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IH. Bekanntmachung Großherzoglicher KiviiDiener-Wittwencasse-Kommtssion, die Ergebnisse der Verwaltung der Civildiener-Wittwencasse von den Jahren 1868 und 1869. Zu Ende 1867 betrug das Capitaloermögen im Nominalwerth 1,380 517 fl. 53V4 fr., Ende 1869 1,485,386 fl. ll1^ fr., und zwar wurden während 1868 40,601 fl. 40 y3 fr., 1869 64,266 fl. 373/4 fr. mehr auS- geliehen.
Der Stand der Mitglieder ist 1909, der der Pensionäre 841.
IV. Bekanntmachung Großherzoglicher Commission für Postangelegenheiten, den Postanweisungsvcrfchr mit Großbritannien und Irland betreffend. In Folge eines zwischen der Norddeutschen Postverwaltung und der Britischen Postverwal- tung getroffenen UebereinfommenS ist seit dem 1. d. M. das Posianwcisungs- Verfahren im Verkehr mit England cingeführt worden, und kommen hierbei nachstehende Bestimmungen zur Anwendung:
Nach sämmtlichen Orten Großbritanniens und Irlands können Postanweisungen bis zum Betrage von 70 Thalern oder 122'/2 Gulden Südd. Währ, angenommen werden.
Die Einzahlung erfolgt aus ein gewöhnliches PostanweisungS-Formular, in welches der Absender folgende Angaben einzutragen Hal:
1) den in England auszuzahlenden Betrag in Englischer Währung, zu welchem Behuf der Vordruck: Thlr. Gr. Pf. h. unzweideutig abgeändert werden muß;
2) den Zunamen und mindestens den Anfangsbuchstaben eines Vornamens des Adressaten (bezw. die Bezeichnung' der Firma des Adressaten), sowie die genaue Bezeichnung desselben;
3) — auf dem Coupon — den Zunamen und mindestens den Anfangsbuchstaben eines Vornamens des Absenders (bezw. die Bezeichnung der Firma des Absenders), sowie die genaue Adresse desselben.
Sonstige Mittheilungen darf die Postanweisung bezw. der Coupon nicht enthalten.
Die Aufgabe-Postanstalt hat sich in jedem einzelnen Falle zu überzeugen, daß die Postanweisung genau nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen vom Absender ausgeferligt ist, und auf die Beseitigung etwaiger Mangel hinzuwirken.
Die Aufgabe-Postanstalt rechnet den in Englischer Währung angegebenen Betrag in die Thaler- bezw. Guldenwährung — für jetzt nach dem Verhältniß von 1 Pfund Sterling gleich 6 Thaler 24 Groschen — um und nimmt den da» nach sich ergebenden Betrag vom Einzahler entgegen. Diese Postanstalt ist mithin auch im Stande, dem Einlieserer genaue Auskunft zu geben, welchen Betrag derselbe in Englischer Währung in die Postanweisung einzurücken hat, falls er eine in Deutscher Währung ausgedrückte Zahlung nach England zu leisten hat.
Die tdunlichst in Marken zu frankirende Gebühr beträgt:
a) bei Summen bis 25 Thaler oder 433/4 Gulden Südd. Währung 71/2 Groschen bezw. 27 Kreuzer;
b) bet Summen über 25 Thaler oder 433/4 Gulden Südd. Währung b-s 50 Thaler oder 87y2 Gulden Südd. Währ. 15 Groschen bezw. 53 Kreuzer;
c) bei Summen über 50 Thaler oder 87y2 Gulden Südd. Währung bis 70 Tbaler oder 122'/2 Gulden Südd. Währ. 22y2 Groschen bezw. 1 Gulden 19 Kteuzer.
V. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Alzey, die Erhebung einer Umlage zur Bestreitung der Bedürfnisse der katholischen Kirche in Flonheim für das Jahr 1871 betreffend.
VI. Uebersicht der für das Jahr 1871 genehmigten Umlagen zur Destrei- tung von Communalbedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Groß-Gerau.
Berlin, 17. Febr. General Vogel von Falkenstein veröffentlicht eine kaiserliche CadinetSordre, welche verfügt, daß, da die Verhältnisse die Aufhehung des Kriegszustandes noch nicht gestatten und es der Wille des Kaisers ist, daß während den Wahlvorbereitungen die Aeußerung von politischen Meinungen und die persönliche Betheiligung der Wähler unbehindert sei — in den Bezirken, wo der Kriegszustand erklärt ist, bis zur Beendigung der Wahlen von der Befugniß zur Suspension der Bestimmungen bezüglich des Vereins- und Versammlungsrechtes kein Gebrauch gemacht werden soll und die auf Anordnung des Generalgouverneurs Verhafteten und Jnternirten, insoweit nicht gerichtliche Haft gegen sie beschlossen ist, vorbehaltlich eines etwaigen strafgerichtlichen Verfahrens, in Freiheit gesetzt werden sollen.
