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oder die vorübergehende Außerkraftsetzung der Maßregel bleibt jederzeit und nament-

KSMldie

sehr stark besetzt; am Tische des Bundesraths

Sonnemann (Frankfurt) : ob dem Bundes- k. Provinzick-Schulcollegium- zu Kassel Mik­

lich für den Fall Vorbehalten, daß größere Marschbewegungen der Truppen wieder beginnen.

Die Verhandlungen wegen Freigebung der nicht schon vor Abschluß des Präliminarfriedens condemnirten deutschen Kauffahrteischiffe und ter Einstellung der Feindseligkeiten in Ostasten wollen nicht vorwärts und zwar lediglich durch die Schuld fctr Franzosen. Die in dieser Sache gestellten Forderungen der deutschen Regierung sind bis heute noch nicht erfüllt, trotz dringender Mahnungen zur Be­schleunigung. DieN. Pr. Ztg." findet die Ursache dieser unverantwortlichen

Minister Delbrück u. A.

Auf der Tagesordnung stehen

1) Interpellation des Abg. kanzleramtr von der Verfügung des theilung gemacht worden, wonach

Die Druckereien desBien public" und derCloche", die ihre Arbeit trotz des Verbotes der Commune nicht eingestellt hatten, sind mit Beschlag belegt, die Zei­tungsjungen ins Gefängniß geworfen und die vorhandenen Papiervorräthe confiscirt worden. In Folge dessen haben bereits mehrere Straßenkrawalle stattgefunden.

Der Gensd'armerielicutenant zu Vervins, Deswaret, ist von Thiers zum Capitän befördert und zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Es ist der Gens- v'armerieoffizicr, welcher Gustav Flourens durch einen Säbelhieb über den Kopf tödtete. In Montlucon (Allier) hat ein Pronunciamento zu Gunsten der Com­mune von Paris stattgefunden. Die Bewegung wurde aber sofort von den Truppen unterdrückt. Viele Personen wurden verhaftet. Die Versailler Armee soll jetzt 125,000 Mann stark sein. Sie ist aber schlecht genährt und schlecht gekleidet. In Versailles sind die Verhaftungen auch an der Tagesordnung. Man tritt dort fast gerade so willkürlich auf wie in Paris. Viele Journalverkäufer und Träger der in Versailles erscheinenden Blätter wurden sestgenommen. Zwischen dem Re- gime unter dem Kaiserreich und dem Versailler ist wenig Unterschied. Das kann aber auch kaum anders sein, da fast alle Polizeibeamten und Agenten des Kaiser­reiches wieder thätig sind. Es heißt sogar, daß der berüchtigte Lagrange wieder da sei.

Darmstadt, 26. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben an dem heutigen Tage, mit welchem ein halbes Jahrhundert verflossen ist, seitdem Allerhöchstdieselben in den Militärdienst eingetreten sind, das Militär-Dienst- Ehrenzeichen für 50 Dienstjahre anzv.legen geruht, um damit den Truppen ein sichtbares Zeichen der Anerkennung ihrer stets bewährten Treue und Pflichter- füllung zu geben. Vorstehende Allerhöchste Entschließung wird den Großherzog, lichen Truppen hiermit bekannt gegeben. Großherzogliches Kriegsministerium.

