Ausgabe 
1.12.1892
 
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Kleider gestohlen hatte. Außerdem wurde ein junger Mensch in einem Laden abgesaßt, als er Cigarren entwendete.

Streit. In unserem Nachbarorte Trohe kam es in der Nacht von Sonntag aus Montag anläßlich der Spinn- stuben-Eröffnung zwischen Burschen zu Streit, welcher in Tätlichkeiten überging und schließlich mit schwerer Ver­letzung zweier jungen Leute durch Messerstiche endete. Die bereits ermittelten Thäter dieser Messeraffaire sind von Wieseck und in Hast genommen.

Es empfiehlt sich, Packetseuduogen, welche für die Orte in den Vereinigten Staaten von Amerika bestimmt sind und zu Weihnachten den Adressaten erreichen sollen, schon jetzt zur Post zu liefern. Denn im Falle späterer Ab­sendung würde, bei den in Newyork mit der Verzollung ver­knüpften Umständlichkeiten und Stauungen, auf eine recht­zeitige Behändigung der Packete nicht mehr gerechnet werden können.

Darmstadt, 29. November. Heute um die Mittagsstunde wurde im hiesigen Güterbahnhose der Rangirer Gelbert aus Gernsheim überfahren und sofort getödtet. Gelbert ist erst 25 Jahre alt und seit vier Wochen verheirathet.

Darmstadt, 29. November. Zum Besten der Erbauung einer neuen evangelischen Kirche in der Neustadt zu Mainz hat der Großherzog die Veranstaltung einer Geld­lotterie genehmigt,- es dürfen nicht mehr als 300,000 Loose zu 3 Mk. per Stück verausgabt werden und soll die Ziehung im Lause des nächsten Jahres stattfinden.

Verimischter.

* Kinzenbach, 29. November. Ein seltsamer Fund wurde vor einigen Tagen aus dem Grundstücke eines hiesigen Landmannes gemacht. Man stieß nämlich daselbst aus ein noch wohlerhaltenes Scelett, welches anscheinend von einem großen kräftigen Manne herrührt. Wie der Leichnam seiner Zeit an diesen Platz gekommen, ist völlig unklar und wird wohl auch nie aufgeklärt werden. (W. A.)

* Hanau, 27. November. Ein hiesiger, 17 Jahre alter Goldschmiedslehrling entwendete seinem Prinzipale 360 Mk. in Goldstücken, welche zum Einschmelzen bestimmt waren, und ging damit durch. Er bewog noch zwei seiner Freunde, mit ihm nach Chicago zu reisen. Sie setzten sich in die Eisen­bahn und fuhren bis Regensburg, dort bekam der eine Freund Reue und verlangte von dem, der das Geld in Besitz hatte, Reisegeld zur Rückfahrt. Als dieser sich weigerte, das Reise­geld zu geben, zog ersterer einen Revolver aus der Tasche und schoß dem Versührer eine Kugel durch den Kops, wodurch er ihn lebensgefährlich verletzte. Nach dieser That wurde die dortige Polizei ausmerksam aus die Bürschchen, es erfolgte Verhaftung derselben und sofortige Mittheilung an die hiesige Polizeidirection.

* Cassel, 22. November.In der Heimath ist es schön!" Diese Dichterworte müssen dem jungen Manne wohl eingefallen sein, welcher am Samstag die Reise nach Amerika vom hiesigen Bahnhose aus antreten wollte. Unser Held, ein Tqunichtaut, der, trotzdem er verheirathet ist, seiner Mutter immer noch viel Kummer und Sorge bereitete, erhielt von dieser am Samstag eine vollständig neue Ausrüstung und Geld zur Reise nach Amerika eingehändigt. Die Mutter begleitete ihren Sohn zur Vorsicht halber noch zur Bahn, wo derselbe sich in ihrer Gegenwart ein Billet nach Hamburg löste und dann in den bereitstehenden Zug stieg, um jedoch kurze Zeit daraus aus der anderen Seite des Wagens wieder auszusteigen und schleunigst seinen Weg zur Stadt nehmend. Während nun die Mutter in dem guten Glauben, ihren Sohn im Zuge sitzend zu finden, diesem Abschiedsgrüße mit dem Taschentuche zuwinkt, nimmt dieser seinen Weg nach einer Wirtschaft in der Müllergasse, wo er die von der Mutter ihm eingepackten Würste zum Besten gibt und aus Freude darüber, seiner Mutter einen neuen Streich gespielt zu haben, dem edlen Gerstensäfte wacker zusprach.

