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Eingesandt.
_ Reiskirchen, 29. August 1892.
, Da es bet dem großen Wassermangel nicht möglich ist, das ^teh im Stalle zu tränken, ist mancher Landwtrth genöthigt, dasielbe an den Bach zu führen. Der dem Vieh so nöthtge Trunk Wasser SMa«°*r Jetztzeit z. B. in dem Bache von Saasen bis über Weiskirchen hinaus unmöglich, denn der Bach wird zum Flachsrösten ^"Ä/'^asWasier sowohl für die Haussiere ungenießbar wie für die Fische höchst schädlich. Es wäre zu wünschen, daß von Seiten der maßgebenden Behörden das Rösten von Flachs in den öffentlichen iNewanern wahrend des herrschenden Wassermangels untersagt würde
I Weiter seien nothwendig confessionelle Schulen und confessionelles Leben, mit einem Worte ein christlich-germanischer Staat.
| Wie zu Anfang brach euch zum Schluß der Rede des Herrn ! b. Schorlemer stümischer, minutenlang anhaltender Beifall aus. Als weiterer Redner war noch der Afrika-Missionär Pater Horn angemeldet, welcher aber der vorgerückten Zeit wegen nicht mehr zum Worte kam.
Mainz, J?9. August. Im hiesigen Rochusspital hat sich gestern ein Steueraufseher, dem wegen Blutvergiftung der Fuß amputirt werden sollte, im Fieberwahn aus dem Fenster in den Hos gestürzt. Er war sofort todt. Der Mann hatte sich an einem rostigen Nagel geritzt.
Alzey, 30. August. In der Gemarkung Schimsheim, Kreis Oppenheim, wurde bei der gestrigen Untersuchung durch die Reblauscommission ein Reblausherd entdeckt. Es ist dies der erste Herd, welcher in Rheinhessen aufgefunden worden ist.
Darmstadt, 31. August. sPrivatdepesche.j Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen hier den spanischen Gesandten Grafen Banuelos, der seine Accreditive überreichte und Nachmittags im Jagdschloß Wolssgarten an der Großherzoglichen Tafel theilnahm.
Der letztere Umstand dürfte ganz besonders dem zahlreichen Besuche der Emwohnerschaft Gießens zu empfehlen sein, zeigt er uns doch die echte und wahre Liebe, mit welcher die Herzen der Krieger ihrem tapferen Führer und unvergeßlichen Landesfürsten jetzt noch entgegenschlagen.
Oesseutliche Anerkennung edler Thaten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Johannes Fell und dem Albert Brückheimer, beide Knaben aus Gerns- heim, in Anerkennung des von denselben bei der Rettung des 12jährigen Peter Thöbus von da bewiesenen besonnenen und , muthvollen Verhaltens, dem Fabrikarbeiter Peter Dinger II. von Rhein-Dürkheim in Anerkennung des von demselben bei der Rettung des 14jährigen Johann Westmeier von da vom Tode des Ertrinkens bewiesenen muthvollen Verhaltens je eine Geldprämie, dem Musketier Jakob Muth vom 3. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117 aus Rhein-Dürkheim in Anerkennung der von demselben mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung eines vierjährigen Knaben vom Tode des Ertrinkens die
daß keine Hoffnung sei, Schulmeyer am Leben zu erhalten. Auch der telegraphisch benachrichtigte Herr Kreisarzt Dr. Pfann» müller von Groß-Gerau, der am Abend um 9 Uhr 30 Min. eintraf, konnte keine tröstlicheren Aussagen machen. Schulmeyer blieb bis kurz vor seinem Tode, der Morgens um 5 Uhr erfolgte, bei klarem Bewußtsein, und wurde vom Bürgermeister zu Protokoll genommen. Er hat die beiden Burschen wie folgt beschrieben: Junge Leute zu Anfang der zwanziger ^ahre^ ste trugen sogenannte Stechkappen und hatten ihre Gesichter durch vorgehängte Tücher verborgen. Trotzdem will Schulmeyer bemerkt haben, daß der Eine ein Helles Schnurrbärtchen trug. Die Kleidung Beider war dunkel. Auf der Gehspitze hat man Mittags 2 Uhr zwei junge Leute im Walde beobachtet, die sich anscheinend ohne Zweck und Ziel Herumtrieben. Um 12 Uhr Mittags kehrte auf dem Forsthaus Mitteldick ein junger Mann ein, der sich dort für fünf,Pfennige Brod kaufte. Ohne diesen als einen der Mörder mit Bestimmtheit zu bezeichnen, dürfte es angebracht sein, sein Signalement zu beschreiben. Er wird von den Forsthausbewohnern als ein Mensch von 22 bis 23 Jahren geschildert, mit leichtem Hellem Schnurrbart. Die