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^tv,8 vierteljährig 1 fl 12 kr mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig

1 fl. 29 kr.

Erscheint täglich, <siit Aus­nahme SonntsgS.

Expedition: Eanzleiberg, LU. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen.

Mx DieMag den 25. Rovcmvcr

flm t ft cf) c r Th ei f.

Gießen, am 17. November 1873.

Betreffend: Die Ausführung der Wiesenpolizei-Ordnung. e .

Das Grs st i) r r j ü o H ö) f Kreis d m t Zieste n

an die Grösstmöglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Großherjvgliches Candgericht Gießen hat die Wahrnehmung gemacht, daß bezüglich der D Artikel 20 der Wiesenpolizei - Ordnung vorgesehenen Be­kanntmachung nicht immer und überall mit der nöthigen Sorgfalt verfahren wird, daß namentl ch oster

1) die vorgeschriebene Berathung mit den Wiesenbesitzern nicht jiattfincet,

3]tii fi'Äffi ... Bkschem gchör-n, <n dgenin gdchlossmm Grund bilden und sprci-iie Bkznchmmg

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anqedeutetrn Richtungen pünktlich uachgelebt wird.

u vt Sir n n p r.

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Deutfcfilnnö.

der Bonapartisten, von Venen ein ^.neu mu ver uiegituuig, uh unuut mit den Republikanern ging, der Rest aber sich der Abstimmung enthielt, haben !es ermöglicht, daß Frankreich wieder einmal in die Zwangsjacke der Dictcuur

Berlin, 24. November- Die Nachrichten über die Vorbereitungen eines Gesetzes zur Einführung bet Givilebe sind sehr widersprechender Art. Schon daraus, daß auch die offiriösen Quellen nicht überemstinunen, laßt sich entnch- men, daß in den Negiernngskreisen di- Ansichten noch nicht feststeben. Zu be- i stiinniten Angaben, wie sie in der letzten Zeit in der Preße erscl-ienen sind, ift

Die Republikaner waren empört über die Thronrede, sie hielten zermalmende

Die Dictatnr in Frankreich» Reden, namentlich von Grövy's Rede versprach sich die Linke die Majorität

. gegen die Dictatnr.

Wenn sonst in der Stadt Paris ein Straßenauflauf, eine größere oder Jn^ß die Bestechungsmittel der am Ruder befindlichen Machthaber waren

kleinere Revolte in Aussicht stand, so genügte es, daß ein ordentlicher Regen als früher gegebene Versprechungen, stärker als Parteidisciplin und

vom Himmel siel, um die guten Pariser zu zähmen. Heute bedarf es oes Überläufer aus dem linken Centrum, die unberechenbare Haltung

Regens nicht mehr, die Rädelsführer' haben andere Anschauungen eingesogen, Bonapartisten, von denen ein Theil mit der Regierung, ein anderer Theil die Pariser sind apathisch geworden, sie lassen Alles über sich ergehen.Fallen seh' ich Blatt auf Blatt", kann die republikanische Partei bezüglich ihrer Hoff­nungen auf Herstellung der Republik als definitive Staatsform ausmifen. ^Lie, große Nation, welche bei jeder Nachwahl ihre republikanische Gesinnung docu mentirt, laßt sieh von der monarchistischen Majorität einer Natwnalverjamin lung tyrannisiren, welche unter den ungewöhnlichen Verhältnissen gewählt wor­den ist. Diese monarchistische Majorität unterstützt eine Regierung, deren I'ttt- alieder notorisch Unterhandlungen gepflogen haben mit dem Grafen Chambord, um Frankreich das Bourbonen-Königthnm mit seiner Priester-Adelsherr,chast zurückzugeben. Die Nation, welche an der Spitze der Civilisation zu marschi- Ten vorgiebt, läßt sich Alles gefallen.

Die gegenwärtigen Machthaber von Frankreich haben selbst nrcht recht dem Frieden getraut, sie haben selbst nicht geglaubt, daß die Entmnthlgung der Nation so vollkommen ist. Freilich die gescllsch. ftsrettende Regterungszeit Napoleons 111. hat lange gedauert, die fortwähreuden Niederlagen tm deutsch französischen Kriege haben das Ihrige zur Entinuthigung und Demoralisation beigetragen, die Enthüllungen im Proceß Bazaine's sind ganz dazu angethau, dem Volke das größte Mißtrauen gegen seine Staatslenker einziiflößen. Trotz all dieser trüben Erfahrungen, welche die französische "Nation gemacht hat, hielt cs die jetzige diirch einen parlamentarischen Staatsstreich an's "Ruder getonv mene Regierung doch für nothwendig, an dem Tage, welcher Frankreich eine siebenjährige Dictatnr aufzwang, umfassende militärische Voikehrungen zu treffen. Der St. Lazare-Bahnhof war sehr stark mit Polizei besetzt am Nachmittag des 19 November, mehrere Straßen wurden abgesperrt und starke Reiter-Patrouillen durchzogen die übrigen Straßeti und die Boulevards. Die nut so großem Applaus in Scene gesetzten Vorsichtsmaßregeln erwiesen sich als überflüssig, Verhaftungen von einigen Individuen, welche in der Republik Frankreich ow republikanische Staatsform leben ließen,

hielt Ruhe. ~ ......