* Breslau, 29. November. DerSchlesischen Zeitung" zufolge ist heute früh 4 Uhr ein Kessel der Cokesanstalt Poremba bei Zabrze explodirt. Es gab neun Todte, vier Verwundete.

* Bayreuth, 29. November. In Reicholdsgrün brannten 14 Häuser mit Nebengebäuden ab.

* Frankeuhausen, 25. November. Wenn man das große Loos gewinnt. Ein Herr H. hat den glücklichen Ge­winner der V i e r t e l - M i l l i o n der Mühlhausener Lotterie, den Rentier Haamels in Frankenhausen, in dem idyllischen Harzstädtchen, ausgesucht und weiß nun folgende Einzelheiten zu berichten:In der Nacht vom 28. zum 29. October d. I, wurde ich wir lassen Herrn Haamels selbst erzählen durch heftiges Klopfen an der Thür geweckt. Mit dem Revolver in der Hand öffne ich die Hausthür und stehen mir zwei völlig unbekannte Herren gegenüber, von denen der Eine eine blaue Brille trug.Wir wünschen Sie in dringender Angelegenheit zu sprechen", meinte der eine der Fremden, und als ich er­widerte, das hätte doch bis morgen früh Zeit, erklärte der Herr, das ginge nicht,denn bei uns sitzen die Musikanten!" So kam es, daß ich mich bald mit meinem nächtlichen Besuch in der guten Stube bejand.Spielen Sie in der Mühl­hausener Lotterie?" schnauzte mich der bebrillte Herr an. Zn Befehl, Herr Criminalcommissarius" denn für einen solchen hielt ich nach seinem Auftreten den Mann.Mensch, dann haben Sie das große Loos gewonnen,- doch darüber später, zeigen Sie uns Ihr Loos."-Zu Befehl, Herr Commissarius!" und mit zitternden Händen suchte ich nach demselben. Während ich damit beschäftigte war, zählte der Bebrillte ohne Weiteres aus seiner Briestasche einen Tausendmarkschein nach dem anderen aus, und als ich die Nummer 25 982 zum Vorschein brachte, nahm der Commissarius das Loos sofort an sich __

aus Nimmerwiedersehen. So hatte der Herr 230 solcher Scheine aus den Tisch gelegt, als er plötzlich aushörte.Na, sind es schon 250 000 Mk.!" meinte ich unschuldsvoll, und erhielt

die Antwort:So ziemlich. Herr Pyra ist nur müde vom Aufzählen, sehen Sie sich mal die Geldpyramide an." Dann standen die beiden Herren wie die Oelgötzen und ich zählte immer wieder, mehr als 230 000 Mk. wollten es aber nicht werden.Ja, meine Herren, die Oper ist doch noch nicht zu Ende, da fehlt doch noch der letzte Act, von wegen der rest­lichen 20000 Mk., davon. Sie wissen doch, die Viertel-Million ist baar und ohne Abzug zahlbar!" Nun ergossen Herr Pyra und College die Suada ihres Mundes über mich und zwar dergestalt, daß ich zuletzt annahm, der heilige Crispin sei im Vergleich zu Herrn Pyra ein Straßenräuber, und sie setzten mir unwiderlegbar auseinander, daß ich nur höchstens Anspruch auf 230000 Mk. habe. Ihr Chef in Berlin, für den sie kämen, sei in Folge eines Hotelkrachesklamm" und er wisse nicht, was er vorDalles" machen solle. So geschah es, daß ich mir 20000 Mk. abziehen ließ und jedem der beiden Glücks­boten noch 4t0 Mk. extra widmete. Unter Händedruck und Verbeugungen verabschiedete ich mich von meinen neuenFreunden, die mit der nächsten Post nach Berlin zurücksuhren. Das Geld habe ich dann auf der Bank deponirt."

