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auferlegt.

Es wird Sache des jetzt zusammengetretenen Reichstages sein, zu verhüten, daß die neuerworbenen Provinzen durch Abtretung eines Theiles an Bayern zer­stückelt werden. Neben dieser Krage wird sich aber der Reichstag mit der luxem- burger Angelegenheit beschäftigen. Emige norddeutsche Mitglieder des Reichstages beabsichtigten das Thema schon in der letzten Session zu berühren, Opportunität^ gründe und Mangel an Zeit veranlaßten damals aber von dieser Idee abzustehen. Nun fallen die Gründe hinweg, und das bereits von Manchem gesammelte Ma- terial dürfte nun bald zur Verwendung gelangen. Die Männer, welch die luxem­burgische Frage vor das Forum des Reichstages zu ziehen gedenken, gehen dabei von der Ansicht aus: daß das anomale Verhältniß jenes Ländchens zum deutschen Reich definitiv geregelt werden müsse, soll dasselbe nicht wieder einmal den Kern ernsterer nationaler Verwickelungen bilden. Bekanntlich gehört Luxemburg zum Zollverein, es genießt die materiellen Vortheile dieser Verbindung, und erfreut sich für den Umstand, daß es eine selbstständige Vertretung weder tm Bundesrath noch im Reichstag besitzt, des Beneficiums, daß es weder von der Militärlast noch von sonstigen Verpflichtungen gegen den Zollbund bedrückt ist. Den Luxemburgern, echten Kleinstaatlern vom reinsten Wasser, gefällt natürlich dieses Verhältniß aus­nehmend gut, ihre Presse schimpft wacker auf die Deutschen, aber ihre Staatskasse streicht alljährlich mit vielem Wohlbehagen den beträchtlichen Ueberschuß der Zoll­einnahmen ein, und der geringe Ehrgeiz der Luxemburger findet in ihrer wirth- schaftlichen Sequestration nickt den geringsten Anstoß, wenn nur Geld baber her­aussteht und das Ländchen, Dank seiner international garantirten Autonomie, sich mit dem geringen militärischen Aufwande von zwei Jägercompagnien begnügen kann. Was für ein seltsames Ding es aber mit den international garantirten Neutralitäten ist, das hat sich gerade bei Luxemburg im letzten Kriege sattsam gc-

23erlitt, 20 März. Wie dieD. R. C." hört, wird am Sonntag, den 2. April, auf Befehl des Kaisers in dem gesammten Deutschland eine Gedacht- nißfeier für die gefallenen Helden des deutschen Heeres abgehalten werden Die Art und Weise dieser kirchlichen Feier wirb durch eine allgemeine Verfügung ge­regelt werben.

Der berühmte Chemiker Dr. C. G. Mitscherlich ist am 19. Abends ge- storben.

Berlin, 21. März. Bei dem gestrigen Empfange der städtischen Behörden erwiderte der Kaiser auf die Ansprache des Oberbürgermeisters Folgendes:Sie können sich vorftellen, mit welchen Empfindungen Ich Ihnen heute gegenübrrstehe, besonders Ihnen, den Vertretern Meiner Haupt- und Residenzstadt, an derselben Stelle, wo Ich vor fast 8 Monaten von Ihnen tief bewegten Herzens Abschied nahm. Wer damals die Ereignisse, wie sie. nun emgetreten sind, hätte voraus- sagen wollen, wäre wohl der Vermessenheit gescholten worden. Es war der Wille

rere Bataillone morgen in die Stadt einziehen. Diese Truppen werben zum größten Theil dort einquartiert, wo schwarze Fahnen heraushängen. Einquar- tierunnSbilletS sind also nicht nöthig.

Rouen, den 10. März 1871.

Für Den Commanbanten en chef: Der Oberstlieutenant und Chef des Geveral- ftabes gez. von der Burg.

An die Mairie zur gefälligen Kenntnißnahme. gez. Junge, Oberst und Commandant."

