Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

PretS vierteljährig 1 fL 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Boft bezogen vierteljährig

I ff. 27 fr.

Gitßmtr Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Aus­nahme MontagS.

Expedition : Canzleibera Ltt. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsßtatt für den Areis Kielen.

Nr. 71. Freitag dcn 24. März " 1871"

ftaMMBinrnrmimb n 11 ii »iwrhi.nm inwm nnmw i TTrMKTnMmirmrn^^Bii_mmu ____ -

^ücklich, baj oder M

'U|W fo gut:

,ffa eigenen.

lm Detail

5. Lang, rabell, Lalü

Oelkuch i vorrälbig- lenfabnf.)

das Brustbck

n,

ptm bitff fyfli mehr die @ui

u6 iffiallatt.

iDufadui

US

nen.

i?atn$ aller I ern etc-

*&3$r Einladung 511111 Adunnement -test

auf den

Gießener Anzeiger.

Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Montags, und beträgt der Abonnementspreis in der Stadt Gießen vierteliäbrlick 1 fl- 12 fr. frei in s Haus geliefert. * v

De» seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, bas Blatt auch im II. Quartal 1871 zusenden und den Abonnemenlsbetrag wie früher durch Quittung erheben lassen.

Diejenigen, welche den Anzeiger Abends bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben zu 1 fl. pro Quartal.

8ür aße außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 fl. 27 fr. incl. Postaufschlaas riffelten tonnen nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. Damit wir nun in den Stand gesetzt sind,'die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger noch abonniren wollen, dies sofort jetzt bei der ihnen Tlitfenf C9enCn ^0|lan,iaIt oi)er Ccn Lankpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Exemplare

------------ --Die Redactiou.

Somit sind denn im Schwarzen Meere und in dcn Meerengen die natür- ^Verhältnisse wuderhergestillt worden. Rußland kann seine maritimen Kräfte ® Pontu« so weit entwickln, als seine Mittel ihm dies gestatten; es kann diese LWe <>uch zu einem Angriffe gegcn die Türkei verwenden. Um einem solchen '^ugcn zu können, hat nan aber die Bestimmung des 1856 erneuerten Vcr- lrfl0tö 1841, wonach die Meerengen im Frieden mare clausum sein sollen, ' m Der Sultan kann also schon im Frieden, angesichts einer von Ruß- aIiD Crü9fntcn Gefahr, die Kriegsschiffe befreundeter Nationen durch die Meer- »M m den Pontus einlaffen. Diese Garantie ist indessen ziemlich ivusorifch sie eine kriegslustige Stimmung ter Mistmächte zur Voraussetzung hat. Denn ist ar, daß, wenn Rußland mit großen Nüstungen im Schwarzen Meere be- wäre, das Erscheinen einer englischen oder französischen Flotte in diesem ttet cif politische Situation bedeutend verschlimmern und die friedliche Beilegung -S vielleicht noch heilbaren, erst im Entstehen begriffenen Zerwürfnisses erschweren,

M. Den jüngsten Vorgängen in Paris gegenüber wird die deutsche Bundes- regierung eine lediglich abwartende Haltung einnehmen, da die Erfüllung der deutschen FriedsnSbedingungen in keiner Weise gefährdet erscheint. Dank der vor­sorglichen Politik des Grasen Bismarck hat Deutschland zum Glück der Unter­pfänder genug, um sich die pünktliche und gewissenhafte Ausführung der beim Friedensschlüsse von Frankreich übcrnommenen Verbindlichkeiten zu sichern' wir brauchen also in dieser Beziehung uns keinen Besorgnissen hinzugeben, vielmehr dürften die revolutionären Sccnen in Paris, so sehr dieselben auch vom humanen Standpunkte aus zu biklagen sind, der Entwickelung des Deutsch-» Reiches und der Festigung dessen Stellung in Europa eher förderlich als hinderlich sein Frank­reich wird vollauf für die nächste Zukunft sich mit sich selbst zu beschäftigen haben es wird enorme Anstrengungen machen müssen, um seinem StaaiSwefen die Be­dingungen ein s geregelten Fortschritts zurückzugeben, mit einem Worte: Frank- reich hat jetzt zu viel mit der Rettung feiner eign en Gesellschaft zu thun, als daß es heute schon an die Zuruckerwerbung seines früheren Einflusses in Europa ernstlich denken könnte. Es muß zunächst sich gegen die Gefahren des Socialis-

