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+ Versailles, 20. Marz, Abe-ids. Der Minister ves Innern bu an die Die Verordnung über vie verpfändeten Gegenstände des Leihhauses ist ru- Präfecten gemeldet: „Die Lage von Paris hat sich nicht verschlimmert, der Auf- rückgenommen; der Verfall der kaufmännischen Effecten ist bis auf weitere Bestand wird einstimmig verurtheilt, da er sich durch verbrecherische Thaten entehrt stimmung auf einen Monat verlängert zu dem einzigen Zwecke, die Ruhe zu er- hat- Chanzy und andere Officiere linD gelangen. Die Maires protestiren und halten. D.e Eigenthümer und Hotelbesitzer dürfen ihre Miether nicht ausweisen weigern sich, neue Wahlen vornehmen zu lassen. Die National-Versammlung Das Comite der Nationalgarde hat sich dahin entschieden, die FriedenSbedingun- verdammt einmüthig die Unordnung und deren Urheber. Osficiere und Mann- gen zu achten, doch scheint es ihm durchaus gerecht, daß die Urheber des ver- schaften der Nationalgarde sind nach Versailles gekommen, um die Ernennung wünschten Krieges, durch welchen wir leiden, den größten Theil der von unseren des Admirals Saissct zu ihrem Oberbefehlshaber zu begehren und ihr dem- Siegern auferlegten Entschädigung tragen.
na'chstiges Eintreten gegen den Aufstand zu versprechen, den alle Parteien ver- A Lille, 21. März. „Echo" sagt, die Preußen seien entschlossen, nicht tn werfen." Paris einzurück n.
Eine Depesche von Thiers an die Präfecten besagt: „Die Regierung ist zu A Brussel, 21. März. Der „Etoile" meldet: Paris, 21 März. Der Versailles sicher beisammen. Die National-Versammlung hat bereits Sitzung ge- Augenblick ist nicht fern, wo das Comite der Jnsurrection das Stadthaus wieder halten. Die Armee hat sich vrllständig vor Versailles zufammengezogen. Zn verlassen wird. — Der „Soir" berichtet, daß eine empfindliche Theueruna der dem größten Theile des Landes herrscht Ruhe." Lebensmittel herrsche.
A Versailles, 20. März. Assemblee. Grevy bezeichnet die Jnsurrection A Brussel, 21. März. Aus Paris eingetroffene Reisende versichern, daß als verbrecherisch. Frankreich möge sich um die von ,hm Gewählten vertrauens- sich aller besitzenden Claffen in Paris eine große Panik ergriffen hat. Aus ver- voll scharen. Lastiquc schlägt die Ernennung einer Commission von 15 Mitgliedern schiedenen Richtungen ziehen Volkshaufen nach Versailles. Brüssel ist neuerdings vor, welche der Regierung bei den erforderlichen Maßregeln als Stütze dienen soll, von Pariser Emigrantenfamilien überfluthet.
Picard nimmt im Namen der Regierung, welche sich einstimmig für den Antrag A Brüssel, 22. März. Ein Rothschild'scher Courier, der soeben in Brüssel erklärte, denselben an und verlangt, daß in cem Departement Seine und O-se angekommen ist, meldet aus Paris, daß das Pariser Gouvernement energisch ver- der Belagerungszustand erklärt werde. Bei Schluß der Sitzung theilt der Mi. langte, daß die Bank von Frankreich und Gebr. Rothschild je 5 Millionen der mster des Innern mit, daß die Präfecten und Maires die Vornahme von Wahlen Regierung übergeben sollten. Man einigte sich schließlich dahin, daß die Bank vollzogen. Offiziere der Nationalgarve, welche nach Versailles kamen, haben ver- eine Million und Rothschild eine halbe Million erlegten.
sprechen, ihre Intervention gegen die Insurgenten eintreten zu lassen. Alle Par- A Wien, 22. März. Die „Neue freie Presse" meldet aus Paris, daß in
Wien tadeln die Jnsurrection. Das „Bien public" meldet: Vor dem Sitzungs- Folge der Unruhen in Paris die Anleihepläne ausgegeben sind.
palais der Assemblee in Versailles sind 6 Batterien aufgestellt und das Thor mit Die Vertreter der Creditanstalt und der Wiener Rothschilds verließen Paris.