Paris, 17. März. Der neue Polizeiprxifect, General Valentin, hat dafür Sorge getragen, daß die zwei Preußen, welche in Paris von Nationalgardisten verhaftet und bei demCentralcomitä" eingelicsert worben waren, den Händen dieser willkürlichen Behörden entrissen und dem französischen Generalstabe zur Verfügung gestellt worden sind, der sie ohne Zweifel an die preußischen Militär­behörden birigirt hat. Es waren nicht, wie man behauptet hatte, Officiere, son­dern Eisenbahnbeamte; sie heißen Wertz und Haußmann. DasCcntralcomitü" wollte sie bekanntlich gegen einen Nationalgardisten austauschen, den die Preußen kurz nach dem Waffenstillstände verhaftet hatten; der preußische Commandant aber hat erklärt, daß dieser Gardist, ein Officier vom 147. Bataillon, meuchlings auf einen Preußen geschoßen und denselben schwer verwundet hat und baß er daher nicht ausgeliefert, sondern vor ein Kriegsgericht gestellt werden wird.

suchen, ehe eS in dem europäischen Concerte die Stellung wieder einnehmen kann, < die ihm gebührt. Daß diese Stellung durch den revolutionären Geist wieder- 1 erlangt werden könne, wie der Herzog von Aumale meint, scheint uns sehr zweifel- , haft zu sein. Jener revolutionäre Geist der Europa einst aus den Fugen ge- 1 rissen und Frankreich zu den Triumphen geführt hat, aur die es heute noch seine Ansprüche auf die europäische Suprematie stützt, ist längst aus Frankreich ge- schwunden; an seine Stelle sind gemeine Pöbelexceffe getreten, die den europäischen Nationen den Beweis liefern, daß die Pariser Gesellschaft entartet ist und daß die französische Hauptstadt nie wieder den Schwerpunkt der europäischen Politik bilden wird. Frankreich bedarf heute mehr als je einer festen Hand, und die letzten Vorgänge in Paris werden sicher dazu beitragen, baß Die französische Na- tion in ihrer großen Mehrheit sich nach Demjenigen sehnt, welcher ihr diese Hand

muS sicherzustellen, die Ausschreitungen des revolutionären Geistes zu verhindern! ungefähr 10,000 Mann darin untergebracht werden könnten. Um den Truppen suchen, ehe es in dem europäischen Concerte die Stellung wieder einnehmen kann, aus der Umgegend von Rouen Märsche zu ersparen, werdet voraussichtlich meh-

zeigt, und je näher die Gefahr liegt, daß Luxemburg bei den ausgesprochenen Sympathien seiner Bevölkerung für Frankreich der ewige Herb französischer Wüh­lereien in den neuen deutschen Provinzen, namentlich in Metz werben dürfte, um so gebieterischer tritt die Nothwendigkeit auf, diesem Lande und seinen Beziehungen zu Deutschland eine fixe Form zu geben. Neben diesen Erwägungen kommen auch militärische Rücksichten um so mehr in Betracht, als Longwy nicht mit Deutsch­land verbunden worben ist. Longwy und Luxemburg beherrjchen, trotz Metz und Diebenhofen, das linke Moselufer; ja die feste Stellung von Metz wäre umgangen und beinahe werthlos, sollte Luxemburg dereinst :n französische Hände fallen. Wahrscheinlich wird man es der Reichsregierung überlassen, das Erforderliche zur Sicherstellung der deutschen Interessen jenseits ber Mosel einzuleiten. Der Regie- rung selbst aber wirb es ohne Zweifel willkommen sein, sich zur Regelung eines Verhältnisses veranlaßt zu sehen, bessen Unhaltbarkeit wiederholt bargelegt wor­den ist.

