sein willst.
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„Meines Amtes ist es nicht, in bunter Farbenpracht einen fürstlichen Hofstaat zu errichten und mit Pomp und Gepränge mir dienen zu lassen- Meines Amtes ist nicht die Entgegennahme von Huldigungen und Titeln
„Ein Wahn wäre es, zu denken, es sei des bischöflichen Amtes, göttliche Eigenschaften auf Erden zu repräsentiren, kraft eines unaufhörlichen Wunders an der Person. Es ist das bischöfliche Amt kein persönliches Privilegium zur Bevorzugung weniger Auserwählten, sondern ein Dienst für die Gläubigen."
Möge darum dieser Hirtenbrief überall gelesen werden; dann wird, wie
Priestern Dargebotene,"
Deuischtand.
Darmstadt, 12. September. Mit Ermächtigung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs ist von dem Großh Ministerium der Justiz der Staatsanwalt an dem Bezirksstrafgericht Gießen beauftragt worden, die Amtsverrichtungen des Ober-Staatsanwalts bei dem Hofgericht und dem Schwurgerichtshofe der Provinz Oberhessen provisorisch zu übernehmen und es hat gleichzeitig der Substitut des Ober-Staatsanwalts in Gießen den Auftrag erhalten, die Geschäfte bei dem Bezirksstrafgericht daselbst bis auf Weiteres zu versehen.
Darmstadt, 15. September. Soeben hat der Präsident die Landessynode mit einem kurzen Gebet eröffnet. Die Mitglieder sind mit Ausuabme der laut Anzeige verhinderten Abgeordneten Graf Solms-Laubach, Strack, Ohly, Schlich, vollzählig erschienen. Zur Geschäftsordnung beantragte sofort Abg.
glauben und — folgen.
Ob man einen Grund augibt für dieses Verlangen? O ja! — Wir lesen da in den Hirtenbriefen der Römlinge den Saß: „Man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen." Das ist richtig! Man muß Gott mehr gehorchen , als den Menschen. An jenen Satz wird aber dann noch weiter an- gehäugt, der Papst ist der Stellvertreter Gottes auf Erden, er ist, wie dieser, unfehlbar, darum muß man ihm gehorchen und dann gehorcht man Gott. — Wenn das aber das einzige Citat aus der heiligen Schrift ist, auf welches man baut, wenn das als Fundament für die maßlosen Ansprüche gelten soll, wie sie Rom unaufhörlich geltend macht, dann scheint es um seine Sache doch schlecht bestellt. — Der Papst ist nun einmal nicht Gott, seine Lehre auch keine reine göttliche Lehre; das haben viele Menschen längst herauSgefunden und gehorchen dem Papste und seiner Lehre darum nicht mehr, weil sie ihr nicht mehr gehorchen können Offenbar ist man aber auch in der Interpretation jenes biblischen Satzes päpstlicherseits zu weit gegangen. Getrieben von priesterlichem Ehrgeiz und Eigenniitz hat man in zahlloseii Gebeten und Verboten den wahren Geist der Religion in Fesseln geschlagen und für sich selbst eine politische Macht zu erstreben gesucht, unter welche sich Menschen, die wissen und fühlen, daß der Kern der christlichen Lehre, daß Gott selbst die Liebe ist, nie mehr beugen werden. — Selbst die Unfehlbarkeitserklärung, der kühne Griff, in der Priesterwürde die Majestät Gottes gleichsam sichtbar zu machen, als ob Gott Stellvertreter angeordnet hätte, welche die ihm gebuh-
wenig. Statt des Wortes Gottes hören s .
