Muntcipium von St. Leopolds findet in den Schulen, welche deutsche Lehrer haben, der Unterricht ausschließlich in jener Sprache statt, was conveuirt, sofort verschwinden zu lassen, denn die Nationaleinheit hat kein Mitleid mit einer solchen Lage der Dinge."
Dazu kommt noch die Gefahr, von den Indianern überfallen und ermordet zu werden. (S- 18) : Hier mögen von den vielen Fällen aus der letzten Zeit nur einige angeführt werden. In den Wäldern des Districts von St. Francisco de Paula da Serra wurden mehrere Theesammler von einer Indianer-Rotte überfallen und getödtet. Noch im Januar und Februar d. I. sind aus den nördlichen Provinzen viele vereinzelte Fälle von Mord uiib Raub durch Indianer zu berichten gewesen; abgesehen von denen, die nicht in die Oeffentlichkeit dringen oder sich in kleinen Dimensionen bewegen. Die Bewohner von Moura und Ayren am Rio Negro waren von den Indianern gänzlich vertrieben und diese näherten sich selbst der Hauptstadt Manaos. Ebenso klagt man in Serpa über wiederholte Einfälle der Indianer. Kürzlich haben sie wiederum vier Weiße ermordet und mehrere tödtlich verwundet, ihnen Alles geraubt und sich dann in die Wälder zurückgezogen. , ~
S. 19. Wie ungeheuer die Sterblichkeit unter den Eingewanderten tu Folge des ungewohnten Klimas tst, be- beweist schon der Umstand, daß selbst nach Abnahme der Einwanderung in Rio von 6000 Personen, die im Jahre 1859 einwanderten (bis auf 3100 im Jahre 1860 und noch viel weniger während des letzten Jahres) einem Mini- sterialbericht zufolge, bis jetzt 3474 Ausländer auf deu Kirchhöfen von Rio begraben worden sind. Von den im Jahre 1858 nach Brasilien ausgewanderten 360 Pommern waren im folgenden Jahre bereits 232 begraben, während von den übrigen 128 noch weitere 84 in den Spitälern von Rio lagen. Am gelben Fieber starben in diesem Jahre in Rio vom 16.—28. Februar durchschnittlich täglich mehr als 41 und an den Blattern 51 Personen. Im Ganzen starben tu 13 Tagen 1033 Personen, wie denn in Brasilien überhaupt wegen völliger Vernachlässigung der Impfung die Sterbltchkett an dieser Krankheit allein so bedeutend ist, daß sie in der Einwanderung nicht Ersatz findet. Nach einem ziemlich genauen statistischen Überschläge haben die Epidemieen in den letzten 5 Jahren mindestens 150,000 Menschen gekostet, während die Zahl der Einwanderer kaum auf 20,000 zu veranschlagen sein dürfte.
Hat bei solchen Verhältnissen die preußische Negierung nicht Recht, wenn sie den brasilianischen Agenten verboten hat, ihr Werbegeschäft bei uns zn treiben, um Tausende ins Elend zu führen? Und müssen wir unserer Negierung nicht danken, daß sie das Schristchen zu verbreiten sucht, welches geeignet, Jedem die Augen zu öffnen, der nicht blindlings seinem Verderben entgegen gehen will?
Druck der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.


