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Dem Ministerium ausscheiden werde. — Die von Deutschen im Ausland zur Unterstützung von Landwehrmännern rc. an den Centralverein in Berlin eingeschickten Gelder sind jetzt unter die verschiedenen Bundesstaaten vertheilt worden. Auf Bayern trafen davon etwa 2500 Thlr. Der Magistrat der Stadt München beschloß , auf die hiervon auf München fallende Summe zu Gunsten der übrigen Gemeinden des Kreises zu verzichten.
Paris, 4. Juli. Die Verhaftungen dauern fort. In den Quartieren Breda und Montmartre find seit letzter Nacht an 200 Frauen verhaftet worden. — Die Zerstörung der Vendomesäule giebt Veranlassung zu einer außer der militärischen Gerichtsbarkeit liegenden Untersuchung. Zu den Angeklagten dieser Kategorie gehören Courbet und Fontaine.
London, 3. Juli. In osficiöser Weise kündigt die Times an, daß folgende bedeutendere Veränderungen im diplomatischen Dienste bevorstehen: Lord Bloom- ßeld tritt zurück und an seiner Stelle wird Sir A. Buchanan englischer Bot« fchafter in Wien. An Sir A. Buchanan'S Stelle in Petersburg tritt Lord Augustus Loftu», unb an des letzter» Stelle in Berlin Herr Odo Ruffel, der die Functionen, womit er bei dem Fürsten Bismarck in Versailles betraut war, in so ausgezeich- -ikter Weise erfüllt hat. Odo Russells Posten im Ministerium des Auswärtigen wird Lord Tenterden übernehmen. Der LegationS - Secretär Morier wird von Darmstadt nach Stuttgart versetzt. — Weiterhin theilt die Times mit, daß der Kronprinz und die Kronprinzessin von Deutschland in Kurzem (wahrscheinlich am 6. d. MtS.) hier eintreffen werden, um die Königin in Osborne zu besuchen. Ehe sie sich an den Hof begeben, werden sie einige Zeit in London selbst zubringen.
Telegraphische Depeschen.
4- Darmstadt, 6. Juli. Der Landtag hat soeben mit 39 gegen 10 Stimmen die Militärconvention angenommen. In der der Abstimmung vorhergegangenen Debatte erklärte Minister v. Lindelof, aus der Opferwilligkeit und der nationalen Begeisterung aller Stände sei das neue deutsche Reich entstanden und zu einer europäischen Macht geworden; sein wohlorganisirte- Heer sei die beste Bürgschaft für den Frieden. Die Regierung habe die Pflicht gefühlt, auch ihr Theil zur Centralisation desselben beizutragen und habe auf einzelne Vorrechte verzichtet. v. Ga gern erklärte, er sei Föderalist, allein bei der Stimmung, welche im Augenblicke in Frankreich herrsche und die über kurz oder lang einen neuen Krieg befürchten taffe, halte er es nicht für passend, an den festen Einrichtungen des Reichs zu rütteln. Nur die Vertreter des adeligen Grundbesitzes und die Abgeordneten Curtmaun und Dumont haben gegen die Convention gesprochen.
△ Darmstadt, 6. Juli. Wie verlautet, sollen am nächsten Montag, den 10. d. MtS., die Aktien der Süddeutschen Bodenkreditbank in München an die Börsen von Berlin, Frankfurt a. M. und München gebracht werben. Dieselben werden mit 4% Zinsen vom 1. Juli ab gehandelt und in Gutscheinen der Bank für Handel unb Industrie in Darmstadt über eine, fünf ober zehn Actien geliefert. Diese Gutscheine können seiner Zeit nach Fertigstellung der 40% Quittungsbogen durch die Bodencreditbank in Frankfurt a. M., Berlin, Cöln, Wien, München und sonst noch bekannt zu gebenden Plätzen gegen definitive Stücke umgetauscht werden.
△ Paris, 5. Juli. Die „Liberte" schreibt: Der General Ladmirault hat ' vorgestern seine Demission gegeben. Er war nicht Gouverneur von Paris, sondern Commandant der Militärkräfte der Hauptstadt. Man bedauert diesen Vor- fall allgemein, da er den Beweis liefert, daß gewisse militärische Persönlichkeiten in einem Augenblick, wo die Reorganisation der Armee bewerkstelligt werden soll
und die individuellen Interessen vor denen des Vaterlands in den Hintergrund treten sollten, ihre Mißstimmung über Zurücksetzung in solcher Weise an den Tag legen. Ladmirault hat in Folge seiner Demission schon eine Unterredung mit Thiers gehabt.