statt Christus wird der Papst gepredigt, statt der Wahrheit und Gnade erfundene Wundergeschichten, nicht Nächstenliebe, sondern Haß, und Fluch statt des Segens. Und wer unbefriedigt nach einer wahren Predigt des göttlichen Wortes verlangt, oder eine Schrift zu lesen wünscht, die ihm dasselbe erschließen könnte, der wird beunruhigt mit dem Vorgeben: eine Todsünde begehe, wer Anderes höre oder lese, als das von den römischen
biete keine Rede mehr sein. Man kann nun einmal den Wahn nicht aufgeben, i daß die Menschheit berufen sei, nur um blindlings zu glauben und das als eine göttliche Offenbarung zu betrachten, was von Rom und fernen Dienern gepredigt werde. Daher die lieblichen Hirtenbriefe. Und daß sie nun gerade mit Deutschland, gegen das sie hauptsächlich geneigt sind, so unfein umgehen, darf uns nicht wundern; gerade Deutschland gilt ja jetzt in Rom für den leibhaf- tigen — Gott sei bei uns, es ist der Herd alles Gott ungefälligen Treibenv; vorzugsweise von ihm, sagt man, wird die katholische Religion verfolgt, gerade die deutsche Gesetzgebung und die zu deren Ausführung berufene Reichöregierung ist es welche all' das Unheil anrichtet und der katholischen Religion den Untergang geschworen hat. - Armes Deutschland, eine solche Meinung hat man jetzt von dir in Rom. — Was du auf der einen Seite errungen hast, politische Einheit, Größe und Machtstellung, wie sie dir gebührt, soll dir auf der anderen Seite wieder verkümmert werden, indem man dich als den größten Sünder zeichnet, weil du dich eben weigerst, noch fernerhin römischen Satzungen zu gehorchen, die von der ächten christlichen Lehre nicht entfernt etwas an sich tragen, weil du dich weigerst, fernerhin eine Macht anzuerkennen und sich ihr zu beugen, deren Dichten und Trachten stets darauf gerichtet war und ist, deine geistige Freiheit um jeden Preis in Fesseln zu halten. Du sollst eben, einerlei wer im Volke, nicht das Recht haben, selbst zu denken und zu prüfen, du darfst das Spiel, wie es in Rom getrieben wird, nicht mit dem wahren Geiste des göttlichen Wortes im Widerspruch finden, du sollst nur dem Papste
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fällen, das ja auch schon wieder in die Elaste der verdammungswürdigen ein-- gereiht werden wird. Aber es kann ja doch nichts Anderes als Haß und Er-; bitterunq auf Seiten der Römlinge vorhanden sein, es kann ja jetzt, wo die Menschheit bald gar keine Ordre mehr parirt, sich dem finsteren Gerste unb, den entsetzlichen Mißbräuchen, welche noch allerorts getriebew werden, nicht mehr- blindlings fügt und anfängt, sich einem Geiste zu erschließen, der den Rorn^
nichts nützen. Unfehlbar ist nur Einer und sonst Niemand, auch der nicht, angehen, der auf dem päpstlichen Throne sitzt. Armer Mensch, der du unfehlbar
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Küchler, jedem Redner nur zehn Minuten zum Sprechen zu gewähren, was gegen eine Stimme angenommen wird. Sodann schlägt der Präsident vor, von einer Generaldebatte völlig abzusehen, da das Nöthige überall zu den einzelnen Paragraphen gesagt werden könne, was gleichfalls, und zwar einstimmig, angenommen ward. Hiernach ward in die Berathung des § 1 eingetreten, die voraussichtlich die heutige Sitzung fast ganz in Anspruch^nimmt. Als Vertreter der Regierung sind anwesend: Ministerial-Direetor v. Starck, Mini- sterialrath Knorr; als Vertreter des Kirchen - Regiments : Oberconsistorial- Präsident Kritzler und die Oberconsistorial-Räthe Melior und Linz.
