gimente nach Hannover zu gehen. Don der dritten Halbmilliarde sind bereits 390 Millionen in Straßburg übernommen und die noch fehlenden 110 Millionen als schon unterwegs angekündigt; sobald daher die Verhandlungen in Versailles zum gedeihlichen Schluffe gelangt sind, wird die Räumung der noch besetzten Forts vor Paris und der Departements Seine, Seine et Oise, Seine et Marne und Oise unmittelbar erfolgen. Der 4. September ist in Paris und im ganzen Lande ohne nennenswerthe Kundgebungen vorübergegangen, dagegen durch zahlreiche Bankette gefeiert worden. Die Pariser sind gespannt auf die Entscheidung der Nationalversammlung über den Ruvinel'schen Antrag, dessen Discussion in der Sitzung des 5. September unter Sturm und Drang begonnen hat und entscheiden soll, ob Paris wieder die Hauptstadt werben oder diese Ehre Versailles — bis auf Weiteres — lassen soll. Administrative und finanzielle Gründe sprechen für Paris; tndeß die Majorität der Nationalversammlung hat Furcht, und es steht kaum zu hoffen, daß die Ruhe des 4. September dieselbe ganz beschwichtigt haben sollte. Die Monarchisten find ohnehin zu neuem Mißtrauen aufgelegt, weil die Republikaner sich mit der neuen Befestigung von Thiers sehr zufritden zeigen. Die Nationalversammlung hat am 6. September die Anleihe von 350 Millionen für die Stadt Paris genehmigt und das Gesetz angenommen, wonach die ganze Nation die durch die Invasion der Deutschen verursachten Schäden zu vergüten hat. Die Bonapartisten rühren sich gewaltig und Rouher bereitet sich vor, seinen Einzug in die Nationalversammlung zu halten; zu dem Zwecke hat Abbatucci ihm seine Stelle frei gemacht, ihn seinen korsischen Wählern empfohlen und Rouher sich durch ein offenes Schreiben bereit erklärt, die Wahl anzunehmen, „um der verkannten Wahrheck" zu ihrem Rechte zu verhelfen. Während der ParlamentSferien beabsichtigt Thiers, nach einer kurzen Badecur in Aix-les BainS, eine Inspektionsreise zu machen, um über die neuen FestungSbauien, die im Plane sind, sich eine eigene Anschauung zu bilden. Bekanntlich traut Thiers sich in solchen Angelegenheiten ein entscheidendes Urthcil zu.
Die Bewegung gegen die Nationalversammlung im südlichen Theile Frankreichs ist im Steigen: die Mitglieder der Majorität werden als „reaktionär, turnst und intolerant" geschildert und der Beschluß, wodurch die Nationalversammlung sich const tuirende Gewalt beilegt, wirb als „ein parlamentarischer 2. December" dargestellt. Nach einer Liste, welche die Versailltr „Egaltte" brachte, haben sich bereits 84 Blätter in den Departements und in Algerien für diese Bewegung erklärt und arbeiten in dieser Richtung. Die Führer dieser Bewegung hatten aus den Austritt der Linken in Maffe gezählt, diese aber hat den Austritt nicht zweck mäßig befunden. Es fragt sich nun ob es ihrem Einflüsse jetzt gelingen wirb, abzuwiegeln, oder ob die Bewegung im Süden ihren Fortgang hat. In diesem Falle werken die Confl cte mit der Nationalversammlung und der Regierung nicht ausbleiben. Man sieht, wie r chtig das Sträuben von TdierS ist, die Auflösungen der Nationalgarden in den großen Städten nicht zu überstürzen: dieselben könnten unter obwaltenden Verhältnissen leicht zu einer bedenklichen Schilberhebung führen. Einstweilen verstärkt die Regierung die Besatzungen, um im Nothfalle schlagfertig dazustehen.