Wachen besetzt. Thiers hat dem Präfecten mitgetheilt, daß die Regierung ihrer A London, 22. März. Die „Times" meldet aus Paris vom Heutigen,
Sicherheit halber nach Versailles gegangen und die ganze Armee vor Versailles daß in der Massenstimmung eine Reaktion eingetreten sei. Die Patrouillen der zusammengezogen habe. Die Majorität des Landes wünsche die Ruhe. Nationalgarden wurden ausgepfiffen. Der Revolutionsaüsschuß nimmt in der
A Versailles, 21. März. Die Regierung beschloß in Versailles zu bleiben Stadt Requisitionen vor, um damit die Nationalgarde zu bezahlen.
und die Assemblee daselbst weiter tagen zu lassen. A Florenz, 21. März. Es circulirt wiederholt das Gerücht von der Ab-
+ Paris, 20. März. Die „Commune" glaubt zu wissen, daß das Cen- sicht des Königs, abzudanken. — Durch LaDineneinstürzen ist der ganze Verkehr tral-Comitö den Frieden mit der Regierung zu Versailles unter folgenden Be- auf der Montcenisbahn eingestellt.
dingungen annehmen werde: 1) Der Gemeinderath von Paris wird vom Volke a Madrid, 20. März. Die spanische Regierung wies den Antrag von gewählt. 2) Die Nationalgarve wird ganz umgestaltet. Die Führer aller Grade Nordamerika zurück, betreffs Abkaufs von Cuba und Portorico.
werden fortan von den MannfchaUen selbst gewählt. 3) Dir Polizei-Präfektur
wird aufgehoben; deren Amtsg schäfte läßt die Gemeinde von Paris selber besorgen. 4) Paris hat künftig feine eigene Linien-Armee mehr.
(E i n g c s a n d t )
Sämmtliche Baarbcstände der Bank von Frankreich sind nach Versailles gebracht.
Eine Compagnie Nationalgarden hat sich nach der Druckerei Dubuisson begeben, um auf Befehl von Lullier den Druck des neuen Journals von Felix Pyat zu erzwingen.
4- Paris, 21. März. Mittags. Paris ist ruhig und die Läden sind weistentheils geöffnet. Die Omnibus circuliren und die Fiaker kommen wieder zum Vorschein. Die Posten der Nationalgarde an den Thoren der Stadt verhindern die Ausfuhr von Mundvorräthen, Waffen und Munition. Die Lage von Belleville und Montmartre ist unverändert. Aller Handel ist durchaus unterbrochen. Alle Arbeit hat aufgehört und es herrscht eine große Aufregung der Gemüther.
In Versailles sind beinahe 60,000 Mann Truppen versammelt. Das
1090) Die Meininger Hypothekenbank wird in den nächsten Tagen eine hypothekarische Prämienanleihe emittiren, deren Ziehungsplan uns vorliegt und dem wir Folgendes entnehmen. Die Anleihe im Betrag von 10 Millionen Thaler ist in 4000 Serien, ä 25 Obligationen, jede zu 100 Thaler eingetheilt, sie wird mit 4% verzinst und mit Prämien innerhalb 56 Jahren getilgt. Die Serienziehungen finden alljährlich am 1. Deeember, die Gewinnziehungen am folgenden 2. Januar statt; die Haupttreffer belaufen sich auf 80,000 Thaler und in den beiden letzten Jahren sogar auf je 100,000 Thaler, während der geringste Treffer allmälig ans 105 Thaler steigt. — Da diese Anleihe statutenmäßig durch gute erste hypothekarische Ausstände, die von dem Staatscommissar controllirt werden, gesichert ist, da ferner ein erhebliches Actiencapital die Solvenz der emitlirenden Gesellschaft verbürgt, so erscheint dieselbe für die solide Capitalanlage um so geeigneter, als sie im Verhältniß zu den 4% bayerischen und badischen Prämien-Anleihen, sowohl durch den billigeren Cours, wie durch die relativ reichlichere Prämienausstattung entschiedene Vorzüge besitzt. Wir werden übrigens auf diese für den Grundbesitz wichtige Angelegenbeit noch eingehend zurückkommen.