Berlin, 12. September. Das Schreiben, welches der Erzbischof von Gnesen und Posen in Sachen des Propstes Arndt zu Filehne jmterm 28. August an den Ober-Präsidenten gerichtet hat, lautet in seinen Schlußsätzen: „Ich kann nur die Erklärung abgeben, daß Arndt der allein berechtigte Seelsorger der Gemeinde zu Filehne ist und bleibt und seine Entfernung aus diesem Amte nur im Wege des durch das Kirchenrecht vorgesehenen Verfahrens und nur aus canonischen Gründen erfolgen kann. Glaubt nun die Kaiser!. Königl. Staatsregierung, daß die Bischöfe sich im Jrrthume befinden, indem sie die alleinige Competenz der Kirche für gewisse Angelegenheiten in Anspruch nehmen, so würde diese Streitfrage im Einvernehmen mit dem Oberhaupte der katholischen Kirche zum Austrage gebracht werden müsten, und würden die Bischöfe der Entscheidung des heil, apostolischen Stuhles als der für jeden katbolischen Christen in Sachen des Glaubens und der Moral unfehlbaren höchsten Autorität gern und bereitwilligst sich unterwerfen." Die L-pen. Ztg. bemerkt dazu: „Der Erzbischof wird wohl oder übel bald noch eine andere Autorität anerkennen müssen, nämlich den im Namen des Königs rechtsprechenden Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten. Denn sein ganzes Treiben geht offenbar mit Absicht darauf hinaus, dem § 24 des Gesetzes vom 12 Mai zu verfallen. Alle seine bisherigen Handlungen tragen das Gepräge, daß er sich auf seinem muu/tii, ui» w Vi/VM. ............- v-------- V . , „ , - - . erzbischöflichen „Thron" als selbstständigen Souverain betrachtet, den die Ge-
renden Huldigungen entqegenzunehmen hätten, hat nichts genutzt und wlrv des Staates Preußen und die Anordnungen der Verwaltungsbehörden gar -ixiä .."L.. tfl- mir und sonst Niemand, auch der nicht, "
linaen nun einmal nicht in ihren Kram paßt, auf deren Seite von Liebe und Reinkens sagt, auch die erhebende Hoffnung, welche uns beseelt, daß endlich Versöhnung von Streben nach Licht, Freiheit und Frieden auf religiösem Ge- alle Uebel, welche die Aufrichtung einer geistlichen Herrschaft in der Kirche verbiete keine Rede mehr sein. Man kann nun einmal den Wahn nicht aufgeben, ursacht hat. geheilt werden, an Zuversicht von Tag zu Tag gewinnen.
Berlin, 13. September. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Ancr- kennung des altkatholischen Bischofs wird darauf aufmerksam gemacht, eine Waffe gegen Waffe. Jenem Satze, aus dem man einen so gründ- Remuneration könne demselben schon jetzt aus der Etatsposition Capitel 127
salscken Sckluß zieht, stellen wir" auch einen biblischen Satz gegenüber, den Titel 3 „zur Verbesserung der äußeren Lage der Geistlichen aller Bekenntnisse i
Sak: Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat, unb Lehrer 225,900 Thaler" zugewendet werden. Der Zusatz „aller Bekennt- denn es "ist keine Obrigkeit, ohne von Gott verordnet." Indem wir also niffez/ ist erst bei der letzten Berathung vornämlich in Anbetracht der Altkatho-
der bei uns bestehenden Obrigkeit gehorchen, gehorchen wir ja Gott. Unser nten unter lebhaftem Widerspruch der Clericalen gemacht worden. — Die for-
Gott ist der Papst nicht und seine Lehre von Lieblosigkeit und Haß gegen melle Zulässigkeit jener Verwendung ist nicht zu bestreiten, aber passender wäre Andere gefällt uns auch nicht. — So sagen wir, und darum wollen wir von es wohl, wenn der altkatholische Bischof keine „Remuneration' empfinge, son- Rom nickts mehr wissen, und auch nichts von römisch - katholischen Hir- dem seine Dotirung bei der nächsten Etatsberathnng erfolgte.