vielleicht gar unmöglich machen würde. Auf das Erscheinen einer verbündeten Flotte in den Meerengen würde die Türkei also immer erst am Vorabende vor dem Ausbruche des Krieges rechnen können, so daß also die Sicherheit, welche dieselbe durch Aufhebung des Meerengenvertragcs gewonnen hat, nur eine schein­bare ist. '

Dor Ällem aber hat man wohl zu beachten, oaß die Westmächte Rußland die jetzt aufgehobenen Beschränkungen deshalb auferlegt haben, um nicht nöthig zu haben, ihre PatronatSpflichten mit bewaffneter Hand zur Ausübung zu bringen. Rußland sollte durch di- Neutralisirung des Schwarzen Meeres unfähig gemacht werden, mit der Türkei Krieg zu fuhren, da Frankreich und England nicht Lust hritte, eine neue Auflage des blutigen und kostspieligen Krimkriegcs zu veranstalten. Seit 1856 lüß sich das Schützeramt leicht und bequem verwalten; gegenwärtig droht es wieder schwierig und gefährlich zu werden; für England um so gefährlicher da es auf die Mitwirkung seines Bundesgenossen von Sebastopol wohl für längere Zeit nicht wird rechnen können^ Denn Frankreich hat zu viel mit der französischen Frage zu thun, um ohne sträflichen Leichtsinn sich um die orientalische Frage be­kümmern zu können.

Trotz des Fortbestehens des Pariser Vertrages stehen also Rußland und die Turke, sich gegenwärtig selbstständig als zwei gleich berechtigte Mächte gegenüber und die Sprache des größten Theils Der englischen Presse zeigt, daß mit dieser neu geschaffenen Situation das englische Publikum trotz der Verlegenheiten, die der Regierung daraus erwachsen können, im Grunde gar nicht so unzufrieden ifh $ Interesse an der Integrität der Türkei hat eben abgenommen, und außerdem ist man irn Allgemeinen, und gewiß mit Recht, keineswegs geneigt, anzunehmen, daß Rußland sich in diesem Augenblick mit kriegerischen Entwürfen trage. Man furchtet gegenwärtig weit weniger, daß Rußland es auf einen Angriff gegen die Türkei abgesehen habe, als daß die Pforte aus Furcht vor einem Angriff, vielleicht auch aus einer, wie sie selbst glaubt, imponirenden Prahlerei ihre äußerst schwachen pccuniären Mittel in den kostspieligsten Rüstungen erschöpfen werden. Und hierin liegt denn auch in der Thal die größte Gefahr, von welcher die Türkei bedroht ist. Unseren Lesern ist die klägliche Finanzwirthschaft und Verwaltung der Türkei bekannt. Die Kräfte des Landes werden aufs Aeußerste in Anspruch genommen, und nichts, gar nichts geschieht, um durch einen rationellen Straßenbau, durch Hebung der Industrie und des Handels neue Kräfte zu schaffen oder flüssig zu machen. Der öffmtliche Credit ist fast erschöpft, und die seit einiger Zeit maßlos gesteigerten Rüstungen, die Verschwendung an der einen, die nothgcdrungene Spar­samkeit an der anderen Stelle werden nicht dazu beitragen, die Bcr itwilligkeit der Gläubiger zu neuen Vorschüssen zu erhöhen. . Die Türkei geht darauf aus, in Europa Eclct zu machen, damit erschöpft sie ihre Kräfte, und die Erschöpfung ihrer Kräfte, nicht der russische Ehrgeiz, wird die endliche Krisis der orientalischen Frage herbeiführen.

