pellation in Betreff der örbiceng einer Dahnlioie Mannbeim-Riuheim ei». Die »och rückständigen WahlprüfnnZen führten zu keiner Debatte. Die Präsenz der Wahl des Abgeordnete» Schaub wurde ausgesetzt, »eil gegen das Verfahren ter Wahlcommission in Lanbach Brich,erren eingelassen find »n6 der betreffende Bericht erst gedruckt »erden maß. Es felgte sodann die Ergänzung der tUl* schüffc und wurden in den Finanzausschuß die Lb-errtneten Königer end Theobald gewählt. Der Adgrordnetc Metz ah Vorsitz nder des Kinauzausschuffe« erföchte die Abgeordaeten, alles auf das Budget bezügliche Material temselaeo zugehe» zu lassen, ebenso alle auf siaanzi.lle Verhältnisse bezüglichen Anträge baldigst nozuhrtngen, ferner stillte er 6 ■ Antrag, spectell für die Grundsteuer den Finanzausschuß um ein Mitglied zu verstärken, welchem Antrag die Kammer bei- trat und als solches den Abgeordnrt.n Schaum wählte. Nach einer kurzen, zwischen den Ldzrordnete» Dumont, Metz, v. Raö,nau und Heinzerling geführten Diteusflon über die Zuziehung eine« ochten Mitgliete« iu den G.setz-rbuagsaut. schuß wurde dieser durch die Herren Kachler uno Schaub ergänzt und Herr Gre m als spreielles Mitglied für Schu angelegeuheileu einstimmig in deuselbeu gewählt. In den vierten Aasschuß (für Anträge der Mitglieder, Petition.» ton atigteriner Vedeutunz) wurden die Herren Matihp und Stüber gewählt und sind nun sämmt- licke Ausschüsse completirt. Es wurden vor Schluß der V.rhundlung noch Anträge eingrbrocht vsn den Abgeordneten Schaum und Scriba ans Uekeruahme der Vicinalchaussee von Friedberg nach Staden in Staatsverwaltung, von Frank, Psannstiel, v. Rabenau, Scriba, Kuhl u. f. w. auf Aushebung verschiedener drückender Stewpelgebühren, von Stüber, Küchler u. s. v. auf eine Regierung« Vorlage über Versorgung der Wiitwe» und Waisen der Beamten, von Büchner, Dumont, Schröder u. s. ». auf Revision des Einkommensteuerges tzes. Die Forst- warte der Provinz Rheinhessen haben eine Eingabe bezüglich Brsolvungsaufoesse- rung elnzereicht, die Abgeordneten v. Wedekind und Mühlbergrr eine Inierpill.r- tion über die Fortführung dir Oeenwalkbahu von Erbach aus. v. Rabenau erinnert an seine Interpellation über die Führung der Eisenbahn Derlin-Weglar und ersucht das Präsidium, das Ministerium zur Beantwortung derselben zu Veranlasse». Der dritte Ausschuß wünscht von der Regierung eine Bestimmung de» Wahlgesetze- über die Einladung der Wahlrnanner präcifirt zu sehen. Da nun weitere Vorlagen zur Beruthuug reif find, wird die Kammer vertagt, um dem- rächst zur Berathunz der n.uen Geschäftsordnung wieder embirusen zu werden, von den in der Sitzung am 20. gestellten Anträgen tragen wir noch den des Abgeordneten Welker auf Voilage eines neuen Gesttzcseniwurs« t» Betreff der Eollateralsteuer und den des Abgeordneten Schröder ans Aushrbnug des den Etsnvesheeren der Ritterschaft zustehcnden Prasentutiousrecht. bei Besetzung von Psarr- und Schulstelleu. — Auf heute Abend sind sammtlicye Mitglieder der zweite» Kammer zu» Hofball geladen, ei» Vorgang, ter sich seit Iuhrrn nicht ereignet hat und den »an wohl mit Recht als ein freundliches Entgegenkommen der Ho'- und Regiervngskreise gegen die Volksvertretung ansehen darf.
