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Darmstadt, 12. März. Ein Antrag des Ab- geordnkten Dcrnburg, die gesetzliche Aufhebung der Todesstrafe belr., lautet:Da die Todesstrafe lhat- sächlich im Großherzogthum nicht mehr zum Vollzug kommt, es aber in dem Interesse der Gerechtigkeits- Pflege liegt, den Inhalt der Strafgesetze mit deren j Anwendung in Übereinstimmung zu erhalten, die I Todesstrafe, auch abgesehen von allen wissenschaft­lichen Gründen für und gegen deren Zulässigkeit, in der allgemeinen Rechtsanschauung als eine Strafart gilt, deren Gerechtigkeit und Zweckmäßigkeit minde- stcns zweifelhaft ist, eine Verminderung der Rechts­sicherheit durch Abschaffung der Todesstrafe aber nicht zu befürchten steht, beantrage ich: hohe Kammer wolle die Großhcrzogl. Regierung um Vorlage eines Gesetzentwurfes ersuchen, inhaltlich dessen die Todes­strafe für bürgerliche Vergehen aufgehoben wird."

Darmstadt, 15. März. Die zweite Kammer fuhr in ihrer heutigen Sitzung mit Berathung des Militärbudget fort. Im Eingänge der Sitzung er­klärte der Director des Kriegsministeriums, Oberst Dornseiff, daß die Großberzogl. Regierung gegen eine Detailberathung des von den Abgeordneten Fink und Dumont ausgcarbeiteten Budgets Verwahrung einlegen müsse. Es beruhe dasselbe, wie bereits ge­zeigt, und wie noch an weiteren Beispielen gezeigt werden solle, auf total irrthümlichen Voraussetzun­gen, und habe die Großherzogliche Regierung das Recht, zunächst die Berathung und Abstimmung über die Regierungsvoilage, den von dem Kriegs- ministerium vorgelegten Etat, zu verlangen, und dann erst sei eine AbfNmmung über die anderen Anträge zuläfsig. Znten'tanturrath Riepoth erklärt gegenüber einer Acußerung des Abgeordneten Du­mont, daß das Kriegsministerium den Budcetent- wurf der Abg. Fink und Dumont nicht Monate lang, sondern blos 810 Tage in Händen gehabt und stückweise erhalten habe. Es habe sich außerdem nicht verpflichtet gefühlt, einen von zwei Abgeordne­ten ausgearbeiteten Budgetentwurf einer Prüfung zu unterwerfen. Das Kriegministerium könne auf Grund­lage dieses, eine Menge irrihümlicher Ansätze ent­haltenden Etats der Regierungs-Commissär führt Beispiele an unter keiner Bedingung wirth- schaften.

Berlin, 16. März. Das Präsidium des Zoll­vereins legte dem Zollvereins - Bundesrathe einen neuen Gesetzentwurf vor, wodurch eine Vereinfachung der Zollcontrole herbeigeführt und die Zvllabjerti- gung erleichtert werden soll.- Bismarck muß wohl einen guten guten Grund haben, fcstzustellen, daß er das böse Wort: Macht gebt vor Recht! nicht gesprochen Hal; es ist sonst nicht seine Sache, sich die Hände in Unschuld zu waschen. Dem Grafen Schwerin sagte er im Reichstage ins Gesicht, nicht er, Bismarck, sondern er, Graf Schwerin, habe das Wort im Abgeordnetenhaus gebraucht. Schwerin antwortete, daß Bismarck das Wort, Macht geht vor Recht, gebraucht, habe er niemals behauptet, sondern nur, daß der Sinn seiner Rede in dieseck Spruche sied gegipfelt habe. Bismarck schloß diese Auf­hellung eines schwarzen Punktes mit den Worten: Ich würde mich freuen, wenn durch diese Erklärung die Mißverständnisse, welche in Folge jenes Wortes über mich ich darf sagen in ganz Europa geherrscht haben, wenn nicht gehoben, so doch gemildert wer­den. Gehoben werden sie nur bei Denjenigen wer- den, die sich belehren lassen wollen und das sind nicht Diele.