Die Pontusconferenz hat geleistet, was man von ihr erwartet halte. Sie hat in Der Betheiligung Rußlands an ihren Berathungen eine ausreichende Gcnugthuung für das eigenmächtige Vorgehen dieses Staates in Der Pontusfrage erblickt; indem Rußland einwilligte, feine Ansprüche der Berathung und Prüfung durch die an dem Vertrage betheiligten Mächte zu unterbreiten, nahm es von dieser Voraussetzung ging die Conferenz aus die selbstständige Kündigung des VcrtrageS zwar nicht ausdrücklich und förmlich, aber doch stillschweigend zurück. Es konnte dies ohne alle Gefahr thun, da es über Den Ausgang Der Berathungen Don Anfang an nicht Den geringsten Zweifel hegte, vielmehr fest davon überzeugt war, Daß Die Conferenz im Wesentlichen seinen Forderungen ihre Zustimmung ttlheilen werde. Darauf konnte es mit um fo größer r Sicherheit rechnen, Da die Türkei sich das Ansehen gab, als ob ihr an Aufrechterhallung Der Neutrali­smen ces Schwarzen Meeres sehr wenig gelegen sei. Diese Haltung Der Türkei »leichterte Der Conferenz das Eingehen auf Die Forderungen Rußlands, sie trug lkin Bedinkcn, auf Die^ vollzogene Thatfache ihr Siegel zu Drücken. Die Claufeln bijüglich Der Neutralisation Des Schwarzen Meeres sinD abgejchafft, D. h. RußlanD kann im Pontus fo viele Marinestationen rrichten unD Kriegsschiffe halten, als «s will, Dafür sind dann aber auch die bisherigen Beschränkungen des Sultans telreffs der Schließung Der Meerengen dahin modisicirt worden, Daß Die Pforte tiifelben auch in Friebenszeittti den Kriegsschiffen dei befreundeten Mächte erschlie- tin twf* wenn sie Dies zur Durchführung Der Pariser Stipulationen (die natür- lilb, so weit sie nicht Durch Den eben geschlossenen Vertrag abgeändert worDen, ochhen bleiben) für nötbig erachten sollte.

Daß Die englische Regierung nur ungern ihre Einwilligung zu Diesem Ab- kmmen gegeben hat, ist unzweifelhaft. Indessen England war durch Frankreichs Ü/isähigkeit, mit Nachdruck für Den Pontusvertrag cinzutrcten, isolirt. Die Nieder­lagen Frankreichs halten Rußland zu feinem bideutungsvollcn Vorgehen ermutigt bit Demüthigung Frankleichs nöthigte England gutzuheißen,, was es auf eigene fiunD und eigene Gefahr zu hindern nicht wagte und nicht wagen konnte.

Rußland kann mit dem Ergebniß in hohem Grade zufrieden fein. Die Con- hat förmlich und feierlich einem Zustande ein Ende gemacht, Der feiner Ent- Dirfelung unerträgliche Schranken auferlegte und feine nationale Ehre empfindlich krankte. Die Neutralisation des Pontus war das Ergebniß des tiefsten Miß­trauens Der rufsifchen Politik. Durch Den Beitrag wurde Rußland als FrieDens- itvikr von Beruf gebrandmarkt, was für diesen Staat um so verletzender war, Da ifiankreich, welches am eifrigsten daraus bedacht gewesen war, Rußland zu Demütfoi- itt und auf Die Dauer feine Kraft zu fesseln, durch das beständige Aufwerfen 'rinnender Fragen Europa systematisch in Unruhe erhielt, ohne daß cs Jemandem "siel, Correctivmaßregeln gegen daffklbe in Vorschlag zu bringen. Uebcr Diesen 1 Diu cf, Diefe europäische Zwangscuratel empört zu fein, war Rußland vollkommen i seiechtigt. Und eben in Anerkennung dieser Berechiigung hat Die Conferenz Ruß- E für fein vertragswidriges Vorgehen Absolution ertheilt und Den Drückenden ^irug annullirt, Der seinem Wesen nach nur eine vcrübergehenDe, weil wiDer- Murliche Zwangemaßregel fein konnte.

i

n

8 )!

:c

,o V n*

he zu )en eist

zu- am reu ser­vil

i» [bti 11

i ite- 'ha iDefj om

ähle- nE ifuW ha'

u I O

DK ntik n 6r fow ieichl Dich» en jil h tt kerusj iio$te

I nah n als, zu huhen' m 3»