Ausgabe 
2.8.1892
 
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nunmehr auch vor den Augen unserer Mitbürger bewiesen, daß sie den Wettbewerb mit den besten unseres Vaterlandes nicht zu scheuen braucht. Die ehrenvolle Stellung, welche sie sich erworben, legt ihr die Verpflichtung aus, immer weiter zu streben auf der eingeschlagenen Bahn und die errungenen Erfolge müssen naturgemäß einen gewaltigen Ansporn für sie bilden, um die eingenommene Position in gleich ehrenvoller Weise zu behaupten. In hohem Grade wandte sich das Interesse der Zuschauer selbstverständlich den Leistungen unserer Gießener Rudergesellschaft zu, die an sieben Rennen betheiligt war und recht werthvolle Preise zu vertheidigen hatte. Letzteres ist ihr in hohem Grade gelungen und es dürfte wohl kaum je eine Regatta abgehalten worden sein, aus welcher die hiesige Rudergesellschast mit gleichem Erfolge hervorgegan­gen ist. Die Rennen am Nachmittag gestalteten sich wie folgt:

Bahnlänge 18 00 Meter.

I. Einser, Begrüßungspreis. Für Ruderer, welche noch kein offenes Rennen im Einser gewonnen haben. Ehren­preis, gestiftet von den passiven Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft. 1) Wetzlarer Ruderclub 8 Min. 2 See. 2) Rudergesellschaft Sachsenhausen 8 Min. 8% See. Sachsenhausen nahm zu Anfang die Führung, wurde aber in. Folge Versteuerung von dem Wetzlarer Ruderclub überholt und blieb mit ca. zwei Längen zweiter.

II. Vierer, Wanderpreis der Stadt Gießen, Ehren­preis, gestiftet von der Stadt Gießen, nebst fünf Ehren­zeichen. Gießen ging allein über die Bahn, da der Mainzer Ruderverein nicht am Start erschien. Zeit 7 Min. 14 Sec.

III. Dolle nzw eier für Juniors. Ehrenpreis, gestiftet vom Gießener Schützenverein, nebst drei Ehrenzeichen. 1) Ruderclub Hamm 8 Min. 25% Sec. 2) Creuznacher Ruderverein 8 Min. 53% Sec. Hamm übernahm vom Start aus die Führung und ging mit ca. fünf Längen durchs Ziel.

IV. Zweiter Vierer. Preis von Gießen. Für Ruderer, welche nicht im Rennen Nr. II. (Wanderpreis) rudern. Ehrenpreis, gestiftet von den passiven Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft, nebst fünf Ehrenzeichen. 1) Gießener Rudergesellschast 7 Min. 15% Sec. 2) Offenbacher RudergesellschaftUndine" 7 Min. 22% Sec. Ziemlich scharfes Rennen, da Gießen die Führung energisch halten mußte- es ging mit ca. zwei Längen als Sieger durchs Ziel.

IVa. Dollenzweier, frei vereinbartes Rennen zwischen Ruderverein Cassel und Rudergesellschaft Speier. Ermunterungs­preis der Gießener Rudergesellschast. 1) Rudergesell- schaft Speier 8 Min. 38% See. 2) Ruderverein Cassel 8 Min. 55 See.

V. Einser. Preis von der Lahn (frei vereinbartes Rennen zwischen den Herren H. Fillmann und E. Silbereisen von der Gießener Rudergesellschast). E. Silbereisen ging nach 8 Min. 50 See. durchs Ziel, nachdem Fillmann wegen Colltsion auf halber Strecke das Rennen aufgegeben.

VI. Vierer für Juniors. Damenpreis. Ehrenpreis, gestiftet von den Damen Gießens, nebst fünf Ehrenzeichen. Die Gießener Rudergesellschast ging, da Offenbach zurückgezogen, allein über die Bahn. Zeit 7 Min. 30 See.

VII. Einser für Juniors. Universitätspreis. Ehren­preis, gestiftet von Mitgliedern der Universität Gießen, nebst einem Ehrenzeichen. 1) Gießener Rudergesellschaft (Herr A. Oßmann) 7 Min. 35% See., 2) Wetzlarer Ruder- Club (Herr I. H. Packard) 7 Min. 55 See.- Gießen siegt mit drei klaren Längen.