Die Gesundheit des Papstes, über welche sehr ungünstige Gerüchte verbreitet waren, soll in Wirklichkeit zu gar keinen Befürchtungen Anlaß geben. Auch Garibaldi befindet sich besser und ist bereits im Stande, bas Pferd zu besteigen. Seinem Widerwillen gegen Frankreich, dessen Undank er so bitter erfahren, hat der Einsiedler von Caprera mehrmals unverhohlenen Ausdruck gegeben. Kein Wunder, baß sowohl ihm wie seinen beiden Söhnen die Politik verleibet ist.
Darmstadt, 6. September. Die heute erschlenene Nr. 29 des Großherzoglichen Regierungsblattes enthält:
1) Gesetz, die Zusammenlegung der Grundstücke, Theilbarkeit der Parcellen und Felbwege-Anlagen betreffend.
2) Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, die Vergütung der Kriegsleistungen, insbesondere der gelieferten Fourage betreffenv.
3) Bekanntmachung des Landwirthschaftlichen Instituts ver Universität Gießen. Die Vorlesungen des Wintersemesters beginmn am 1. November. Der unterzeichnete Direktor sendet auf Wunsch specielle VorlesungSverzeichniffe, ertheilt nähere Auskunft und nimmt Inskriptionen an für das Institut.
4) Ordensverleihung.
5) Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.
6) Bekanntmachung, die Vertheilung der Preise im philologischen Seminar zu Gießen bet>effend. Folgenden Mitgliedern des philologischen Seminars auf der Landes - Universität zu Greßen sind für ihre Leistungen während des Wintersemesters 1870/71 und des Sommersemesters 1871 Preise zuerkannt worben: 1) ver erste Preis dem Studiosus philol. Ernst Rettig aus König, 2) der zweite Preis dem Studiosus philol. Heinrich Stopler aus Gießen.
7) Ertheilung eines ErfinbungSpatenteS.
8) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnäoigst geruht: am 1. Juli dem Wilhelm AnsrcaS Bornmann aus Battenberg, im Könige. Preußen, die Stelle eines Pedellen an dem evangel. Schullehrer- Seminar zu Friedberg zu übertragen; am 12. August dem Landgestütsveiknecht Jacob Weber aus Dexbach, im Könige. Preußen, zum Landgestütsviener zu ernennen; an demselben Tage die vermalen als StationScontroleure zu Emmerich und resp. Harburg verwendeten Zollinspektoren Franz Christian Engisch und Carl Ruckelehausen in vcn inländischen Dienst zurückzuberufen und Ersteren zum Ober- zolllnspector des Hauptzollamtes Gießen uno der oamit verbundenen OrtSeinnehmerei 1. C.affe zu ernennen, und Letzterem die Stelle eines Oberzolliuspectors bei dem Hauptzollamte Mainz, mit der Verpflichtung, bis auf Weiteres zugleich als O>er- zollinspector bet den Hauptzollämker« Bugen und Worms zu fungiren, zu übertragen; am 18. August ven Overstudien - Oirec or s. Will'ch zu Darmstadt zum Vicwräsibenten des Vereins zur Unterstützung unv Beaufsichtigung der aus ven Landes-und Provinzial-Strafanstalten Entlaffenen zu ernennen, ferner dem evangel. Pfarrer zu Nieoer-Gemünden, im D<k. Kirtorf, August Lotz, die evangel. Pfarr- stelle zu Wullernhauscn, im Dek. Nidda, zu übertragen; am 22. August dem Schulamts-Alp,ranten Philipp W bcr aus Kirschhausen, im Kr. Heppenheim, die 2. kath. Schulstelle zu Dromersheim, im Kr. Bingen, am 23. August dem Schul- leyrrr an brr evangel. Schule zu Hahnheim, im Kr. Oppenheim, Abraham Weissen-! dach, Vie erste (evangeliiche) Gemeinde-Schulstelle zu Schornheim, im Kr. Oppen-' heim, zu übertragen; an demselben Tage ven Professor Dr. Theodor Schäffer zum Direktor der polytechnischen Schule für die Zeit vom 1. Septbr. 1871 v.s zum 31. August 1872 zu ernennen.
9) Charakterertheilungen.