Partei erhielt, erfolgte schon am Montag durch die Botschaft. Wir haben schon besprochen, wie durchaus unrepublikanisch es ist, im Voraus die Bo machten des Staatsoberhauptes festzustellen, an denen durch die in der o^ße in berathenden constitutionellen Gesetze nicht nrehr genittelt werden darf. Tte angeblich von dem Herzog von Vroglie veifaßte Botschaft enthält die Hand greifliche Lüge, daß die Majorität der Nation dieselben Gesinniingeu hege, wie die Kammer-Majorität. Daß der Herzog von Broglie und durch ihn Mac Mahon die Unwahrheit lagt, ist nicht zu verwundern; die Beleidigung liegt aber darin, daß die Botschast ein Publikum voranssetzt, welches solche abge schmückte Lügen glauben soll. Komisch nimmt sich die Forderung einer sieben jährigen statt zehnjährigen Amtsdauer aus, nicht weil in sieben Jahren Frank reich dictatorisch gerettet sein wird, sondern weil der Marschall - Präsident nur noch für diesen Zeitraum die nöthige Kraft zu besitzen glaubt, weil nach sieben

gesteckt werden konnte.

Siebeli Jahre glaiibt Mac Mahoii die Dictatnr ansbalten zu können. Die französische Station wird wohl eine andere Ansicht über die Dauerhaftig­keit des Dictators haben. Wenn man erwägt, daß die herrschende Majorität in der Kammer den Diktator Mac Mahon eigentlich nur als 9tothuagel für einen wirklichen Souverän acceptirt, so ist es ganz klar, daß die iLchöpser der etzigen Dictatnr selbst nicht an eine siebenjährige Dauerhaftigkeit glauben. Den Legitimisten hat bekanntlich der Principienmensch von Frohsdoif die Restaura- tionstrauben sauer gemacht, die Bonapartisten meinen, daß Lulu noch zu klein ist, und auch die Anhänger des Bürgerkönigthums mußten aus Furcht vor der Eifersucht der anderen Monarchisten ihre orleanistischen Restaurationspläne ver­tagen. Alle haben der Dictatnr zugestimmt, weil an eine Verwirklichung ihrer wahren Pläne augenblicklich nicht zu deuken war.

Außer den Schöpfern der Dictatnr existirt in Frankreich auch noch eine starke republikanische Partei, welche freilich in einen lethargischen Schlaf ver­fallen zu sein scheint, und auch diese Partei wird bei der siebenjährigen Datier der Dictatnr ein gewichtiges Wort mitznsprechen haben. Die Beschäftigung der Franzosen, ihre schmutzige Wäsche vor aller Welt zu waschen, gereicht der Nation im Ganzen gewiß nicht zur Ehre; doch dürfte die repnblikaitl|che Par­tei im Speciellen Nutzen davon haben. Es giebt in jeder Partei discredcktrte Individuen, allein die repulikanische Partei ist allzeit durch diplomatische Ent-- hüllungen , durch Enthüllungen über gewisse Vorgänge im deutsch - l^^stscheu Kriege am wenigsten compromittirt worden ; nun gehört es doch am Ende nicht ' in das Bereich der Unmöglichkeit, daß nad) und nach Nation nantentlich -----v......unter dem Alpdruck der Dictatur begreifen lernt, welchen Männern das Volk , das war Alles, Paris braucht und ßeit seiner Geschicke anveitranen soll. Sicher haben auch die Republi- faner viele politische Fehler gemacht, aber die Nation muß instinctiv fühlen, chlag in dcr vertzangene» Woche, welchen die rcpublikauischc bcsten mit ihr meint. .. .

- - . " i'^nscheinen unmöglich. Wenn Mac Mahon nicht mit Blind­

heit geschlagen ist, mnß er selbst sagen:Ueber ein Kleines werdet Ihr mich sehen, und aber über ein Kleines werdet Ihr mich nicht mehr sehen. Frei­lich wird er siä, fragen, ob die Dictatur mit einer Himmelfahrt endet.