzlich untersagt. Das Aushängen und Ausstellen von Waaren seitens der Kauf-, Handels- und sonstigen Gewerbsleute ist an Sonn- und Festtagen gleichfalls untersagt, ausgenommen jedoch diejenigen Stunden, während welcher nach der Gewerbeordnung in offenen Verkaufsstellen ein Gewerbebetrieb stattfinden darf. Den Bäckern, Metzgern und anderen unter § 105e des Gesetzes vom 1. Juni 1891 fallenden Gewerbetreibenden ist der Verkauf ihrer Waaren an Sonn- und Festtagen auch zu den Stunden gestattet, für welche das Kreisamt nach Maßgabe des § 105e den Verkauf zulasien wird. Das öffentliche Feildieten von Lebensmitteln innerhalb der Ortschaften und deren nächsten Umgebung an Sonn- und Festtagen ist während des öffentlichen Gottesdienstes untersagt- auf das Feilbieten von Lebensrnitteln auf den Eisenbahnstationen erstreckt sich dieses Verbot nicht. Insoweit nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung an Sonn- und Festtagen in offenen Verkaufsstellen ein Gewerbebetrieb nicht stattfinden darf, ist auch den Consumvereinen jeder Absatz von Waaren, selbst an ihre Mitglieder, untersagt.
— Prozeßkofteu bei Rücknahme der Klage. Es hat wohl Mancher eine Klage zurückgenommcn, ohne der Kosten Erwähnung zu thun, indem er es als selbstverständlich hielt, daß der Beklagte, der seine Schuld durch Zahlung anerkannte, nun auch die Kosten trägt und ist verwundert gewesen, daß er selbst die Kosten tragen mußte. Schon dadurch, daß man dem Schuldner gegenüber erklärt, die Klage zurücknehmen zu wollen, ohne die Kosten zu erwähnen, ist letzterer von Tragung der Kosten entbunden.
— Vorsicht beim Abschlüßen von Reisekörbev. Bei Beginn der Reisezeit sei im Interesse des Publikums darauf hingewiesen, daß die ersahrungsmäßig am meisten beliebte Berschlußvorrichtung der sog. Reisekörbe keinen genügenden Schutz gegen Diebstähle bietet. Die in den meisten Fällen | angewendete Verschlußvorrichtung gestattet nämlich ohne Mühe und Zeitaufwand das Hochbiegen der Deckel, auch wenn die Verschlußösen durch Vorlegeschlöffer ?c. genügend gesichert erscheinen. Diesem Mangel läßt sich abhelfen durch kreuzweise feste Umschnürung, die übrigens nur geringe Kosten verursacht.
R. Wieseck, 3. Juni. Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr brach hier in der Hosraithe des Carl Rau auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus. Die Hosraithe wurde in kurzer Zeit eingeäschert. Ebenso brannte das angrenzende Wohnhaus des Jacob Oswald total nieder. Eine in dem Stalle des Rau befindliche Kuh konnte nur mit großer Mühe gerettet werden, wogegen ein Schwein in den Flammen umkam.
Butzbach, 2. Juni. Bei dem am Sonntag in Kassel stattgehabten Rennen des Hess. Reiterv er eins errang Lieutenant Suermondt vom hiesigen 2. Großh. Drag.- Regiment Rr. 24 im Jagd-Rennen mit seinem schwarz- braunen Wallach „Redowa" den Ehrenpreis des Kaisers, bestehend in einer silbernen, mit Gold verzierten Kaiserbüste in Husarenuniform auf granitenem Sockel, modellirt von Prof. Lind in Berlin.
Friedberg, 31. Mai. Oberlehrer Dörr ist heute in Michelstadt verstorben. Schon seit einiger Zeit so leidend, daß seine Stelle von dem ältesten Lehrer einstweilen versehen werden mußte, suchte er Genesung ober doch wenigstens Erholung in der Kaltwasseranstalt in Michelstadt, dort trat heute Mittag der Tod plötzlich ein. Beinahe 40 Jahre wirkte er als Lehrer hier mit großem Erfolge, von seinen Schülern geliebt, von seinen Mitbürgern und Collegen geehrt und geachtet.
