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Aeilage zu Ar. 250 des Kietzener Anzeigers.

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politischer TheL l.

Dcutliüfanb.

vom heutigen Tage bringt

Rom, 22. October. DerOsservaiore

Spanien.

sonst unverändert.

Würzburg, 24. October. Der Redactenr desFränkischen Volks-bei Prades in Catalonien geschlagen. Am 19. tras die Colonne des Matu- blattes", Rittler, ist der Beleidigung des Bezirksamts Königshofen durch die rana eine Bande unter Cerros, schlug dieselbe, wurde aber von den tri der Presse von den Geschworenen für schuldig erklärt und zu einer Gefängnistrase Stärke von 3000 Mann vereinigten Banden ^ristany s und Miret s überrascht von 21 Tagen verurtheilt worden. 'und gezwungen, sich zurückzuziehen. Maturana wird vermißt. Die Jnsurgen-

wegen gesetzwidriger Anstellung von Geistlichen bis jetzt ungefähr 15 Unter­suchungen anhängig, von denen 6 in der nächsten Woche und 2 im Monat November vor dem hiesigen Polizeigerichte zur Verhandlung gelangen werden.

Pillnitz, 23. October, 7i/2 Uhr Morgens. Der König brachte die vergangene Nacht in bewußtlosem Zustande zu. Der Puls ist klein und

Reiche.

Daß so der Deutsche Kaiser sprechen werde, das erwartete die deutsche Nation; und daß der Deutsche Kaiser nun wirklich so gesprochen hat, das er- iiUt uns mit stolzer Freude und mit froher Siegeszuversicht.

Die Anmaßung des Bischofs von Nom, der sich zu Gottes Vormund etzt und richten will über die Könige der Erde, ist unerhört und unerträglich.

Das Verlangen, daß die Giltigkeit staatlicher Gesetze von priesterlicher Approbation abhängig gemacht werde, zeugt von dem die Hierarchie beseelenden Hochmuthe, und die auf Irreleitung des Volkes berechnete unwahre Vehaup- tnng, daß Katholiiken ihres religiösen Glaubens wegen im deutschen Reiche verfolgt werden, zeugt von der Unredlichkeit, welche das ganze heutige Treiben des Ultramontaniömus charäkterisirt.

Mit festem Vertrauen blicken wir auf zu unserem Kaiser, dem es zu­sammenwirkend mit Bayerns deutschgesinntem Könige, unserem geliebten Lan­desherrn - sicherlich gelingen wird, den Gesetzen Achtung zu verschaffen und den Trotz der Uebermüthigen zu brechen, die auf Befehl eines ausländischen Oberhauptes der eigenen Obrigkeit den Gehorsam gekündigt haben.

Gott war mit uns im Kriege, den Frankreich jüngst uns aufgezwungen; Gott wird auch fürder mit uns sein in dem Kampfe, den herrschsüchtige Prie­ster gegen das Deutsche Reich frevelhaft begonnen haben!

Unter Wiederholung unseres ehrfurchtsvollsten Dankes geben wir Ew. Kaiserlichen Majestät die feierliche Versicherung, daß wir immerdar, wie wir in treuer Liebe unserem Könige dargethan sind, auch treu zu Kaiser und Reich stellen werden.

frequent.

Dresden, 24. October. Heber das Befinden des Königs sagt ein heute Nachmittag ausgegebencs Bülletin: Der Puls ist aussetzend und klein. Der König hat seit 24 Stunden keine Nahrung genommen. Der Zustand ist

Madrid, 22. October. Eine 480 Mann starke Abteilung Negierungs- Truppen unter Muturana hat am 11. d. Mts. die Bande des Pfarrers Flix

Frankreich.

Paris, 22. October. Die französischen Provinzial - Behörden treten bereits so auf, als wenn der Graf v. Chamborv schon den Thron seiner Väter bestiegen hätte So unterdrückte der General Espivent, welchem die Handha­bung des Belagerungszustandes in Marseille obliegt, oas JournalLe Petit Prooen^al", weil er einen gegen den zukünftigenRoy gerichteten Artikel ge­bracht hatte. Die Departemental-Behörden wüthen überall gegen die republi­kanischen Journale und es gibt nur noch wenige, die auf den Straßen verkauft werden dürfen. Der gestern vomFigaro" so geräuschvoll angekündigte Artikel, welchem heute alle Welt mit Spannung entgegensah, enthält nichts als Aus­züge aus einer Broschüre, welche Thiers 1830 zu Gunsten der constitutioncllen Monarchie veröffentlichte! DerFigaro" hat die Lacher nicht auf seiner Seite.

