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Literarisches.
Häufig genug hat daS neugierige Auge unserer Damen, der prüfende
Straße, wohin er ihnen mit dem bluttriefenden Messer in der Hand folgte. Als er ober sah,
der dem Trünke ergeben und bisweilen Geistesstörung gezeigt haben soll, hat, wie verlautet, aus Eifersucht seiner Frau mit einem Messer den Bauch aufgeschlitzt und auch noch andere Körperverletzungen beigcbracht. Der rc. Windlcr ist bereits an's Kreisgericht hier eingeliefert und hat sich die Gerichts-Commission nach dem Orte der That zur Aufnahme des Thatbestandes begeben. Die Frau soll noch leben.
— Eine blutige Tragödie spielte sich am Sonntag Morgen in einer Straße in Wahlworth,
vielleicht willkommene Belehrung gewidmet sein.
Die Redaction einigt sich in 8 Damen. Namhafte künstlerische Kräfte, 7 Zeich- nennnen und 6 Zeichner, liefern das Material, welches 25 Holzschneider beschäftigt, daneben aber noch für die Modenkupfer 24 Stahl-Stecher und -Drucker und 3 beim Druck beschäftigte Mädchen beansprucht. Colorirt werden die Modenkupfer von 16 Eolonstcn und 42 Coloristinnen.
daß sie feiner Wuth entgangen seien, verübte er Selbstmord, indem er sich den HalS von Ohr zu Ohr abschnitt. Die verwundeten Kinder wurden in ein nahegelegenes Hospital geschafft.
Frankfurt. Zu den reizenden Naturgenüssen, welche unser jetzt im herrlichsten Blumenflor prangender Palmengarten bietet, hat sich vurch die Wiedereröffnung der im vorigen Jahre errichteten Kunsthalle (links vom Eingänge) ein neuer Anziehungspunkt gesellt, welcher dem kunstliebenden Publikum angelegeutlichst empfohlen werden muß. Eine zwar kleine, aber gehaltvolle und abwechslungsreiche Gallerie von Gemälden ist daselbst aufgestellt, in welcher sich zunächst unsere heimischen Künstler beinahe vollzählig finden, daneben aber auch Münchener, Düsseldorfer, römische und französische Maler mit Beiträgen vertreten sind. Während die Mehrzahl der ausgestellten Werke dem Privatbesitz hiesiger Kunstfreunde angehört und nur durch deren freundliches Entgegenkommen zeitweilig hier der Oeffentlichkeit überlassen worden ist, fehlt es' auch nicht an werthvollen Piecen, welche birect aus den Ateliers ihrer Schöpfer kommen, um hier ihre Liebhaber, beziehentlich Käufer zu finden.
Freunden und Kennern des künstlerischen Schaffens sei daher der Besuch der Ausstellung bestens empfohlen, und wir sind überzeugt, daß sie Jeder mit hoher Befriedigung verlassen wird.
Darmstadt, 26. Mai. Gestern Abend fand in der großen Ochsengasse zwischen Militär und Civil eine großartige Schlägerei statt, wobei ersteres von der blanken Waffe Gebrauch gemacht haben soll.
— Der in Iowa erscheinende „Jasper Republican" erzählt folgende Geschichte: „Seit einiger Zeit hatte eine Schaar Musquakies-Judianer ein Lager in dem nordwestlich von Colfax
r?n ber Druckerei der Modenwelt sind beschäftigt 10 Setzer und 4 Correctoren; 7 Maschinenmeister und 14 an den Maschinen beschäftigte Mädchen; 1 Papierzähler und 1 Papierfeuchter, 4 Satin,ree, 1 Feuermann und 1 Abzähler für die fertigen Nummern. — Dazu kommen noch 13 Stereotypeure, 2 Buchbinder zum Falzen und 4 Falzerinnen. 0
, Die Expedition, das Packen und Ausfahren der Packete beschäftigen schließlich
Personen. Also in Summa 205 Personen, 78 weiblichen und 127 männlichen Geschlechts, sind unermüdlich thätig, der schönen Leserin alle vierzehn Tage den willkommenen Rather und Helfer am Toilettentische zu schaffen.