Vom Main, 1. Juni. In einem Wirthshause einer kleinen Gemeinde unserer Gegend bestritt vor einiger Zeit ein Ortsbürger die Polizeigewalt des Bürgermeisters. Der anwesende Dorsregent appellirte indessen an die bessere Einsicht seines gerade herzugekommenen Polizeidieners und rief denselben zur Bekräftigung seiner Amts- Vollkommenheit als Zeugen an. Der Ortsdiener warf sich im Vollbewußtsein seiner Würde in die Brust und entschied mit Pathos: „DaS ist mir ja lächerlich; wenn i ch gerade nicht da bin, dann ist der Bürgermeister so gut Polizeibeamter wie ich!"
Mainz, 1. Juni. Die Strafkammer verhandelte gegen ein entmenschtes Ehepaar, den Tagelöhner Jak. Weber aus Kempten und dessen Ehefrau, angeklagt ihr 4 Monate altes Kind fortgesetzt in einer das Leben und die Gesundheit sehr gefährdenden Weise mißhandelt zu haben. Erst im Januar v. I. heiratheten die Leute, im Nov. gebar die Frau
ein Kind, welches schon nach 4 Monaten starb. Aus Veranlassung der Nachbarn begab sich der Bürgermeister selbst in das SterbehauS; der Anblick der kleinen Leiche veranlaßte ihn, dem Amtsgericht Anzeige zu machen. Das Gericht fand ein mit Haut überzogenes Skelett vor, nicht eine Spur von Fleisch an dem Körper, der Schädel mit Schorf, mehrere Stellen des Leibes mit Koth und Wunden bedeckt, von letzteren zwei am unteren Ende des Oberschenkels, Löcher, welche von Brand herrührten. Die inneren Organe waren kerngesund, aber die Verdauungsorgane waren vollständig leer, die Eingeweide lagen dicht auseinander, wie ein Bandwurm, das Kind war vollständig verhungert. Die Angeklagten sind jung und kräftig, aber arbeitsscheu. Dem Kleinen wurden bet seiner Geburt statt eines Willkommens Flüche beider Eltern zu theil, täglich wünschten sie den Tod des Kindes herbei, häufig hörten die Nachbarn, wie das SHnb geschlagen wurde, so auch am Weihnachtsabend. Die Nachbarn gaben den Eltern Milch für das Kind, aber das Kind erhielt den kleinsten Theil, Vater und Mutter verbrauchten sie für sich. Eines Abends soll der Vater daS Kind über eine brennende Erdöllampe gehalten haben, wodurch die beiden Brandwunden entstanden sind, die man bei der Obduetion entdeckte. Schuldig befunden, wurde der Mann zu 15 Monaten, die Frau zu 18 Monaten Gesängniß verurtheilt.
Bornheim (in Rheinheffen), 31. Mai. Der Gastwirth H. von hier begab sich nach Alzey, um mit seinem Fuhrwerk Bier zu holen. Er nahm sein etwa 13 Jahre alteß Söhnchen mit. Aus dem Heimwege, nahe der Bahn, scheute das Pserd, ging durch und ein Bierfäßchen fiel dem Knaben ins Genick, so daß derselbe sofort tobt war.
Vermischtes
* Frankfurt a. M., 2. Juni. In der Wohnung der verhafteten Gattin Jägers sand man außer einer Caffette mit Banknoten ein Geschäftsbuch, in dem Jäger seine Privatgeschäfte gebucht hatte, z. B. Hypotheken, Darlehen rc. Man schließt aus diesem Funde aus eine Mitschuld der Frau Jäger. Auch die Schwiegereltern Jägers, die ClemenS'schen Eheleute, in der Arndtstraße 87 wohnhaft, wurden nach einer Meldung des „Gen.-Anz." verhaftet.
♦ Mannheim, 2. Juni. Der bei dem Dorfe Kleinkarlbach (Rheinpfalz) vorgestern Abend niedergegangene Wolkenbruch hat, wie sich herausstellt, bedeutenden Schaden angerichtet. Mehrere Häuser sind eingestürzt. Die Steingutfabrik von Jacobi, Adler L Co. ist zur Hälfte zerstört; daß Wasser drang bis in das zweite Stockwerk- die Fabrik hat den Betrieb dinstellen müffen, wodurch 300 Arbeiter beschäftigungslos geworden sind. Zwischen Kirchheim (Pfalz) und Leiningen hat das Wasser sämmtliche Verbindungsbrücken weggerissen. Das ganze Leininger Thal hat durch die Wassermassen schwer gelitten.
