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Der Rücktritt des Präsidenten,

Abend ersichtlich auch in Negicrungskreisen noch nicht erwartet.

Die Rechte in

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, Die Garnison ist noch immer consignirt. In Lyon standen die Truppen seit gestern Mittag marschbereit, um etwa ausbrechendc Unordnung sofort zu unterdrücken. In Paris wurden gestern keine Verhaftungen vorgenommen. Rur vier junge Leute, welche sich widersetz­ten, als man den Bahnhof von St. Lazare räumte, wurden fcftgenommen. In der Nähe des Bahnhofes waren von 11J/2 Ußr an Truppen aufgestellt. Das Gerücht, alle republikanischen Abgeordneten wollten ihre Entlassung cinreichen, ist falsch.

Die Nachrichten aus Versailles haben eine begreifliche Sensation ber- vorgerufen. Auf der gestrigen parlamentarischen Soiree des Fürsten Bismarck

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wonach sie seit ihrer Entstehung vor drei Jahrhunderten gestrebt haben. Auf tflCUllUTid).

ihr Betreiben kam es zur Verkündigung des Dogmas, dem gemäß der Papst

allein endgültig über die Glaubens- und Sittenlehre der katholischen Kirche zu Mai. Durch Gesetz vom 17. Februar 1871 in Bordeaux

entschieden, nach der oben dargelegten Doctrin der Jesuiten also auch über das Zum Präsidenten der Republik ernannt und durch Abstimmung vom 24. Mai

Thun und Lassen der Katholiken bezüglich der Beziehungen zwischen Staat und 1873 in Versailles zum Rücktritte bewogen, hat Herr Thiers die Regierung

Kirche, über deren Verhalten den Angehörigen anderer Confessionen und unter Landes zwei Jahre drei Monate und sieben Tage geführt- Frankreich wird Umständen selbst den Staatsgesetzen gegenüber im Gewissen bindende und mit 110 4 oft Gelegenheit haben, dieses Interims zu gedenken, das eine Periode ein-

den Androhungen der schwersten Kirchenstrasen begleitete Decrete zu erlassen be- leitete, in der seine theuersten Angelegenheiten von blinden Parteiführern ent-

rufen ist. Da heutzutage notorisch die Ideen und Tendenzen der römischen schieden werden sollen, die, das ist unzweifelhaft, von Fäden gelenkt werden, Curie mit denen der Jesuiten völlig identisch sind, so leuchtet ein, mit welch ^ie durch mehrere Hände gehen, schließlich aber am Schreibtische des schwarzen furchtbarer Macht die culturfeindliche und staatsverderbliche Richtung dieses Papstes Zusammentreffen. Daß der berühmte Finanz-Minister Napoleon's, Ordens gerade in unserer Zeit und gerade für unser deutsches Vaterland aus- Magne, die Finanzen erhalten hat, ist zunächst auf die Börse berechnet, sodann gerüstet erscheint, dessen Wohlfahrt und Gedeihen wesentlich auf dem friedlichen ^er eine bedeutende Conccssion an die Bonapartisten, die jetzt wieder die und verträglichen Nebeneinanderleben der verschiedenen Religions-Genossen- -Leckelmeister Frankreichs werden.Magne ist gleichbedeutend mit Anleihe!" schäften beruht. hieß es unter Napoleon III. Wer die Franzosen nur einiger Maßen kennt,

Im Vertrauen auf diese Macht mißbrauchen denn auch die Mitglieder der weiß, welches Anseheu diejenige Partei, und wenn sie sonst noch so verhaßt des Ordens rücksichtsloser als je gerade in unseren Tagen allenthalben, nament- zu haben pflegt, welche die größten Geschäfte macht und die Börse regiert,

lich in den Städten Köln und Bonn, die Kanzeln zur Aufwiegelung des Vol- 3n derAera der kleinen Männer" ist Magne eine Größe. Die Majorität,

kes gegen Andersdenkende, zumal gegen die Leugner der päpstlichen Unfehlbar- die Vroglie zum Siege über die Regierung des Herrn Thiers führte, wird