Kleidung bestand in einer dunklen Sammetstechkappe, dunklem Frackrock, röthlichem Hemd und einer Plüschhose, wie sie die Zimmerleute tragen. Er wurde später am Nachmittag von einem Förster in der Nähe des Thatortes im Graben liegend bemerkt. Selbstverständlich fahnden die Gerichtsbehörden, die in eifrigster Thätigkeit, besonders nach diesem verdächtigen Menschen. Die Gendarmerie zu Fuß und zu Pferd hat noch in der Nacht die umliegenden Waldungen abgestreift. Es geht das Gerücht, daß auf zwei junge Leute, die gestern Abend in Walldorf in einer dorttgen Wirtschaft eingekehrt sind, das obige Signalement ungefähr passe. Da aber zu der Zeit ihres dortigen Aufenthaltes von dem Raubmord noch nichts Bestimmtes bekannt war, sind die Beiden unbehelligt weggegangen. Die Untersuchung führt der Amtsrichter Herr Ludwig von Groß- Gerau, der auch die Voruntersuchung des Arndt'schen Raub- mordes in Händen hatte. Heute Morgen hat der Darmstädter Staatsanwalt Vernehmungen in Mörfelden vorgenommen. Auf dem Forsthause Mitteldick hatte sich der Untersuchungsrichter von Langen eingefunden, um dort an Ort und Stelle Erhebungen zu machen. Es sei noch erwähnt, daß Schulmeyer, als er zu Hause ankam, etwa 40 Mk. bei sich trug. Der Werth der verkauften Kartoffeln ist bedeutend höhere da aber Schulmeyer versicherte, daß ihm die Räuber nichts abgenommen haben, so muß man annehmen, daß er in Frankfurt nicht überall sofortige Bezahlung erhalten hat. Schulmeyer war ein nicht unvermögender Mann. Er hinterläßt eine Frau und drei erwachsene Töchter, von denen zwei verheirathet sind.
Vermischtes.
* Frankfurt a. TI., 29. August. In den Stallungen tm Hofe der landwtrthschaftlichen Halle brach am Samstag Abend nach 9 Uhr Feuer aus. In den Stallungen befanden sich sieben Luxuspferde, die zum Theil erstickt, zum Theil verbrannt sind und zum Theil nachträglich getödtet werden mußten.
* Hamburg macht zur Zeit einen recht unheimliche« Emdruck. Ueberall sieht man in Trauer gekleidete Personen, Leichenwagen und zweispännige große schwarze Kutschen, in denen die Opfer der Seuche aus den Häusern und von den , Ouais am Abend abgeholt werden. Diese zahlreichen Kutschen fahren in scharfem Trabe und gewähren mit ihren sich in ihren Schmerzen windenden Insassen ein trostloses Bild. Dabei nimmt die Epidemie trotz der eingetretenen kühleren Witterung in erschreckender Weise zu. Deutschland ist in höchstem Maße gefährdet, da Seitens der Hamburger I Behörden so gut wie nichts zur Unterdrückung der Gefahr gethan wird. Vor allen Dingen sollte man doch erwarten, daß die Ausleerungen der Erkrankten gründlich unschädlich gemacht werden, doch ist leider hiervon nichts zu merken ! und unter diesen Umständen ist auf ein baldiges Erlöschen der Epidemie nicht zu hoffen. Man verlasse sich nur nicht 1 auf die Angaben der Hamburger Zeitungen und die Bekanntmachungen der Behörden. Sollte man es für möglich halten, ' daß ein erkrankter Schiffer von 8 Uhr 10 Min. bis nach 10 Uhr Abends auf dem Ponton am Baumwall liegen mußte, bevor man ihn fortschaffte? Und doch ist dies eine That- sache, wie die, daß die Entleerungen der erkrankten Matrosen, die nach einander in Jollen, Schuten und Dampfer über- j gehoben werden müssen, nicht desinficirt werden. Wir setzen I unsere ganze Hoffnung auf den Winter, der dann das Geschäft 1 der Desinsection übernehmen muß. Es muß dringend I davor gewarnt werden, jetzt nach Hamburg zu reisen, da man dort in der größten Lebensgefahr schwebt: die Zahl der Opfer ist sicher viel größer, als die Berichte angeben. Leider ist Hamburg von einer entsetzlich gesundheits- ttiörtgen Bauart. Höfe haben die Häuser nicht, dagegen ist Alles, was hinter den Fronten liegt, mit alten, winkligen, finsteren, lustlosen Häusern, den Wohnungen der Armen, vollgepfropft, die mit Schmutz und Miasmen erfüllt sind. Dazu die bei der Ebbe halb trocken liegenden Fleete, Ablagerungsstätten alles möglichen Unraths. //Post/'
* Hannover, 30. August. Im Dorfe Magelsen sind 21 Gebäude und die Kirche ein Raub der Flammen geworden.
