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Darmstadt, 28. Mai. Das jetzt festgcstelltc officielle Programm der Feier deS 25jäh- riqen Jubiläums des Großhcrzogs geht dahin: Am 16. Juni, Abends 6 Uhr, Ginläuten mit allen Glocken; halb 10 Uhr, Serenade, von der Bürgerschaft gebracht. 17. Juni, Morgens 7 Uhr, Geläute; um 9 Uhr Gottesdienst; um 10 Uhr Versammlung der Behörden und Aller, welche sich am Fcstzug betheiligen, auf vem Rathhause. Morgens halb 11 Uhr Zug in das

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London, 28 Mai. WieReuter's Office" meldet, machen die Republi- kaner in Spanien große Anstrengungen, Espartero zu bestimmen, daß er die Präsidentschaft der Republik annehme

JlußlunÖ.

Petersburg, 29. Mai. Nachrichten aus Chiwa zufolge haben die Chisak-Abtheilung von Kasalinsk des Expeditionscorps ihre Vereinigung bemerk- fteHißt. Der Schah von Persien verläßt heute Petersburg.

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____ _____ , Name Liebig fortleben in dem Munde der !Nachwelt/für welche er diese edlen Schätze gehoben hat. Ist er doch einer der ersten, , von dankbarer Mutterlippe genannt, das Ohr des Kindes berührt! Tönt er doch trostbringend wieder auch in dem Herzen des Greises, welcher, gekräftigt durch die ihm von Liebig gewürzte Nahrung, die Bürde des Alters minder drückend em­pfindet! Und einigen sich doch alle Lebensalter zum Lobe des Meisters, wenn ein Jeder von der Ueberzeugung durchdrungen ist, daß er, ausgerüstet von ihm, der er­höhten Anforderung des Augenblicks eine höhere Leistung enlgegenzubringen vermag, der Reisende, Anstrengungen länger zu ertragen, der Soldat, den Strapatzen des Krieges besser zu trotzen, der Arbeiter, ein größeres Maaß von Arbeit zu verrichten! Wird nicht der Name Liebig auch >n den Wohnstätten des Leidens gepriesen, wenn mit Hülfe der heilkräftigen Mittel, welche sein Genius gespendet, dem erschöpften Körper neue Kräfte zuströmen, oder wenn die Angst vor dem drohenden Schmerz in glücklicher Bewußtlosigkeit gelöst wird, oder wenn endlich der Schlaf, erquickend und gesundheitbringend im müden Auge sich einstellt? Alle diese Worte des Dankes aber verklingen in dun tausurdstimmigeu Jubelchore des Landmanns, wenn er sc .ncud des großen Mannes gedenkt, dessen Lehre ihn in den Stand gesetzt hat, nicht nur die Fruchtbarkeit seines Ackers zu sichern, sondern den Ertrag seiner Ernten auf der Höhe oes gesteigertem Bedürfnisses zu halten!

9Jiit solchen Empfindungen wird die Nachwelt auf das erhabene Bild Lieb i g' s zurückblicken. Allein für diejenigen, welche mit ihm gelebt haben, für die zumal, welche -in glücklicher Stern in seine Nähe geführt hat, flicht sich in die Bewunderung des großen Forschers die köstliche Erinnerung an all' die herrlichen Eigenschaften des edelsten Mannes, des liebevollsten Lehrers, des hingehendsten Freundes.

Es sei einem Schüler Liebig's, der viele Jahre mit ihm verkehrt hat, ge­stattet, auch noch des Chara.cters des Heimgegangenen, wenn auch nur in wenigen

Schmelz.

Bern, 28. Mai. Der Berner Große Rath hat bei der Berathung de« KirchengescheS die Civilehe mit großer Mehrheit angenommen. 42 Mit­glieder beantragten die neue Vorlage des vom Volke verworfenen Ges-tzes nber die Erhöhung der Besoldungen. - Di- Minderheit des Großen Mathes des Cantons Neuenburg legte bei dem Bundeorath Berufung em gegen den Be­schluß des Großen Mathes, das neue Kirchengesetz nicht zur Volksabstimmung zu bruW-n. DasJournal de Genöve" veröffentlicht einen Ge-

setzentwurf über die Organisation des katholifchen Cnltus. Hiernach wird der Canton in Parochien eingetheilt. Die Parochie ernennt den Pfarrer und eine Commission mit administrativen Befugnissen. Der von dem Pfarrer zu leistende Eid entspricht dem bisherigen. Der Gesammtcultus wird durch eme besondere Oberbehördeconseil supärieur geleitet. Dieselbe besteht aus 20 Laien und 5 Geistlichen, welche sämmtlich gewählt werden. Eine Suspension der Geistlichen kann der Staatsrath wegen Amtsverletzung, die Dlocesanbehorde wegen eines Disciplinarvergehens verhängen.