Berlin, 16. März. Zm Reichstag wurde der Antrag Laskcr's auf Redefreiheit der Mitglieder der Einzel-Landtage trotz BiSmarck'S Wideripruch mit 140 gegen 51 Stimmen angenommen.

Breslau, 16. März. Anläßlich des schlesi­schen GesangbuchstrnteS constituirte sich gestern Abend in einer von etwa 700 den verschiedensten Ständen angehörigen Personen besuchten Versammlung ein schlesischer Protestantenverein. Rach äußerst erregter Debatte verließen die meisten der zahlreich erschiene­nen Geistlichen Breslau'S den Saal. Die Versamm­lung nahm den Statuten - Entwurf en bloc ein­stimmig an.

Naumburg a. d. S., 13. März. Der Sün­dengenosse der Herren Preuß und v. Zastrow, der Lehrer Zeidler, hat von dem Wohlwollen, das dem Gerechtfertigten mit dem zarten christlichen Gewis­sen" die Reise in ein besseres transatlantisches Jen­seits ermöglichte, wenig zu spüren gehabt. Das Schwurgericht hat gestern kiese Perle des frommen Lehrerthums zu 2 Jahre 6 Monaten Zuchthaus ver- urtheilt. Die Staatsanwaltschaft hatte freilich in ihrem Anträge die Strafe auf 5 Jahre bemessen wollen.

Wien, 13. März. DieBohemia" erhält ein

Schreiben über den hier eingegangenen Detailbericht über die furchtbare Katastrophe auf der Fregatte Radetzky", der bekanntlich zunächst mit einem Vor­trage des Vice-Avmirals v. Tegetthoff an den Kai­ser gelangen soll, mit ter Bitte, zu genehmigen, daß der Bericht ter Oeffentlichkeit übergeben werde. Der Mittheilung zufolge wird vorerst der traurigste Theil des Berichtes, die Verlustliste, publicirt werden. So umfassend der Bericht auch ist, über die Motive des tragischen Ereignisses vermag er nichts Neues zu sa­gen; sie bleiben so unaufgeklärt wie bisher und selbst die geläufigsten Hypothesen nur auf schwankende Aus­sagen gestützt. Von den Details verdient namentlich folgender Zug wahrhaft hochherziger Aufopferung hervorgehoben zu werden: Zwei Matrosen, die, ins Meer geschleudert, und dabei erheblich verwundet, Kraft und Besinnung genug behielten, um schwim­mend gegen die Wogen anzukämpfen, hatten das Glück, ein Boot, das umgestürzt in ihrer Nähe trieb, zu erhaschen und sich an den beiden Enden desselben anklammern zu können. Da gewahrten sie in geringer Entfernung einen Kameraden, der, des Schwimmens unkundig, ein Opfer der Wellen zu werden drohte und um Hülfe schrie. Sofort ließen die Beiden das Boot los, schwammen auf den Ka­meraden zu, erfaßten ihn, schuppten ihn so lange, bis sie das von Den Wellen umhergetriebene Boot wieder erhaschten, und hißten den halb Bewußtlosen auf die nach oben gekehrte Bodenflää'e des Bootes, an dos sie sich wieder anklammerten. Da jedoch die See hoch ging und die Wellen häufig über das Boot hinwegschlugen, vermochte dieses dem Gerette­ten keinen dauernden Schutz zu gewähren. Zu schwach, um sich aufzurichten, wurde er von Den Sturzwellen erstickt unD weggespült. Obwohl Die beiden Matrosen erkannten, daß ihr Gefährte dem Tode erlegen sei, bemühten sie sich gleichwohl noch­mals, mit Hintanfttzung aller Rücksicht für die eigene Rettung, denselben den Wellen zu entreißen, fischten ein Stück Tau auf und banken den Leichnam auf die Bodenfläche des Bootes. So trieben sie vier Stunden herum, bis sie, selbst dem Tode nahe, von dem Rettungsschiffe ausgenommen wurden, mit ihnen ter Leichnam des Kameraden.