keit und der damit zusammenhängenden kirchlich-politischen Sätze, indem sie die- vom Kaiserreiche protegirt werden. Mit diesem Kolbenschlage schloß Thiers

selben als die schlimmsten Verbrecher, als Empörer gegen das göttliche Gesetz, seine Rede in der Samstagssitzung. Der Ton, der durch seine ganze Rede geht, dem Hasse und dem Fanatismus der urtheilslosen Menge, preiszugeben sich nicht war fest, männlich, staatsmännisch, doch nicht ohne einen herben Beigeschmack entblödet. Mittelbar werden selbst die Staatsregierungen von ihnen dem Volke iener bitteren Ironie, die der Alte in großen Momenten so meisterhaft zu ver- als Feinde Gottes und der Religion denuncirt durch unwahre Schilderungen wenden versteht. Auch Casimir Perier sprach als entschlosseuer, überzeugter

der Lage des Papstes und seiner Verlassenheit seitens der weltlichen Mächte. Patriot, der sich langsam, doch fest von dem Satze durchdrungen fühlte, daß

Welche Früchte dieses staatsgefährliche, in religiösem Gewände auftretende, po- bas Provisorium eine wachsende Gefahr für Frankreich sei und die conservative litische Treiben dem Deutschen Reiche bringen muß, hat uns jüngst die leiden- Republik unter den obwaltenden Verhältnissen die einzige Möglichkeit biete, die schaftliche Aufregung der gesummten ultramontanen Partei bei Gelegenheit der Anhänger von drei Dynastieen und drei republikanischen Färbungen unter einem

Debatten über das Schulaufsichtsgesetz in den preußischen Kammern deutlich friedlichen Systeme zu vereinigen. Daß höhere Einflüsse sich bei der Entdeckung

genug bewiesen, eine Aufregung, die von den unter der Herrschaft jenes berneuen Aera" geltend gemacht, wird von den Ultramontanen und Legiti-

Ordens stehenden geistlichen Behörden amtlich und systematisch erzeugt und ge- misten gar nicht in Abrede gestellt. Thiers hatte sein System auf eine weise

pflegt ward. und feste Politik des Centrums berechnet, aber in Krisen wurden in Frankreich

Aus diesen Gründen scheint es geboten, unverzüglich Maßregeln der von jeher die Gemäßigten und Besonnenen von den Fanatikern und Ehrgeizigen

Nothwehr zu ergreife«, damit nicht still und unvermerkt im Innern des zunächst überrannt, bis das Land zum Einlenken zwang. Die Heuchelei der

Reiches jene feindliche Macht erstarke, die in verhängnißvollen Augen- Heuen Regierung besteht darin, daß Buffet unter dem rauschenden Beifall der

blicken, etwa im Bunde mit äußeren Feinden, unsägliches Verderben Rechten erklärte, es handle sich nicht darum, irgendwelche Veränderung in den

über das Vaterland zu verbreiten im Stande wäre. Wenn die Gesetz- Gesetzen und Einrichtungen vorzunehmen. Diese Versicherung wird auch von gebung des Deutschen Reiches die freie Bildung von Vereinen garantirt, Mac Mahon den Präfecten ertheilt. Also ist gar kein Jrrthum möglich:

so kann sie unmöglich solche Vereinigungen für zulässig erachtet haben, Frankreich ist nach wie vor Republik, und seine Regierung ist eine republika-

bere» Bestrebungen die Grundlagen und Existenzbedingungen des Reiches nische! Was will man mehr?

selber untergraben. Da nun nach unseren obigen Ausführungen bei Das amtliche Blatt kündigt in seinem officiellen Theile Thiers" Ent- dem Orden der Jesuiten dies nachweislich der Fall ist, so erlauben wir lassung und die Ernennung seines Nachfolgers folgender Maßen an:Die uns, dem Hohen Reichstage die Petition ehrerbietigst zu unterbreiten, "Nationalversammlung nahm in ihrer Sitzung vom 24. Mai die Entlassung des Hochderselbe möge dahin wirken, daß der staatsverderblichen Herrn Thiers an und wählte zum Präsidenten der Republik den Marschall Wirksamkeit des Jesuitenordens auf gesetzlichem Weg e Mac Mahon, welcher angenommen hat." In seinem nichtamtlichen Theile ver­ein Ziel gesetzt werde. öffentlichr das amtliche Blatt das telegraphisch bereits im vollen Wortlaute