Rettungsmedaille — zu verleihen geruht.
— In Ergänzung der Verhaltungsmaßregeln für das Eisenbahnpersoual wegen der Behandlung Cholera kranker und Choleraverdächtiger auf der Eisenbahnfahrt hat der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten Folgendes bestimmt: „Der Zugführer eines jeden zur Personenbeförderung dienenden Zuges ist mit einem etwa 30 ccm eines Gemisches von gleichen Theilen einfacher Opiumtinctur und Aether enthaltenden Tropffläschchen zu versehen. Von diesem Gemische find Personen, welche unterwegs an Cholora erkranken, durch den Schaffner, dessen Aufsicht der Wagen untersteht, in welchem sich der Erkrankte befindet, 20 bis 30 Tropfen am besten auf Zucker, zu verabreichen." Die Königlichen Eisenbahn-Directionen sind beauftragt, alsbald mit der Beschaffung vorzugehen und jedenfalls sofort die Zugführer derjenigen Züge auszurüsten, welche Orte berühren, in welchen die Cholera ausgcbrochen ist oder welche voraussichtlich von Reifenden aus diesen Orten benutzt werden.
Friedberg, 28. August. Ueber den gegenwärtigen Zustand der Kastanien bäume der „Allee" schreibt ein natur« wissenschaftlicher Beobachter, Herr Dr. Z.: Nur wenige Bäume sind abgestorben, aber fast alle haben ihr Laub abgeworsen und bereits wieder junge Blätter entfaltet. Mehrere Bäume stehen ganz grün in jungem Laub da. An manchen strecken sich schon neue Blütenstände empor, so daß voraussichtlich bald zweites Blühen eintritt. D. Ztg.
Mainz, 29. August. Se. König!. Hoheit der Groß- I Herzog wird dieser Tage in Mainz eintreffen. Die Vor- | stände sämmtlicher hiesiger Gesangvereine halten heute eine Besprechung in Bezug auf die zu Ehren des Landesherrn abzuhaltenden Festlichkeiten. Wie verlautet, soll ein großartiger Fackelzug abgehalten werden, an welchem sich särnmt- liche Vereine, Innungen rc. betheiligen werden. Wegen der Hierherkunst des Landesfürsten hat sich die Bürgermeisterei bereits mit dem Hosmarschallamt in Verbindung gesetzt.
