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Wichtig für Viele!

In allen Branchen, insbesondere aber bei Bezug der allgemein beliebten Staats- präinien-Loose, rechtfertigt sich das Vertrauen einerseits durch anerkannte Solidität der Firma, anderseits durch den sich hieraus ergebendenden enormen Absatz. Das wegen seiner Pünktlichkeit bekannte Bankhaus Adolph Haas in Hamburg ist Jedermann auf's Wärmste zu empfehlen.

Theater in Gießen.

1378) Mittwoch den 24. Februar 1869: Zum ersten Male:

Das Gchcimiliß der alten Mamsell,

oder:

Jjnß und Liebe.

'Schauspiel in 3 Abtheilungen (und 5 Ac­ten) nebst einem Vorspiel:

Die Gauklerstochter.

Mit freier Benutzung des gleichnamigen Romans von E. Marlitt, von Dr. A. E. Wollheim.

W. Kern, Director.

Für die verunglückte Familie in Klein- Linden ist bis jetzt bei und eingegangen r

von Frau Pfarrer Keil . Herr M. H.....

Frl- N. N.....

Ungenannt . . . . " Hrn.'Pfarrer Sandner Siegfried" . .

H V A. R.....

30

30

30 fr.

45

6

30

zusammen 7 sl. 51 fr.

Weiteren Beiträgen sehen wir entgegen.

Die Exped. des Gießener Anz.

Borsennachrichtcii.

20. Februar 1869.

Preuss. 472% Obi. 933/4 Frankf. 31/2% Obi. 81 Vz Nass. 41/2% Obi. 94 Kurh. 40/0 Obi. 87i/4 Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 913/4

n 31/2% do. do. 843/4

Bayer. 5% Obi. 1023/4

n 41/2% 1jährige 953/8

n 4>/2°/o Vaiährige 96 Würtemb. 4y2°/o Obi. 94t/2 Baden 4,/2% Obi. c. E.L. 947/8 Oestr. 50/g b. R. 593/4

50/g National 52 y2

n 50/g Metall. Obi. 63

M. steuerf. 51J/4

Amer. 6"/g 1882r Bds. 79

6% 1885r 777/g

Actien.

Frankf. Bank 1243/4

Oester. Bank 675

Creditact. 277 >/2 Darmst. Bankact. 278

Prioritäten.

50/g östr. F. St. E. B. 3IH/2 Ludwigsh.-Bexbach 1593/8 Maxbahn 106r,/8 Bayer. Ostbahn 1253/4 Hees. Ludwigsbahn 1383 6 30/g östr. Stsb.-Prior. 55 3°/o östr. s. Lombard. 463/4 30/g Livorneser 32 Toscaner 497/ti Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. Vereins-Kasse 971/2 5% Elisabeth-Prior. 76i/4 do. II. Emiss. 74

Anleliensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 56 t 2 Nassau fl. 25 b. Roth. 38>/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 164 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 443/4 4% bayr. Präm. Anl. 106 </4 4% badische Loose 103 >/2 Badische fl. 35 Loose 553/8 1858r Prioritätsloose 155 1860r Loose 78y4 1864r 1135/s

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 99*/2 Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 963/4 Cöln k. 8. 105

Hamburg k. 8. 873/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119 Va Lyon k. 8.

Paris k. 8. 94>/2 Wien k. 8. 973/b Disconto 31/2% G.

Geldsorten.

Pr. Cass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 46-48

doppelte 9 47-49 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 35-37 20 Frankenst. 9 27-28 Engi. Souver. 11 52-56 Russ. Imper. 9 47-49 Doll, in Gold 2 26-27

Feuilleton.

Unter dem Schicksal.

Eine Geschichte aus dem Leben von Edmund Frank.

(Fortsetzung.)

Es sind der Möglichkeiten zwei da, die eine, daß Herr Palmer, als er jenes Billet schrieb, nicht den allergeringsten Argwohn gegen Ihren Bruder hegte, und daß daher die Entdeckung erst erfolgen wird, wenn man seine Papiere durch, sieht, die andere, daß bei jenem Herrn durch irgend welche uns unbekannte Umstände bereits Verdacht erweckt woroen, und daß sein Schreiben an Sie nich s Anderes war, wie eine ihm wahrscheinlich von Der Polizei eingegebene List, zu welcher Herrn Heyden's Tod eben einen gar passenden Vorwand abzugeben ver- mochte.

Ich kann es zwar nicht mit Gewißheit behaupten, aber es will mir doch so vorkommen, als könnten in einem Falle wie diesem Papiere kaum so außer- ordentlich schnell, wie sie hier verlangt wurden, nothig werden.

