Ausgabe 
1.11.1892
 
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Der

1415 Anträge auf andere haben. Unter den Personen, rente traten, befanden sich Altersrente bezogen.

Das Zahresfest des

Erlaß einer Polizeiverordnung bezweckt, die das Clavierspielen, Musiciren re. in den hiesigen Wirthschasten verbietet. Die Vorlage enspringt einem allgemein sehr be­rechtigten Wunsch.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 31. October. Eine von 500 Personen besuchte Versammlung erklärte ihr Einverständniß mit der Consti- tuirung der neuen freien Volksbühne unter Leitung Bruno Willes und den Bestand für gesichert.

Berlin, 31. October. Der Reichskanzler forderte juristische Gutachten über die Veröffentlichung der Militärvorlage durch dieKöln. Zeitung" vom Reichsjustizamt, der Rechts- abtheilung des auswärtigen Amtes und vom preußischen Justizministerium ein.

Stuttgart, 31. October. Königin Olga von Württem­berg ist gestern Abend 7 Uhr gestorben.

Brüssel, 31. October. Der Bergarbeitercongreß im Borinage beschloß einstimmig 30% Lohnerhöhung zur Ausgleichung des Lohnstrikes von der Regierung zu erbitten.

Rewyork, 31. October. DerHerold" taxirt den durch die Feuersbrunst in Milwaukee angerichteten Schaden aus 20 Millionen Dollars.

Berlin, 31. October. Der Kaiser, die Kaiserin, die drei ältesten Prinzen reisten heute früh 8 Uhr 15 Min. von Potsdam nach Wittenberg in Begleitung der Fürstlich­keiten, über Berlin. Um 9 Uhr 15 Min. stiegen daselbst der Prinzregent Albrecht, der Erbprinz von Meiningen, der Groß­herzog von Oldenburg und der Reichskanzler ein.

Wittenberg, 31. October. Heute früh 7 Uhr wurde von allen Kirchthürmen das Lutherlied geblasen. Die Straßen sind herrlich geschmückt, namentlich die Feststraße,- bei dem Lutherhause steht ein Triumphbogen. Das Wetter ist herrlich, unter der zahlreichen Menschenmenge' sind viele Landleute. Gegen 9% Uhr hielten die Torgauer Geharnischten in präch­tigen mittelalterlichen Rüstungen ihren Einzug.

Oberhesfischeu Vereins für innere Miffion wird nun bestimmt am 16. November in Gießen gehalten werden. Die Festpredigt hat Herr Professor D. Reischle in Gießen übernommen.

Die Reichsbank hat den Discont auf 4 pCt. und den Lombardzinssuß für Darlehen gegen ausschließliche Ver­pfändung von Schuldverschreibungen des Reicks oder eines deutschen Staats aus 4% pCt., gegen Verpfändung sonstiger Werthpapiere und Maaren aus 5 pCt. erhöht.

Schlitz, 28. October. Wie derBote" meldet, hat Herr Gras v. Schlitz genannt v. Görtz das Protectorat über die von Herrn Musikmeister H. Stiehl dirigirte Musikschule aufgehoben und derselben die ihr seiner Zeit zur Disposition gestellte Wohnung in der Berleburg entzogen.

X. Butzbach, 30. October. Heute Vormittag trafen mit dem Zuge 11 Uhr 5 Min. circa 50 Herren von Frankfurt (Taunusclub) zur Besichtigung des ausgegrabenen Römer­castells ein. Dieselben wurden von Herrn Streckencommiffär Kosler, sowie einigen Butzbacher Herren abgeholt.

BadRauheim, 29. October. Wie dieDarmst. Ztg." hört, hat die Forstbehörde angeordnet, daß im Frauenwald hinter dem großen Sammelteich der seither eingeführte Schälwaldbetrieb eingestellt und Hochwaldcultur eingeführt wird. Ein in Schlangenwindungen auf die Höhe des Berges führender Promenadeweg soll angelegt werden.