Paris, 24. Oct ob er. Die abschlägige Antwort des linken Centrums und der günstige Bankausweis veranlaßten die Nichteinberusung der Kammer. Die Monarchisten machen die größten Anstrengungen um noch weitere fünf Stimmen.

Paris, 23. October. In einem Briefe Casimir Perier's sagt der­selbe : Er betrachte es noch immer als unmöglich, daß die Monarchie sich als annehmbar und dauerhaft erweisen könnte, trotz der Anstrengungen, die gemacht würden, um den Antagonismus unversöhnlicher Grundsätze zu verheimlichen; er halte also seine republikanischen Ansichten aufrecht.

Die bonapartistischen JournalePays" undOrdre" wurden unter Androhung strengerer Maßregeln zu einer mäßigeren Sprache über die konser­vative Nationalversammlung aufgefordert.

Mclßien.

Brüssel, 23 October. Aus Paris erfahren wir, daß der Kriegsmini- ster die militärische Besetzung des ehemaligen Palais Bourbon angeordnet hat, ' unter dem Vorgeben der Befürchtung, die Linke könnte den Versuch machen, in Paris eine Constituante zu bilden.

OtlUlCTL

Augsburg, 22. October. In der gestrigen zahlreich besuchten Versammlung des hiesigen Bürgervereins wurde einstimmig beschlossen, nach­stehende Adreffe an Se. Majestät den Deutschen Kaiser abzusenden:

Allcrdurchlauchtigster Großmächtigster Kaiser!

Allcrgnädigster Kaiser und Herr!

Im Namen und Auftrage des Augsburger Bürgervereins, welchem Hun­derte von Männern verschiedenen Lebensberufs und verschiedenen religiösen Be­kenntnisses als Mitglieder angehören, haben wir Ew. Kaiserlichen Majestät ehrfurchtsvollsten Dank zu sagen für die entschiedene Zurückweisung des vatica- nischen Versuchs einer Einflußnahme auf die Gesetzgebung im Deutschen

Darmstadt, 22. October. In öffentlichen Blättern ist die Meinung ausgesprochen worden, die Großh. Regierung werde sich veranlaßt sehen, einen Beamten, welcher in der ersten Kammer gegen die von der Negierung vorge­legte Fassung des Schulgesetz-Entwurfs gestimmt hat, gleichsam zur Strafe für diese Abstimmung zu pensioniren. Ein solches Verfahren liegt, wie wir versichern können, der Großll. Negierung gänzlich fern, da dieselbe das ver­fassungsmäßige Recht eines jeden Mitglieds der Ständeversammlung nach eigener, freier Ueberzeugung abzustimmen, zu achten weiß. Gerade dielibe­ralen" Blätter sollten dieses Recht auch ihrerseits hochhalten und sich nicht, wie es bei Besprechung der jüngsten Vorgänge in der ersten Kammer vielfach geschellen ist, von der Aufregung des Moments zu einer Sprache hinreißen lassen,' die mit der Würde der Presse, wie mit der Freiheit des parlamentari­schen Lebens unverträglich ist. Was übrigens fpeciell den hier in Rede stehenden Beamten betrifft, so hat derselbe schon früher den Wunsch zu erken­nen gegeben, in den nach einer mehr als 50jährigen Dienstzeit wohlverdienten Ruhestand zu treten und wenn diesem Wunsche demnächst entsprochen werden sollte - was bisher im Interesse des Dienstes nicht geschehen ist so kann man sicher sein, daß der Grund nicht in der Abstimmung vom 10 Octo­ber liegt. (Darrnst. Ztg.)

Darmstadt, 23. October. Nachdem die Ausschüße beider Kammern ihre Arbeiten bezüglich der noch vorliegenden Gegenstände erledigt und die desfallsigen Berichte, namentlich über die Recommunicationen der ersten Kam­mer in Betreff des Schulgesetzes und der Verwaltungsgesehe erstattet haben, wird nunmehr bestem Vernehmen nach der Zusammentritt der zweiten Kammer am 3. November stattfinden. Nach Berathung der in den Ausschüssen vorbe­reiteten Gegenstände, welche etwa 3 Wochen in Anspruch nehmen diu fte, wird alsdann voraussichtlich eine Pause eintreten, während welcher sich der Finanz­ausschuß über das vorgelegte Nachtrags-Budget schlüssig machen wird, so daß dessen Berathung wollt erst im Januar k. I. erfolgen wird.