VIII. Dollen-Vierer, Preis von Wetzlar (frei vereinbartes Rennen), fünf silberne Erinnerungszeichen. 1) Wetzlarer Ruder-Club 7 Min. 49 See., 2) Gießener Rudergesellschaft 7 Min. 54 See. Gießen kam gegen Wetzlar auf halber Bahn etwas auf und blieb nach schönem Rennen zweiter.

IX: Achter, Preis von Hessen. Für Ruderer, welche bis zum 16. Juli noch kein offenes Rennen um einen Herausforderungspreis oder Wanderpreis im Achter gewonnen haben. Ehrenpreis, gestiftet von Herrn Director S. Pascoe, als Repräsentant der Firma C. W. B. Fernie, nebst neun Ehrenzeichen. Dieses Rennen konnte als das interessanteste, weil schärfste, bezeichnet werden. Die auf saft drei Viertel Länge der Bahn von Offenbach behauptete Führung wurde durch kräftigen Vorstoß der Gießener Ruder-Gesell­schaft gegen Ende des Rennens übernommen, so daß sie mit einer halben Länge durchs Ziel ging. Zeit: Gießen 6 Min. 39% See., Offenbach 6 Min. 40% See.

Nach dem Rennen fand die Preisvertheilung statt. Unter lautem, allseitigemHipp, hipp, hurrah" nahmen die Sieger die werthvollen Preise entgegen, während ihnen von zarter Hand die Ehrenzeichen angelegt wurden.

Die am Abend im Garten und den Sälen des Hotel Prinz Carl" stattgefundene Veranstaltung war außerordentlich zahlreich besucht und verlief in der schönsten und harmonischsten Weise. In dem durch Lampions festlich erleuchteten Garten und bei den Klängen der hiesigen Regimentscapelle herrschte bis zu den frühen Morgenstunden ein fröhliches Treiben, an dem auch unsere Sportgäste von Nah und Fern sich be- theiligten.

40jahrige8 Stiftungsfest bei Gießener Wingolf. Das 40jährige Stiftungsfest des Gießener Wingolf verlief, von prächtigem Wetter begünstigt, in allen seinen Theilen aufs schönste. Am Dienstag Abend vereinigte die Begrüßungs­kneipe im (Safe Leib die Verbindung mit ihren im Lause des Nachmittags eingetroffenen Philistern und den Activen aus Bruderverbindungen. Zur Erhöhung der festlichen Stimmung trug besonders die Ueberreichung zweier werthvollen Geschenke bei, einer von den Frauen und Töchtern der Philister ge­stifteten Receptionsdecke sowie dreier prachtvoller, von den Damen Gießens gewidmeter und von einer künstlerisch aus­geführten Adresse begleiteter Schärpen. Am nächsten Morgen sand die herkömmliche Feier auf dem Gleiberg, dem Stiftungs­orte der Verbindung, statt, der ein gemächlicher Frühschoppen und um 2 Uhr das gemeinsame Festessen im Cafe .Leib I