Steinfurth bei Bad-Nauheim, 28. October. Bei der am Mittwoch startgehabten Bürgermeisterwahl erhielten Gastwirthzum Darmstädter Hos" Jean Rosenbecker' 65, Landwirth Heinrich Huber VIII. 60 und Beigeordneter Gg. W. Alles 37 Stimmen. Es findet somit eine Stichwahl zwischen den beiden Erstgenannten start. Der langjährige seitherige Bürgermeister Herr Alt hatte mit Rücksicht auf sem vorgerücktes Lebensalter auf eine Wiederwahl verzichtet. I

D. Ztg.

Friedberg, 29. October. Bei der am 26. October statt­gehabten Ziehung.der Friedberger Fohlen- und Pserdemarkt-Lotterie gewannen folgende, nach den Preisen geordnete Nummern Fohlen: Nr. 4456 7976 7348 427 7110 5322 2517 7809 1919 4653 6224 7655 8822 8358 4186 7100 963 2084 9385 4463 7797 9428 7063 8536 629. I

totales rrnd provinzielles.

Gießen, 31. October 1892.

Vom Gymnasium. Um die Unterrichtsmethode in den einzelnen -Gymnasialklaffen und die Einrichtungen des pädagogischen Seminars kennen zu lernen, hielt sich in der vorletzten Woche Herr Dr. Merian-Genast (Jena) drei Tage hier auf. Zu gleichem Zwecke war in der letzten Woche Herr Professor Treutlein (Karlsruhe) hier.

Theater-Verein. Wie bereits angezeigt wurde, gelangt am nächsten Donnerstag (3. November) im großen Saale von Steins GartenFedora" von Sardou zur Aufführung. Fedora", ein Drama in 4 Acten, gehört zu dem Besten, was Saraou geschrieben. Die Titelrolle war für die erste französische Tragödin Sarah Bernhardt bestimmt. Mit äußerster Schärfe spitzt sich die Entwickelung der Katastrophe zu. Die Scenen zeigen vollendeten künstlerischen Ausbau. Der lebhaft bewegte, nirgends ermüdende Dialog wird blitz­artig durch geistreiche Wendungen und seine Beobachtungen erhellt- die außerordentlich glückliche Uebersetzung Paul Lindaus läßt an keiner Stelle die Frische des Originals vermissen. SardousFedora" übertrifft überdies die zeitgenössischen Stücke durch Beachtung der Grenzen des Zeit- und Anstands- gesühls. Alles dies erklärt den bedeutenden Erfolg, den Fedora" auf allen größeren Bühnen Deutschlands errungen hat. Wir können um deswillen die Wahl des Stückes eine äußerst glückliche nennen. Der Vorstand des Theater-Vereins ist bemüht gewesen, mitFedora", welches eine größere Zahl der Mitwirkenden und ausgedehntere scenische Mittel erfor­dert, die Wintersaison in würdiger Weise einzuleiten. Unter den auftrelenden Mitgliedern des Frankfurter Theaters be­findet sich eine größere Zahl von Darstellern, die bisher in Gießen noch nicht gespielt haben. Auch dies sichert der Aus­führung am kommenden Donnerstag den Reiz der Neuheit.

Neues Theater. Vielseitigem Drängen nachgebend, trat Herr Resemann gestern Abend vor ausverkauftem Hause nochmals alsKean" aus. Wir begnügen uns deß- halb, aus unsere frühere Kritik zu verweisen. Bemerkt sei nur noch, daß etwas mehr Ruhe im Zuschauerraume sowohl während, als besonders gegen Schluß der Vorstellung dringend wünschenswerth gewesen wäre. Nächsten Dienstag wird Herr Resemann alsGraf Waldemar", einer seiner bedeu­tendsten Rollen, die Reihe seiner diesjährigen Gastspiele in unserer Stadt beendigen. Hoffen wir, daß die Betheiliqunq von Seiten des Publikums eine ebenso allgemeine, wie bei der gestrigen Vorstellung ist, damit der geschätzte Gast ein recht gutes Andenken von Gießen mitnimmt.

Diebstahl. In der Nacht vom 28. aus den 29. l. Mts. sind einem Gartenbesitzer des Schiffenberger Weges 47 Krauthäupter und 26 Stück Wirsing gestohlen worden. Der Dieb hatte sich das beste Kraut herausgesucht.