Berlin. Gegen die immer noch in der Tagespresse austretenden Gerüchte über eine Spaltung im preußischen Stoal^ministtrium richtet sich folgender „Die Einheit im Ministerium" überschriebener Artikel der neuesten „Peov.-Eorresp." :
Nachdem zuerst der Minister de- Innern, Graf zu Eulenburg, sodann der Ministerpräsident Graf von Roon bald nach der Wiedereiöffnung der Landtags- sesflon übereinstimmende Erklärungen über die Bedeutung de« jüngste» Wechsel« im Prästdtnm de« Staatsminlsterium«, über die Ausgabe» de« jetzigen Ministr- rium« zur Fortführung der bi«hrrigen Politik in Uedereiustimmvng mit der von dem Reich«kanzler Fürsten Bismarck geleiteten Rcchtspolitik, endlich über die Ein- müthigkeit des Ministerium« in Bezug auf die Grundsätze und Ziele der gemeinsamen Wirksamkeit gegeben hatten, nachdem ferner die neuesten wichtigen Schritte der Regierung auf Nm Gebiete der kirchliche» Politik jene Ankündigungen that- sächlich bestätigt hatten, dürste »an die vorher vielfach hervorgetretene Beunruhigung über jenen Wechsel in der Regierung als beseitigt erachten. Vor Kurzem brachte jedoch eine der angesehensten Zeitungen, welche ihre Mittheilunge» gewöhnlich au« zuverlässigen Quell n schöpft, die ^Köln. Ztg.", einen vermeinilichen Beitrag .zur inneren Geschichte der preußischen Krisis", durch welchen die kaum beruhigte Stimmung von Neuem lebhaft erregt und namentlich die Besorgnis vachaerufen wurde, daß innerhalb de« Staatsministeriums tiefgehende Meinung«. Verschiedenheiten nur notdürftig verdeckt worden seien. Die Mttheiluug, welch, ausdrücklich al« „aus guter Qu lle" stammend bezeichnet war, stellte sowoh den verlaus der Krei«orbnuugsfeag', eie auch die Entschließungen in Betreff des Präsidiums des Staatsminisieriums so dar, als hätten dabei nicht so sehr die sachlichen und offen ausgesprochenen Gründe und Gesichtspunkte h.n Ausschlag gegeben, als vielmehr eine Reihe von geheimen Plänen und persönlichen Wun- scheu der einzelnen Minister — und als sei auch nach den einzelnen Eutichndun- g'-'N eine tiefe Verstimmung unter den nächst betheiligten Mitgliedern des Staats- Ministerium« zurückgeblieben. Obwohl diese Angaben von unterrichteter Seite so- fort widerlegt und dieselben al« Entstellungen der Wahrheit bezeichnet wurden, so gelang e« doch nicht, den Glauben an den Ursprung derselben aus Kreise» der Regierung ohne Weitere« zn erflüllern; vielmehr wurde der erhobene Widerspruch nur al« ein neues Anzeichen der vermeintlich innerhalb der Regierung bestehenden Spaltungen angesehen. Der Minister-Präsident Graf v. Roon nahm deshalb seinerseits Anlaß, im Abgrordnetenhause ausdrücklich und bestimmt zu erkläre», daß die in Rede stehenke» M «Heilungen durchweg sch.es und wißv.r stündlich feie» und darum mit Recht als Fälschungen der Wahrheit bezrichnel werken müßten Inzwischen ist auch von anderer berufener Stelle sowohl der Ursprung ter Mitihe.lung „aus guter Quelle", wie auch die Richtigkeit tes Inhalts derselben in Abrede gestellt »orten, nno es kann nach Lage der Sache ke.n Zweifel mehr darüber obwalten, daß die erwähnte Ze.tung in liefern Falle ausnahmsweise einer Täuschung über die Lauterkeit ihrer Quelle v rfallen ist Es ergiebt sich hieraus, daß auch die Schlüsse, welche au« dem .rfolgten W.dcr- spräche in Bezug auf einen Gegensatz der Bestrebungen im Slaatsmin^erium selbst gezogen wurden, unberechtigte waren. Der W derspruch gegen die irrlhüm- l Hm Angaben mußie erfolgen, um d»s Festsetzung falscher Auffassung.u üser die inneren Vcrhültniss des Staatsministerium« möglichst zu verhüien. G-.rake in ki f" Zeit großer und tiefgreifender Aufgaben komrnr es daraus an, das Ver- trauen der Bevölkerung zu der Klarheit und Einheit des St.eben« ter Staats, regicrnig in allen ihren Tbeilen nicht eischllttrru zu lasse«. 8a« all.» auu.ichen Erklärungen der letzten Wochen geht übrreinstim mrad hervor, daß ungeachtet ter! früheren Meinunzsvcrschiedinhsiteu über d e zur Durchsührung ter Kreisordnung cinzujchlasendrn Wege »ad trotz de« nngdreteoen Pe^onenwechse s im Präsi- Vium tri Staalsministtnum« doch ene vollkommene Emigke.t über die »euer zu
verfolgende» Ziele i»»erhalb der Regferaeg obwaltet, und e« liegt keiierlei That- aite vor, auf welche die vrrmuthungen über ineere Witerfprüche unt Gegensätze unter den M nistee» sich stützen könnten. Im allseitigen Inter.se einer gesunden und stetigen Entmickrlung ist dringend zu wünschen, daß tiefe Lage der Dinge nicht fort und fort durch leichtgräubrge veebrertung grundloser Tagesaerüchte ver- dunkelt »erde.