Diesem Anträge uns anzuschließen, nehmen auch wir katholische Bewoh- mitgetheilte Schreiben Mac Mahon's an den Präsidenten der National-Ver- ner der Stadt Gießen keinen Anstand, mit Bezug darauf, daß es in der un- sammlung, welches heute Nachmittags an den Mauern von Paris angeschlagen serem Lande angehörigen Reichsfestung Mainz bekanntlich ebenfalls Angehörige wurde. Ein zweiter Anschlag brachte das gleichfalls schon mitgetheilte kurze dieses Ordens geben sott. Rundschreiben des Marschalls an die Präfecten. Der Präfect des Seine-De-

Gießen, den 7. April 1872. partements, Herr Calmon, reichte bereits gestern Abends seine Entlassung ein.

(Folgen die Unterschriften.) Die Maires der zwanzig Arrondissements sollen entschlossen sein, seinem Bei-

u . lft spiele zu folgen. Die republikanischen Blätter aller Schattirungen veröffent-

25- Mai. Wie bereits mitgetheilt wurde, ist die Excommuni- lichen den bekannten Anfruf derUnion Mpublicaine," welcher auch gestern

Domherrn v. Nichthofen unter Uebergehung aller canonischen Form, Abend noch in alle Departements telegraphirt wurde. Die radicalen Blätter

^wonitlon 2C. erfolgt. Die Schlesische Volkszeitung sucht diesesabge-Corsaire" an der Spitze, fordern zur Ruhe auf; der Regierungswechsel könne kürzte Verfahren zu rechtfertigen, indem sie erklärt:Die Admonition, Su- den Sieg der Demokratie doch nicht verhindern. Ihre Sprache ist eine äußerst spension und Stellung peremptorischer Frist ist der von dem Canonicus v. Richt- gemäßigte. Paris selbst ist vollständig ruhig. ~ ~ '

Hofen vor zwei Monaten geleisteten Unterwerfung bereits vorangegangen, brauchte ~ ~ " ' ' ' ~

also nach dem Widerruf derselben nicht nochmals wiederholt zu werden; der Herr Fürstbischof hat überdies seinerseits nur erklärt, daß Herr v. Richthofein durch feinen offen erklärten Abfall der von der Kirche ausgesprochenen ipso facto eintretenden Excommnnication verfallen sei; der Verlust jedes kirchlichen Bene- ficiums ist natürlich mit der Excommnnication verbunden."

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dahier anjm Wrechten Mschweigen folgen mir ftich ein ! "ssen Enlste Ausschusses werden. Di ?ichk vertret« 'ifonieit als "s erschein« Men wert

Gießen, d Troßhei ! Lan

tigk und dauernde Störung des bis dahin ungetrübten hänslichen Glückes.^ Berlin, 26. Mai. Nach derBörsen-Ztg." hat der deutsche Botickas- Außerordcntlich ergiebige Geldquellen, zu deren Ausbeutung sie durch ihre weit- ter in Paris die telegraphische Weisung erhalten, mit der neuen Rcaiernna reichenden Beziehungen und durch Anwendung der ihnen so vielfach zu Gebote sofort in freundschaftlichste officielle Beziehungen zu treten. Auch audere Anrei- stehenden religiösen Mittel zu gelangen wisten, sichern und vermehren ihre Macht, chen lassen schließen, daß die neue Wendung in ^rankreick bei der bieiiaen Fast in allen deutschen Dlöcesen haben sie sich directcn oder indirecten Einfluß Regierung der sympathischsten Auffassung begegnet $ 8