Wie bereits mitgetheilt, ist das Eingehen eou sechs Krelsamtern beab­sichtigt und sind die desfallsigen Veränderungen bereits in dem betreffenden Etat vorgesehen. Drei der eingehenden Kreisämter: Vilbel, Budmgen und Orun- berg gehören der Provinz Oberhessen, die drei anderen: Wimpfen, Lmdenfelv Und Neustadt der Provinz Starkenburg an, während die fünf rheuchessischeu Kreise in ihrer gegenwärtigen Eintheilung bestehen bleiben werden.

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Darmstadt, 23. October. Wie auS den Erläuterungen zu den ein­zelnen Positionen des den Ständen vorgelegten Nachtrags - Budgets hervorgeht, sotten demnächst, falls der von der Negierung bereits vor längerer Zeit vorge legte Gesetzesentwurf, die zweimonatliche Steuererhebung betreffend, ang^uon- men wird, 16 Districts-Einnehmereien eingehen. /süUödij

Berlin, 22. October Aus Wien kommt hiesigeu unterrichteten Kreisen eine wichtige Nachricht. Auch für die inneren Verhältnisse Preußens htt sich dort der Beschluß über die Stellung des Fürsten Bismarck nn preußischen < Staatsministerinm vollzogen, über welche Angelegenheit der gegenwärtige lLor- respondei t zuerst an dieser Stelle vor etwa 14 Tagen Mittheilung gemacht hat. Der Fürst hat mit dem Kaiser in Wien über diese Angelegenheit wiederholt conferirt. so daß bei der Rückkehr des Monarchen nach Berlin nur noch die Ansfüllrunqs-Anordnungen zu treffen sein werden. Es wird dadurch kein neues Amt geschaffen, welches in dem bisherigen staatlichen Organismus Preußens eine tiefareifende Aenderung nothwendig machen würde. Hinsichtlich der Füh­rung der Präsidialgeschäfte in Abwesenbeit des Minister - Präsidenten wird ein ähnliches Verhältniß entstehen, wie im Reiche gegenüber den Obln^genheiten des Präsidenten des Reichskanzler-Amts in Vertretung des Reichskanzlers. Uebrigens sind bezüglich der Uebcrnabme der laufenden Prasidialgeschäfte nn Staatsministerium Seitens des Finanzministers Camphausen noch weitere Ent­schließungen abzuwarten. Der neue Landtag wird der bevorstehenden Aende­rung bereits als einer abgeschlossenen Thatsache gegenüberstehen.^

Der großartige Bau des kön gl, Haupt-Bankgebäudes wird in etwa zwei Jabren vollständig beendet sein. Der Tresor und die Kasse der Bank sind bereits definitiv in dem sertggesiellten Neubau untergebracht. In dem Tresor bedient man sich für die Beförderung der Depositen und des Baarschatzes mit sehr gutem Erfolge eines hydraulischen Hebewerks, einer Vorrichtung, welche gestattet, eventuell in 10 Minuten 1 Million Thaler heraufzubewegen.

Berlin, 24. October. Es steht eine Conferenz von Privatbahn-Direc- toren, angeblich in Kaffel, bevor, zum Zweck der Beratbung über die noth-

wendige Erhöhung der Personen-Fahrgelder. t .

Berlin, 24. October. Fürst Bismarck ist Nachmittags 1 Uhr hier Rom, 22. October. DerOsservatore' vom heutigen Tage bringt eingetroffen. einen inspirirten, leidenschaftlichen Artikel über den Briefwechsel zwischen Papst

Köln, 23. October, Vormittags. Gegen den Erzbischof Melchers sind unb Kaiser. Auf der einen Seife gebe sich guter Wille und Wahrheit, auf der ....... anderen brutale Gewalt und Lüge kund; hier die Stimme der Religion und Ordnung, dort die der Gottlosigkeit und der Revolution. Das Schlußresultat des Kampfes sei zweifellos, da die preußische Politik sich auf Kanonen und Polizei stütze, die katholische Kirche dagegen sich des Schutzes der Vorsehung und der Verheißungen Gottes erfreue.

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