Ausgabe 
8.7.1871
 
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besondere Bei

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Darmstadt, 5. Juli. Durch CabinetSordre vom Heutigen ist die vielbe- sprocheneBartordnung" aufgehoben und dem Lande so wiederum eine seiner be­rechtigten Eigenthümlichkeitcn entrissen worden. Oberzollinspector Müller wurde gestern zum Obersteuerrath ernannt. (F- 3 )

Darmstadt, 6. Juli. Die Abgg. Goldmann, Fink und Hallwachs haben bei der zweiten Kammer einen Antrag eingereicht, durch welchen die Kammer ersucht wird, der Negierung zur Unterstützung der in Folge des Krieges zurück- l gekommenen Reservisten und Wehrmänner eine angemessene Summe zur Verfügung |JU stellen. Der Abg. Dernburg hat die Auszahlung der Gehalte der zur Armee

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erfahren werden. eine inrcrnanonait

Di» fälliac Sabluna ter franibfitoen ÄriegScontribution sollte bekanntlich ber Contrabirenden zusammentreten soll, um die Grenzregulirung und die Ver- mit dem 1 ''(uli beginnen und deutscherseits hatte man für die Anssührnng eine theilung de« Boden« und der Kapitalien in solchen Distrikten vorzunehrnen, welche fernere Frist von acht Tagen gern bewilligt. Wie e« scheint, glaubt der fran- vor dem Frieden gemeinschaftlich waren, in Folge der slipulirten Lande«abtretung i'oiifibe Äinoniminiilcr inbeß nicht, vor dem 15. d. M. über die fraglichen Summen an Deutschland aber getrennt werden muffen. (8-3.)

S »n£ iu S und ließ Juü« Favre eine bezügliche Mittheilung an die Berlin, 5. Juli. Der Diensteid aller Reich.beamien deren Anstellung vom deutschen Behörden gelangen, die nicht wenig erstaunt waren, den zugesagten Termin Kaiser au«geht, soll nach einer '. Berordnung in folgender Jorm geleistet werden- so plötzlich ohne Weitere« bei Seite geschoben zu sehen- Indessen gelang e«, wieIch N. N. schwöre zu Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, dass , nachdem man bbeL einer entschiedenen Reelamation, sofort jeden Anstand zu beseitigen, und ich zum Beamten de« Deutschen Reich« bestellt worden bin, ich in dieser meiner k- «kolate am 1 Juli eine Zahlung von 100 Millionen Franken in ersten Wech. Eigenschaft Sr. Majestät de« deutschen Kaiser treu und gehorsam sein, die Reich«, fe-n auf Berlin Verfassung und die Gesetze de« Reich« beobachten und alle mir vermöge meine«

Wie man vernimmt, stnd zwischen Oesterreich und Preussen, al« den allein Amte« obliegenden Pflichten nach meinem besten Wissen und Gewissen genau er. hetbefliatcn Mächten, Verständigungen herbeigeführi worden zur Aufhebung der füllen will, so wahr mir Gott helfe u. s. w.

Bestimmung im Art. 5 de« Prager FriedeuSvertrage«, wonach die Bevölkerung der Der Kaiser hat eine im Ganzen gute Nacht gehabt, eine allrnahllg fort- nördlichen Distrikte von Schle«wig, wenn sie durch freie Abstimmung den Wunsch schreitende Besserung in dem Unwohlsein ist nicht zu »erkennen. Nach Empfang «a>u >u erkennen neben an Dänemark abzutreten stnd. de« Polizeipräsidenten v. Wurmb und de« General-Lieutenant« v. Tre-ckow und

*+ Die ,ur Erweiterung und Vervollständigung der deutschen Armee bestimmten nach Vortrag de« Geheimen Cabinet«rath« v. WilmowSki empfing der Kaiser den Neuformationen haben in den letzten Wochen ihren Anfang genommen. Da« Minister ». Mähler, welcher sich nach längerer Krankheit in nächster Zeit auf Gardeeorv« bat zunächst durch da« neu errichtete Eisenbahnbataillon eine Verstör» Urlaub begeben wird. , .