3kfijien.

Brüssel, 29. Mai. Man schreibt derJnd6pendance" aus Versailles: Es gehe das Gerücht in der Kammer, Graf Chambord sei in Frankreich an­gekommen. Die Rechte beabsichtigt eine Interpellation betreffs der Instructio­nen an den Gesandten Fournier wegen des Klostergesetzes.

Omnia nos itidem depascimur aurea dicta, Aurea, perpetua semper dignissima vita.

Wenn ein solcher Mann aus unserer Mitte scheidet, ein Mann, in dem wir unsere schönsten Ideale verkörpert sahen, und dessen geistiges Schaffen wir für alle Seit mit tausend Fäden in das Leben der Nation verwebt wissen, da muß m uns Men das Verlangen erwachen, auch das äußere Bild des Geschiedenen, wie er unter uns wandelte, in weithinleuchtender Form den kommenden Geschlechtern zu erhalten. Wer ist in dieser Versammlung, der nicht von dem Wunsche beseelt wäre, daß sich m kürzester Frist die Statue des großen Forschers erhebe, set's an der Stelle, wo seine Wiege stand, und der er treue Anhänglichkeit bis an's Ende seines Daseins bewahrte, sei's, wo ihm der Abend seines Lebens dahinfloß und wo er die letzte Ruhestätte ge­funden, sei's endlich in der lieben Universitätsstadt an den Ufern der Lahn, von der er den Ruhm des deutschen Namens in die entferntesten Wclt'.heile getragen hat, und mit welcher die Erinnerung an seine glänzendste Thätigkeit für alle kommenden Betten verknüpft ist? Verwirklichen wir diesen Gedanken; vereinigen wir uns zu dem edlen Werke! Ueberlassen wir die Ehre, dem Andenken des großen Meisters den Zoll der Dankbarkeit bezahlt zu haben, nicht einem späteren Geschlechte! Wir, die wir ihm tu Füßen gesessen, wir, die wir an seinen Lippen gehangen, die wir seine Hand in der unsrigen gehalten haben, wir seine Schüler, seine Freunde, feine Zeitgenossen, wollen ihm das Standbild errichten! An Hülfe wird es nicht fehlen, m allen Gauen unseres Vaterlandes wird ähnliches Verlangen empfunden, ja weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, in allen Ländern des Erdballs wird man es für eine Ehre galten, sich an dem Werke zu beteiligen, und wir dürfen der frohen Hoffnung leben, daß schon nach wenigen Jahren unserem großen Meister ein Denkmal erstehen wird, wie es reicher und schöner keinem anderen deutschen Naturforscher jemals geworden ist.

ermäßigen.^ - . 26. Akai Thicrs Hal einen Thcil des Vormittags damit

verbracht, daß er die Wegschaffung seiner Gemäldegalerie beaufsichttgte. die in verschiedenen Sälen des Hotels der Präsidentschaft untergebracht war. Er empfing eine Deputation des Versailler Municipalrathes. und einer ber Tepu- tirten äußerte bei dieser Gelegenheit, er hoffe, daß man ihn eines Tages wie­der auf seinem Posten als Präsident der Republik sehen werde. Thiers begnügte sich zu lächeln, ohne ein Wort zu erwidern. Was den alten Staatsmann am meisten verletzt hat, war der Umstand, daß Mac Mahon m seiner Proclama- tion kein einziges Wort der Theilnahme und Anerkennung für ihn gesagt hat. Thiers, der es nicht vergessen hat, daß der Marschall ihm seine hohe mtljta- rjschx Stellung verdankt, die es demselben erleichterte, seine Niederlage bei Wörth etwas in Vergessenheit zn bringen, hat sich nicht enthalten können, einige Deputirte der Linken auf diesen Mangel an Schicklichkeitsgefuhl aufmerksam zu

(Schluß aus voriger Nr.)