△ Paris, 5. Juli. Zwischen dem Minister des Auswärtigen und Herrn Washburne sind über die Auslieferung der Communisten, welche etwa in Nord- amerika landen würden, lebhafte Verhandlungen im Gange. Die Nachricht englischer Blätter, daß Cluseret dort gelandet sei, hat hierzu Veranlassung gegeben.
A Paris, 5. Juli. In einem seltsamen Briefe eines Si-Hassan-ben-Ali- Inglis Bey, den die Zeitungen veröffentlichten, werden die Ursachen der arabischen Insurrection besprochen. Der Verfasser ist der Ansicht, daß die Regierung in Algier nur einen dauernden Frieden Herstellen könne, wenn sie zahlreiche Ansiedler in alle Theile des Landes ziehe und Civilinstitute einführe.
A Paris, 5. Juli. Die Zahl der Wähler war bei den stattgefundenen Wahlen eine sehr vngleiche. So war im 2., 3., 4., 10., 13., 17. und 19. Arrondissement wenig Eifer unter den Bewohnern zur Abstimmung vorhanden. In andern Arrondissements war der Zudrang zu den Wahllocalen ganz enorm. Be- sonders war in den reicheren Quartieren die Wahlbetheiligung eine sehr starke.
A Paris, 5. Juli. Am nächsten Donnerstag wird die „Presse" unter der Leitung von Herrn de la Guerronntere wieher erscheinen.
+ Paris, 6. Juli. Das „Journal osficiel" enthält einen Artikel bezüglich der deutschen Occupation, in welchem es Geduld und Mäßigung als die besten Mittel gegen die aus jener hervorgehenden Leiden empfiehlt unb darauf hinweist, daß Graf Moltke den deutschen Befehlshabern anbefohlen habe, keine Strafe aufzuerlegen, die nicht durch ein Kriegsgericht ausgesprochen, und alle Geldstrafen und anderen militärischen Maßregeln streng verboten habe. Andererseits nimmt das „Journal officiel" aus einer Beschwerde des Grafen Walberfee über die ge- reizten Artikel gewisser Blätter, welche Aufregung verursachen könnten, Veran- lassung, die Schriftsteller zu bitten, daß sie sich jeder Discusston enthalten möchten, die geeignet wäre, die Gemüther zu erbittern. Das amtliche Organ drückt endlich die Hoffnung aus, die am schwersten auf dem Lande lastenden Leiben bald geendigt zu sehen.
A St. Denis, 6. Juli. Heute Morgen 8 Uhr fuhr General Manteuffel mit einem Ertrazugc von Compiegne nach Versailles. In St. Denis erwartete ihn Graf Waldersee, der mit nach Versailles fuhr, wo sie ein Dejeuner bei Thiers einnahmen. Nachmittags kehrte Manteuffel nach Compiegne zurück.
Frischbscker ? u Gießen.
Sonntag den 9. Juli. August Noll auf der Mäusburg, Heinrich Noll in der Neustadt und Wilhelm Löber an der Brandgasse.
Kirchliche Anzeige
der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
\ Morgens: Pfarrer Dr. Seel.
Am 9. Juli: (Feier des heiligen Abendmahls.)
f Nachmittags:' Privatdocent Dr. Weiffenbach.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 9. bis 15. Juli besorgt Pfarrer Dr. Seel.
JUHI
Allgemeiner Anzeiger.
Besondere Bekanntmachung.
Oeffentliche Aufforderung.
2663) Nach erkanntem Concurse über das Vermögen des Ludwig Alb ach von Harbach werden dessen Gläubiger zur An- melbung und Begründung ihrer Ansprüche und Vorzugsrechte auf
Mittwoch den 2. August l. I., Vormittags 9 Uhr, bei Meldung Ausschlusses geladen. Im Termin wird die Güte versucht und von nicht erscheinenden oder nicht vertretenen Gläubigern, sowohl was ein Arrangement cls die Beschlüsse über Masseverwaltung inb Veräußerung betrifft, angenommen werben, daß sie den Beschlüssen der Mehrheit der Erschienenen beigetreten seien.
Grünberg, am 2. Juni 1871.
Großherzogliches Landgericht Grünberg.
Erdmann, Dr. Trapp, Landrichter. Landger.-Assessor.
Versteigerungen.
2865) Montag den 10. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr,
sollen in dem Otto Freund'schen Hause die Pim Nachlaß des Herrn Wilh. Gravelius Schärenden Möbeln, bestehend in Tischen, Stühlen, Sopha, Eommode, Weißzeua- schrank, Glasschrank für Bücher, Weiß- Ituj ic., meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 6. Juli 1871.
In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann.
Holzversteiqerung im Gießener Stadtwalde.