* Zur Verhinderung des Selbstmordes. England ist das Land der Selbstmorde und der Selbsthülfe durch Zweckgesellschaften,' weßhalb also keine Gesellschaften zur Ver­hinderung des Selbstmordes? Tatsächlich soll im nächsten Jahre in London eine solche aus dem Ei kriechen. Der Prospectus ist gedruckt- seine Satzungen verpflichten die Mit­glieder in dreierlei Weise,- zunächst zu der täglichen Hersagung des Spruches:Mein Leben gehört nicht mir, sondern Christus" ; zweitens zu der Beobachtung der Gemüthszustände aller Derer, mit welchen die Mitglieder in tägliche Berührung kommen- und drittens, falls diese Beobachtung die Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordes nahe legt, muß sofort der Vorsteher oder der Schriftwart der Gesellschaft davon in Kenntniß gesetzt werden. Wie ersichtlich, sind diese Verpflichtungen durchaus sittlicher Natur. Daneben soll noch ein Unterstützungsfonds für Hebung dringender Nothlage geschaffen werden; wer dazu beisteuern will, hat seinen Obulus bei der National-Provinzial- Bank in Exeter einzuschicken. Wie sich die Welt gestalten würde, wenn diese Gesellschaft allgemeine Verbreitung fände und Jeden bei dem geringsten Trübsalsanfluge auf Selbstmord untersuchte!

* Gute Nachbarschaft. In einer der alten Gassen in Köln, in welchem die schmalen hohen Häuser zusammenge­drängt liegen, wurde spät Abends regelmäßig an einem Hause die Klingel gezogen, und wenn der Hausherr dadurch aus dem ersten Schlafe erwachte und aus dem Bette sprang, um zu sehen, wer der Ruhestörer sei, war Niemand an der Thür. Nachdem er eine Zeitlang vergebens ausgestanden war, legte ex sich eines Abends im Fenster auf die Lauer. Da sieht er nun endlich gegen Mitternacht, wie sein nächster Nachbar heftig klingelt und dann rasch in die Nische seiner Hausthür tritt, worauf seine Frau ihm öffnet. Anderen Tages macht der auf diese Weffe belästigte Nachbar dem Anderen einen Besuch und fährt ihn an, wie er denn dazu komme, jede Nacht an seiner Klingel zu ziehen.Dat well ich Uech sage", antwortete Jener,uns Schell gelt nit mieh, und do säht ming Frau, schell eckesch henevve,- dat hören ich esu got, als früher uns Schell."

* Die Mitglieder des schönen Geschlechts werden be­kanntlich in den Augen von Philosophen, dte zur Schule Schopenhauers und Lambrosos gehören, als nicht fähig ge­halten, nützliche Entdeckungen und Erfindungen zu machen. Das Patentamt in London könnte die Ungläubigen vielleicht eines Anderen und Besseren belehren. 400 Gesuche, um ihre Erfindungen zu patentiren, wurden im verflossenen Jahre von Frauen hier eingereicht. Eine Dame hat ein neues Rettungs­boot conftruirt. Die Gemahlin des Pere Hyacinthe erfand ein neues Schnürleib.

* lieber die Leistung eines Wildschweins auf der Parforce­jagd am Dienstag im Grünewald macht ein Augenzeuge fol­gende Mittheilung: Das gehetzte Thier, ein mächtiger Eber, hatte seine Flucht durch den Forst in der Richtung nach der Havel bewerkstelligt, verfolgt von der Meute und den Reitern- es erreichte den Fluß auch, obwohl es bereits mächtige, durch Bisse der Hunde verursachte Wunden oufwies. Am User der Havel machte das schweißtriefende Thier halt- als es aber die Verfolger herankommen sah, warf sich das Schwein in die Havel und schwamm durch den an jener Stelle gerade sehr breiten Strom - mehrere nachgeseuerte Schüsse trafen nicht und nach etwa fünfzehn Minuten gewann der Eber das jenseitige Ufer. Dorte setzte ec in wildem Laus die Flucht fort und der nach­gesandten Meute gelang es nicht mehr, die Fährte des Thieres aufzufinden.