Wenn der Verleger beim Verbrauche solch enormen Arbeitsmaterials den Preis für die einfache Ausgabe auf nur 12'/2 Sgr. und für die Ausgabe mit Kupfern auf IVe Thlr. vierteljährlich stellen kann, so wird Dies nur durch den Massenabsatz ermöglicht, dm die Modenwelt allerdings mehr als jede andere Modenzeitung gefunden Hal. a
nur eine mäßige Saatfurche vertragen kann, allein immerhin sind zeitweilige Controlversuche gut, weil es nicht gut ist, immer das zu glauben, was gelehrt wird.
einer südlichen Vorstadt Londons ab. Ein Zimmermann, Namens Siblev, dessen Benehmen Blick der sorgsamen Hausmutter, sich Raths erholt in der Modenmelt"- Ins, bereits seit einiger Zeit guten Grund zu der Annahme gab, daß sein Geisteszustand ein zerrüt- nächste Balltoiletle oder daS neue Sommercostüm in „gediegener Elesanr“ ru schaffen teter fei, attaquirte, durch das Schreien eines seiner Kinder ärgerlich gemacht, seine Frau, die chn oder wie den Bedürfnissen der Heranwachsenden Kleinen in „geschmackvoller Einfachheit“ zu beruhigen suchte, nut einem Tranchrrrnesser. Er ergnfl sie bei den Haaren und nachdem er abzuhelfen sei; der Rath wurde in der reichen Fülle des Materials leicht oefunlX sie durch das Zimmer geschleppt, brachte er ihr einen Schnitt am Halse bei, der den Kops fast doch selten ist dabei wohl bedacht worden, welche Arbeitskräfte sich entfalten müllen vom Rumpfe trennte. Dann stürzte er sich auf seine vier laut weinenden Kinder, verwundete, ein Werk wie die Modenwelt in solch seltener Vollenduna und Allseitigkeit ru scballeu eines, am Arme und ein anderes am Kopfe; die anderen beiden Kinder flüchteten sich auf die Eine kurze Notiz hierüber mag Vn kunVSS des
iRnnn vnif hnm hlitfK-ii'fnnSntt STDpfirr in hpr .CSnnS FnTnfn 9116, pv nficr fnh ™: rr X., ... ™ .r........ . . • v ... ., r . ■ 9 * Hltll Uly
gelegenen Walde aufgeschlagen, wo sie sich ruhig verhielten und mit Jagen unb Fischen re. beschäftigten. Vor Kurzem erhielten sie ihre Jahrgelder, wodurch sie in den Stand gesetzt wurden, sich geistige Getränke zu verschaffen. Siner der Indianer ermordete in berauschtem Zustande sein Weib; seine Stammgenossen richteten ihn und verurtheilten ihn zum schlaflosen Hungertode. Er wurde demgemäß auf einen Holzblock so festgeschnallt, daß die einzige Erleichterung, die er sich verschaffen konnte, darin bestand, daß er seinen Kopf von einer auf die andere Seite legen, seine Augen wenden und die Zunge bewegen konnte. Man reichte ihm weder Speise noch Trank, noch wurde ihm gestattet, zu schlafen. Unter beständiger Bewachung wurde das Urtheil so lange vollstreckt, bis der Indianer starb. Mit charakteristischer Ruhe ertrug er die Qualen der Situation unb gab nach achttägiger Tortur unter fürchterlichen Leiben feinen Geist auf."
Laudwirthschaftliches
(Mitgetheilt von der höheren landwirthschaftlichen Lehranstalt in Worms.)
Zum Gypsen des Klee's. Mehrfach würben bit Lanbwirthe schon barauf aufmerksam gemacht, baß bas Gypsen bes Klee's nicht, wie von altersher gebräuchlich im späten Frühjahre, sondern schon im Winter vorgenommen werden müsse; allein, mir bei allen landwirthschaftlichen Lehren, so braucht auch hier die bessere Lehre Jahrzehnte, bevor sie von der Masse ber Bevölkerung Anerkennung finbet. Es müssen bah er immer unb immer wieber bie nützlichen Erfolge vorgeführt werben, bamit allmählig ber Eifer zur Nachfolge wächst. Friebrich Jung- cheim aus Neusans berichtet uns, baß er Anfangs bes Monats Januar bieses Jahres ein mit ewigem Klee bestelltes Feld zur Hälfte gegypst habe unb baß auf biesem Theile ber Klee jetzt schon gut um 2 Zoll höher sei, als auf dem anberen Stücke. Der Gyps erlangt durch daS frühzeitige Ausbringen eine vollkommenere Lösung und vermag aus diesem Grunde günstiger auf die Aufschließung der Bodenbestandtheile zu wirken.