Die gegen die Socialbemokraten Bebel, Liebknecht und Hepner cingeleitetc Criminal-Untersuchung ist nach einer Mittheilung der W. Z. aus Leipzig vor einigen Tagen geschloffen worden ; die auf Gründ berselven zu erhebende Anklage soll, wie man hort, dte Genannten der Vornahme vorbereitender Handlungen zum Landesverrath beschuldigen (nach Anderen zum Hochoerrath). Da Die Schwur­gerichtssitzung bei Dem Leipziger Bezirksgericht in einigen Tagen wahrscheinlich be­endet sein wirb, so wird Die obige Anklage erst später vor de Geschworenen ge-

ber Vorsehung, daß diese großen Thaten durch uns sollten vollbracht werben. Wir waren nur Werkzeuge in des Allmächtigen Hand. Was die Armee ge- leistet hat, das steht so groß da, baß es eine Anerkennung mit Worten nicht be­darf , aber Ich fühle Mich gedrungen, hier Meine dankbare Anerkennung für Alles das auszusprechen, was das Volk daheim für das Heer gethan hat. Der Krieger fühlte sich gehoben, gestärkt, da er wußte, wie in der Heimath für dir Seinigen gesorgt sei, da er darauf vertrauen durfte, baß den zurückkehrenbell Kampfunfähigen die liebende Fürsorge nicht fehlen werde. Was die Gestaltung Deutschlands und Meine persönliche Stellung zu derselben betrifft, so habe ich für Mich Nichts gesucht, sondern kaum erwartet, daß wir gegenwärtig schon diesen Abschluß erreichen würden. In der kurzen Spanne Zeil, die mir noch gegeben ist, wird es mir nur vergönnt fein , dte Grundlagen zu legen , meine Nachfolger werden den jungen Baum weiter wachsen und grünen sehen. Lange lag dieser Ausgang tu den Herzen, jetzt ist er an das Licht gebracht, sorgen wir, baß es Tag bleibt."

Berlin, 21. März. Gegen 2$/2 Uhr versammelten sich die Mitglieder Parlaments in dem Sitzungssaale des Abgeorbnekenhauses, über dessen Präsibeii- rensitz die von den Deutschen in New-Orleans im Jahre 1867 gestiftete schwarz- weiß-rothe Fahne schwebt; dieselbe, mit silbernen Franzen und Quasten verziert, trägt die Widmung:Dem deutschen Parlament. Die Deutschen von New-Or« leüns. 1867." Der Sitzungssaal hat nur wenige Veränderungen erfahren;

bracht werden.

DieWiener Abendpost" bringt folgenoe Mittheilung:Wir sehen uns heute leider wieder veranlaßt, die öffentliche Meinung auf eine Reihe bedauerlicher Erscheinungen in der hiesigen Tagespresse aufmerksam zu machen. Es sind dies die seit einigen Tagen wieder mit besonderem Elfer in Umlauf gesetzten Sensa- tionSgerückte, welche, um Den gegenwärtig bereits auch der Ocffentlickkeit fühlbar geworbenen Mangel an Angriffsmomenten gegen die Regierung zu ersetzen, in die Form fingirter RegierungsavsichNn gegossen und als solche dann zu Objecten Der publicistischen DiScussion gemackl werben. So rotrD heule bas Publikum mit Verhandlungen" der Regierung mit einem »in Wien tagenden Slaven-Congresse uno einer diesemSlaven-Congresse" zugesagten Reichsraths - Auflösung theils zu amusiren, theils zu erschrecken gesucht. Wir würben es fast für überflüssig halten, diese Gerüchte als Erfindungen zu stigmatisiren, wenn es uns nicht darum zu thun wäre, dergleichen wieoerholte unlautere Manöver an den publicistischen Pranger zu stellen. Wir können Die Frivolität, mit Der auf solche Weise die höchsten po­litischen Interessen und Institutionen behandelt werben, nickt genug bedauern."