Es wäre seltsam gewesen, wenn ein Forscher, dem sich das Pflanzenleben in so wunderbarer Weise erschlossen, nicht auch die Gesetze des thtenschen Lebens nut m den Kreis seiner Studien gezogen hätte. In der That sehen wir ihn denn auch«schon wenige Jahre nach dem Erscheinen des epochemachenden Werkes über Agncullurchemie, mit einer Arbeit auf dem verwandten Gebiete, mit seinem Buche:Die orgamiche Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie" an die Oeffentuchketl treten. Und von dieser Erstlingsarbeit an, welche der Forschung neue Wege bahnte, bis an den Spätabend seines Lebens hat Liebig nicht aufgehort, für die Losung bet mannichfaltigeu bei dem Studium der Processe im Thierkorper sich aufdrangenden Fragen seine besten Kräfte einzusetzen. .. f

Diesen Anstrengungen entsprechend sind auch hier die Erfolge. Ebenso wie m den Ansichten über die Ernährung der Pflanze, ist auch in der Auffassung des thtenschen Ernährungs-Processes mit den Arbeiten Liebig's ein völliger Umschwung eingetreten. Seine bewunderungswürdigen Untersuchungen über die Bestandtheile des Thierkorpers und die sich aus ihnen ergebende Auffassung des Stoffwechsels führten ihn zur Unter­scheidung der blutbildenden und fettbildenden Nährstoffe, der plastischen und der Nespirationsmittel. Sie gaben neue Aufschlüsse über den Athmungsproceß und ge­statteten die ersten klareren Einblicke in Ursprung und Wesen der thtenschen Warme. Wie diese Ergebnisse rein wissenschaftlicher Forschung sich schnell im Dienste des Lebens verwerthet haben, wem wäre es unbekannt geblieben? Wer wüßte nicht, daß unsere Hausfrauen aus Liebig's Munde zum ersten Male erfuhren, auf welche

Worten, zu gedenken. .... n r

In seinen Beziehungen zu den Menschen von einer Gradhetk, die keine Verstel­lung kannte, von einer unbestechlichen Wahrheitsliebe, der selbst ein unwahrer L-cherz zuwider war; jedes Wort, jede Bewegung gewinnende Freundlichkeit, doch stets gepaart mit maaßvoll.r Würde, dte den Unberufenen fern hielt. Im Umgang mit vertrauten Freunden von einer einfachen Herzlichkeit, die Alle mit unwiderstehlichem Zauber er­füllte; das Gespräch in diesem Kreise stets bedeutend durch den Inhalt seiner Aeuße- rungen, in denen Adel der Gesinnung neben fast kindlicher Heiterkeit des Gemüthes, Bewußtsein eigener Kraft neben bereitwilliger Anerkennung fremden Verdienstes sich funDQüb. Im Streit mit dem Gegner jede zweifelhafte Taktik verschmähend und nur seiner guten Sache vertrauend: durch unberechtigten Widerspruch leicht reizbar, und dann hochaufflaminend und im heiligen Eifer wohl auch einmal über das Ziel hinaus- schießend, aber im nächsten Augenblick schon einer besseren Ueberzeugung zugätiglich und selber versöhnungsbcdürftig, stets bereit, die Bitterkeit der Debatte in be­gütigenden Worten zu lösen. Den Schülern gegenüber, bei aller Gemessenheit des Benehmens, von einem liebevoüen Wohlwollen, in dem auch der Schüchternste Er- muthigung fand, von einer selbstlosen Hingebung für die Strebsamen, welcher kein Opfer zu groß war, und von einer werkthätigen, weit über die Zeit des persönlichen Verkehrs hinausreichenden Theilnahme für alle diejenigen, welche gezeigt batten, daß sie einer Leistung fähig seien. Was er auch nach dieser Richtung hin der Wissenschaft genützt hat, indem er nicht nur die eignen Schüler, sondern einen großen Theil der jungen Generation der Fachgenossen thatkräftig gefördert hat,cs ist" um die Worte zu gebrauchen, in denen er selber von Humboldt sprichtes ist nicht zur Kunde der Welt gekommen, allein es ist in unser Aller Herzen zu lesen."