Rohrkultur. Einem Berichte der Bürgermeisterei Hälingen zu Folge hat das dortige Gemeindesumpfland im Jahre 1872 einen Erlös für Rohr von 98 Thaler pro Morgen erbracht, also weit mehr als das beste Weizenland bringen kann.
liebet den Einfluß der Ackerbestellung auf die Noggensaat wurde uns von Friedrich Müller auf Hof Scnnbach mitgetheilt, daß er im vorigen Herbste ein Feld, das zur Aufnahme von Roggen bestimmt war, in der Art vorbereiten ließ, daß die Saatfurche auf dem einen Theil 6 Zoll, auf dem anderen nur 4 Zoll tief gegeben wurde. Herr Müller hat nun gefunden, daß auf dem mit tiefer Saatfurche vorbereiteten Lande sich der Roggen über Winter viel dünner gestellt hat, als da, wo das Land nur eine vierzöllige Saatfurche empfangen hatte. Es ist zwar eine von den Praktikern seit langer Zeit anerkannte Thatsache, daß der Roggen
Börsen berichte.
Frankfurt a. M., 29. Mai. Die Börse eröffnete heute in sehr günstiger Stimmung und erfuhren Speeulationseffeeten, besonders Creditaetien schon bei Beginn wesentliche Cours- aufbefferungen. Als Ursache der festeren Tendenz darf hauptsächlich wohl der gute Verlauf der Liquidation zu betrachten fein. Das Fehlen einzelner Speeulationseffeeten bei der Liquidation veranlaßte die Contremine zu bedeutenden Käufen zu schreiten, welche zur Hebung der Course beitrugen, andererseits waren es aber auch höhere Pariser (Rente 90.90) Berliner und Wiener Course, welche das Geschäft belebten. Im Laufe des Verkehrs trat eine kleine Ermattung auf niedrigere auswärtige Course ein, die jedoch, als später abermals bessere Notirungen einliefen, wieder teilweise, vor Schlußnotiz, ausgeglichen wurde. Ueber die Lage Berlins war heute eine beruhigtere Stimmung vorherrschend.
Staatsbahn eröffneten mit 348 unb blieben nach 346, 347, sonach 8</z fl. besser. Lombarden, bei Beginn 195V2, gingen auf 194dz zurück, um mit 196 gegen gestern 3i/3 fl. höher zu schließen. Grebitactien schwankten zwischen 305—302 V2 unb 304, mithin ca. fl. 10 besser wie gestern. Oesterr. Bahnen fast ohne Ausnahme hoher. Bayer. Ostbahn besser. Oesterr. Prioritäten beliebt. Banken zeigten sich unter bem günstigen Einflüsse ber Nachricht von einer Divibenbe von 27 Proe. ber Berliner Diseontogesellschaft burchgängig hoher. Es abancirten: Prov.-Diseonto 11 Proe., Meininger 63/4 Proe., Darmstäbter 16 fl. Deutsche Effectenbank, Deutsche Crebitbank, Bankverein, Oesterr.-Deutsche, Wechslerbank, Continental ca. 2—3 Proe. Oesterr. Bankaetien blieben 11 fl. hoher. Oesterr. Renten fteigenb. Spanier fest. Loospapiere gesucht. Von Wechseln Lonbon, Paris, Wien unb Schweiz höher. Napoleon's 1 Kr. besser.
Für die arme Clavierlehrerin
ind weiter eingegangen: Frau Rudolph 1 fl. 45 kr., N. N. 1 fl. 45 kr. und S- B. 2 fl. 20 kr.
Um weitere Gaben bittet Die Exped. d. G. Anz.
F r i s ch b ä ck k r zu G i e ß t n.
Am 1. Psingstfeiertage: Hermann Spies in der Wallthorstraße.