2) Dritte Lesung des Schulze'fcherr Diätenantrages. Dr. Elben (Würt­temberg) beantragt, in §. 2 die Wortevon der nächsten Legislaturperiode an" wegzulaffen und statt dessen dem Gesetz als §. 3 anzufügen:Das gegenwärtige Gesetz findet keine Anwendung auf den im März 1871 gewählten Reichstag." Graf Münster (Hannover) bittet von dem Beschlüsse der zweiten Lesung zurück- zukommen; Verfassungsänderungen, deren Zweckmäßigkeit nicht nachgewiesen ist, seien sehr bedenklich. Dr. Edel (Kaufbeuren) bestreitet den Connex der Diäten- losigkeit mit der Selbstverwaltung; im Gegentheil, die Nichterstattung der Aus- lagen an den Abgeordneten sei der Ruin der Selbstverwaltung. Einen Rechts­grund für die Verweigerung der Diäten könne Niemand beibringen. Grum- brecht (Harburg). Es sei ganz unzweifelhaft, baß in nächster Zeit die Reise- kosten und in nicht zu ferner Frist auch die Diäten bewilligt werden; es werde ferner Niemand bestreiten, baß die Diätenlosigkeit eine Beschränkung des allge­meinen Wahlrechts ist, daß sie einen wesentlichen Einfluß auf die Zusammen­setzung des Hauses ausüdt, denn es würden bet Dia'tenbezug sicherlich viel mehr Landräthe in demselben sitzen. Aber er wolle nicht an der Verfassung ändern, nachdem sie eben zu Stande gekommen, und da auch im Volke die Meinung über die Diäten getheilt ist, stimme er gegen das Gesetz, das zur Zeit keinen Zweck habe. Dr. Metz (Bingen). Ohne Diäten bleibe die Wahlfreiheit nur eine Illusion; trotzdem möchte er darauf verzichten, müßte er damit das von Herrn Windthorst gewünschte Oberhaus in den Kauf nehmen. Damit ist die De­batte geschlossen, und nach dem Resume des Antragstellers Schulze (Berlin) wird das Amendement Elben mit großer Majorität, das Gesetz selbst in namentlicher Abstimmung mit 186 gegen 128 Stimmen angenommen. Es lautet jetzt:Wir etc. verordnen etc.: §. 1. Der Art. 32 der Verfassung des deutschen Reichs wird aufgehoben. An dessen Stelle tritt der §. 2 des gegenwärtigen Gesetzes. §. 2. Die Mitglieder des Reichstages erhalten aus der Bundeskaffe Reise­kosten und Diäten nach Maßgabe des Gesetzes. Bis zum Erlasse dieses Gesetzes stellt das Bundespräsioium die Höhe derselben fest. Ein Verzicht auf die Reise­kosten und Diäten ist unstatthaft. §. 3. Das gegenwärtige Gesetz findet keine Anwendung auf den im März 1871 gewählten Reichstag."

3) Wahlprüfungeu. Die Wahl des Legationsraths v. Kommerstädt Im

Dorn fei ff. Schäfer.

M. Berlin, 25. April. Deutscher Reichstag. Die heutige 22. Plenar­sitzung eröffnet Präsident Dr. Simson um 12*/4 Uhr. Die Plätze im Hause sind nur schwach, die auf den Tribünen

_ _ , den christlichen Zöglingen der israelitischen

Realschule zu Frankfurt das BerechrigungSzeugniß zum einjährig freiwilligen Mi­litärdienst entzogen ist, und ob das Bundeskanzleramt gegen diese Verfügung Re­medur eintreten lassen werde? Minister Delbrück verneint die erste Frage und beantwortet die zweite dahin, es sei ganz selbstverständlich, daß die Durchführung der gesetzlichen Bestimmungen überall gewahrt werden wird.

Die WienerPresse" hofft, anknüpfend an die Erinnerung an FebronruS, Kaiser Joseph und Weffenberg, auf die Errichtung einer deutschen Nationalkirche und erinnert an folgendes Wort von Weffenberg über die Jesuiten:Des Ordens Grundsätze sind so beschaffen, baß sie unvermeidlich die christliche Glaubens- und Sittenlehre verderben und das Verhältniß zwischen Staat und Kirche zerrütten müssen. . . . Mit den jesuitisch-ultramontanen Lehren vom Kirchenrechte kann keine wahre obrigkeitliche Gewalt, keine Selbstständigkeit der Staatsregierung bestehen.... Gelingt es dem Orden, auch in Deutschland wieder Boden zu gewinnen, so ist ein heftiger und langer Kampf des Lichtes mit der Finsterniß vorauszusetzen, ein Kampf, der dem Frieden der Kirche wie der Ruhe der Staaten gleich gefährlich werden dürfte."