* Paris, 3. Juni. Bei einer Generalprobe in der Opera comique wurde eine unbekannte junge Sängerin, die Nichte eines Schankwirths aus der Umgegend von Paris entdeckt. Dieselbe verspricht, ein Stern erster Größe zu werden.
* Duudee, 3. Juni. Im Hafen richtete ein Feuer ungeheure Zerstörungen in Hanf und Flachs an.
* Newyork, 3. Juni. Der durch die Fluth en zwischen Kansas und New-Orleans angerichtete Schaden wird auf 50000 000 Dollars geschätzt.
* Ein sonderbarer Aberglaube kam kürzlich auf einem Standesamte in Lithaueu bei Gelegenheit einer beabsichtigten Eheschließung zum Vorschein. Auf dem Standesamt erschienen nämlich außer dem Brautpaar und den Zeugen noch mehrere alte Frauen. Diese baten den Standesbeamten, vor dem Trauact noch ein geistliches Lied, wozu die Gesangbücher schon mitgebracht waren, fingen zu dürfen, was ihnen auch gewährt wurde. Die älteste Frau that nun ihr Buch auf und stimmte aus voller Kehle an: „Nun laßt uns den Leib begraben." Als der Standesbeamte seine Verwunderung über die Wahl des Liedes aussprach, sagte man ihm, daß man das erste Lied, das man beim Oeffnen des Gesangbuches finde, nehmen müsse, denn aus diesem Liede sei das künftige Schicksal der Vermählten zu ersehen. In diesem Falle sollte eines der Verlobten den baldigen Tod vor Augen haben, weshalb man ungetraut wieder den Heimweg antrat und die Verlobung unverzüglich löste.
♦ Zu der vielumstrittenen Frage, welcher Art der Straßenpflasterung in Großstädten der Vorzug gebühre, liefert eine Debatte, die dieser Tage in der Londoner Gesellschaft für Verhütung von Unfällen beim Pserdebetrieb geführt wurde, einige Beiträge. Die Versammlung protestirte gegen den Beschluß eines städtischen Ausschusses, mehrere Citysttaßen aufs Neue mit Asphalt anstatt mit Holz zu pflastern. Der Vorsitzende, Mr. Banbury, behauptete aus Grund einer in mehr als 20 Jahren „erfahrenen" Erfahrung, daß Asphalt die schlechteste unter den möglichen PflasterungSarten sei. Nach einer Statistik sprachen sich von einer Anzahl befragter Sachverständiger 1045 Stimmen dahin aus, Asphalt sei das schlechteste Pflasterungsmittel, 13 behaupteten ein Gleiches von Granit, 122 von Holz und eine Stimme von Makadam. Dagegen bezeichneten als das beste Material: 750 Holzpflaster, 219 Makadam, 197 Granit und 51 Asphalt. Nach weiteren Erörterungen gegen das Asphaltpflaster, an denen sich u. a. auch die Baroneß Burdett-Contts, als Vorsitzende des Frauenvereins zum Schutze der Thiere, beteiligte, faßte die Versammlung einen Protestbeschluß gegen die obenerwähnte Entscheidung des städtischen Ausschusses.
♦ Die Eisenbahnen der Erde hatten nach einer Zusammenstellung im amtlichen „Archiv für Eisenbahnwesen" im Jahre 1890 eine Länge von 617,285 Kilometer, nahezu das 15^2fache der Länge des Aequators und das l2/3fad)e der mittleren Entfernung des Mondes. Davon kommt mehr als die Hälfte oder 54 pCt. mit 331,417 Kilometer auf Amerika, 36 pCt. oder 223,869 Kilom. aus Europa, während
auf Asien 5J/2 pCt. oder 33,724 Kilom., auf Australiens 3 pCt. ober 18,889 Kilom. und aus Afrika l1/2 M. ober j 9386 Kilom. kommen. In Europa hat von allen Staaten baß ] Deutsche Reich biegrößte Bahnlänge m. 42,869Kilom., ihm folgen ■ Frankreich mit 38,895, Großbritannien unb Irland mit 32,297 , Rußland mit 30,957 , Oesterreich - Ungarn mit 27,113 Kilometer.