△ Mainz, 29. August. Katholikenversammlung. In bei, heutigen geschlossenen Versammlung wurde zunächst per Acclamation das geschäftssührende Comitö gewählt und I folgendermaßen gebildet: Präsident: Dr. Porsch-Breslau, I erster Vicepräsident Gras v. Preysing-München, zweiter Vice- i Präsident Graf v. Sierakovski Waplitz, erster Schriftführer I Rechtsanwalt Dr. Kuteu und Seminarprofessor Dr. Becker, I beide von Mainz. Rach erfolgter Feststellung der Tages- | ordnung für die erste öffentliche Versammlung wurde sodann I »och auf Antrag des Fürsten Löwenstein beschlossen, ein Tcle- I gratnm an den Papst mit der Bitte um den Segen für die I Versammlungen, sowie ein Glückwunschtelegramm an den Erz- I bischof von Köln zu seinem 50jährigen Priesterjubiläum zu | richten. — In der am Nachmittag um 5 Uhr in der „Stadt- I Holle" begonnenen ersten öffentlichen Versammlung waren J ungeachtet einer tropischen Hitze etwa 3000 Personen anwesend, I darunter wieder einige Hundert Damen, die auf der Gallerte I Platz genommen hatten. Auf dem Podium bemerkte man I v'ele bekannte Persönlichkeiten des Centrums, wobei zahl- I reiche hervorragende katholische Adelige aus Westphalen und I de" Rheinland. Erster Redner war der erste Vicepräsident I Dr. Porsch, der einen Rückblick auf die Thätigkeit des Katho- I likenvereins warf und zum Schluß unter rauschendem Beifall I von der Versammlung das Gelöbniß abnahm, in unentwegter I A?ue die Interessen der katholischen Kirche hochzuhalten. I Nächst Dr. Porsch sprach Bischof Haffner. Derselbe begrüßte I 'n längerer Rede die Versammlung und ertheilte ihr schließlich I ben bischöflichen Segen. Dr. Haffner erwähnte hierbei die I früheren Verhältnisse bes Katholicismus, bet ehebem unter I einer verrotteten Bureaukratie unb einer miserablen Diplo- I matie viel zu leiben gehabt. Ueber ben Culturkamps sagte I B'schof Haffner, baß man denselben verzeihen aber nicht ver- | gefjen könne, vergessen um deßwillen nicht, weil die Möglich- I keil der Wiederkehr nicht ausgeschlossen. Weiterer Redner war I Dr. Carl Bachem-Köln, der über den Bonifaciusverein sprach I und dabei in sehr langer Ausführung den Kirchenmangel in I Serlin besonders beklagte. Unter stürmischem Beifall bestieg I alSbann als letzter Reimer ber Abgeordnete v. Schorlemer- I Stift die Tribüne. In fast einstündiger Rede sprach Herr | ö. Schorlemer über den Socialismus, als dessen Vater er I in längerer Ausführung den Liberalismus bezeichnete. Sieben I äent Atheismus trage die Hauptschuld an unseren socialen I Mißständen das „goldene Kalb", um das sich Alles drehe I von dem Alles abhänge und dem sich sowohl der mächtige ?ber Präsident ber französischen Republik, ja I selbst bte Socialbemokratie beuge. Herr v. Schorlemer hält es für eine colöffale Verblendung unb für einen Fanatismus I । fonbergleitben, daß bei den zersetzenben Kräften, bie an bent i Staatskürper arbeiten, bie Träger ber christlichen Religion i |u confessionellem Hader anreizen. Als Heilmittel gegen die , heutigen socialen Mißstände bezeichnete Herr v. Schorlemer I i tn erster Linie die Religion, Freiheit der Kirche unb Wieber- I i Herstellung ber territorialen Unabhängigkeit bes Papstes. । 1
I öra'tkfurt a. M., 29. August. Ein Raub- und I Ti orb anfad ist am Montag Abend auf der Mörfelder | Landstraße im Stadtwalde, fast genau an derselben Stelle, I an f. Z. Arndt von Kuhmichel ermordet wurde, gegen I e-n-n Schwager Arnbts, ben Kartoffelhänbler Schulmeyer | °us Mörfelben verübt worden. Ein Berichterstatter der I //Franks. Ztg." meldet darüber folgende Details: Noch ist I die lluthat Kuhmichels, der den Landwirth Peter Arndt aus I Mörfelden erstach und beraubte, in Aller Gedächtniß und der Mörder hat erst vor kurzer Zeit sein Verbrechen mit dem
I -^obe gebüßt, und schon wieder kommt die Nachricht von I «nem ähnlichen Morde, der sich in der Nähe jenes unheim- I ^en Ortes auf ber Mörfelber Lanbstraße ereignet hat. Das Schicksal hat es gewollt, baß bieses zweite Opfer bes