DerTimes" wird aus Paris vom 21. ds. geschrieben:Wie verlautet, werden die Bewohner von Asnieres nach Versailles gebracht und das Dorf selber neutralisirt, da dasselbe von den Geschützen beider Parteien bestrichen wird. Die Soldaten der Commune gerathen immer wieder in Fallen, welche die Versailler Truppen ihnen gestellt haben, und in Folge dessen haben sie große Verluste an Leuten erlitten. Die Gräben, welche in allen Stadttheilen zur Vertheidigung der Barrikaden angelegt werben, geben den Einwohnern zu großer Besorgniß Anlaß, da die Gasleitungen in unmittelbare Berührung mit den Pulverminen kommen.

Verzögerung in dem Umstande, daß die Versailler Regierung bei dem französischen Marineministerium nicht dem bereitwilligen Gehorsam begegnet und in Folge dessen nicht die Unterstützung findet, welche der Gegenstand und die Sachlage erheischen. Das Marineministerium seinerseits nimmt ungebührliche Rücksicht auf den Eigennutz der bei den Prisen interessirten Seeoffiziere, die ihren Antheil am Erlös der ge­nommenen Schiffe nicht einbüßen wollen, und begünstigt diese Herren durch ver­schiedene Manöver. Wird eine Verständigung nicht erreicht, so wird sich Frankreich für die daraus entspringenden nicht angenehmen Folgen in erster Linie bei seinem Marineministerium, in zweiter bei den gedachten Offizieren zu bedanken haben.

Den von englischen und französischen Blättern ohne Aufhören gemachten Mittheilungen von der theilweisen Uebergabe der Forts, der Räumung von St. Denis und der Zahlung der ersten halben Milliarde der Kriegsentschädigung ist durch die in der Plenarsitzung des Reichstages gegebene Erklärung des Reichs­kanzlers zur rechten Zeit auch der letzte Schimmer von Wahrscheinlichkeit ge­nommen worden, und das in einem Augenblicke, wo diese Mittheilungen mit immer größerer Sicherheit aufzutreten begannen. So meldet derSoir" vom 22. April, daß die Forts Charenton und Double-Couronne an jenöm Tage ge­räumt und von den Truppen der Versailler Regierung besetzt werden würden, während die Uebergabe der anderen Forts am 23. April erfolgen solle, da die halbe Milliarde bereits am Freitag den 21. von der französischen Regierung ge­zahlt worden sei. Was von derartigen, von verschiedensten Seiten mit vollendeter Dreistigkeit auftretendm Behauptungen zu halten ist, hat die Erklärung des Fürsten Bismarck deutlich erwiesen und es wird derselben eine um so größere Wichtigkeit beigemessen werden dürfen, als sie amtlich, in den bestimmtesten Ausdrücken das Festhalten an dem Princip der Nichtintervention bestätigen, dessen Aufgabe nur tenfbor (ein würde, wenn unser eigenes Interesse in Frage kommen sollte. Das Eingeständniß des Reichskanzlers, daß vielleicht absichtlich von der Versailler Re- gierung der Abschluß des definitiven F.iedens hingeschleppt werde, um günstigere Bedingungen zu erlangen, läßt leider die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Zeitpunkt, wo die Intervention zur Nothwendigkeit wird, trotz alledem eintmen kann, ja vielleicht nicht mehr fern ist, und schon aus diesem Grunde ist es nicht wahrscheinlich, daß die Reichsregierung an den Schluß der Reichstagssession in allernächster Zeit denkt. Aber auch sonst hat die Muthmaßung einiger Blätter, daß der Reichstag demnächst seine Sitzungen einstellen und die noch nicht erledigten Vorlagen bis zur nächsten Session vertagen werde, keine thatsächliche Grundlage. Es herrscht sowohl in den Regierungskreisen wie bei Den Stimmführern im Reichs­lage die Absicht vor, alle bisher vorgelegten Gesetzentwürfe zu erledigen, selbst für den Fall, daß sich die Dauer des Reichstages bis gegen Ende Mai hinziehen sollte.