* Eine höchst eigenartige Erfindung hat ein Berliner Schlächtermeister in Gestalt einerheizbaren Stiesel­sohle" zum Patent angemeldet. Die Sohle ist aus einer zwei­theiligen Kupserplatte gefertigt und der Hohlraum mit einer Füllung versehen, die das Geheimniß des Erfinders ist. Wird diese Sohle, die die Stärke eines Fingers hat, in siedendes Wasser gelegt, so erwärmt sich die Füllung, und in den Stiesel gelegt, dient dieseSohle" besser wohl, Einlage" genannt dazu, ein dauerndes Wärme-Reservoir zu schaffen, das dazu geeignet sein soll, die Wärme sechs Stunden lang sestzuhalten. Der Erfinder beabsichtigt, schon am 1. December diesepatentirten geheizten Stiefelsohlen", wie er sie nennt, in den Handel zu bringen.

* Die Stadt Heraklion, im athenischen Bezirke ge­legen, welche von den unter König Otto noch Griechenland eingewanderten Bayern und sonstigen Deutschen gegründet wurde, hat kürzlich ihr 50jähriges Jubiläum sestlich begangen. Dte Feier wird allerdings einen kräftigen neugriechischen An­strich gehabt haben, denn das Dentschthum Heraklions ist heute nicht mehr so ganz waschecht. Das hervorragendste Merkmal ihrer Stammesangehörigkeit, die deutscheSprache, haben die Leute verloren, auch ihre Namen haben sie, so weit es ging, der neuen Umgebung angepaßt. Mit den Hausnamen ging das zwar nicht, aber die Tausnamen entlehnte man um so gewissenhafter dem griechischen Namensschatze. So findet man

in Heraklion, wie dasN. W. T." mittheilt, die Familie der Großhuber durch einen Alktbiades, einen Perikles und zwei Agathone vertreten, die Familie Gscheithofer zählt einen Aga­memnon, eine Iphigenie und eine Phädra unter ihren Mit­gliedern und so geht es fort unter den Grubers und Hiesers und all den anderen braven Bewohnern der Stadt. Und was die Umgangssprache betrifft, so erzählt ein deutscher Reisender darüber Folgendes: Ich besuchte die Stadt Heraklion und er­hoffte mir einen echten deutschen warmen Empfang. Wußte ich doch nicht nur, daß die männliche Bevölkerung aus Nach­kommen der von Otto I. in Griechenland zurückgelassenen Soldaten bestand, sondern auch, daß diese Soldateska un­mittelbar aus Bayern bezogene Mädchen geheirathet und die Einwohnerschaft sich seitdem von einer Beimischung des griechischen Elements freigehalten hatte. Aber ich war bald nicht eben angenehm enttäuscht, denn schon die Firmenschilder der Geschäftsleute trugen durchwegs neue griechische Auf­schriften, in den Gasthäusern trank man statt bayerischen Bieres ausschließlich den auf die Dauer unausstehlichen mastixversetzten Rothwein aus der Corinther Gegend, und die Leute verstanden kein Deutsch oder wollten es nicht verstehen. Endlich traf ich denn doch ein paar ältere Leute, mit denen ich mich in unserer gemeinsamen Muttersprache verständigen konnte, aber auch ihnen schlug der Helene in den Nacken - schließlich wiesen sie mich an den Schulmeister, als den Einzigen, der noch des Deutschen mächtig fei. Richtig! Ein junger blondhaariger und blauäugiger Menelaos geleitete mich -zum Schulhause, wo der Herr Magister mich mit einem unverfälscht deutschen Willkommengruß empfing. Aber was stellte sich während unseres Gespräches heraus? Der Schulmeister, der einzige Mann, der in der deutschen Stadt Heraklion noch deutsch sprach, war ein Grieche!