10) Versetzungen in ven Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Groß. Herzog haben allergnäbigst geruht: am 15. August den Schullehrer an der ersten evangelischen Schulstelle zu Wallerstädten, im Kreise Groß-Gerau, Peter Wrnter, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand und am 22. August den KreiSdiener bei dem Kreisamte Lindenfels, Avam Kornmann in den Ruhestand zu versetzen.
H) Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die erste evangel. Schulstelle zu Reichelsheim, im Kreise Lindenfels, mit einem Gehalt von 555 fl. 13 kr., zu welcher dcm Herrn Grafen zu Erbach-Erbach dal Präsentationsrecht zusteht. Der anzustellenbe Schullehrer hat bis auf Weiteres die Verpflichtung, unter Zustim- mung der kirchlichen Behörden, Jemanden zur Versetzung des Glöcknerdienstes anzunehmen und zu bezahlen, und muß sich demnächst jede in Bezug auf die beabsichtigte Abtrennung ves Glöcknerdienstes eintrckenb' anderweite Regulirung seines Gehalt gefallen lassen, wobei jedoch Ver der Schulstclle verbleibende Geholt auf ungefähr 500 fl. gehalten werden wird; die evangel. Schulstelle zu Kefenrod, im Kreise Bübingen, mit eintM Gehalt von 300 fl. Das Präfentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Fürsten zu Isenburg-Birstein z-,; die kath. Schulstclle zu Wörrstadt, im Kreise Oppenheim mit einem Gehalt von 300 fl.; Vie dritte kath. Schulstelle zu Bodenheim, im Kreise Oppenheim, mit einem Gehalt von 305 fl.; die Lehrerstelle an der erst » Claffe der höheren Töchterschule zu Gießen mit einem Gehalt von 600 fl., welche mit einem Theologen zu besitzen ist; die kath. Schul- stelle zu Flonheim, im Kreise Alrey, mit einem Gihalt von 395 fl. 27 kr.; die dritte evangel. Schulstelle zu Ober-Ingelheim, tm Kreise Bingen, mit einem Ge- halt von 300 fl.; die obere kath. Knaben - Schulstelle zu Herbstein, im Kreise Lauterbach, mit einem Gehalt von 400 fl.; die Stelle eines Steuer-CommifsärS ves Steuercomm ffariats Mainz. Concurrenzfähtge Bewerber Haden sich binnen einer Frist von 8 Tagen anzumelden.
12) Sterbefälle. Gestorben sind: am 28. Juli der pens. Schullehrer Jacob Bund zu Breitenbrunn; am 22. August der wirkliche Grhrimerath und Oberüofmeister Seiner Großherzogl. Hoheit des Prinzen Carl Freiherr Carl Johannes v. Ricou.
Fulda, 7. September. Heute Morgen ist der Mainzer Bischof Frlr. v. Ketteler wieder abgereist. Dem Vernehmen nach werden auch Vie übrigen hier versammelten Bischöfe noch heute Abend ihre Rückreise antreten, da bis dahin die Conferenzen beendet sein dürsten. Ueber die auf denselben gefaßten Beschlüsse ist selbstverständlich noch nichts bekannt geworden. (Fr. A.)
Berlin, 8. September. Gestern wurden die Sitzüngen der zur definitiven Feststellung ves Entwurfs einer deutschen Civil-Proz ßorvnung einberufenen Com- Mission deutscher Juristen im Reichskanzleramte durch den Justizminister Leonhardt, als Vorsitzenden, eröffnet. Die Commission besteht für Preußen außer dem Vorsitzenden aus den Geh. Ober-Justizrath Falk, Ob^r-Tribunal-rath Fidr. v. Diepen- broick-Grüter, AppeüationSgerichtSrath Planck, Justizrath Dorn unv Juftizkath v. Wilmowski, sodann aus dem k. bayerischen AppellationsgerichtSrath Dr. Schmidt, dem k. sächsischen Geh. Justizrattz Abeken, dem k. württembergischen Ober-Tribunals- rath v. Kohlhaas, dem großh. badischen Ministerialrath Dr. Gebhard und dcm großh. mecklenburgischen Geh. Ministerialrath v. Arnsberg. Die Stellvertretung des Vorsitzenden hat auf Wunsch des Reichskanzlers der AppellationsgerichtSrath Dr. Schmitt übernommen.