folgte. Am Abend desselben Tages begann nach einem Umzuge durch die Hauptstraßen der Stadt um 8% Uhr der Commers in dem geschmackvoll ausgeschmückten Saale von Steins Garten. Die Zahl der Theilnehmer belief sich auf circa 250. Es waren erschienen etwa 120 Philister aus allen Theilen Deutschlands, ja selbst aus Spanien hatte sich einet zum Feste eingefunden, über 60 Active aus den Bruder- verbindungen von Berlin, Bonn, Erlangen, Göttingen, Greifswald, Halle, Heidelberg, Leipzig, Marburg, Straßburg und Tübingen sowie eine große Anzahl von Professoren und anderen Gästen. Auch von den sechs noch lebenden Stiftern des Gießener Wingolf waren vier während des ganzen Festes anwesend. Nach einem von dem X auf Kaiser und Groß­herzog ausgebrachten Hoch und der Begrüßung der anwesenden Gäste durch den XXX folgte die Festrede, gehalten von Phil. Rechtsanwalt Dr. Lucius- Mainz. Von den anderen Reden erwähnen wir ganz besonders noch die Sr. Magnificenz des Rectors Herrn Prof. Dr. Siebeck, der dem Gießener Wingolf wünschte, daß er sich auch fernerhin tüchtig erweisen möge, die nicht ohne Kämpfe errungene geachtete Stellung an der Hochschule und in der Stadt zu bewahren. Am dritten Festtage versammelten sich nochmals die Theilnehmer zu einem von echt studentischer Fröhlichkeit getragenen Früh­schoppen aus der Verbindungskneipe. Einen schönen Abschluß bildete das Nachmittags um 5 Uhr beginnende Gartenfest in Steins Garten, zu dem eine große Anzahl von Frauen und Töchtern von Philistern, sowie von Damen hiesiger Stadt der Einladung der Verbindung gefolgt waren. Das Concert sand um %8 Uhr sein Ende. Es schloß sich ein gemeinsames Nachtessen und hierauf ein Feuerwerk an. Letzteres sand ganz besonderen Beifall. Wir glauben, annehmen zu dürfen, daß das in allen Einzelheiten des Programms wohlgelungene Fest sämmtlichen Theilnehmern in angenehmster Erinnerung bleiben wird und schließen mit dem Wunsche: Vivat! Crescat! Floreat! der Gießener Wingolf!

Die Nr. 13 des im Auftrage des Evang. Pfarr­vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenenHessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Wider das Verzagen! 2. Die Pfarrvereinssache auf der Berliner Pastoral-Conferenz. 3. Der ev. Pfarrer und die Kunst. V. (Schluß.) 4. Kirche und Kriegerfest. 5. Mehr Corpsgeist! 6. Die Theilung der evangel. Gemeinden Worms und Gießen in Parochien oder besondere Kirchengemeinden. 7. Psarrstellenbesetzung. 8. Zu­sammenkünfte. 9. Literarische Thätigkeit. 10. Vom Bücher­tisch. 11. Anzeigen.

Verhaftet wurden gestern ein erst vor kurzer Zeit aus dem Zuchthaus gekommener junger Mensch wegen groben Unfugs und Widerstands, ein junger Kaufmannslehrling wegen eines begangenen Sittlichkeitsvergehens und ein Bauchredner wegen Ruhestörung und Unfugs.

Ernennung. Für den nach Tübingen berufenen Pro­fessor Dr. Gottschick von Gießen ist nach Mittheilung der Darmst. Ztg." Professor Dr. Stade von da für die Dauer der dermaligen Synodalperiode zum Mitglied der evange­lischen Landessynode vom Großherzog ernannt worden.

Zum Kaiser Manöver. Nach neuerer Ordre wird das Husaren-Regiment Hessen-Homburg in Cassel wegen der unter den Pferden einer Schwadron ausgebrochenen Seuche an den Cavallerie - Divisionsübungen und dem diesjährigen Kaiser­manöver in Lothringen nicht theilnehmen. An Stelle dieses Regiments ist das in Darmstadt garnisonirende Großherzogl. Hess. Dragoner-Regiment Nr. 23 zu der Theilnahme am Kaiser-Manöver beordert worden.

Vorsicht! Eine Gastwirthsfrau W. in Berlin hatte im vorigen Monat aus dem Fenster ihrer im Erd­geschoß belegenen Wohnung einen Obstrest auf die Straße geworfen. Ein auf dem Bürgersteig des Weges kommender Tischlergeselle H. war über den Obstrest ausgeglitten und halte beim Fall einen Beinbruch erlitten, so daß er Auf­nahme im städtischen Krankenhause am Friedrichshain finden mußte. Erst nach drei Wochen konnte H. entlassen werden. Nachdem durch die Polizei der Sachverhalt, wie oben an­gegeben, sestgestellt, wurde Frau W. als ermittelte Beran- lasserin des Unglücksfalles zur Zahlung der verausgabten Kurkosten u. s. w. seitens der Krankenkasse in Anspruch ge­nommen und ist auch civilgerichtlich zur Zahlung von 52 Mk. rechtskräftig verurtheilt worden- außerdem ist Frau W. durch schiedsmännischen Vergleich verpflichtet, an den verunglückten Tischler als Lohnentschädigung für vier Wochen 96 Mk. zu zahlen. Nun ist aber noch obendrein gegen die Frau W. die criminalgerichtliche Untersuchung wegen fahrlässiger Körper­verletzung eingeleitet worden.