kung erfahren. Der Dienstbetrieb dieser Truppen soll schon im Frieden den ganzen Heidelberg, 3. Juli. Al« man auf dem hiesigen Friedhöfe emen Pia, Umkana ihrer Kriea-thätigkeit umfassen. E« sollen sich dabei alle Handwerker in bestimmte, wo die in unseren Reservelazarethen verstorbenen Krieger zusammen be» tiefer Truppe vertreten finden, welche für die Zerstörung der Eisenbahnen, wie für erbigt werden sollten, liess man zugleich eine Stelle für ein Senfe ben zu fetzenbe« die Wiederherstellung und Fahrbarmachung derselben in Betracht kommen. Im Denkmal frei. Den ersten Anstoss zur Autsuhrung diese« löblichen Vorhaben« Umsange der süddeuischen Armeecorp« wird die durch die Militärconveniion mit gab der Verkauf der bei der Todtenfeier am Friebensseste an den Grabern der Hessen-Darmstadt bedingte Errichtung noch eine« neuen hessischen Bataillon« die Gefallenen gehaltenen Trauerrede de« Herrn Stadtpfarrer Schellenberg d. I., neue Truppenbildung bieten. Bon Den drei badischen Dragoner.Regimeniern soll, deren erste Auflage bereit« vergriffen ist. Auch wurden demselben von vielen Seiten wie verlautet, da« eine in ein Ulanen-Negimeni umgewandelt werden, während unaufgefordert Beitrage für diesen Zweck emgefanbt. Nun aber hat die Stabt

die gleiche Umwanbluna ber beiben bisherigen Cheveauxlegers-Regimenter bereit« Heibelberg selbst bie Ausführung übernommen. Man freut sich darüber sehr, denn

verfügt worden ist. Die für das neue 15. beutfche Armeecorp« bestimmte Neu» auf diese Weise werden wir zugleich ein Denkmal jum ewigen Dedächtniss be«

bj,pung eine« Felb- und Festungs-Artillerie-Regiment«, wie eine« Jäger-, Pionnier» Kriege« von 187071 erhalten. Wenn au« bem gleichen festen Sanbsteme ge-

unb Train-Bataillon« befinbet sich in voller Ausführung begriffen. hauen, wie bie Statuen an dem Otto-Heinrichs-Bau unsere« Schlosse«, wirb ba«

Der oppositionelle Geist im Elsass gegen alle«, wa« deutsch ist; macht sich Krieger-Denkmal lange Jahrhunderte dem Zahne der Zeit Trotz bieten, denn jene auch in Bezug auf die Zahlung der Entschädigungsgelder für Krieglschäden und Statuen stehen jetzt, seit 314 Jahren, unverändert wie neu da. Und wenn end- Kriegsleistungen bemerkbar. Der Stadt Straßburg stehen zur Zeit 10 Millionen lich in unabsehbarer Zeit eine Erneuerung desselben nöthig werden sollte, werden Frane« zur Verfügung, für welche etwa« über 1400 Entschäbigungtgesuche ein- e« bie vaterlandsliebenben Nachkommen an einer solchen gewiss nicht fehlen lassen, gereicht worben sinb. Die betreffende Commission ist mit ihrer Arbeit schon so Man beabsichtigt, die sämmtlichen, etwa 170, Namen der aus dem Friedhöfe weit fertig dass vom 21. Juni bi« zum 1. Juli 374,081 Franc« auibezahlt ruhenden deutschen Gefallenen auf bem Denkmal zu verewigen.

werden konnten Trotzdem hat sich die Erwartung, daß die« Verhalten richtig München, 1- Juli, lieber die Aufnahme ber deutschen Truppen in Berlin, gewürdigt werde, nicht erfüllt, vielmehr gibt e« Unzufriedene, welche der Regierung woran sich allerlei Lügen in bayerischen ultramontanen Blättern knüpften, bemerkt in der beleidigendsten Weise den guten Willen überhaupt absprechen. Daraus hat das Regensburger Tagblatt:Einige Theilnehmer an dem Siegeseinzuge der denn auch die Reichsregierung Veranlassung genommen, darauf hinzuweisrn, daß deutschen Truppen in Berlin decorirte Gefreite, die sich gegenwärtig in Urlaub die Zahlung von Entschädigungen nicht als ein strictes Recht beansprucht werben befinden haben uns neuerdings unter dem Ausdrucke gerechter Entrüstung über kann, sondern daß dieselbe nur als ein Act der Billigkeit betrachtet werden muß. die unwahren, verdächtigenden Berichte des Morgenblattes begeisterte Schilderungen Tehnliche Opposition macht sich in der Sprachfrage geltend, und alle in dieser von der ihnen gewordenen herzlichen Aufnahme und der Ueberhäufung mit Auf- Beziehung hervortretenden Erörterungen basiren noch auf der hochmüthigen Vor- merksamkeiten während ihre- neuntägigen Aufenthaltes in Berlin gegeben; es sei aussetzung, daß die französische Sprache immer nochWeltsprache" sei. Alle diese gerade unmöglich gewesen, allen empfangenen Einladungen Folge zu leisten, und Erscheinungen beweisen, baß man im Elsaß die welterschütternden Ereignisse des sogar Geldgeschenke seien ihnen förmlich aufgedrungen worden; vor Allem seien letzten Jahres todtschweigen zu können vermeint und sich noch nicht gänzlich auf es dieBayern" gewesen, an welchen die Gastfreundschaft in solchem Maße geübt den neugeschaffenen Boden zu stellen vermag. wurde, daß dieselben befürchten mußten, dem ihnen gebotenen Ueberfluffe schließlich