Zur feierlichen Einweihung bet neu hergestellten Schloß, k'rche in Wittenberg wurde heute Mittag 12 Uhr das alle Luther-LiedEine feste Burg ist unser Gott" von einem Posaunen-Chor aus dem Thurme unserer Stadtktrche geblasen.

Schlafwagen-Betrieb. Nachdem die Cholera in Ham­burg als erloschen anzusehen ist, wird vom 1. November ab der Schlafwagen-Betrieb zwischen Frankfurt a. M. und Hamburg wieder ausgenommen werden.

- Alters- und Zuvaliden-Renten Nach den im Reichs- verstcherungsamt angesertigten Zusammenstellungen betrug demReichs-Anzeiger" zufolge am 30. September 1892 die ' Zahl der seit dem Inkrafttreten des Jnvaliditäts- und Alters- 1

; * Bonn, 29. October. Seit dem 17. d. Mts. wurde

ein Husar des hiesigen Regiments vermißt. Während ein Steckbrief hinter dem Deserteur erlassen wurde, befand der- I selbe sich noch in der Kaserne, und zwar versteckt im I L> ch w e i n c st a l l. Daselbst hat er eine Woche verbracht! I Als man ihn auffand, war er so elend, daß man ihn per I Tragbahre nach dem Lazareth schaffen mußte.

* Die Wirkung desNeuen" in elsässischen Weinorten. Aus Weinorten meldet dasElsässer Tageblatt" : Es folgen nur I wahre Begebenheiten, deren Glaubwürdigkeit thurmhoch über | i^dem Zweifel erhaben thront. Was der neue, feurigeZwei- I undncunziger" bis dahin schon gewirkt, ersehen wir aus Folgendem: Ein Mann klammerte sich Abends inbrünstig an einen Laternenpfahl und jammerte unaufhörlich:Esch denn's I Erdbebe no nit verby?" Ein Anderer war eifrig bemüht, I eine Cigarre an der fließenden Brunnenröhre anzuzünden. . Ein Dritter verlangte mitten in der Woche an der Theater- > kasse mit unbeugsamer Hartnäckigkeit ein Sonntagsbillet nach I M. hin und zurück mit der Berechtigung, auf allen Zwischen- stationen auszusteigen. Ein Vierter zog beim Nachhause- gehen die Stiefel vor der Hausthüre aus und stellte dieselben ganz hübsch auf das Trottoir. Umsonst suchte die zärtliche Gattin des anderen Morgens die Stiefel des noch tief schlummerndem Galten in allen Winkeln und Ecken. Die Stiesel hatten in der Perlon eines Vorübergehenden schon einen Liebhaber gefunden. Das schlimmste Abenteuer er­lebte ein Velocipedsahrcr in Folge Genusses vonNeuem".

iAn der Erde kleben wir, leider über die Gebühr!" so I träumte der jählings Gestürzte die ganze Nacht intseichten Bette", tmkühlen Grabensgrunde!" In seinem Kopfe aber da gehl ein Mühlenrad"- es surrte, als ob unter seinem Schädeldache ein meisterhaftes Velorennen abgehallen würde. Das getreue Fahrrad, ein sogen. Känguruh, lag bis am andern Morgen ruhig zur Seite und wurde dann erst auf emsamen", menschenleeren Pfaden heimgefahren. Der Rad­fahrer gelobte, nie 2 auf 1 Velo zu laden, zumal nicht einen Affen", da bekanntlichAffen" und Känguruh" sich schlecht mit einander vertragen.

