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Aus naheliegenden Gründen giebt man sich im Vatikan die größte Mühe, tiefen Stand der Sache zu verheimlichen. Uebrigens sind die Gründe nicht blos Attischer, sondern auch finanzieller Natur: man weiß, daß mehrere katholische Ltputationen mit mehr oder minder bedeutenden Summen Peter-Pfennig unter* dlgs hierher sind und fürchtet, sie möchten mit ihrem Gelde wieder umkehren, »tun sie wüßten, wie die Dinge stehen. So erwartet man namentlich eine solche Deputation aus Graz in Steyermark, an deren Spitze der dortige Bischof Ziverger, die Baronin WelferSheimb von Marburg, die Baronin Lazzarini von Mach, die Gräfin Lermage aus Wien, die Baronin Hauer von Waldstätten, iit Frau Thannhauser aus Graz, zwei Grafen Avernas, der Graf Taxis u. A. tiefer Farbe stehen.
Neuilly und Ternes zu besuchen. Das Thor ist beschädigt, aber ohne Bresche. Die Avenue Ternes und die anstoßenden Straßen sind ruhig. In Neuilly kamen die Einwohner, meist Weiber und Kinder, nach dreiwöchentlicher Gefangenschaft in Kellern, ans Tageslicht. Eine große Menge Leichen sind noch unbegraben. Die Versailltsten haben die Weinvorräthe htnweggenommtn. Ihr Benehmen war brutal und verboten sie, mit den Nationalgarden zu sprechen. Es herrscht gegenseitig große Erbitterung und ist alle Aussicht vorhanden, daß das Feuer mit Heftig
keit jeden Augenblick wieder eröffnet wird.
△ Florenz, 25. April. Der heutige Ministerrath debattirte unter dem Vorsitz des Königs über die Verlegung der Hauptstadt nach Nom. Die Partei Lanza stimmte für Aufschiebung, während Sclla eine Cabinttsfragc daraus macht.
4- Florenz, 26. April. Der Justiz-Minister theilt im Senate mit, die Regierung werde einen Gesetzentwurf einbringen, betreffend die vollständige Trennung der Kirche vom Staate.
A Petersburg, 24. April. Der Bruder des Czaaren, Nicolaus, bereist die Militärbezirke Warschau, Kiew und Odessa, vifltirt sorgfältig die daselbst befindlichen Festungen.
A Versailles, 25. April. Der „Soir" meldet aus sicherer Quelle, daß
Telegraphische Depeschen.
4- RheimS, 25. April. Aus Versailles ist folgendes Circular-Telegramm, das Thiers selbst unterzeichnet hat, eingetroffen: „Die verflossenen Tage vergingen mit Geniearbetten und der Concentration von Truppen. Die in Cherbourg, Camdrai und Auxerre gebildeten Corps nebst den von Deutschland zurück- gklehtten Gefangenen haben Ausstellung in Versailles genommen und sich hier
Sache angenommen und in einem eingehenden Gutachten die gänzliche Rechtlosig- endet und die. aktiven Operationen werden bald beginnen."
- - - ' • "" — ~ - 4- Parts, 25. April, Abends. Man hört eine schwache Kanonade in der
Kürstenthum Reuß ä. L. wird bis zur Aufklärung eines Protestes, welcher mehr- durch ihre eben so ernste als feste Haltung bemerklich gemacht. Man erkennt foäre gröbliche Verstöße gegen die Wahlfreiheit und gegen das Wahlgesetz be- unter ihnen die unerschrockenen Soldaten von Gravelotte, welche, einer gegen bauvtet, beanstandet; die Wahl des Pfennigmeisters Petersen im vierten schles* zwei kämpfend, ohne zu weichen, eine der größten Schlachten des Jahrhunderts wig-holsteinischen Wahlkreis für ungültig erklärt, weil durch den Eisgang die geliefert haben. Hier bilden sich zwei getrennte Corps unter den Generalen ^nsel Pillworm an der Wahl behindert war, die Zahl der dortigen Wähler Douay und Clinchard. Bei Bagneux fanden Kämpfe in den letzten beiden Tagen aber die Differenz zwischen Petersen und seinem Gegenkandidaten übersteigt. — Statt. Vorgestern griffen die Insurgenten, benachrichtigt, daß man Bagneux pie Beanstandung der Wahl des Advokaten Thiel im dritten sächsischen verbarrikabirt, dieses Dorf an, zuerst mit 200 Mann, die in verwirrte Flucht Wahlkreise hatte die vierte Abtheilung eines Protestes wegen beantragt, das geworfen wurden, dann mit einer zweiten Colonne von tausend Mann und einer Haus erklärte dieselbe jedoch für giltig. Kanone. Die kleine Garnison, aus 2 Compagnien des 46. Regiments bestehend,
Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung morgen Uhr. Tagesordnung: An- erwartete die Insurgenten bis auf 100 Meter und schlugen sie dann durch ein irLge aus dem Hause, Petitionsberichte, Wahlprüfungen. mörderisches Feuer in die Flucht. Die Straße blieb mit ihren Todten bedeckt.