tenbriefen. Posen, 13. September, Morgens. In Folge dee Bestrafung von etwa
Nock ein anderer Hirtenbrief, ein Hirtenbrief eines von Rom abgefallenen 50 Schülern, die trotz Verbots des Directors bei der Kirchenvisitation auf der Bischofs ein Hirtenbrief des Bischof Reinkens liegt uns auch vor. Wir möch- Dominsel die Schule versäumt hatten, soliden vor deml Schulhause AnsaE ten doch wissens ob den Pius IX. gelefen hat. Sicher nicht, ein solches Mach- lungen und Ruhestörungen statt, die durch polizeiliches Einschreiten bald besesi rJt keinen Eingang in den Vatican gefunden, es ist ja der Auti- iigt wurden. . . ,
chrlst elbst. Das heißm wir einen Hirtenbrief im wahren Sinne des Worts. Kassel, 13. September. Pfarrer Witze! aus Schemmern wurde soeben Wir dürfen auch annehmen, daß jedem Katholiken, der diesen Hirtenbrief ge- wegen Uebertretung des Kanzel-Paragraphen zu zwei Monaten Festungshaft bjft wir dünner °iefu Christi sind, baei Jien aufgegangen ist. Da wird nicht ruhe berichtet, ist Dr. G-rstner, Mitglied der ®oncralbirectton bet Großh. gepredigt 1>o»'Haß unb Unbulbfamteit, da tvitb' nur von Liebe unb Frieden Verkehrs-Anstalten, ,»m Mitgliebe des g^ichs-El,enbahn-Amtes mit dem Titel neinrorhen unb aus ber heiliaen Schrift liberrengenb boeumentirt, daß Christus „Geh. Regiernngsrath" besignirt. _ , . . „ ;
nur ein aeistiges Reick stiftete nickst von bieser Welt, zur Vereblung, sittlichen Consta..;, 13. September. In ber dritten Del-gir en-Verfammlun Verklärung unb Beseligung der Meiifchen. Seite 11 heißt es unter Anderemi beantragte Schulte, die Synodal-Repräsentanz möge ermächtigt werden,
3$on dem Evangelium erfahren die Gläubigen der römischen Kircheber auf bem vorigjährigen Songreffe für bie UmonsverhanUungen mit be wenig " Statt des Wottes Gottes hören sie Streitreben von ben Kanzeln; anberu Confessionen bestimmten Commt,sion Subeom. ös zur Verhanblung; m wenig, esinn ......."• • heu einzelnen Confessionen (ber anglican,scheu, griechischen unb protestantischens
zu bilden. Michelis imterstuht ben Antrag, wünscht für die orientalischen Bet' hältnisse ein Subcomitö in München, für die occidentalischen in Bonn, Gruw bung eines literarischen Organs für bie Unionsbestrebungen, regelmäßige Ver 'bindnng der Subcornitös unter einander und mit den Geistlichen anderer Con« fessionen, um schließlich dem Zerrbilde des vaticanischen ein wahrhaft ökumenisches Concil cntgegenstellen zu können. Nach weiterer ähnlicher Befürwortung durch Friedrich, Huber und den Ober-Amtsrichter Beck, und nachdem Schul« 'tic Berücksichtigung von Michelis' Wünschen versprochen, wird der Antraz fast einstimmig angenommen. Professor Meßmer zieht seinen Antrag zu Gun- Meines Amtes in man nie eiiraeaennuumc wn v«.v.HW..s stell des Antrages der Synodal-Repräsentanz behufs zweier Fonds zurück, UN und Ceremvnien religiöser Art, mie$ sie nur Gott gebühren, aber vor Allem dieser wird dann nach längerer Debatte unverändert fast ctnfhmnitg angen ।
1 „■»t tng Ventoen" men. Der Antrag des altkatholischen Vereins von Cre eld wird ohne D s ;
unb endlich Seite 15: ' cusston angenommen. Dr. Gaspard ans Ungarn behandelt theologische Frag