* In dem Städchen E. war, wie man demHann. Kour." schreibt, ein neuer Bürgermeister gewählt worden und sollte am festgesetzten Tage amtlich eingesührt werden. Alles ist parat- die Stadträthe sind in Gala im Rrthhaussaale versammelt, die Stadt hat geflaggt und Tannenbäume aus­gepflanzt und in den Straßen und auf dem Marktplatze harrt die treue Bürgerschaft, um den neuen Vertreter der Stadt bet seiner Ankunst zu begrüßen. Aber Stunde um Stunde vergeht und der Herr Bürgermeister kommt nicht. Endlich kommt der Landrath angefahren, um die Einführung vorzunehmen, man meint, der bringe den Bürgermeister mit sich, aber nein. Der Polizist, ebenfalls in Gala, sucht nun, so erzählt man, in allen Straßen nach dem Bürgermeister, aber er ist nicht zu finden. Die Väter der Stadt ziehen ihre weißen Handschuhe aus und werden nachgerade unwillig- des langen Wartens müde, telegraphiren sie endlich an den Bürgermeister, warum er nicht gekommen sei, und da ant­wortet er ihnen:Ich weiß gar nicht, daß ich heute einge­führt werden soll." Tableau? Feierlicher Beschluß: In 14 Tagen Wiederholung der Einführung.

Bei der Redaetion eingegangene Bücher:

Von der Fehsenseld'schen Univ.-Buchhandlung (FreeS & TaschS) in Gießen (Seltersweg 53) wurde uns der diesjährige WeihuachtS-Tatalo- übersandt. Der hübsch ausgestattete Catalog ist infolge seines reichen Inhalts wohl geeignet, bei Auswahl von Festgeschenken für die bevorstehende Weihnachtszeit als willkommener Führer auf fast allen Gebieten der Literatur zu dienen, weshalb wir denselben der Beachtung unserer werthen Leser empfehlen.

Dieselbe Buchhandlung versendet ihren Gießener Uni- versttätS-Salender, welcher alles Wissenswerthe sowohl aus der Universität wie über die Provinzial-Hauvtftadt Gießen selbst enthält.

Rom und römisches Lebe« im Mterthrrm. Geschildert von Hermann Bender. Verlag der H.Laupp'schen Buchhandlung in Tübingen. 10 Lieferungen ä 1 Mark.

»Einiges Ehristenihum*. Volksschrift zur Förderung der Bestrebungen M. von Egidys. Herausgegeben von Professor Lehmann-Hohenberg. Ladenpreis pro Heft 50Pfg. Verlag der VolksschriftEiniges Christenthum", Kiel, Falckstraße 9.

Die Toiletteu-Ehemie. Von Professor Dr. Heinrich Hirzel. Vierte, neudearbeitete und vermehrte Auflage. Mit 89 in den Text gedruckten Abbildungen. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Preis 7.50 Mk.

Deutsche Stotzfechtschule nach Kreußlerschen Grundsätzen. Zusammengestelll und berauSgegeben vom Vereine deutscher Fecht­meister, mit 42 in den Text gedruckten Abbildungen. Preis gebunden 1.50 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig.

Die Regeln der Reitkunst in ihrer Anwendung auf Campagne-, Militär- und Schulreilerei vom Rittmeister a. D. A. Kästner. Vierte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 71 in den Text gedruckten und 2 Tafeln Abbildungen. Preis 4.50 Mark. In Original-Leinenband 6 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig.

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

47. Woche. Vom 20. November bis 26. November 1892.

Einwohnerzahl: angenommen zu 21500 (incl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 24,64%o bezw. 7,39 nach Ausschl. der Ortsfremden.

Kinder

Es starben an: Zusammen:

Erwachsene

: im vom

1.Lebensjahr: 2.15.Jahr:

Diphtherie 1

1

Lungenschwindsucht 1 (1)

1 (1)

Tuberkulose anderer Organe 1 (1)

1 (1)

Entzündliche Erkrank­ungen d.Athmungs- Organe 1 (1)

--

1 (1)

Erkrankungd. Herzens 2 (2)

2 (2)

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Andere bekannte Krankheiten 3 (2)

3 (2)

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Unbekannter Krankheit 1

1

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Summa: 10 (7) 8 (6) 2 (1)

Anm. Die in Klammern gesetzten Z ffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases.

Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gas­verbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen.

Monat November 1892: 14*/? Kerzen.

Buchner.