Aber tiefer noch als die Erinnerung an das liebevolle Wohlwollen, welches er uns entgegentlug, an die Unterstützung mit Rath und That, welche unsere A beiten bei ihm fanden, an die fördernde Hülfe, welche - beglückend, weil unverlangt unsere späteren Lebenswege geebnet, tiefer ist es in unsere Herzen eingegraben, daß er 1 mis gab, was uns als das Höchste erscheint: die Liebe zur Wissenschaft- Und mir, bem es vergönnt war, die schönsten Jugendjahre in der Nähe des unvergleichlichen Mannes zu verleben, mir, der ich ihm mein Alles verdanke, und dem er ein väter­licher- Freund war durch's Leben mir sei es gestattet, die Gesühle auszusprechen, mit denen wir, seine Schüler, auf unsere Lehrzeit zurückblicken. Dankbar wie wir ihm

: dafür sind, daß er zuerst das Buch der Naturerscheinungen für uns aufschlug und ihre

: keheimnißoolle Sprache uns deutete, hoch wie uns die Kunst gilt, die er uns lehrte, die Kunst, das Ganze in seine Theile zu scheiden, und die Theile wiederum zum

Ganzen zu vereinen, groß wie er uns dasteht, als Vorbild der Opferbereitschaft im

Dienste der Wissenschaft, der unerfchütterlichen Ausdauer im Ankämpfen gegen Schwierigkeiten, der strengsten Gewissenhaftigkeit in der Beobachtung und der rücksichts­losesten Wahrheitsliebe in der Deutung der Erscheinungen, für höher und größer und dankenswerther halten wir es, daß er das heilige Feuer in uns weckte, daß er die Begeisterung für die Forschung in uns anfachte, daß er uns gewöhnte, die Naturer- kenntnitz als die höchste Aufgabe des Menschen zu betrachten! Wohl gelten von ihm die Worte, mit denen Lucrez fein hohes Vorbild feiert:

Tu pater, es re rum inventor, tu patria nobis Suppeditas praecepta, tuisque ex, inclute, chartis, Floriferis ut apes in sallibus omnia libant,

be ten in' »»n militärischer Seite. Am 17. Abends F-stball in derVereinigten Gesellschaft." -

MtrieaVÄ den Flei chreichihnm einer onderen'Regierungsblatt enthält di- Ernennung d-s Senator« Dr. Jur Otto Wendt in Rostock -um

Än" den minder''Äa'ittisüaien europäischen Nationen fngänglich gemacht hat. und ordentlichen Prosessor in der luristischen Fakultät in Gießen und d-s °rd-ntl,ch-n Profesiors der feu"e Me^pffStanZ Bande umschlingt?" ffie? endlich wäre beS Theologie Dr. Keim in Zürich »um ordentlichen Professor ,n der evangelisch-theologischen Fatal-

, rf ~ k.P 11-,.p Neaieruna! Wenn man die Summe dessen in's Auge faßt, was Liebig für das Wohler-

Rothschild hat heute eine Unmasse Renten gekauft, nm Die neue "gl be§ Genscher auf dem Gebiete der Industrie oder des Ackerbaues oder der ru unterstützen. Varis ist vollständig ruhig. Doch wird dasselbe noch Dag mfIeßC ber Gesundheit geleistet hat, so darf man kühn behaupten, daß kein anderer

irnn starken Reiter-Patrouillen durchzogen. Der Soir schreibt iro- Gelehrter in seinem Dahinschreiten durch die Iah'.Hunderte, der Menschheit em

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anzueignen. Wir können diese drei Parteien wegen ihrer Weisheit im Siege nicht M ,) man versichert, soll die Majorität der National­

versammlung, um der Wiederkehr der Negierungskris^li vorzubeugen, beschlo sen haben, die Unverantwortlichkeit des Präsidenten der Republik zu sichern und die Dauer seiner Vollmachten auf 5 Jahre festzusetzen. Morgen stader eine Eonferenz der Minister der Finanzen und des Handels mit dem Präsidenten £ E!?£nSoi. statt, nm die Mittel zu suchen, welche gestatten die Gesetze über die Besteuerung der Rohstoffe aufzuheben oder die Tarife öu