* Eisenbahnunsälle gegen Entree. Eine Mittheilunq aus Chicago besagt, daß ein unternehmender Maschinist derLonis- ville und Albany Reilroad" während der Weltausstellung wirkliche Zugzusammenstöße und andere Eisenbahnunsälle, wie sie sich in den Vereinigten Staaten öfters ereignen, gegen ein kleines Eintrittsgeld dem Publikum vorzuführen gedenkt. Der Urheber dieses amerikanischen Planes verlangt nun einen freien Platz in der Nähe der Ausstellungsgebäude, um dorr zwei große kreisrunde, gleichlaufende Schienenwege, neben denen Tribünen für mehr als 30000 Zuschauer errichtet werden sollen, bauen zu lassen. Die beiden Schienenstränge sollen natürlich durch Weichen untereinander verbunden werden, die man öffnen oder schließen kann, je nachdem man eine Katastrophe herbeiführen will oder nicht. Zwei Lokomotiven sollen, nachdem sie mehreremals eine Rundfahrt in diesem Circus gemacht haben, mit voller Dampfkraft gegen einander losgelassen werden. Die Maschinisten und Heizer werden natürlich im richtigen Augenblicke nach verschiedenen Rich­tungen hin abspringen muffen, um nicht zermalmt zu werden. Der Maschinist, der dieses sonderbare Schauspiel vorführen will, hat die Absicht, sich damit wirklich ausrangierter Eisen- bahnlocomoriven zu bedienen, er hat berechnet, daß ihm jede Vorstellung nur 2500 Dollars kosten werde, da die Eifen­bahnverwaltung alte Maschienen gewöhnlich sehr billig verkauft. Sollten sich nicht auch Passagiere finden, die gegen Entree

verrnischtes.

* Berlin, 27. October. Einen eigenthümlichen Eindruck macht die standesamtliche Trauung eines taub­stummen Paares. Da sind gewöhnlich vier der Sprache beraubte Personen, denn auch dce Zeugen sind in den meisten Fällen Leidensgenossen versammelt, und zu ihnen gesellt sich eine Dame, gleich den Anderen Zeichen gebend, aber gleichzeitig außer der Zeichensprache auch der Zunge mächiig. Diese Dame ist Lehrerin an der Königlichen Taubstummen­anstalt. Gerichtlich vereidigt, dient sie als Dolmetscherin zwischen dem Standesbeamten und dem jungen Paar, welches das bindende Ja nicht aussprechen, sondern nur durch Zeichen anzugeben vermag. Die Dolmetscherin hatte den Ehestands­candidaten bereits beim Ausgebot das Geleit gegeben. Ehen zwischen Taubstummen zählen keineswegs zu den Seltenheiten.

* München, 28. October. Die Salvatorbrauerei erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahre einen Bruttogewinn von Mack 159,193 gegen Mark 129,519 des Vorjahres. Mark 64,836 werden zu den Abschreibungen verwandt,- die Dividende wird in der im November in Berlin stattfiudenden Aufsichtsrathssitzung festgesetzt.

* Nach einem Telegramm des Bureau Reuter aus San Francisco sind dort Nachrichten aus China über eine Ueberschwemmung am Gelben Fluffe eingetroffen. 12 Städte sollen weggeschwemmt sein, doch hätten die Einwohner Zeit gehabt, sich zu flüchten. Die Ueberschwemmung habe sich über drei Provinzen erstreckt. Dagegen läßt sich dieCentral News" auf demselben Wege melden, daß der Gelbe Fluß über seine Ufer getreten fei und ein Gebiet von 225 Klm. Länge und 45 Klm. Breite überschwemmt habe, wobei 5 0 0 0 0 P e r s o n e n e r l r u n k e n s e i e n. Die Verheerungen seien so groß, daß 1 Million Menschen Hungers sterben müßten, wenn die Regierung dieselben nicht bis zum Früh­jahr unterstütze. Merkwürdigerweise wird in beiden Meldungen die Gegend der Ueberschwemmungen nicht näher bezeichnet. Möglicherweise sind die Nachrichten hierüber stark übertrieben.

* Mannheim, 29. October. In dem nahen Mundenheim erschoß nach voraufgegangenen Streit der Taglöhner Wagner seinen Schwager, den Taglöhner Brendel.

mtt Tannengrün umwundene Masten, von denen Fahnen in Versicherungsgesetzes erhobenen Ansprüche aus Bewllliaun a allen Farben, abwechselnd mit dem schwarzgelben Banner der 1 ----or<1 ' ' ' 1 -----

Stadt Wittenberg wehen, die Feststraße. Vor dem Rathhause, der Schloßkirche und dem Lutherhause sind mit Baldachinen überdeckte Estraden errichtet, auf denen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, umgeben von den fürstlichen Gästen, die Huldigung der Stadt entgegennehmen und den Festzug vorüberziehen lassen werden, wobei Sr. Majestät die Schlüssel für die neu zu weihende Kirche übergeben werden.