Abermals ist es nöthig geworden, vor dem Schwindelgeschäft der Auswan­derungsagenten zu warnen. Im December vorigen Jahres hat die brasilianische Regierung mit dem Hause Mackay Son u. Co. und William Haelfield in London einen Vertrag in Bezug auf die Vermittlung von Colonisten für Brasilien abge­schlossen. Es ist dabei wieder vorzugsweise auf Opfer aus Deutschland abgesehen, was von den Pflanzern der brasilianischen Provinz S. Paulo sogar ausdrücklich zur Bedingung gemacht wird. Bekanntlich ist es für Preußen den Auswanderungs- Expedienten untersagt, den Transport von Auswanderern nach Brasilien, wo die­selben dem traurigsten Loose entgegen gehen, zu vermitteln; da es aber doch nicht an heimlichen Agenten fehlen wird, so sind die Oberpräsioien vom Minister des Innern angewiesen worden, dem Treiben in entschiedener Weise entgegenzutreten.

Nach einer in Darmstadt erschienenen Broschüre über den Krieg mit Frankreich unter besonderer Berücksichtigung der hessischen Truppen beträgt deren Gesammtverlust vom Beginn des Krieges bis zu Ende März d. I. 109 Offiziere und 2161 Mannschaften 2270. Hiervon sind aus dem Schlachtfelde geblieben oder in Folge von Verwundung oder Krankheit gestorben 44 Offiziere und 694 Mann = 738; verwundet wurden 65 Offiziere und 1467 Mann = 1532. Von dem Gesammtverlust treffen auf die Infanterie 1472 Mann, auf die Jäger 509 Mann, auf die Artillerie 162 Mann, auf die Cavallerie 88 und auf sonstige Truppentheile 39 Mann. Bringt man diese Verlute mit den in der Schrift niedergelegten Effectivstärken der Chargen und Waffen in Relation, so ergiebt sich ein Verlust an Offizieren von 21,7 pCt., an Mannschaften von 14,8 pCt. Die Jäger hatten einen Verlust von 24, die Infanterie von 17, die Artillerie von 9,3 und die Cavallerie von 7,3 pCt. ihrer Gesammtstärke, die Division einen solchen von 15 pCt. zu beklagen.

DieDaily News" ist wieder der warme Fürsprecher der Deutschen gewor­den. Im Interesse der Gerechtigkeit hält sie es für ihre Pflicht, nun, da eine 1 ruhigere Stimmung die baare Erwägung der KriezSvorfälle gestattet, die Anklagen auf Grausamkeit, welche die Deutschen in ihrer Kriegführung gezeigt hätten, em­phatisch zurückzuweisen. Durch nähere Nachforschungen haben sich diese Anklagen ! sämmtlich und ohne Ausnahme auf Nichts reducirt. Als die schlimmsten erwähnt : dieNews" die vielfach behauptete angebliche Verbrennung eines Franktireur- i capitäns, deren Unwahrheit sich jetzt unwiderlegbar herausgestellt hat. Der Capitän 1 fei sein n eigenen Leuten zum Opfer gefallen. Ferner erwähnt dieNews" die : angebliche Erschießung einer Ambulanzcolonne zu Hauteville. Auch die letztere ' Anklage stellt sich als erdichtet heraus. Die Genfer Fahne wehte allerdings über i bem betreffenden Hause, aber nicht nur waren keine Kranke und Verwundete darin, i fontjern die sogenannten Ambulanzmannschaften beseitigten sich auch eifrigst an bem Kampfe, konnten also nicht als Nlchtcombattanten angesehen werden, lieber < bte Kriegführung der Deutschen sagt das Blatt kann nur ein Uttheil ge- i f "bsven, nämlich, daß sie in ehrlicher Beobachtung aller Rücksichten gegen die - Menschllchkett ruhmenSwerth und fast einzig dasteht. t

Die Friedengfeier der Deutschen Londons, welche, wie bereits früher mit- { getheilt, am 1. Ma: stattfinden wird, verspricht den Vorbereitungen der verschie- k denen Festausschüsse nach zu schließen, großartigster Natur zu werden, und was I bie Betheiligung unserer deutschen Landsleute anbetrifft, so ist dieselbe ungemein

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Reklamationen der Postbetrieb ungemeine Erschwerungen erleidet. Der Widerrufizahlreich. Für da-Banquet z. B., welches nach guter alter Sitte dem Fest folgen ..... .....11 ..... ' wird, waren die Anmeldungen so zahlreich, daß das von dem Vorstande gewählte Lokal, die deutsche Turnhalle, nicht auereicht, und daß über 50 Procent zurück- gewiesen werden mußten.

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