Bcrlill, 21. Jan. Die „R Allg. Ztg." veröffentlicht zwei M ttheilungen gegen den bekannten Artikel der „Ä. Ztg." : ^Zur neueren Geschichte ter preußi- !*<■ Krisis.In der ersteren heißt es: .W,r find heute in tei ks^e, zn de. r».rken, daß die Zahl eer mit der Wahrheit ans gespanntem Faße stehenden Au- gaben des berufenen Artikel«, der obwohl die Bemühung, ihn auch trlegrarhisch «erwerben, gescheitert ist, m ttlerweile die tee Beruf t<r Peeffe wenig ent» sorechende W rkunz einer Mvst sicilton gehabt hat, sich »ad» unserer unmaßzeb- luten R chnuog auf ein rslles Dutzend belauft. Da indessen ter Here Minister- sräfitrnt im Hanse der Abgeordneten den Wunsch geäußert hat, dic B sprschung ii kn Presse über die Gegenwände jenes Artikels möge ihr Ente erreicht hoben, unt »ir mit ein-m an solcher Stelle geäußert.» Wunsch uns nicht m Wiser- iprucb zu setze» beabsichtigen, auch keineswegs gewillt sind, gegen das rheinische Ölatt, das sonst au« b.ssern Quellen schöpst, zu polemifiren, so versagen wir un« jede weitere Auseinandersetzrug mit dem Inhalt des Artikels vom 10. d M., ce», »!- wir wiss.n, amtliche Kreise durchaus fr-me sind." — Der Accent des Oem-nti liegt wohl auf dem l.tzten Satz durch welchen die in vielen Blättern behauptete Autorschaft ces Geh. Raths Wageuer bestritten wird.
In der zweiten Mittheilung heißt es gegenüber dem versuch ter „K. Z.g.", Iich über die Pnblication des Artikels zu rechisertigen: .Wir bemerken, daß -ufere« Erachten« in keinem, auch nicht im coustitutionellen Staate, das Volk -kin Rech." aus chronique scandaleusc hat, und daß der Tagespiesse wohl ein .oberer Beruf beiwohne, als der, im Wege scheinbar v'ßciöser Enthüllungen .inen Druck auszuüben, um die amtliche» Kreise zu „Beiträgen anzuregen.^
Btrlill, 22. Ian. D-'s preußitche Kriegsmimsterium ist von der fege* nannten holsteinischen L qaidat cns - Eommission des Herzogs von llugusteobarg verklagt »erben, die Waffen zu ersetzen, welche die prenßi'che Regierung 1866 ,m dänischen Kriege in Hamburg mit Beschlag belegt nnb an sich nahm, resp. den Werth ^.it 28,000 Thlr zu bezahlen. Die Klage kam beim Hamburger Han» delsgericht zur V,.Handlung. Der Vertreter des Kriegsmin ftermws wirs in einer längeren Debuction nach, daß der Herzog von A-gustendurg weder recht- mäßiger Herzog von Schleswig - Holstein gewesen, da der Vater befftlbcn seine Rechte mit 15 Millionen Italern an Dänemark verkauft habe, — noch sei er berechtigt gewesen, die Militarhoheit auszuüben. Die ve chlagnadwe der Waffen ei daher ganz in der Ordnung gewes.n und habe auch Hamburg ohne W-tteres in dies Verfabre» gewill'gt. Da« Handelsgericht hat das Erkenntniß dis zu Ende dieser Woche ausgesetzt.