In jedem von beiden Fällen haben wir sehr, sehr wenig Zeit zu verlieren und muß unser Verfahren genau das nämliche sein. Ist jenes Schreiben von der List dictirt worden, so beweist dies, daß man in aller Stlle und mit der größten Gorsicht zu Werke zu gehen beabsichtigt oder Ihr Bruder wäre schon bereits arretirt worden."

Ich sah die Qual, welche ich dem armen Mädchen bereitete, nur zu wohl, wollten wir jedoch unseren Zweck erreichen, so durfte ich sie einmal nicht schonen, und zu überflüssigen, milderen Worten gebrach es an Zeit.

Ist der Brief also nichts wie eine List," fuhr ich fort,so glaubt man die Beweise seiner Schuld bereits in Händen zu haben und beabsichtigt, ihn ahnungslos und ruhig hierher zurückkommen zu lassen.

Ob dies Letztere wirklich der Fall ist, wird uns bald genug klar sein, denn dann werden Sie bewacht werden.

Wie lange ist es her, seit Sie jenem Herrn die Schlüssel übergeben haben?" Jetzt mag seitdem wohl ungefähr eine halbe Stunde verstrichen sein." Erinnern Sie sich, Ueberraschung, Zweifel oder übergroße Hast verrathen zu haben?"

Ich war, als ich das Billet las und dann die Schlüssel aus ihrem Ver­wahrsam hervornahm, vollkommen ruhig. Ich verstehe von Geschäftsangelegen­heiten ja so ganz außerordentlich wenig und und dachte außerdem damals gerade an ganz andere Dinge."

Ich sah in diesem Augenblicke ein krampfhaftes Zucken auf ihrem Gesichte.

Ach, wie sehr, sehr viel älter war sie seit dem Tage vorher bereits ge­worden !

So wird man nicht daran denken, daß es Ihnen in den Sinn kommen könne, den Telegraphen zu benutzen, und Sie vor der Postzeit nicht zu bewachen beginnen. Nun, hören Sie mir zu, Adeline. Schreiben Sie mir Ihres Bru­ders Adresse in dieses Taschenbuch "

Sie that, was ich verlangte, und ließ sich dann, ohne ein einziges Wort zu sagen wieder in ihren Stuhl nieder, wahrend sie in kurzen Zwischenräumen leicht zusammenschauderte.

Es bleiben uns jetzt nur noch wenige Minuten übrig, denn ich muß von der Telegraphenstation zurück sein, bevor Martha heimkehrt.

Sie werden jetzt nach Hause gehen, Ihren beiden Dienstmädchen den plötz- lichen Tod des Herrn Heyden mittheilen und ihnen von dem Schrecken erzählen, den er Ihnen verursacht hat.

Sie werden den Mädchen sagen, das Sie jetzt Ihres Bruders unverzüg­liche Rückkehr nach Hause erwarten und derselben so sicher sein, daß Sie es nicht einmal für nothig hielten, heute Abend mit der Post noch an ihn zu schreiben.

Zugleich geben Sie Auftrag, das von ihm benutzte Zimmer zu seiner Auf­nahme bereit zu halten.

Lassen Sie ja Ihre Rouleaux nicht herab, sondern zeigen Sie sich vielmehr recht häufig am Fenster und legen Sie jenen einfachen schwarzseidenen An- zug an.

Vor der Postzeit sprechen wir einander noch, mit dieser aber beginnt dann der schwierigere Theil unserer Aufgabe."

Und kann ich denn aber gar nichts thun? Soll ich nicht bei Ihnen bleiben oder zu ihm reisen?" fragte sie in einem Tone, der mir dnrch's Herz schnitt.

Keines von Beiden, liebes Kind; Sie müssen Wache halten und warten, und das ist die schwerere Aufgabe. Kehren Sie jetzt unverzüglich noch Hause zurück und sprechen Sie mit Ihren Dienstmädchen, und wenn ich heimkomme, so lassen Sie mich Sie im schwarzen Kleide am Fenster sehen."

Mit einem stummen Drucke der Hand verließ sie mich und ich machte mich hastig zum Ausgehen fertig.

Da Nummer 58 ein Eckhaus war, so kam ich glücklicher Weise an keinen Nachbarshäusern vorüber uud nahm durch die Waldemarstraße den allernächsten Weg nach der Telegraphenstation.

Die Depesche, welche ich hier verabreichte, lautete wie folgt:

Gestern starb der jüngere Compagnon, seine Papiere befinden sich in den Händen des älteren Chefs und ebenso diejenigen, welche sich in der Eisenküste und dem Pulte vorfanden. Sie brauchen deshalb nicht nach Hause zu kommen. Reisen Sie so schnell wie nur irgend möglich nach England ab, um dort die bewußten Angelegenheiten zu ordnen. Schreiben Sie mir mit der Post."