Wien, 15. März. Die heutige Abendnummer DerPresse" meldet, daß Victor Emanuel den Mar­quis Pepoli beauftragt habe, dem Kaiser Franz Jo­seph für Die freunDscbaftlichen unD verwandtschaftlichen Gefühle, welche dieser dem Könige zu seinem Namens- feste hatte ausdrücken lassen, zu danken.

Madrid, 15. März. Der in Den Cortes ge- stellte Antrag auf Einführung Der officiellen Civilehe wurde auf Wunsch des Ministeriums zurückgezogen.

Vermischtes.

Offenbach, 10. März. Der Schreinergeselle «ui Rum- penheim, welcher im Verdacht stand, am Weihnachtsabende den hiesigen Pvrtefeuillearbeiter BooS meuchlings ermordet zu haben, bat sich vorgestern vor dem hiesigen Landgerichte als der Thal geständig erklärt.

Aus dem Vogelsberg. Ein jüdischer Einwohner von Kirchbracht, dem am 9. 6. M. auf dem Markte zu Gedern 90 st. aus der Tasche gestohlen wurden vielleicht von Jn- dustrierittern erhängte sich in dem Tannenwäldchen neben der Straße von Gedern nach Merkesritz.

Preussen. lieber das Wunderkind zu Schliewen bei Dirschau find an den Arzt, welcher daffelbe zur ersten Beobach­tung erhielt, SanitätSrath Dr. Preuß ;n Dirschau, aus allen Ecken rind Enden her Anfragen gekommen. Auch aus der Nähe von Brieg wurde eine derartige Anfrage an ihn gerichtet, und es entstand daraus ein Briefwechsel, ans welchen, die . Schief. Ztg." folgende Mittheilung macht: Dr. Preuß sagt in seinem Schreiben von, 14. Februar:Das Kind lebt noch heute und die lebende Frucht entwickelt fich auf seinem Rücken und bewegt fich mit aller Kraft. Ich habe eine Menge Briefe, welche alle zweifelvvll waren, aus allen Theilen Deutschland« erhalten. Am meisten Zweifel erregte der Fall in der ärzt- liehen Welt, da kein zweites ähnliches Beispiel bekannt gewor­den ist..... Unsere medieinischen Doctrinen werden durch den

Fall sehr erschüttert, lieber die Ursachen einer so ganz außer­ordentlichen Schwangerschaft läßt sich gar nicht« sagen. Die Angaben der Mutter haben, wie die der Frauen, welche sich versehen" haben wollen, überhaupt einen sehr zweifelhaften Werth, doch können sie von Denen, dir sich mit der dunklen Lehre beschäkiigen wollen, immerhin registrirt werden. Die junge Hirtenfrau, dir ich von Kindheit an al« ein sittliche«, frommes und gottesfürchtiges Mädchen, aber als keine Schwär­merin gekannt habe, gibt an, daß, al« sie in einer schonen Sommernacht auf einer Waldhöhe bei Schliewen die Schaase hütete, sie plötzlich von einem Glanze geblendet wurde, und in diesem Augenblicke habe sie gefühlt, daß in ihrem Körper et­wa« vorgehe. Alö sie sich erholt, sei eine Schlange auf sie zugekommen und habe sich vor ihr aufgerichtet. Es ist mit wenig erwünscht, daß die Frau au« dem Dunkel ihre« Dörf­chens in die Oeffentlichkeit gezogen wird, e« läßt sich aber jetzt nicht mehr ändern. Die Leute wallfahrten zu ihr und vereh­ren sie wie eine Heilige."--In einem zweiten Briefe vom

20. Februar schreibt Dr. Preuß:Hochgeehrte Frau '. Gegen den Abdruck meines Briefes in Ihrer Zeitung habe ich nichts zu erinnern, selbst gegen die Mittheilung der Stelle nicht, in welcher ich die Erzählung der jungen Frau über den Ursprung der zweiten Schwangerschaft anführe. Ich führe hier sogar noch, um historisch treu zu fein, die Angabe derselben, die sie

mir später gemacht hat, hinzu, sie habe in jener schönen Sommernacht beim Schimmer der Morgenröthe Blaubeeren gepflückt (so heißen hier die Heidelbeeren, Vaccinium Myr- tillus, die im Juli reif sind)..... Am Mittwoch den 17.