— Eine von der Züricher Regierung erlassene Bekanntmachung durfte auch <ür manche D.utsche Interesse haben, oa ihre Mittheiiu-ig offenbar allgemeiner Ratur ist. Es wird damit denjenigen E.nwohnern des Eantons, d.ren Etvil- siandsaeten durch den Eommunrbrand von Port« vrrn chtet worden fein können (0. h. diejenigen, die von 1860 entstanden sind), bekannt gemacht, daß sich die 'ranzösische Regierang in vollziehRNg eines diessalligen Gesetzes vom 24. F-brnar lb72 bi« zum 25. Februar 1873 mit Wiederherstellung dieser Eivi.stanksregister bisaßt und daß Jedermann, der ein Interesse daran hat, In ve» Geburt«- und Eheregisiern von Pari« wieder eingetragen zu werden, durch Auszüge aus den Eivilstandsregistern der Heimathsgemeinde, welche der hierfür ausgestellten Eom- miißon zuzustillen sind, diese Wieke-Herstellung des Eivilstandrs in den Register» Mr Stadt Par - erreichen kann. Solchen, die wieder nach Pari« gehen, wird schließlich mitgetbeilt, daß da« französische Gesetz die Untrrlsss.ug dieser «aß. regel mit btdeutenden Strusen belegt.
Berlin, 22. Jan. Ober lleeemonieomeifter Gras Stillfried erließ solgenke Lnfagen: 1) Der königliche Hof legt heute für Se. Majestät de» Kaiser Ra. poleon die Trauer auf acht Tage a»; 2) ans allerhöchsten Befehl wird dis für Oonnersta^ de» 23. Januar aabtraunte Kur hierdurch abgesagt.
Wiesballen, 23. Ja». Der „Rhein. Kur." meldet, daß die Besserung des Deiunkheitszostande« des Kronprinzen so wert vorgeschritten ist, daß derselbe für den nächsten Monat verschiedene Hoi-Festlichkeiten im hiesigen Schlosse zu veranstalten beabsichtigt.
Leipzig, 21. Ian. 3» der heute Abend stattgehahte» allge,einen ver- laenmlung ,ammtlicher Buchdruckerei - Gehülse» wurde der Beschluß gefaßt, an morgend.» Tage den Prinzipalen den ausgestellte» neuen Lohntaris vorznlege», deren Antwort darauf bi« zum 24. dieses Monats zu erwarten und, sosern die- selbe ablehnend ausfalle» sollte, sofort am 25. d. Mts. eins allgemeine Kündi- ■jung e nterten zu lassen.
Königsberg, 23. Ja». Die von der „DUpreuj. 3tg* »ercssentlichie Reve vr« ^'rncrais Manteuffel, welche derselbe bei ter öittteibkug d s bei M.tz ernch- t'tea Grabdenksals am 19. Ianua. hielt, hebt die Tapferkeit vazarue's, setu.r Generale und Truppen in den Kämpfen bei M tz hervor, welche te» Deulichen ebenbürtig waren; der General betonte ferner, caß das obzeefve U'theil fehle, wenn unmittelbar nach den letzten Kriegsereignissen die natürliche Leidenschaft »itspräche, sagt jedoch, die Gerichte werde vazaine und dessen tapfrer Armee Gerechtigkeit widerfahre» lassen.
Oesterreich.
Witll, 19. Ja». Die schri'tl che» Kiage», welche Graf Beust über die angebliche „Käuflichkeit" der Wiener Zeitungen in die verstand» finnige Beust eine« Freuntes Gramsut ansgeschüttet, erhalte» durch soigeude versuegte Einzelheit eine ganz absonderliche Illustiatian: In der Rächt »cm 2. zum 3. August lief in Wien folgende Depesche en Paris ein: wDireclcur dc Iu Presse.* Die besprochenen 200,000 Franke» stehen zu Ihrer Verfügung und können am 6 August bei» Baukhanse W R. erhoben werden. E.....* Diese Depe,chc kam durch
er» Cerfebtn d a übernächtige» Telegriphtste» beim Haupt Telrgrapdenamt in d:e CJänbe der Redactivn der (allen) „Press.*, H deren Ehes Redacteur irrttzumlich m t de» Akressaten, dem .Direcleur dc la Presse•, »erwechsiit »ordcn »ar. U.ber diesen Vorgang ist vis heute allfettig Siillschwerge» beobachtet worden; die (alte) .P.esse*, weihe zur Zeil in euerg' ch tee W i'e die Interesse» des reufchen Oesterrezch.etham« mrt Wacht u»t Urt.r,eagu»g vertrat, tsnute natürlich -richt g'.audeu, tag jene srau.osi che Subfinr für sie bestimmt sei, und gab das Telegramm zurück. (Die «Deutsche Allg. Ztg.", welche dieser Episode gleich-
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