Telegraphische Depeschen.
△ Berlin, 19. Febr. In parlamentarischen Kreisen verstimmte es, daß die Nachricht über die Kapitulation Belforts zuerst über London eintraf. Nach Eröffnung des Reichstages wird daher an den Grafen Bismarck eine Interpellation über die offenbare Bevorzugung der englischen gegen die deutsche Presse beab- ßchtigt.
4- Kassel, 20. Febr. Dem Vernehmen nach begab sich der Stallmeister Napoleon'-, Raimbauv, in Privatgeschäften Napoleon'- nach Brüssel, nachdem er vorher bei den deutschen Behörden die Erlaudniß hierzu nachgesucht und erhalten.
△ München, 21. Febr., Nachts. Die Minister Prankh und Bray, sowie die Minister von Württemberg und Baden, Wächter, Mittnacht und Jolly sind vom Grafen Bismarck nach Versailles eingeladen worden, um dem definitiven
Friedensabschluß anzuwohnen. Die bayerischen Minister passirten heute Stuttgart, woselbst sie mit den anderen Ministern zusammentreffen.
4- Versailles, 18. Febr. (über Saarbrücken). Die Friedens-Commission soll am 20. Februar aus Bordeaux hier eintreffen. Der hiesige „Moniteur officiel" warnt zum zweiten Male die Pariser Presse, von ihren zügellosen Angriffen gegen Deutschland und Preußen abzustehen.
△ Paris, 18. Febr. Die hiesigen Journale berichten, daß eine Gruppe Deputirter, darunter Quinet, Louis Blanc, Victor Hugo rc. übereingekommen sind, die Nationalversammlung in Bordeaux unter Protest verlassen zu wollen, sofern dieselbe Beschlüsse gegen die Ehre und Zukunft Frankreichs und gegen die Republik faßt.
A Paris, 19. Febr. Die „Liberte" sagt, daß man von keinem dauernden Frieden sprechen könne, wenn Preußen eine Landabtretung fordere. — Die Börse ist besser. Rente 51.60, Staatsbahn 770, Lombarden 370.
A Paris, 20. Febr. Die Demission Ferry's, des Maire von Paris, wird demnächst stattfinden.
4- Bordeaux, 20. Febr. In der Nationalversammlung stellte Germain den Antrag, einen Kredit ven 100 Millionen zu eröffnen, um angesichts des Ausfalles für das Dienstjahr 1870—1871 die Kriegskosten zu decken. Er verlangt für die Zukunft, daß die Versammlung die Kontrole des Budgets vollständig in die Hand nehme und daß keine Ausgabe ohne die Abstimmung derselben gemacht werde. Die Versammlung genehmigt den Vorschlag von Daru, Pouyer Quertier u. A. auf eine unverzügliche Untersuchung über die militärischen Hilfsmittel. Die Bureaux werden heute zusammenkommen, um die Untersuchungs-Kommission zu ernennen.
A Bordeaux, 20. Febr. Erzbischof Dupanloup ist hier eingetroffen. — Die „Liberte" versichert, aus sicherer Quelle erfahren zu haben, daß Graf Bismarck die Achtung Deutschlands vor der neuen Regierung durch Verlängerung des Waffenstillstands bis zum 5. März zum Ausdruck bringen wird.
A Dieppe, 18. Febr. Der Bahnbetrieb r.ach Paris ist bis zum Montag suSpendirt, aus Ursache der großen Stocks von Gütern, welche zwischen Buchy und Paris angeha'uft sind. Englische Kaufleute dahier sind deshalb in großer Besorgniß, da mehrere Tausend Tonnen Güter nur verspätet versandt werden können. — Die Zölle müssen hier sogleich nach Der Ausschiffung der Maaren be- zahlt werden. Da die Douane noch in preußischen Händen ist, so entsteht aus diesem Umstand ein bedeutender Verlust für die französische Regierung.
A Lille, 20. Febr. Man versichert, daß St. Quentin eine neue Kontribution von 2 Millionen Francs aufgelegt wurde. — Die Bildung des neuen Kabinets hat einen guten Eindruck gemacht. — Das „Echo du Nord" billigt ohne Reserve Die Zusammensetzung desselben. Verschiedene Meinungen würden hie- durch befriedigt, ohne daß dem republikanischen Character der Regierung ein Schaden erwachsen wäre.