D. GroßeuLiuden, 31. Juli. In verflossener Nacht hat über unsere Fluren eine gnädige Hand schützend gewaltet. Schwere Wetter zogen zwischen 9 und 12 Uhr über unsere Häupter, von Norden und Westen kommend, hin. Grauenhaft durchzuckten grelle Blitze das schwarze Firmament, starke Donnerschläge erfüllten die Gemüther mit Angst und Bangen. Hagelkörner schlugen wider die Scheiben und Läden. Ach die Frucht! mag wohl mancher Landmann geseufzt haben. Viele eilten deshalb am frühen Sonntagmorgen ins Feld, um sich vom Umfang des Schadens zu überzeugen. Es war alles noch gut abgelaufen. Aber auf den Feldern der benachbarten Orte Hörnsheim und Hochelheim hat das Hagelwetter empfindlichen Schaden angerichtet. Wiederum war dies Wetter ein Mahnwort an die Landwirthe:Versichert eure Feld- frückte gegen Hagelschlag!" Das Versichern ist ja gut und leicht gesagt, wird hier wohl entgegnet, aber die Prämien sind zu hoch und Abgaben haben wir so schon genug. Wäre es nicht gut, wenn der Staat die Sache, so ähnlich wie bei der Gebäudeversicherung, in die Hand nähme und gründete unter seiner Leitung ein derartiges Institut, das unsere Landwirthe vor Schaden und bitterer Noch beschützte? Bei einer weitgehenden Betheiligung, welche eine staatliche Leitung nur erzielen kann, dürsten sich wohl sehr niedrige Beiträge

erzielen lassen. Unsere staatliche Gebäudeversicherung bewährt sich zur Zufriedenheit aller Besitzer, warum sollte dies nicht auch der Fall sein bei einer staatlichen Hagelversicherung, die nach dem Grundsatz handelt: Alle für Einen und Einer für Alle!

Huugeu, 30. Juli. Am 4. August werden es fünfzig Jahre, daß Herr Salomonsohn das Amt als Religions­lehrer bei der hiesigen israelitischen Gemeinde und zugleich als Vorbeter in der Synagoge bekleidet, auch feiert an diesem Tage der immer noch rüstige alte Herr seinen achtzigsten Geburtstag.

8. Huugeu, 31. Juli. Schwere Gewitter durch­zogen in der vergangenen Nacht unsere Gegend und waren die großen Waffermaffen, welche dieselben brachten, mit Hagel vermischt, welcher, da fein Sturm war, glücklicher Weise keinen größeren Schaden anrichtete. In dem Nachbarorte Langd entzündete der Blitz die Scheuer des Landwirth Wolf, welche abbrannte. Diese Scheuer, vor wenigen Jahren neu erbaut, war durch Brandmauern abgeschlossen und blieb das Feuer dadurch auf feinen Heerd beschränkt. Der Besitzer hatte in der Scheuer außer dem Heu auch sämmtliche Gerste und auch Korn kurz vorher eingefahren, welches verbrannt ist. Sicherem Vernehmen nach ist derselbe versichert. Von dem in einem Stalle unter der Scheuer befindlichen Rindvieh ist ein Rind, jedenfalls von dem Dunste, erstickt. Die hiesige freiwillige Feuerwehr leistete Brandhülfe.

M. Herbstein, 31. Juli. Am Samstag Abend zogen mehrere heftige Gewitter über unsere Stadt, wobei der Blitz in den Thurm der katholischen Kirche einschlug, ohne jedoch zu zünden. Abgesehen von mehreren Balken, die stark be­schädigt wurden, ist sonst nichts beschädigt worden. Es ist dies schon das zweite Mal, daß der Blitz in diesen Thurm an der nämlichen Stelle eingeschlagen hat.