I Raubmorbs ein Schwager des Arndt ist, der 52 Jahre alte I Kartoffelhändler Johannes Schulmeyer aus Mörfelden. Arndt I und Schulmeyer halten zwei Schwestern zu Frauen, die | "unmehr beide den gewaltsamen Tod ihrer Gatten zu be- I ^gen haben. Schulmeyer kam, wie alle Kartoffelhändler I auf i°uer Gegend, fast jeden Tag nach Frankfurt, so auch I 9enern, um seine Kartoffelkk hier zu verkaufen. Bis jetzt ist I nicht festgestellt, wo er die Waare abgesetzt hat- man weiß | nu.r' °°ß er um 4 Uhr Nachmittags bas Forfthaus Mittelbick I Passate, das bekanntlich auch in bem Prozeß Kuhmichel eine I wesentliche Rolle gespielt hat. Das Schicksal Arnbt hat bie I Lästiger gemacht- man sieht sie jetzt nicht mehr I schlafenb auf bem Wagen, sondern sie gehen meist neben den I Pferden her, denn wenn sie auf bem Wagen Platz nehmen, I J? ,e§ ^'.ckst möglich, daß sie namentlich in der jetzigen heißen I Jahreszeit unwillkürlich sich dem Schlummer hingeben. Auch I Schulmeyer schritt neben seinem Pferde. Er hatte die ver- I hängnißvolle Stelle, wo sein Schwager im vorigen Jschre I etnen entsetzlichen Tod gefunden, eben passirt und näherte I M . der Kreuzung der Aschaffenburger und Mörfelder Land- ttrafie. Plötzlich trat aus dem nahen Walde ein junger
I Mann hervor und näherte sich raschen Schrittes Schulmeyer. Wir schalten hier ein, daß die nachfolgende Schilderung den Angaben Schulrneyers entstammt, der noch lebend fein Haus seichte und bann später in ben Armen seiner Frau verschieb Der Verbächtige rief ihm sofort mit drohender Stimme zu' „Das Geld her ober bas Leben!" Schulmeyer, ein kräftiger unerschrockener Mann, ber nicht leicht einzuschüchtern war
| antwortete: „Das Gelb gebe ich nicht!" Da er keine Waffe | bet sich hatte, traf er Anstalten, sich auf ben Wagen zu ! Ichwmgen unb eiligst bavonzufahren. In dem Augenblick, ba er aufspringen wollte, erblickte er einen zweiten Menschen. Beide standen nur wenige Schritte von ihm entfernt und er bemerkte mit Schrecken, daß Jeder einen Revolver gezogen patte und nach ihm zielte. Ehe er noch auf dem Wagen 43(afc genommen hatte, erhielt er einen Schuß in die Brust - em zweiter traf ihn von der Seite in den Unterleib, die Kugel drang am Nabel wieder heraus. Trotz dieser tödtlichen Verletzungen besaß er noch die Kraft, den Wagen zu besteigen, und bekam dabei eine dritte Kugel in den Rücken, die auf ber rechten Seite eindrang und an der Schulter den Körper verließ. Spuren an den Kleidern lassen erkennen, daß noch ein vierter Schuß gefallen ist, der aber Schulmeyer nur gestreift hat. Der auf den Tod Verwundete hieb nun mit aller Macht auf das Pferd, das in schärfstem Galopp davon- jagte. Als^das Fuhrwerk an dem am Ausgang des Waldes gelegenen Treburer Forsthaus ankam, rief Schulmeyer den bafelbft wohnenden Förster Luley mehrmals mit Namen und hielt den Wagen an. Luley kam herbei, erkundigte sich voll Schrecken nach dem, was vorgefallen, und setzte Schulmeyer auf dem Wagen zurecht, er sprach mit erschöpfter Stimme den Wunsch aus, so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Luley nahm das Pferd am Zügel, um den Verwundeten nach Mörfelden zu bringen. Unterwegs erblickte er einen im Feld arbeitenden Mann, dem er das Fuhrwerk anvertraute, um sich selbst schleunigst in den Wald zu begeben und dort Nachforschungen nach den Wegelagerern anzustellen. 1 fand aber, wie hier bemerkt fei, von ihnen nicht die 1 geringste Spur. Schulmeyer weiß auch nicht, ob sie, nachdem er den Wagen bestiegen, ihn verfolgt haben. Kurz nach 6 Uhr kam der traurige Zug in Mörfelden an. Der sofort 1 herbetgerufene Arzt, Herr Dr. Hammacher, erklärte alsbald,
Briefkasten.
Herrn H. M..... Wegen Unregelmäßigkeiten in der Zu
stellung unseres Blattes wollen Sie sich für die Folge nur an das dortige Postamt wenden. Exped.
Temperatur der Lahn^ und Luft
gemessen n.ch R-aurnur ,m 31. August, zwischen 11 unb 12 Uhr: Wasser 16*/i Grab, Luft 14 Grab Im Schatten.
Rübsamen'sche Babeanstalt.