Lager derselben ist an der Eisenbahn, etwa eine Meile von Versailles aufge- schlagen. Die Eisenbahnstation von Versailles ist von einer beträchtlichen Gen- varmeriemacht besetzt.
Maxi sagt, die National-Versammlung werde heute eine Proklamation er- lassen über vie gegenwärtigen Ereignisse.
In verschiedenen Arrondissements hat sich gestern Abend eine große Anzahl von Nationalgarven versammelt und energische Maßregeln zum Schutze ihrer bezüglichen Bezirke beschlossen.
Das Siecle glaubt, daß jedes Bataillon von feinem bezüglichen Bezirke B sitz ergreifen werde und hofft, daß wenn diese Bewegung im Zusammenhänge qi «geführt werde, die Erneute rasch und wahrscheinlich ohne Zusammenstoß unterdrückt werden würde.
Bezüglich auf die Hinrichtung ver Generale Lecomte unv Thomas sagt dieses officielle Journal : Alle reaktionären Journale veröffentlichen mehr oder winDcr dramatische Berichte über das, was sie die Ermordung der Generale 8e-| comte uno Thomas nennen. Ohne Zweifel sind viefe Begebenheiten zu bedauern, flthr um unparteiisch zu fein, muß man zwei Thats^chen feststellen: erstens, daß L-comte vier Mal aus dem Patze Pigalle den Angriff auf die harmlose Menge von Frauen unv Kindern besohlen batte; zweitens, daß Thomas in dem Augen- büife verhaftet wurde, wo er in Civiltracht einen Plan der Barrikaden von Montmartre aufnahm. Diese beiden Menschen sind dem KnegSrechte zum Opfer gtsalleli, welches weder vie Ermordung von Weibern, noch das Spioniren zuläßt.
-h Paris, 21. März. Mittags. Das officielle Journal ver republikanischen Föderation sagt, daß zahlreiche entlassene Sträflinge nach Paris zurückge- kehrt sind und ermahnt die Nattonalgarde zu Der größten Sorgfalt bei den Pa-
BörseunachrichtcQ.
22. .März 1871.
Preus#- 41 2 u Oblig. 943, 4 Fraukf. 3‘/2°/o Obi. 82 Nass. 41/2 o 0 Obi. 94
Kurhess. 4% „ 86 Gr. Hess 5% Obi. 1017/s
„ „ 4% „ 93
n n 3l/2% " —
Bayer. 5% „ —
n 41/2% 1jährige 95 ’ b
„ 40/0 1jährige 893/4 Würtemb. 4 V20 0 Obi. 93 Vz Baden 4l,2%Obl. 0. E. L. 94*/4 Oesterr. Silberrente 5 > V2
„ Papierrente 47*/2
„ 5u/o M. steuerf. — Amerik. Bonds 1881 r 100
„ „ 1882r 965 M
„ , 1885r 98' R
n. n lH87r 96%
Spanier, ueuest. 3% 30*/4
Actlen.
Frankf. Bank 133 */2
Frankf. Vereins-Kas^e 104l/a Darnujt. Bankaet. 327 l/, Wien Bankaktien 694 Galizien 242' 2
Actlen.