Bonn, 23. April. Wie weit die Infallibilisten ihre kirchlichen Vexationen Heute wollten sie den Kampf erneuern und rückten vor, indem ihnen eine Avant- ae«n Altkatholiken bereits treiben , zeigt folgender Fall. Einem hiesigen Gym- S^e unter Führung eines Sergeanten vorauszog. Die Tirailleurs des 70. Re- nastallehrer, Dr. K., der zur Zeit den Protest gegen die bekannten Majorität«- giments, die geschickt in Hinterhalt gelegt worden, empfingen diese Avantgarde Mdlüffe unttncidjmte, wird Seitens des General-Vicari-t« in Münster (!), in aui. nächster Nähe und vernichteten sie; der Sergeant und seine Leute wurden helfen Sprengel die Braut wohnt, die kirchliche Trauung versagt, wofern er nicht getödtet. Die grauenvolle rothe Fahne und der, welcher sie trug, befindet sich in btn Protest widerruft und mit gläubigem Sinne die päpstliche Unfehlbarkeit an- unseren Händen. Diese kleinen Kämpfe, welche die Störung unserer Arbeiten be- nimmt. Sichirem Vcrnehm-n nach hat der berühmte Canonist Schulte sich der zweckten, haben ihre Absicht in keiner Weise erreicht, denn diese Arbeiten sind be- _ . ...... -t . .i. n _.r. _ pnbft und die aktiven Dneratmnen werden bald deninnen "
ktit der Verfahrens dargelegt. Mit diesem Aktenstück hat sich Dr. K. an das .
preußische Ministelium gewandt, auf dessen Entscheidung man äußerst gespannt ist. Richtung von Vanvres und Jssy. Die Einwohner von Neuilly, den Ternes und
Aus Baden, 22. April. Die wenigsten Leser sind wohl mit den terminis Sublonville verlassen ihre Wohnungen und ziehen nach Paris; die genannten technicis W kirchlichen Strafrechts vertraut, von denen wir doch leider Allem O"- sind verwüste, und in Rumen. Die Foder.rten bauen e,fr.g an Barrikaden
commumcatio maior propter haeresim formalem et externam verfallen. Er* ” , , /* . * r„
K e“ mir dazu eine kurze Erklärung. Die Wirkung der excommunicatio k . Ppat ha. nachgegeben und bleibt in der Commune. Durassier, Comman.
I*j°r C6“ b8r0 ann$icft ‘’Jbmfle A sich I ieüunn ^bri na“ nm' 'sich' '• Vm V// Eine °Adnffe° der Delegirte'^ von LyoV erhebt "Berufung gegen die Fort.
7«g ngik'L ÄS.?'; frWO.» Kampfe, Sie bU die Nation-,.Versammlung °si^m». auf die rnsschl.epung von dem Genüsse und der Spendung der Sacramenie und dem ü.len, 3„ Behauptung dieser Rechte sei die Sache von Pari- zugl/ich die
Kebete; Unfähigkeit zum Erwerbe von Bencficien, nicht aber den unoebingten 1,1 |u vuu,t iu»lcuv
L-rlust Dir erworbenen; Versagung des kirchlichen Begräbnisses. Direkte bürget- r » E 25 6ommunc fcf, Besivnabme aller leerlleben.
liche Folgen äubert die excommunicatio major aber nach sämmtlichen deutschen . + 4$lin0, • pni. Di Ucmm 9®., e.. m na «.mt r leer ,eUn
.-■< cif l . .ix, nx ben Wohnungen in Pari- angeordnet, um darin die Bewohner der unter dem
Ewilgesetzgebungen nicht mehr indircee ergeben sich von fei bst je nachd r Bombardement leidenden Quartiere unterzubringen. Dar Journal Osficiel der
Se^ufetfcin von Jrrthum enthalt. D e ®eft|e über Oie r pnfen Mer nut Convention vom 28. Januar. General Cluseret ließ darauf
haereS1s formahs, da- crmien haeres.s .m eigentlichen Smne, An- » wieder desarmireg."