A Brüssel, 21. Febr. Das „Echo du Parlament" sagt: Die Bedeutung des französischen CabinetS scheint eine ganz friedliche zu se'n. Die Wahl Thiers' läßt zugleich die Frage der Regierungsform gänzlich intact. Alle in'S Ministerium berufene Deputirte sind gemäßigte Republikaner, welchen indeß nichts im Wege steht, um sich ter konstitutionellen Monarchie anzufchließen. Nach Dem „Francais" wären die Deputirten Li keiner Weife geneigt, sich die Aufgabe, eine Konstitution zu schaffen, aufzubürden. Sie werden Den Frieden abschließen oder die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten vorbereiten; hierauf werden sie ein Wahlgesetz geben und ihre Mission für erfüllt haltend, wieder vor ihren Wählern erscheinen. Es ist nicht bekannt, ob die neuen Minister auch über Den grieDen zu verhandeln haben. Nach Den letzten Nachrichten darf man schließen, daß Thiers wegen des Friedens allein verhandeln wird. Allein eine Kommission von fünfzehn Deputirten, Die nach Paris gehen, (obalD in Versailles Die Berathungen beginnen, wirD ihm bei» gegeben.
A London, 20. Febr. Die „Times": Nach Dem Moniteur De VerfaillcS kann Die Verlängerung Des Waffenstillstandes Der Lage der deutschen Armeen nicht günstig fein. Die Deutschen sind entschlossen, Den Krieg fortzusetzen, wenn keine Entschädigungen für Die Vergangenheit und feine Garantien für die Zukunft gegeben werden. Sie müssen vor Allem auf Den Garantien bestehen, welche sie sich durch Die Occupation von Paris verschaffen können; sie werden in Folge dessen die Zufuhr von Lebensmitteln von Versailles nach Paris wahrscheinlicherweise nicht mehr gestatten. — Man meldet dem „Daily Telegraph" aus Paris, daß Die Polizei in einigen Quartieren Nachforschungen nach Waffen unD Granaten a la Orsini hält. Man habe schon viele aufgefunden. — Die Behörden fürchten, daß beim Einzug der Deutschen in Paris eine Demonstration stattfinden werde. Für St. Denis ist ein deutscher Präfect ernannt worden. Die Stadt hat eine Kontribution von 800,000 Frcs. bezahlt.
4- London, 21. Febr. Eine TimeS-Depesche aus Paris vom 20. D. sagt, die WaffenstillstandS-Verlängerung bis zum 1. März sei gewiß.
4- London, 21. Febr. Die Post nach Paris geht jetzt über Kalais. Am Samstag wird Paris wieder Gasbeleuchtung bekommen. Es ist nicht wahrscheinlich, daß Bright in sein Amt noch in dieser Session zurückkehren wird, obwohl seine Gesundheit sichtbar in Der Besserung ist.
A Florenz, 18. Febr. Die Regierung setzte 50,000 Lire für Die Heimkehr unbemittelter Garibaldianer aus. — GaribalDi's Gesundheitszustand erregt Besorgnis
Allgemeiner Anzeiger.
Besondere Bekanntmachungen. Die Vergebung der Zinsen auö der Lony'schen und den v. Krug', schen Stiftungen.
517) Bewerber um die in der Kürze zur Pertheilung kommenden Zinsen aus den vorbemerkten Stiftungen haben sich in den nächsten 14 Tagen bei uns anzumelden Meßen, den 15. Februar 1871.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Vogt.___________
Frtftablaus.
534) Zur Fürstlichen Nentei Lich können die Rückttände nur noch bis zum 1.
März ohne Gerichtskosten bezahlt werden. Zahltage: Dienstags, Mittwochs, Donnerstags. Lich, den 17. Februar 1871.
Kreutzer.
Gießener Nachtwache.
576) Zur Ergänzung der Nachtwache werden zwei brauchbare Personen gesucht. — Das Nähere ist auf uuserer Geschäftsstube zu erfahren.
Gießen, den 21. Januar 1871.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Vogt.
Versteigerungen.
412) Donnerstag den 23. März d. I., Nachmittags 2 Uhr.
soll auf dahiefigem Nathhause die dem Friedrich Earl Julius Orth und Ehefrau Friedericke, geb. Helm, zustehende Alnr Nr. QJtlftr.
V107? 6 Hofraithe bei der Kirche
öffentlich mciftbieteiit) versteigert werden.
Gießen, den 7. Februar 1871.
Großherzoglicheö Ortsgericht Gießen.
0 einm I er, Ortsgerichtümann.
577) Freitag den 24. b. MtS-, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des K- Kinzen
bach die dem ledig verstorbenen L- "Weigel zugehörigen Kleidungsstücke, als:
2 neue Röcke,
4 Paar Hosen,
3 Westen,
2 Paar neue Stiefel, sowie
Hemden und sonstige gut gehaltene Kleidungsstücke, gegen gleich haare Zahlung öffentlich versteigert werden.
Klein-Linden, bett 21. Februar 1871.
Der Vormund: L- Schau in.
- Ver kauf.
kMK) Montag den 27. Febr l. I. bringen die Unterzcicbneten in Wein«