Wann kann dies befördert werden?" fragte ich den Telegraphenbeamten.

Auf der Stelle," antwortete dieser, nachdem er die Depesche überblickte, denn die Drähte sind in diesem Augenblicke gerade ganz leer."

Ich begab mich nach Hause zurück und nahm, als Martha müde und verdrießlich von ihrem Ausgange heimkehrte, schon längst wieder einen gewohnten Sitz ein.

Lieb war es mir, von meiner Köchin, welche so eben Cato, der sie auf ihrem Wege begleitete, nach Hause zurückgebracht hatte, zu erfahren, daß das eine der beiden Dienstmädchen Adelinen's von dieser Erlaubniß erhalten hatte, einige Zeit zur Pflege der kranken Mutter bei seinen Eltern zuzubringen, denn von je wenigeren Augen meine arme junge Nachbarin während der nächsten beiden Tagen beobachtet wurde, desto besser war es natürlich.

Ich sah dieses Mädchen vor der Thür des gegenüberliegenden Hauses in eine Droschke steigen, welche unter dem herausfordernden Gebelle Cato's da- von fuhr.

Adeline saß dem Anscheine nach mit einer Handarbeit beschäftigt in jenem schwarzen Kleide am Fenster ihres Wohnzimmers.

So verging Viertelstunde auf Viertelstunde, ohne daß auch nur das Ge- ringste vorfiel.

Nachdem ich mit sehr geringem Appetit zu Mittag gespeist hatte und jetzt die Stunde herangekommen war, zu welcher ich gewöhnlich einen kurzen Spazier­gang zu unternehmen pflegte, begab ich mich nach Nummer 57 hinüber.

Der kurze Tag näherte sich bereits seinem Ende und als Doris, die Köchin, mir die Hausthür öffnete, hörte ich einen Mann langsam vorüber gehen, der in meiner nächsten Nähe den Schritt noch mehr anhielt.

Ich wußte, zu welchem Zwecke er dort umherwanderte, obgleich ich mich nicht umblickte.

Von Martha höre ich, daß Fräulein Rosen ihren Bruder erwartet, Do­ris", sagte ich. Sie ist also natürlich zu Hause, nicht wahr?"

Ja wohl, Madame, einer von den Herren in der Bank ist todt und Herr Rosen wird noch heute von seiner Reise wieder eintreffen."

Das Mädchen sprach glücklicher Weise in einem Tone vollkommener Sicherheit.

Jener Mann schlenderte pfeifend vorüber, ich aber ging in's Wohnzimmer hinauf und schloß Adeline schweigend in meine Arme.

Es wurde nur wenig zwischen uns gesprochen und dieses Wenige berührte merkwürdiger Weise nur Nebensachen.

Woher uns diese feste Ueberzeugung von der Richtigkeit unserer schlimmsten Befürchtungen kam, weiß ich bis zum heutigen Tage noch nicht, doch war sie in Adeline eben so lebendig wie in mir selbst.

Zn den Straßen wurde der Gas angezündet und Doris brachte uns das Theegeschirr tn:d Zimmer.

Wir waren Beide außerordentlich schweigsam, denn nachdem ich ihr den Wortlaut des von mir abgesandten Telegramms mitgetheilt, hatte Adeline mir die Antwort gegeben:

So können wir denn nun also bei der Sache weder weiter etwas thun noch etwas Neues darüber erfahren, bis Morgen die Poststunde vorüber ist."

Nichts, durchaus gar nichts," hatte ich zur Antwort gegeben, und dann war mir plötzlich der Brief wieder eingefallen, von welchem sie mit mir am Morgen jenes Tages gesprochen hatte.

Wir werden nun aller Wahrscheinlichkeit nach bald von einander scheiden müssen, theuerste Adeline," sagte ich.Wohin wir nur blicken, ist ja Alles Dun­kelheit und Gefahr.

Der morgende Tag muß entscheiden, muß unsere Zweifel zerstreuen oder auch unsere schlimmsten Befürchtungen traurig bestätigen.

Augenblicklich befinden wir uns in tiefer Dunkelheit, lassen Sie uns den Versuch machen, diese durch ein, wenn auch noch so schwaches Licht, des Trostes ein wenig zu erhellen.

Sie empfingen heute Morgen einen Brief, Adeline, einen Brief, der Sie wenigstens auf die Dauer eines Augenblickes glücklich zu machen vermochte, der Ihnen vielleicht demnächst für's ganze Leben Glück und Zufriedenheit ver­bürgt." (Forts, folgt.)