Oest. Creditact. 2533,4
50/0 östr. F. St. E. B. 3821 4 Lombard. Bahn 1723/8 Ludwigsh.-Bexbach 1691/b Maxbahn 112'/4
Bayer. Ostbahn 127'/2 Hess. Ludwigab.-Act. 142 Alsenzbahn-Actien 85* 4 Oberhessen n. 693/s
Prioritäten.
3% öster. Stab.-Prior. 555/8
3u/0 öst. s. Lombard 73* 2 3% Livorneser 32'/, 50,0 Toseaner 507 s 5u,(j Elisabeth.-Prior. 78 du. II. Emiss. 74'/z
Anlehensloose.
Kurh. 40 Thlr. L>>ose 64^ Nassau 25 fl. 37', 2
4°/j bayr. Präm.-Anl. 107 h Ansbacher 7 fl. 12'/ö 40/g badische Loose 1077/8 Badische fl. 35 Loose 60 Oestr. fl. 250 v. 1854 70 1858r Prioritätsloose 157 1860r Loose 77'/2 1864r „ 118
Braunschweiger 16 Stadt Madrid 217/8
Weciieei.
Amsterdam
k.
ti. 100 V8
Augsburg
k.
S. 997/g
Berlin
k.
8. 105
Bremen
k.
8. 97
Cöln
k
S. 1047/ä
Hamburg
k.
S. 88 V 8
Leipzig
k.
S. 105
London
k.
S. 1195/8
Lyon
k.
8. —
Paris
k.
8. 94i,2
Wien
k.
S. 951/8
ditto
tn.
8. —
ditto
1.
8. —
Disconto
3Vi% G.
Geldsorten.
Pr. Cassen-Soh. 1 Sächs. „ —
Div. Cassen-A. —
Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 45—47
„ doppelte 9 48—50 Holl. fl. 10SL 9 54—56 Ducaten . . 5 35—37 20 Frankenst. 9 27—28 Engi. Sover. 11 54—58 Rass. Imper. 9 45—48 Dollar in Gold 2 27 —28
trouilleu. Bon heute ab wird ver Solo der Nationalgarde wieder regelmäßig ausgezahlt und die Vertheilung von Unterstützung wird wieder beginnen.
Allgemeiner Anzeiger.
Besondere Bekanntmachung.
Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft.
1072) Die laut unserer Bekanntmachung vom 18. Februar er. für die Sonn- und Festtage Zeitweise eingeführte Annahme, viw Zustellung von Frachtgut aller Art, tohlen, Kokes und sonstiger Produkte wird hiermit wieder aufgehoben.
Cöln, den 21 März 1871.
Die Direktion.
Versteigerungen.
Arbeitsverqebnnq.
1063) Samstag den 25. l. Mts, Vormittags 9 Uhr,
soll auf dem hiesigen Rathhause die zur Wiederherstellung des Wieseckstegs an der Stephansmark erforderliche Zimmer- und Schlosserarbeit, erstere zu 60 fl. 15’/4 fr-, letztere zu 6 fl. 50 fr. veranschlagt, versteigert werden.
Gießen, den 21. März 1871.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Vogt-
1853) Montag den 27. März d. I., Vormittags 11 Uhr,
!findet die Vergebung des Jahibedarfs an Holz und Braunkohlen für das hiesige Pro- vinzial-Arresthans an den Wenitziinehmen- den statt und werden Steiglustige in das Vorhaus des Provinzial-Arresthauses hiermit eingeladen.
Gießen, den 8. März 1871.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Stadtrichter.
Keilgebotencs.
jtrtrhpH allen Sorten, trocken fo-
VIH luofy[, als auch mittelst Dampfkraft auf'S Feinste in Oel abge- rieben; Broncen, Blattgold, Mascr- walzen und Oclfarbmnhlen empfiehlt
Emil Fischbach, (10/9) Seltersweg.
1086) Vier gute Fenster sind zu verkaufen bei Schmied Unverzagt
629) Gin Haufen Mist ist zu verkaufen im Darmstädter Han 8.