♦ Wa8 sollen unsere Töchter können? Ein amerikanisches j Blatt beantwortet diese Frage folgendermaßen: Gebt ihnen | eine ordentliche Schulbildung. Lehrt sie ein nahrhaftes Essen kochen. Lehrt sie waschen, bügeln, Strümpfe stopfen, Knöpfe annähen, ihre eigenen Kleider machen und ein ordentliches Hemd. Lehrt sie Brod backen und daß eine gute Küche viel an der Apotheke spart. Lehrt sie, daß ein Dollar 100 Cents werth ist und daß nur Derjenige spart, der weniger ausgibt als er einnimmt, und daß alle, welche mehr ausgeben, verarmen müssen. Lehrt sie, daß ein bezahltes Kattunkleid besser kleidet, als ein seidenes, wenn man Schulden hat. Lehrt sie, daß ein rundes, volles Gesicht mehr werth ist als fünfzig schwinbsüchtige Schönheiten. Lehrt sie gute, starke Schuhe tragen. Lehrt sie Einkäufe machen unb nachrechnen, ob bie Rechnung auch stimmt. Lehrt sie, daß sie Gottes Ebenbilb mit starkem Schnüren nur oerberben können. Lehrt sie Selbstvertrauen, Selbsthilfe unb Arbeitsamkeit. Lehrt sie, daß ein rechtschaffener Hanbwerker in Hembärmel und mit ber Schürze, auch ohne einen Cent Vermögen, mehr werth ist als ein Dutzenb reichgekleideter unb vornehmer Tagediebe. Lehrt sie Gartenarbeit und die Freuden der freien Natur. Lehrt sie, wenn Ihr Geld dazu habt, auch Musik, Malerei und Künste, bedenkt aber immer, daß es Nebensachen sind. Lehrt sie, daß Spaziergänge besser sind als Spazierfahrten unb baß bie roilben Blumen gar schön finb für Diejenigen^ die sie betrachten. Lehrt sie bloßen Schein verachten und daß, wenn man ja ober nein sagt, man es auch wirklich so meinen soll. Lehrt sie, baß bas Glück in ber Ehe Weber tioir bem äußeren Aufwande, noch von dem Gelbe bes Mannes abhängt, fonbern allein von feinem Charaeter. Habt Ihr ihnen bas alles beigebracht unb sie haben es verstanden, dann laßt sie, wenn bie Zeit gekommen ist, getrost heirathen, sie werben ihren Weg schon babei finden.
Landwirtschaftliche Winke und Rathfchläge.
A «ns Cbetlieffett, Ansang Juni 1892.
— »«der Gründüngung und Gründüngungspfta«,-«. Wir haben schon wiederholt darauf hingewtesen, daß der Stall- dünger alle!« nicht mehr hinreicht, «« vollkommen ge. nügende Grnte« hervor-udringen. Unsere Landwirthe aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts sperren bei solchen Bemerkungen gewöhnlich den Mund etwas auf, kratzen sich bin er den Ohren und machen ungläubige Gesichter dazu. „Allemal! ritt « Nachbar Müller, „mein Vater und Großvater haben mit Stallmist I gedüngt, jeder hat ordentliche Ernten gemacht uud j tzt soll es auf ■ einmal nicht mehr gehen. Es ist ja wahr, daß die Bauern, welche ■ künstlichen Dünger verwenden, tiefer pflügen und „nach dem neuen» Method" schaffen, mehr davon bringen, als wir Alten. Woher» kommt aber daS? Menschen und Vieh machen doch grab noch» so auf dieser buckeligen Welt herum, wie vor hundert und tausend ■ Jahr; warum wird daS jetzt auf einmal anders und warum geschah e- nicht^ftü^r? Don ^her in Bewegung gewesen, lieber Nachbar" war die Antwort; das eine Mal ist die Bewegung nur ganz langsam und gemächlich gegangen, so daß man fie faum merkte. Das andere Mal aber machte die Bewegung einen mächtigen Sprung, r B. zur Qeit der