DieTurquie" bringt wieder einen sehr heftigen Artikel gegen den Khedive. zu erliegen. Allerdings sei der Einzug bei der herrschenden Hitze von Strapgtzen Sie beschuldigt ihn, das seiner Verwaltung anvertraute Land buchstäblich ruinirt begleitet gewesen; aber im Angesichte de-74jährigen Kaisers, der dieselben theilte, zu haben und die Aegypter zu Sklaven wachen zu wollen. Die beträchtlichen und bet der stolzen Begeisterung, welche Soldat wie Volk ergriffen hatte, habe Rüstungen, die der Khcdtve fortsetzte, um eines Tag- die Ma-ke fallen zu lassen Keiner dieser Mühseligkeit geachtet."

und sich für unabhängig erklären zu können, seien eine enorme Last für dieFellahs, München, 4. Juli. Generalfeldmarschall Graf v. Moltke hat gestern München welche immer mehr zu Leibeigenen J-matl Pascha'S werden. Dieser Zustand wieder verlassen und sich nach Bad Kreuth begeben. Heute verlautet als be- könue nicht länger dauern, ohne die Autorität des Sultans in diesem Lande ganz stimmt, daß Graf v. Bray und mit ihm Hr. v. Braun, welcher ohne selbstständige zu untergraben. Indem der Vicekönig im Widerspruche zu den Vorschriften des! politische Ueberzeugung mit dem Grafen stets durch Dick und Dünn ging, aus

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Di. bisher offene Frage, wie e« mit ben Jnterirn-scheinen ber jungen Prä- kaiserlichen Ferman« verwalte, inbem er bei jeber Gelegenheit bem Sultan ben mienloofe bei ber Abstempelung gehalten werben soll, wirb burch eine Bekannt- Gehorsam verweigere, erkläre er selbst feine Absetzung, unb ber Su tan buefe im mS be R chskanKeramt. vom 1 3«H b. I. bahin beantwortet, baß bie Interesse be« Islam«, ber Türkei unb in seinem eigenen bie islamitische Einheit Interimsscheine ebnifall« zur Abstempelung eingercicht werben müssen. Nach erfolgter nicht langer vertagen. Auch Tunis müsse »ollstanbtg in ba« türkische Reich ein- Abstempelung empfängt ber Inhaber von ber betreffenben Stempelstelle ein Certificat, verleibt werben. ___________________

ttmbe" ? I ^bsttmp!ln ^laffen.^ Snk'äge ®?fUab(iremb"iuüg9 [ol»ermbtüniti»en Darmstadt, 4. Juli. Nächsten Donnerstag kommt in ber zweiten Kammer SchulbveZchrcibungen, bezüglich Deren bie JnterimSscheine rechtzeitig zur Abstempe-bie von unserer Regierung mit Preußen abgeschlossene Mcktar-Convention, sow e <7.7. «oraeleat finb sinb ausschließlich an bie Hauptkasse ber Seehanblung in ba« baju gehörige Schlußprotocoll zur Berathung, über welche Vorlage ber Re. Berlin zu richten, welche bie Definitiven Obligationen nochmal- abstempelt, ohne gietung Der Abg. Zentgraf Namen« besGefetzgebi.ng«auSschuffeS Bericht erstattet auf bie^sür bie JnterimSscheine bereit« verwenbeten Stempelmarken Rücksicht zu hat. Der einstimmige Antrag be«Au«fchusseS geht bahin.Die Militar-Conven. au, °ie ,ur oimriwiw ll0H| sowie ba« baju gehörige Schlußprotocoll vom 13. Jun, 1871 unter ber