Bekanntlich wurde nach dem kaiserlichen Erlaß vom 8. Juli, welcher die im CultuSmimsterium bis dahin bestandenen gesonderten Abtheilungen für die evangelischen Kirchenangelegenheiten und für Vie katholischen Kirchenangeiegenheiten aufhob und an ihre Stelle die eine Abtheilung für Vie geistlichen Angelegenheiten setzte, zum Direktor dieser Abtheilung der Geh. Oder-RegierungSrath de la croix ernannt. Diese Function war jedoch für Hrn. de la croix bisher nur ein Pro- visonum. Sie soll aber vom nächsten Monat ab in ein Defiuitivum umgewandelt werden.
In Betreff der Formation des Eisenbahnbataiüons ist bestimmt worden, daß die Mannsch»sten aus den aktiven Dienstständen der Infanterie und der Pionniere unter entsprechender Verwendung des in den Felo- und Eisenbahn-Abth^ilungen vorhandenen Personals und Materials, entnommen werden. Dasselbe wird eine Stärke von 500 Köpfen erhalten und zunächst für die in Frankreich verbleibendr Okkupationsarmee in Bereitschaft gehalten werden. Es wirb indeß zugleich als Friedensstamm der für Eiscnbahnzwecke nothwendigen Formation organisirt werden. Das Bataillon soll in diSciplinarischer und ökonomischer Beziehung dem General- Inspecteur des Jngenieur-CorpS rc. jedoch mit der Maßnahme unterstellt werden, daß der Chef des GrneralstabeS der Armee einerseits die Vorschriften für die speciell technische Ausbildung erlassen, anderseits von den Erfolgen derselben sich Ueberzeugung verschaffen wird. Das Offizierpersonal wirb aus den Ingenieur- Corps entnommen; letztere- wird auch vie höheren Offiziere für die ökonomischen Musterungen commandiren.
t W e früher das Herzogthum Anhalt, hat neuerdings auch das Fürsten- thum Schwarzburg Rudolstadt den Wunsch ausgesprochen, in Gemäßheit des §. 31 des Bundesgesetzes über vaS Urheberrecht an Schriftwerken rc. unter A' standnahme von der Bildung eigener Sachverstäncigen-Vercine sich an Preußen bezüglich de- literarischen and musikalischen Sachverständigen-VereinS anschließen zu dürfen. Natürlich ist diesem Wunsche sofort entsprochen worven.
München, 9. Sept. Gestern 4*/, Uhr Nachmittags erfolgte die Ankunft des Kaisers Wilhelm in Hohenschwangau. Der König uno die Königin - Mutter waren demselben enigegengefahren. Die Monarchen, welche sich in Civil befanden, wurden überall, wo sie sich zeigten, von der zahlreich herbeigeströmten Landbevölkerung mit Enthusiasmus begrüßt. Abends fand Beleuchtung des Schlosses statt. Die Abreise ves Kaisers erfolgte heute 8% Uhr Morgens über Fussen und Kempten in Begleitung des Königs und der Koaigin-Muttcr.
Hohenschwangau, 8. September. Der Deutsche Kaiser traf nach 4 Uhr Nachmittags hier ein. Der König uno Vie Königin Mutter wattn demsclben einige Stunden lntzegen gefahren.
Paris, 8. September. Das Kriegsgericht hat Rossel zum Tode und zur Absetzung von seinen miutärischen Mürben verurtheilt.
Die Versammlung hat brn Vorschlag Ravincl's mit einer Abänderung in dem Sinne, baß derselbe nur als eine Verlängerung des Status quo erscheint, wie es vie Regierung vorgeschlagen hatte, angenommen, unv zwar mit 432 Stiiv- 'men gegen 190.
Paris, 9. Sept. Die Preußen haben heute Morgen angefangen, die Paris benachdanea vier Departements zu räumen, womit sie in vier oder fünf Tagen fertig sein sollen. (Die RäumungSzeit ist hier wohl zu kurz bemessen; nach Mit-
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