auch auf die Ausbildung der Geistlichen mit Erfolg zu verschaffen verflicht, und München In welcher Weise dem katholischen Volk- die Geschickte so ist denn das gesammte religiöse Leben der deutschen Katholikeii schon jetzt der Gegenwart verfälscht wird, beweist folgende Stelle aus Nr 19 des ffibtift- mehr oder weniger vom Geiste ihres Ordens inficirt. Einzelne deutsche Bischöfe, lichen Pilgers" zu Speier in einem Artikel, der von der Wiederaenesuna des wie die von Paderborn und Regensburg, sind sogar notorisch nur noch die heiligen Vaters handelt und den dadiirchjn Schanden gewordenen ijoffiunr bloßen Organe, durch welche die Jesuiten die betreffenden Diöcesen regieren, gen der Gottlosen." Das genannte Blatt schreibt- Was ist der Grund der Erscheinen daher ihre Träume von einer unter ihren Inspirationen stehenden Krankheit Pius' IX.? Seine lang- Gefangenschaft " Die Eindrinalinae des päpstlichen Weltherrschaft auch noch so abenteuerlich, mit bewundernswerther 20. September haben den Papst einqeschlossm in einem kalten senckten tResäna- Ausdauer und Consequenz verfolge» sic diese Ziele Schritt für Schritt und niß, wo er sich die für die Gesundheit iiothwendige Bewegung nicht versckaffen bilden so, selbst für den Fall des Unterliegens, den stets die Wunde religiöser Eann! I' Dasselbe katholische Sonntagsblatt gießt über die vrovbereibtcn drei Zersplitterung offen haltenden Pfahl im Fleische des neu erstandene» Deuischen dunklen Maitage den interessanten Aufschluß, daßdiese schon vor zwei Jahren _ . r. c "Ni Rhein und auch in Amerika verbreitete Sage von der Anna Maria Taiai"

Der größte Sieg aber, den sie je errungen, fallt gerade rn unsere Zeit, hcrrühre, derenSeligsprechuiig eben in Rom verhandelt wird " Am Tage der französischen Kriegserklärung, am 18. Juli 1870, erreichten sie,

Sie soll fnMict »erst ff « o entwickelt ober später hältnißen rn- gen und H° nun der P freien und t in der Stad Mr ganz < und den gcg letzten Berat sches Jnstiü gebracht un dcnste erklär nicht zureicl Da nun gcg geschlagenen _ nun doch si die Universitc tute, nicht un

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vorgerufen. Auf der gesingen par amentarischen Soiree des Fürsten Bismarck Paris, 26. Mai. Aus Lyon und anderen großen Städten des Landes !?<tC J" J?U- i ^"Aerlage Thters und seines Ministeriums sehr überrascht, vorliegende Nachrichten melden, daß überall die größte Ruhe herrsche. Hier Der Rnckmtt dev Präsidenten, der heute früh bekannt wurde, war gestern selbst und in den Vorstädten ist keine Spur einer außergewöhnlichen Erregung dbeno erfia)uuf) auch in Neglerungskreisen noch nicht erwartet. Die Rechte in wahrzunehmen. Die Bourgeoisie nahm den Präsidentenwechsel mit Befriedigung, Versailles fürchtete offenbar, bei dem Wahlgesetz den Kürzeren zu ziehen, willsdie Arbeiterbevölkerung mit vollständiger Gleichgültigkeit auf. Die Sprache k 0 Ian$e >vc möglich hinausschieben und diese selbst leiten. Die'der radikalen Blätter ist auffallend gemäßigt und ruhig. Gegen den radikalen

deutsche Regierung, wie dies auch in der Natur der ^ache liegt, wird sich vor-'Progr«s de Lyon" wurde wegen Erregung von Haß gegen die Regierung er|t zuwartend verhalten und nur im Nothfalle von dem Art. 6 der Berliner sofort die gerichtliche Verfolgung eingeleitet.

Eonv-ntion vom 15. März Gcbr.rnch mnchon, der die Räumung in Frage stellt, Paris, 27. Mai. DasJournal officiel" veröffentlicht die in 29 r !elnCa Verpflichtungen nicht nachkommen sollte. Mac Mahon Departements stattgehabten Präfecten-Aenderungen. 20 Departements erhiel- als politische Persönlichkeit noch nicht bewährt, wird aber die Ordnung ten neue Präfecten, 9 der bisherigen Präfecten wurden in andere Departements wenigstens eine Zeit lang wohl aufrecht zu halten wissen. versetzt.

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