Die Zeitungen von Mabrib vom 12. und 14. März sprechen von Unruhen, die in der Hauptstadt bet Gelegenheit der CorttSwahien ausgebrochen sind. Nach der Iberia feien diese Unruhen durch die Republikaner, welche wütheno sind, in den Sübvorstädten geschlagen zu sein, und sich zu Thätlichkeften gegen die Wahl- richter haben hinreißen lassen, veranlaßt worden. DaS Journal el Puenta be Alcolea bestätigt nur, daß im Getümmel vier Menschen verwundet wvrdcn wären. Der Jmparcial sagt:Der Angriff geschah zuerst mit den natürlichen Waffen, Händen und Füßen, aber er nahm allmählich eine drohende Wendung an. Ein Schuß gab das Signal zu einer allgemeinen Schlacht, welche zur Schande und Unehre einer civilisirten Hauptstadt wie Madrid auf offener Straße gegeben wurde."

Aus dem Felde.

Das preußische Militärcommando in Nouen hat auf die Demonstrationen in der Stadt gelegentlich der Anwesenheit des Kronprinzen folgende Mittheilung veröffentlicht:

Der Commandant en chef bittet die königliche Commandantur Der Mairie mitzutheilen, Daß aus dem Aufziehen schwarzer Fahnen klar ersichtlich ist, wie viel Häuser in Rouen noch frei sind für militärische Einquartierung und daß

auf Der westlichen Längsseite, gegenüber dem Präsidentenstuhle, haben die Plätze, welche beim Landtage Die Nationalliberalen und Freiconservativen inne hatte», Der Schranke für Den Bundcsrath weichen müssen, welche jetzt 48 Sitze zahlt.

Der erste Abgeordnete, welcher in den Saal eintrat, war der Frhr. t>. Hagke, Der zweite Der sächsische Generalstaatsanwalt Schwarze; am Tische dis Bundtöraths nahm zuerst Präsident Delbrück Platz. Die Tribünen waren schon um 2 Udr überfüllt, die Diplomaten- und Hoflogc blieben leer. Um 31/4 Ubr verstummte die bis dahin sehr lebhafte Unterhaltung im Sitzungssaale und Abz. v. Frankenberg-LubwigSdorff nahm als Senior Der Versammlung auf dem Prä- sidenttnsitze Platz, in einer kurzen Ansprache auf die durch den verflossenen Kricz erzielten Resultate hinweisend und die süddeutschen Mitglieder begrüßend, woraus er die Sitzungen des ersten deutschen Reichstags für eröffnet erklärte.

Nachdem die Abgeordneten v. Staufenberg, Eyfold, v. Unruhe Bomst unfr v. Schöning zu Schriftführern ernannt, folgt der Namensaufruf und Die Bei' loofung Der Mitglieder in die Abtheilungen. Es sind angcmelbet 220 Mitglievel, im Hause anwesend sind aber 275 Mitglieder, so baß Der Reichstag beschlich fähig ist.

Damit ist Die heutige Sitzung beendet. Schluß 4^ Uhr; nächste Sitzurf Donnerstag 1 Uhr. Tagesordnung: Wahlprüfungen.

Madrid, 19. März. Um 1 Uhr M-ttags sind der König und tue König" in die Stabt eingezogen, unv wurden dieselben vom Bolte und von der Armk! mit dem größten Enthusiasmus begrüßt. Von dem Bahnhofe aus begab sich M KönigSpaar nach Der Kirche von Atocha, wo ein feierliches Tedeum gesungei wurde; hierauf fuhr Der König und Die Königin in Den Palast, von wo auf sie Das Borbeiziehen der Truppen und Der NationalgarDe mit ansahen, welch sie mit Enthusiasmus begrüßten. Aus Dem Bahnhofe waren Die Mitglieder dt Regierung, das Diplomatische Corps und Deputationen aller hohen Staatskorpl zum Empfange anwesend. Eine ungeheure Volksmenge bewegte sich durch d Straße vom Bahnhofe bis zum königlichen Paläste. Das Wetter war prächti

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Telegraphische Depeschen.

4- Berlin, 22. März. Graf Bismarck ist vom Kaiser in den Fürst' stand erhoben worden; Moltke erhielt das Großkreuz des Eisernen Kreuzes.

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