war ich mit Mutter und Kind nach Danzig gefahren. Die Frau sträubte fich dagegen. Obgleich sie von ihren Bergen die Eisenbahn sieht, war sie niemals darauf gefahren, kannte auch Danzig nicht. In Danzig wurde das Kind noch von der allgemeinen Versammlung der Naturforscher und Aerzte, von den wissenschaftlichen Autoritäten, u. A. auch von Prof. C. Vogt, genau untersucht. Alle Anwesenden stimmten darin überein, daß em ähnlicher Fall niemals beobachtet fei. Die Frau hat schon erhebliche Anerbietungen von Unternehmern gehabt, die mit ihr und dem Kinde in große Städte reifen und das letztere für Geld zeigen wollten. Sie hat dieses An­erbieten mit Unwillen zurückgewiesen. Sie will ihr Kind, sagt sie, in keine Gefahr bringen, sie will nur ihm leben und fühlt sich in ihrer Armuih glücklich. Dagegen, daß Gelehrte und Nichtgelehrke nach ihrer Strohhütte wandern und sie rott be­schenken, kann sie sich nicht wehren. Mir sind auch schon Vor­schläge gemacht, daß der Staat den besonderen Fall in seine Obhut nimmt, aber auch davon will die Frau nichts reiften."

Köln, 12. März. In einer gestern stattgefundenen Sitzung der Stadtv.rordiieten, in welcher über den event. Neubau des Theater« beralhen wurde, ist nach langer Debatte der Antrag, das neue Theater auf Kosten der Stadt zu erbauen, mit 16 gegen 10 Stimmen abgelehnt worden; ebenso wurde die Frage, ob die Stadt die Baustelle dazu hergeben solle, mit 17 gegen 10 Stimmen verneint.

Marienburg, 9. März. Gestern Nachmittag fand in unserem Gymnasialgebäude folgendes bcklagenswerthes Ereigniß statt. Ein Schuler der Secunda, der bereits früher aus Ma­rienwerder verwiesen war, erhielt vor der Klasse die Mitthej/ lung, daß er wegen tadelhaften Lebenswandels auch von der hiesigen Anstalt verwiesen fei. Hierauf erhob er sich, machte dem Director eine Verbeugung, trat durch die Thür auf den Korridor und erschoß sich mit einem Terzerol, daS er zu die­sem Zwecke mit in die Klasse genommen bähe, vor der Klas- senthür. Der Schuß war tödtlick, der Tod erfolgte sofort.

Frankfurt, 11. Marz. Die Reichslaterne, welche in dem Jahre 1848 errichtet wurde, um die in der Nähe der Stadt liegenden Truppen bei einem etwaigen Revolutious- verfuch in die Stadt zu rufen, was jedoch niemals nöthig wurde, dient seit heute einem besseren Zwecke, indem die neueSturmglocke" in ihr aufgehängt wurde. Dieselbe hat einen scharf durchdringenden Ton und ist weithin vernehm­bar. Vorerst besitzt die Stadt diese Glocke, welche ein Ge­wicht von circa 9 (Sentnetn hat, nur miethweise.