Erfindung der Buchdruckerkanst, zur Entdeckung von Amerika und bis zur Reformation. Oder die Zeit der französischen Revolution,, ober in unserer Zeit vom Jahre 1870, bis sich die Epoche voll- ständig entwickelt hat und alle Erfindungen hinsichtlich der Electro- technik, der Luftschifffahrt einen gewissen Abschluß gefunden haben Wer da nicht mitthut, der wird übern Haufen gerannt und gebt elend zu Grunde. Wir befinden uns in einem vollständigen Revolutionszeitalter. Ueberall wogt es durcheinander, in der Gesellschaft in der Jurisprudenz, in der Politik, in den Glaubens' und Sittenverhältnissen, in Chemie und Naturwissenschaft, in der Lan! -! wirthschaft, in der Schauspielkunst u. s. w. Hoffentlich verläuft dieses Zeitalter unblutig, geschieht eS nicht, so folgt ein.Greuel der Verwüstung, gegen den der Communeaufstand anno 1871 in Pari- ein Kartoff^ohfttlnchen^E Jahren, trotz riesiger Am-
SKS "Z“ SÄÄ zahl gegen früher ernähren. DaS kann er doch nur, wenn er M Doppelte zugesteckt erhält. Es geschieht aber nicht. Früher, bet. unseren Vätern und Großvätern blieb daS Meiste auf dem Sdoben^ welcher den Ertrag geliefert batte. Jetzt wird alles fortgttchaff - Frucht, Kraut, Rüben, Obst, Gcrnüse Wo soll?nun der Boden d e Kraft hernehmen, wenn ihm alles entführt wird? — Ihr habt Rechts antroortete Müller; erklärt mir die Sach noch etwa« mehr.
Der Boden ist gegen früher zerstückelter, eS muß ihm mehrabgezwackt werden. Wir haben höhere Steuern, höhere Lohne z | zahlen. Alles ist theurer geworden; wo will denn der Bauer das Alles hernehmen? Doch nur aus seinem Grund und Boden. Dc muß also gerade «och etaxnal so viel trage« als früher. Dee- Stallmist allein kan« das nicht bewirken, denn er enthält,wohl vieltheuren Stickstoff, aber viel zu wenig.^osvhorsaure. Wen«
also fort «nd fort mit Stallmist düngt, vamr vere chwendet Ihr den the«re« Stickstoff «nd «acht ****J*S| "ä «ms äras»w ensa e,,"ÄÄ^
eWftoffPeerfÄn wir'uVbmig durch "die Gründüngung wir Resultat kommen, Nachbar Müller,.
porauSad tzt datz wir unsntchl eigensinnig oder bocksbeinig anst-ll-r.
Mcm'al!" meint- Müller, „es ist aber doch dne gani fdm>r- nolbl-Sa ch^ wenn man auf einmal so gan, anders spulen uid> ba n n soll 'wie früher. Wenn Sie mir das so oorerklüren, »erst b .. itb PaUe8 ganz gut. Wenn aber ein Tag herum rst, dann fcab i»l d?s PhoSZHorsäure, den Kali und die Stickstoffe wieder vergesse^ und es schnurrt und gurrt mir im Kopfe herum, wie dem W. in A seine schlimm ist das doch gerade auch noch nicht," m«
man'darauf erwidern. „Ihr habt z. B. einen etwas mageren Kor acker- im Frühjahre wird Seradella eingesaet. Diese gebt bis juJ Abernten des Korns langsam voran. Ist das Korn im August wck so wächst die Seradella zu einer schönen Masse zusammen und ka» bis November untergepflügt werden. Es ist ein wahrer S a diese schone Masse, welche fast nichts als dm Säesamen kostet, bi ß Acker einfügen zu können. Die günstigen Folgen sind Sewrß. U
Will Jemand eine Probe mit Klee machen, so wird ahnl verfahren. Wir machen aber darauf aufmerksam, daß der Boo auch sicher in der Kleetracht ist, sonst taugt die Einsaat von 0 nichts. Der Bauer thut dann besser, wenn er Hülsengewachse na