venvung. (K. 3.) '
der Kronprinz von Sachsen die Insurgenten, welche Vine.nne- armirt haben, auf; tT der E zbischos mch^Lügl sei, ^tert habe, dasselbe sofort zu de-armiren, widrigenfalls da- Bombardement
m Seiten de« Staate« gleichfalls nicht anerkannten Dogmas zu epcommu- 25. April, Morgen, Da« Journal Offieiel widerlegt in
Mlcicen. Paris verbreitete Gerüchte und weist darauf hi»,, daß, f» lang? ber Aufstand
Bern, 25. April. Wie der „Berner Bund" meldet, wurde Brienz a. d. unterdrückt sei, die Regierung den Credit nicht wirksam wieder erlangen Tracht am 23. d. Morgens 6 Uhr neuerdings von einem Erdsturz heimgesucht. f$nne. §orf< auf dem rechten Ufer der Seine würden in den Händen der Zwei Häuser wurden weggeriften, mehrere zerstört. Der Schlamm steht 20 Fuß $nu$cn bleiben.
hoch über der Brücke des Trachtbaches. △ Amiens, 24. April. Von Creil aus sollte des Nachts ein Zug mit
Rom, 20. April. In sonst wohl unterrichteten Kreisen vernimmt man Lebensrnitteln, welche für Paris bestimmt waren, abgelassen werden. Derselbe über das Befinden des heiligen Vaters, was folgt: Wie bekannt, schläft der wurde angehalten und nach seinem Abgangsorte zurückexpedirt. — Die Blokade allein in seinem Zimmer, während an ber Thür seines Schlafzimmers im- von Paris hat begonnen.
'Btr Jemand wacht und auf das geringste Geräusch drinnen Obacht giebt. Eine △ Nonen, 26. April. Gestern ist von Berlin der Befehl cingctrofftn,
Smnde, nachdem sich der heilige Vater vorgestern zu Bett begeben gehabt, hörte alle verheiratyeten Leute in den Linienartillerie- und Liniencavallerie-Regimentern
ta Wachthabende denselben stark husten und trat rasch in sein Schlafzimmer ein. auf ihr Verlangen in die Heimath zu entlassen.
Der Papst befand sich sehr Übel. Man rief Hilfe herbei; es kamen andere △ London, 25. April. Die „TempS" meldet aus Paris vom 24., daß
‘tamtroientr und man hob den heiligen Vater mit dem halben Leibe auf. Er vic Börse gezwungen worden sei, die rothe Fahne aufzuziehen. Das von Börse-
var im Gesichte tief geröthet. Man holte den Arzt und derselbe verordnete so- (tuten stark besuchte Cass Grety auf den Boulevards Italien wurde geschlossen,
fort ein Brechmittel. Darauf ward der Zustand des Patienten besser, aber der weil Ereignisse dort discutirt wurden, welche auf die Finanzeffecten Einfluß auS- klrzt hielt es gleichwohl für nothwendig, mehrere Blutegel anzusetzen, was denn übten. — Grouffets Journal „Affranchi" ist wegen Lesermangel eingegangen, euch sofort geschah und dem Papste namhafte Erleichterung brachte. Jndeß geben △ London, 26. April. Der „Daily News" meldet aus Paris vom 25. sch pie Aerzte Über die Natur dieser Besserung einer Täuschung durchaus April: Trotz des Waffenstillstandes dauert in Neuilly der Kampf auf beiden Seiten licht hin. fort. Heute Nacht wird ein Hauptangriff erwartet. Die Regierungstruppen und
Die Krankheit, an welcher der heilige Vater leidet , ist eine den Aerzten Föderirten, welche im besten Einvernehmen zu stehen scheinen, sind vielfach nur gn wohlbekannte, als daß sie sich darüber irgendwie täuschen könnten. Man hurch enge Straßen geschieden. — Assy wurde abermals verhaftet.
Einte mehr als einen Fürsten nennen, der dem ersten Anfall Widerstand leistete △ London, 26. April. Die „Times" meldet aus Versailles vom 25. April: Md nachdem er in scheinbar bestem Befinden sich zu Bett begeben, des anderen Die Lage ist unverändert. Der Valerien und Courbevoie beschießen Levallois, Morgens tobt in demselben gesunden wurde. Eins der Symptome dieser Krank- Clichy und das Maillotthor. Die Föderalisten beschießen Decon. Die Beschießung hil ist Schwäche in den Beinen. Diese Schwäche hat jetzt auch Pius IX. be- r>tr Forts Jssy und Vanvres dauert ohne Erfolg fort. Der Specialcorrespondent fallen und zwar in einem so hohen Grade, daß er sich nur dann durch sein Zim- desselben Blattes benutzte die Gelegenheit des Waffenstillstandes, um am Dienstag Btr bewegen kann, wenn er sich einerseits auf eine Person, andererseits auf ~ ~ ~ ...... * '