2855) Montag den 10. Juli d. I., von Vormittags 9 Uhr an,
soll in dem Gießener Stadtwalde, Distric- .n Bruch und Strangswiese, nachverzeich- nd<5 Holz öffentlich versteigert werden, als :
253/4 Stecken Eichen - Prügelholz,
IO3/« „ „ Stockholz,
825 Wellen „ Reisholz, 2>/rStecken Birken - Prügelholz, 41/2 n Nadel- „ V/t „ „ Stockholz,
36 Wellen „ Reisholz, 2 Stecken Aspen-Prügelholz, 2 „ „ Stockholz,
300 Wellen Weichh.-Neisholz,
17 Eichen-Stämme mit 142 Cubikfuß,
11 Nadel- „ „ 162 „
1001 Eichen-Stangen „ 3315 „
5 Nadel- „ „ 12
Die Zusammenkunft ist auf der Strangs- wiese auf dem Wege zwischen Steinbach und Annerod.
Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Novbr. d. I. gestattet.
Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 4. Juli 1871.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt._____________ 2878) Dienstag den 11. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr,
soll auf dahiesigem Rathhause der den Erben des Wilhelm Gravelius dahier gehörige: Flur Nr. DÄlftr.
2/io4 135 Acker, zehntfrei, Laggärten,
in den hintersten Schießgärten, meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 6. Juli 1871.
In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann.
Holzversteiqerunq.
2847) Montag den 10. d. Mts., des Morgens um halb 10 Uhr,
soll in der Gambacher Landheege neben der
Eisenbahn folgendes Schälholz:
550 Stück Stangen mit 1013 Cubikfuß
Inhalt,
131/4 Stecken Stockholz, 3 „ Prügelholz und
5350 Stück Reisholz-Wellen öffentlich verkauft werden.
Die Zusammenkunft ist am Pohlgönser Weg. Griedel, den 3. Juli 1871.
Fürstliches Rentamt.
__________________Menge!._____
2883) Das diesjährige Heugras von den hiesigen Gemeindewiesen soll
Dienstag den 11. d. Mts.
versteigert werden. Der Anfang zu demjenigen bei Wieseck ist des Morgens 10 Uhr in dem Dorfeld'schen Garten dahier, und zu demjenigen bei der Badenburg des Nachmittags 5 Uhr auf der Badenburg.
Sodann wird zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß insbesondere bei der diesjährigen Heuerndte das unbefugte Fahren bei der gesetzlichen Strafe verboten und strenge zur Anzeige gebracht werden wird.
Wieseck, den 6. Juli 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck.
Lang.
Keilgedotenes.
2882) Holländischen Käse, pr. Pfund 24 kr-, empfiehlt Ehr. Wallenfels.
s Kernerbsen, täglich frisch gebrochen, bei
Th. Rautenstrauch, __an der Schoor.______ 316) Der Unterzeichnete offerirt beschlagene Flößhölzer in allen Dimensionen, sowie auch Hochmut, den Cubikfuß frei Bahnhof hier zu 20 kr. Zimmerarbeiten übernehme pr. laufenden Fuß zu IV2 kr.
S- Katzenstein (Holzhandlung.)
| Brauenmlz,
beste Qualität, bei E. Pitt ha n.
2804) Eingemachte Gurken, im Hundert 1 fl. 20 kr., pr. Stück 1 kr., empfehlen I. A. Busch Söhne.
2892) In dem Universitäts-Marstalle sind einige Fuder Stroh zu verkaufen.
1444) Röder'scke Patent-Kochherde, sowie verschiedene andere Sorten von Herden in schöner Auswahl, empfehlen ____________________Flick & Kröll.
1149) Marinirte
Holländische Vollhäringe, pr. Stück 6 kr., empfehlen I. A. Busch Söhne.
2881) Gut gebrannte Fcldbrandback- steine können abgegeben werden bei ______________________B. Strauch.
2886) Der Unterzeichnete empfiehlt fein stets vollständiges Lager in Drahtgeweben, Drahtgeflechten, Fliegenschränken, sowie in allen Arten hölzernen Küchengc- räthen.__________ M. Weibbäcker.
dteue MatjeS-Häringe
empfehlen I. A. Busch Söhne. (2371)
2848) Alle Sorten Gemüse sind täglich frisch zu haben in der Gemüse- und Saamen- Handlung von Julius Ebel,
in der Neustadt Lit. D. Nr. 206.
Milehverkauf.
2220) In dem früher Loo s'schen Höfchen, Nen- stadt Lit. D. Nr. 219, ist zn jeder Tageszeit frische Milch, Rahm und Dick? milch zu haben.