Fremdenzustuß ist von allen Seiten ein sehr großer.

I oo n Altersrenten bei den 31 Versicherungsanstalten und den 9 vorhandenen Kaffeneinrichtungcn 215,132. Von diesen Wurden 167,389 Rentenansprüche anerkannt und 38,869 zu­rückgewiesen, 4463 blieben unerledigt, während die übrigen 4421 Anträge auf andere Weise ihre Erledigung gefunden haben. Die Zahl der während desselben Zeitraums er­hobenen Ansprüche auf Bewilligung von Invaliden­rente betrug bei den 31 Versicherungsanstalten und den 9 zugelassenen Kasseneinrichtungen insgesammt 28,481. Von diesen wurden 11,477 Rentenansprüche anerkannt und 11,064 zurückgewiesen, 4525 blieben unerledigt, während die übrigen Weise ihre Erledigung gesunden die in den Genuß der Jnvaliden- 395, welche bereits vorher eine

§ Volkartshain (Kreis Schotten), 28. October. Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr brannte die Hofraithe des ehe­maligen Bürgermeisters Johannes Weber VI. total nieder, ebenso gingen das Wohnhaus, der Stall und die Scheune des Landwirth Chr. Winter sowie einzelne benachbarte Ställe und Scheunen und schließlich das dem Forstwart Johannes i Schäfer gehörige Wohnhaus nebst Stall und Scheuer voll­ständig in Flammen auf. Obwohl Hilfe rasch zur Stelle war, konnte doch nur wenig gerettet werden, auch mangelte es an Wasser, so daß solches aus den Nachbarorten herbei­geschafft werden mußte. Dem Vernehmen nach soll nur wenig versichert sein. Die Entstehung des Feuers ist bis jetzt noch nicht begannt.

Darmstadt, 29. October. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog empfingen heute den Geheimen Staatsrath v. Biegeleben, den Hauptmann v. Hahn vom Großh. Feld- Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großherzogliches Artillerie-Corps), den Hauptmann a. D. v Berswordt von hier, den Rittmeister a. D. Frhrn. v. Spieß-Bülleshain aus Bensheim, den Forst­meister Heinemann von Lorsch, den Forstmeister Joseph von Fürth i. O., den Amtmann Dr. Wüst von Gießen, den Pfarrer Petersen von hier, den Bürgermeister Geißler von Hainstadt, den Bürgermeister Brust von Wallbach, den Rentner Klein von hier, den Hofküfer Heimann; zum Vortrag den Staatsminister Finger, den Geheimerath Dr. Draudt, den Oeconomierath Müller.

Darmstadt, 27. October. Nach Mittheilungen, welche Bürgermeister Morneweg den Stadtverordneten machte, ist der Werth der kürzlich im städtischen Pfandhaus gestohlenen Gegenstände doch erheblich geringer, als ursprünglich angenommen wurde. Er schwankt Zwischen 3000 und 4000 Mark. Derselbe ist erst durch die irn Gange befindliche Ausnahme des ganzen Lagers genau seftzustellen. Für die Ergreifung der Diebe wurde der Staatsanwaltschaft eme Belohnung von 300 Mk. zur Verfügung gestellt.

Mainz, 30. October. Der in dem Darmstädter Pfandhaus mit Erfolg verübte Einbruch hat Spitzbuben veranlaßt, auch dem hiesigen Pfandhaus einen Besuch

2er Nacht vom Freitag auf Samstag j stiegen solche, ihren Weg durch einen angrenzenden Kirchhof nehmend, über das Dach eines Nebengebäudes in das Psand- und gelangte,, auch bis zu den Localitäten, in welchen bte Pfander ausbewahrt sind. Hier wurden die Einbrecher aber durch tue Frau eines Pfandbeümten verscheucht und zogen sich, ohne daß ihnen Werthschätze in die Hände gefallen, aus dem angekommenen Weg schleunigst wieder zurück. Bis letzt hat man von den Einbrechern noch keine Spur. Seitens der hiesigen Bürgermeisterei wird den Stadtverordneten demnächst eine Vorlage unterbreitet werden, welche den I