Aus Gotha, 8. März, schreibt Dr. Pctermann:Die zweite deutsche Nordpol-Erpeditioir, für deren Zu­standekommen Vorbereitungen seit vorigen Herbst im Gange gewesen sind, ist bestimmt, von Bremerhaven au« in der ersten Woche des Juni, reo möglich am 1. Juni, in See zu gehen. Sie wird aus zwei Schiffen bestehen, einem Schraubendampfer von 120 Tonnen und 30 Pferdekraft, und dem Schiss der er­sten Erpedition, einer Segel - Dacht von 80 Tonnen. Diese wird den NamenGrönland", das neue Schiff den Name» Germania" führen. Zweck und Ziel dieser zweiten Erpebilwn sind dieselben, wie beim vorjährigen Versuch, nämlich: Erfor­schung und Entdeckung der arktischen Centralregion von 750 nördl. Breite an. auf der Basi« der ost-grönländischen Küste. Aber sie wird dießmal nicht eine bloße nautische Sommer­fahrt sein und auf die Monate Juni bis September beschränkt werden, sondern sie wird eine verhältnißmäßig reiche wissen­schaftliche Ausrüstung erhalten, in möglichst hoher Breite eine llebetreinterung effectuiren, und voraussichtlich erst im October 1870 heimkebren. DieGrönland" jedoch, die als Begleit- und Transportschiff fungiren, sowie zur Communication zwi­schen der Erpedition und Europa dienen wird, soll schon zum kommenden Winter zurückkehren und alle bis dahin (October?) erlangten Resultate und veranstalteten Sammlungen heimbrin- gen. DaS Hauptschiff, als völlig unabhängig in sichj soll zu geeigneter Zeit im Herbst 1870 Nachfolgen. Die ganze Erpe- dition wird unter dem Befehl des Capitän K. Koldeway ste­hen, der sich im vorigen Jahre so trefflich bewährt hat, al« al« Manu der Wissenschaft und al« ein ausgezeichneter Cha­rakter voll Muth. Ausdauer und Hingabe für die Sache. Außer ihm werden ein Obersteuermann, Untersteuermann, Ma­schinist, Heizer, Zimmermann, Koch, Steward und fünf Ma­trosen die Schiffsmannschaft bilden. Die wissenschaftliche Seite ist zunächst vertreten durch zwei Astronomen und Physiker, die Herren Bürgen und Cvpeland von der königlichen Sternwarte in Göttingen, den ausgezeichneten HvchgebirgS-Forscher und Gletschersahrer, Cberlieutenant Julius Payer aus Wien, von der k. k. österreichischen Armee (für Geologie, Detailaufnahmen und Gletscherforschungen) und einen Arzt (hauptsächlich Chi­rurg), der die Zoologie vertritt, noch nicht definitiv auSge- wähll. Da« ganze Personal auf dem Hauptschiff wird dem­nach au« 17 Mann bestehen. Die Bemannung und wissen­schaftliche Begleitung derGrönland" ist noch nicht genau festgestellt."

Frankreich. SportSmen werden nicht ohne Vergnügen von einer Rattenhetze hören, welche in vergangener Woche zu Lille stattfand. Ein Pariser hatte 200, in den Abzugskanälen der Hauptstadt gefangene Ratten lebendig dorthin befördert. Alle Besitzer von Dachshunden in der Geg. nd waren bereit« vorher in Kenntniß davon gefetzt und versammelten sich mit ihren Thieren in einem Gasthause. ES handelte sich darum, zu erfahren, in wie viel Zeit ein Hund 90 Ratten tödten könne. Man wettete auf eine halbe Stunde, 25 ober 20 Mi­nuten. Ein Hundebesitzer verlangte für seinen Dachshund nur eine Viertelstunde und fand natürlich viele, welche die Wette hielten, von der sie überzeugt waren, daß et sie verlie­ren müsse. Ein zu dem besonderen Zwecke eingerichteter Park nahm die Ratten auf, bann ließ man ben Hund hinein. Sogleich begann bet Kampf; so oft er zuschnappte, war eine Ratte kampfunfähig gemacht. Nur zuweilen, wenn ihn 8 oder 10 der Thiere auf einmal von allen Seiten angriffen, zauderte er einen Augenblick zweifelhaft, welcher er zuerst das Genick brechen sollte. Nach 8 Minuten war keiner der Feinde mehr unverwundet. Nun machte fich der Sieger daran, die Inva­liden vollends tobt zu beißen, nnb 10 Minuten nach Beginn de« Kampfes bedeckten nur noch die Leichen der Natten den Platz. Für ben Hund würben fabelhafte Preise geboten, ohne daß der Besitzer ihn abgegeben hätte.

Nedaetion, Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.