Darmstadt, 30. Juli. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog und Ihre Großherzogliche Hoheit Prinzessin Alix nebst Gefolge werden künftigen Montag Langen- Schwalbach verlassen und Sich nach Jagdschloß Wolfsgarten zum weiteren Aufenthalt begeben. Von Mittwoch 3. d. M. an finden Audienzen rc. im Großherzoglichen Residenzschlosse Hierselbst statt.

A Mainz. 31. Juli. Die großen Pionierübungen, welche durch die Pionierbataillone Nr. 10, 11 und 15, das Sächsische Pionier-Bataillon Nr. 12 und das Württembergische Pionierbataillon Nr. 13 im Lause des nächsten Monats hier abgehalten werden, haben gestern mit einem Versuchs­angriff auf das Fort Bichler ihren Anfang genommen. Heute sand vor dem Jnspecteur der 2. Pionier-Jnspection General­major von Wüttenburg aus dem Schloßplatze hier durch die fünf Bataillone eine große Parade statt und morgen bis zum Mittwoch werden zunächst große Spengungen in den Forts Gonsenheim und Hartenberg vorgenommen. Der interessante Theil der Hebungen beginnt am 9. August und zwar mit einem Sturmangriff auf die hiesige Festung, bei welchem an mehreren Stellen des Rheins gleichzeitig Brücken aus un­vorbereitetem Material geschlagen werden. Nach Vollendung der hiesigen Hebungen werden durch die fünf Pionierbataillone noch an dem Maine bei Kriftel Brückenübungen vorgenommen.

A Mainz, 31. Juli. Für die öffentliche Versammlung der am 28. August hier beginnenden 3 9. Generalver­sammlung der Katholiken Deutschlands sind die Redner jetzt zum größten Theil bestimmt. Etwaige Aender- ungen natürlich nicht ausgeschlossen, werden, wie wir ver­nehmen, folgende Redner sprechen. Bei der Begrüßungsfeier am 28. August in derStadthalle" der Präsident des Local- comites Beigeordneter Dr. Geier und Oberbürgermeister Dr. Oechsner, welch Letzterer die Gäste Namens der Stadt Mainz begrüßt. In der ersten öffentlichen Versammlung am 29. August, in welcher das Thema der Missionen und religiösen Orden behandelt werden wird, werden die Herren Carl Bachem- Köln, Peter Braun aus Nordamerika und Peter Home aus Deutsch-Ostafrika sprechen. Am 30. August werden über die Volks-, Mittel- und höheren Schulen unter Anderem reden: Oberpfarrer Dr. Schmitz-Creseld, Dr. Sieben-Deidesheim und Professor Schoedler-Landau. Am dritten Abend, am 31. August, wird die sociale Frage behandelt werden, für welche zunächst v. Schorlemer-Alst und Landgerichtsrath Gröber-Heilbronn, als Redner vorgesehen sind. In der letzten öffentlichen Sitzung wird wahrscheinlich Graf Ballestrem die Schlußrede halten und außerdem noch der Bischof und der Schweizer Nationalrath Decurtin sprechen.

" vermischtes.

* Berlin, 29. Juli. Das große Comite für die Samm­lungen zu Gunsten BuscyhofsS gibt bekannt, daß es bis heute 27,451 Mk. 50 Psg. eingenommen hat.

* Das Ei des Columbus ist gegenwärtig auf der Colum- bus-Ausstellung in Genua zu schauen. Es ist ein aus Hotz gezimmertes Gebäude in Form eines riesenhaften, 25 Meter hohen Eies, _ in dessen Innern ein dreistöckiges Restaurant eingerichtet ist. Der eigenartige Bau ist äußerlich mit weißer Farbe bemalt.

Verkehr, Land- unb volkswirthschast,

Grünberg, 30. Juli. Fruchtpreise. Weizen X 18.00, Korn 16.60, Gerste X 15.00, Hafer X 14.40, Erbsen , Linsen v*L, Wicken JL. ßeinX, Kartoffeln^ Samen 23.00.

Amtliche Prüfung Her Lichtstärke Les Leuchtgases.

Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gas­verbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen.

Monat Juli 1892: 14 Kerzen. ______________________________ Buchner.

Temperatur der Lahn und Luft

gemeffen nach Reaumur am 1. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17Vt Grad, Luft 17 Grad im Schatten.

Rübfamen'sche Badeanstalt.