"^"^Gegenwärtig soll zwischen ber preußischen unb ber bayerischen Regierung ein Voraussetzung zu genehmigen, baß bie in Art. 13, letztem Absatz ber Militär- kleiner Conflict obwalten, ber burch bie Verschiedenartigkeit be« Satze« ber für die Convention, in Aussicht gestellte Regelung nur so weit verfassungsmäßig erforber- Ginauartleruna an bie Quartiergeber zu leistenden Entschädigung veranlaßt ist. lich, mit Zustimmung der Stande «erorbnet werbe. Der in diesem Anträge er- Die9 preußische9 Regierung will nämlich an die Quartierträger in der Psalz nur wähnte letzte Absatz de« Art. 13 dir Militar-Convention laute :Die Falle und 5 Sa s17'/, K?.V pro Mann und Tag zahlen, während diese Entschädigung Formen, in welchen ba« Militär gegen Civllpersonen einschreiten unb von seinen nad> ber in Bayern^geltenden Bestimmung 12-/, Sgr. (44 Kr.) beträgt. Waffen Gebrauch machen Darf, werben durch eine unter Berücksichtigung ber be.

3n bem Oberschlesischen Städtchen Kattowitz ist seit einiger Zeit ein kleiner treffenden preußischen Reglement« hessischerfeit« zu erlassende Verordnung geregelt.

Religionskrieg entbrannt. Unter Führung eine« Priester« Namen, Kaminski hatte (MainvZtg.) sich ber gebildetere Theil der Bevölkerung von der Unfehlbarkeitspartei lo,gefügt T'"rml und hielt in einer nicht mehr benutzten Kirche seinen Gottesdienst ab. Den Ma- chjnationen ber zelotischen Neukatholiken gelang e«, bie Verwaltungsbehorben zu bewegen, baß sie bicse Kirche mit Beschlug belegten. Der Priester Kaminski, ber| bereits vorher excommunicirt worden, bat nun um eine Audienz bei dem Fürsten Bismarck und wurde zwar nicht von diesem, aber vom Grafen Alvensleben em- pfangcn, in dessen Hände er eine mit zahlreichen Unterschriften versehene Adresse niederlegte, in welcher um Freigabe der mit Beschlag belegten Kirche gebeten wird.

Ein C5ra0ebCbiefiirung der Mitrailleuse als Feldgeschütz bei unsleingezogeuen Schulamtsaspiranten *für die Dauer des mobilen Verhältnisses

«ünfckenswertb ist. nimmt beiden fortgesetzten Prüfungen behufs Einführung einer beantragt. , . __

einheitlichen Handfeuerwaffe den vornehmsten Platz ein. Die Majorität unserer Frankfurt, 4. Juli. Obgleich Herr le Clerc, der «ne Bevollmachtrgte Frank- militärischen Fachmänner spricht sich gegen diese Einführung al- Feldgeschütz aus, reiche bei den hiesigen s. g. Fr.eden-conferenzen, noch nicht von Part- zuruckgekehrt, erkennt aber die Vortheile der Mitrailleuse als Flankcngeschütz und m den Lauf- Haben dennoch schon in voriger< Woche einige^Sitzungen stattgcfunven. Die Be- aräben vor und in der Festung an. ES gewinnt ferner an Wahrscheinlichkeit, daß vollmächtigten be- deutschen Reichs sind durch»den Ministenalrath v-Weber (Büyern) die bei den Jäaerbataillonen in Gebrauch stehende Zünvnadelbüchse mit Stecher, vermehrt worden. Uebrigens haben für Deutschland nur zwei Bevollmächtigte welche eine kriegsmäßige Feuerwaffe nicht ist, diesen Prüfungen zum Opfer fallen Stimme zu führen, wenn ihre Zahl auch auf vier gestiegen ist. E- ist die- au- wird und dass auch die erst neu eingeführten kleinen Tornister eine Abänderung dem Wortlaut der Friedenspräliminarien zu entnehmen, nach deren erstem Artikel ' R 'eine internationale Commission beiderseits au- einer gleichen Zahl von Vertretern

+ Damstad im dir Mitärcon |inm Debatte trfl Htiowltn Begeißer p einer europäische Srgschast für den t|dl ;ur Centralis, sichtet, e. Ta mng, »elche im A tun neuen Krieg michtungen der 8 ibtzet unb die Abg 1 -sprochen.

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