Am 2. Psingstfeiertage: Carl Plank in der Wolkengasse und Wilhelm Hartmann in der Neustadt.
fl U g ß m e i n e r Anzeiger.
Versteigerungen.
Grassamen-Versteigerung.
2515) Die diesjährige Grassamenernte in den Domanialwaldunaen der Ober- försteret Schtffenberg soll
Freitag den 13. n. MtS., Vormittags 10 Uhr,
in unserem Geschäftszimmer versteigert werden.
Die zur Versteigerung vorgesehenen Ab- theilungen können Steigliebhabern durch die Großherzoglichen Forstwarie Schlägl, zu Baumgarten und Schlag II. zu Leihgestern vorgezeigt werden
Gießen, den 23 Mai 1873.
Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Georgi.
Aeilgebotenes.
Zur gefl. Beachtung!
2498) Aus bev Kunstmühle der Herren Franz Peppler & Co. empfehlen wir in bester Dualität: Feinstes Blüthenmehl,
„ Waizenmehl Nr. 1,
,, 99 99 2,
und geben wir solches zu denselben Preisen, wie in der Muhle, ab.
I. A. Busch Söhne.
2579) Einige zurückgesetzte Bonnen- schirme verkaufe billigst. P- Frank.
2587) Eine große Auswahl in Damen-Scbmucksachen, sowie 2561) Ein solides Dienstmädchen für feilte Weißwaaren und farbige Hüte zu billigen Preisen, empfiehlt zur eine kleine Familie zum Eintritt auf Jo- Abnahme bestens die Modenhandlung von ! Hanni gesucht. Von wem? sagt die Expe-
Wilkelmme Fuhr, ' dition dieses Blattes
Neue Matjes - Häringe flud eingetroffeu bei (2377) ______I. A. Busch Söhne. 2533) Leere Hopfensäcke, zu Wagentüchern und Viehdecken geeignet, sind zu verkaufen bei Fr. Textor a. d. Hardt.
Wermiethungen.
2578) Ein Familienlogis an eine ruhige Familie zu vermiethen. Reflektanten belieben ihre Offerte unter K. 2 bei der Exped. b. Bltts. einzureichen.
2537) Ein unmöblirtes Zimmer zu ver- miethen. Marktstraße 27.________________
2542) Der unterste Stock meines Hauses nebst Werkstätte und Hofraum ist zu vermiethen und Ende August beziehbar.
Gg. Unverzagt, Schmied.
2576) Im vierten Stocke meines Hauses (Neue Anlage C- 31) ist auf 1. Juli eine Familien-Wohnnng von 5 Zimmern zu vermiethen. Prof. Oncken.
2555) Ein keines Familienlogis zu vermiethen bei Th. Vetzberger Wittwe, Mühlgassc.
Wermisthte Anzeigen.
2480) Einen Lehrling sucht unter günstigen Bedingungen Bernhard Kulimann, Spengler.
Für jStutteruhe.
2564) Anfang nächsten Monats werde ich einen Cursus zur Heilung Stotternder beginnen. Mein Heilverfahren besteht nicht in einer Sprechmethode, sondern ich beseitige die Störungen im Athmungsproceß, entferne die innere Angst und Beklommenheit, und verschaffe eine natürliche fließende Sprache.
Gießen, im Mai 1873. A» JE. Gerdts,
Specialist für Sprachleidende.
Amtliche Anerkennung.
Der unterzeichnete Großherzogliche Kreisarzt für das Medicinal - Amt Mainz I. bescheinigt hierdurch, das Herr A. E. Gerdts während seines 4wöchentlichen Aufenthalts in hiesiger Stadt eine Anzahl notorisch Stotternder vollständig geheilt habe, wovon sich in mehreren Fällen der Unterzeichnete zu überzeugen Gelegenheit hatte.
Mainz, im August 1871. (L. 8.) l>r. Helwig,
Anmeldungen werden im Hotel Cinhorn entgeaen- genommen.
I Fahnenweihe!
Am zweiten Psingstfeiertage findet die Fahnenweihe des hiesigen Gesangvereins statt und erlaubt sich derselbe Freunde des Gesangs zu diesem Feste einznladen.
Steinberg, am 29. Mai 1873. Der Dorstand.


