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wurde, war früher schon mehrmals alsStudent von Stein aus Gießen" dort anwesend. Jetzt nennt er sichv. Löwenfels" und will von Toulouse gebürtig sein, spricht aber ein sehr guies Deutsch.

Aus rem kurfürstlichen Museum der Alterthümer und Selten­heiten in Cassel ist eine ganze Abtheilung goldener Medaillen, im Werthe von circa £0,000 Thlrn. gestohlen worden. Da kein Ein­bruch statt hatte, so nahm man einstweilen den Diener in Haft.

In Mainz fand am Abend des 22. d. Mts. eine Pulver- Erplosion statt. Ein in der Adlergaffe wohnender preuß. Artillerie- Unteroffizier beschäftigte sich nebenbei mir Anfertigen von Lust- Feuerwerken. Das Dienstmädchen kani den Vorräthen mit dem Lichte zu nahe und wurde nach der Erplosion als gerösteter Leich­nam aus dem Schutte hervorgezogen.

Die Knaben-Erziehungsanstalt des bekannten früheren Lehrers Rüdiger in Hanau ist polizeilich geschlossen und der Genannte selbst verhaftet worven.

Am 21. d. Mts. siarb nt Frankfurt a. d. Ö. der General der Infanterie und Staalsminister a. D. von Thile, im Alter von 70 Jahren.

In einer Aepfelweinwirthschafk in Frankfurt versuchte ver­gangenen Sonntag ein junger Weinreisender, der dort am Abend vorher sich einlogirt batte, einen Diebstahl mittelst Erbrechen einiger Kisten und Kommoden, woran er jedoch verhindert wurde. Er verschaffte sich trotzdem Gelegenheit zu entkommen.

Den oben gemeldeten Medaillen-Dicbstahl in Cassel hat nicht der Diener, sondern der Herr Museums-Jnspector begangen. Als die Sache ruchbar wurde, erinnerte man sich, daß er hier Schmel'- tiegel gekauft, dort zusammengeschlagene unv geschmolzene Münzen verkauft hatte und die Gerechligk.it ereilte ibn.

Großes Aufsehen machte in Heidelberg die Verhaftung eines dortigen Geschäftsmannes, welcher in Betreff einer an ihn gemachten Forderung von etwa 16 bis 1700 fl. des Meineids angeklagt ist. Der Angeklagte gehört einer ehrbaren alten Bürgerfamilie der Stadt an, ist unverheirathet und sehr reich.

In Nürnberg hat sich ein Uhrmacher durch Kohlendampf getödtet.

Sämmtliche in dem Communistenprozesse zu Cöln Verur- theilten haben am 16. d. Al. Cassation eingelegt.

In Rastatt wird jetzt der Festungsbau wieder eifriger als seither betrieben. Französische Officiere, die so häufig in Rastatt weilen, gestehen (so erzählt das M. I.) mit offenherziger Naivität ./Wir sind heute recht gute Freunde, aber morgen heißt es piff paff puff!"

Vom Rhein, 22. Nov., meldet diePf. Ztg." : Wie vor einigen Tagen im Badischen ein aus England zurückgekehrtes In­dividuum über dem Versuch ertappt wurde, Aufrufe des Nevolu- tionscomite's zu verbreiten, so hat am 19. d. M. auch der Polizei­diener Schädler von Oggersheim einen Franzosen, Namens Faure verhaftet, welcher von Newyork kam und gleichfalls einen Pack ver­botener Schriften mit sich führte. Derselbe wurde zur weitern Un­tersuchung des ihm zur Last gelegten Vergehens der königlichen Staatsbehörde in Frankenthal übergeben.

Am 23. November wurde von dem Cölner Asfisenhof in Betreff der Anklage wegen Hochverraths gegen Dr. Karl D'E st e r zur Zeit in der Schweiz lebend, erkannt. Derselbe wurde in con­tumaciam zum Tod und zur Zahlung der Kosten verurtheilt und verordnete der Hof die Veröffentlichung eines Auszuges dieses Ur- theils im Amtsblatt, sowie dessen Anheftung am Schandpfahl , Das Patrimonial-Gericht zu Reichenbach (Sachsen) veröffent­licht unterm 19. November einen Steckbrief gegen den dortigen Bürgermeister Wilhelm Klengel, der entflohen ist und, so viel bis jetzt zu ermitteln gewesen, mindestens 5400 Thaler öffentliche, an­vertraute Gelder mitgenommen hat.

Druck unv Verlag oer G. £. Lrü

Daß die Pariser Post in den letzten Tagen so unregelmäßig in Frankfurt eintraf, daran ist eine Dammsenkung zwischen Forbach und St. Avold schuld, in deren Folge die Fahrten auf der Paris- Ludwigshafener Bahn Störungen erlitten haben.

Aus Gratz, vom 18. Nov. schreibt man: Laut telegraphischer Mitcheilung wurde an der Eisenbahnstation Sagor am 16. d. Mts., Abends 6 Uhr und am 17., d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, ein Erdbeben verspürt, weiches so bedeuteud war, daß einige Häuser Riffe bekamen.

Wie wir vernehmen, wird auf der Berlin-Hamburger Eisen­bahn ihrer ganzen Länge nach vom 1. Mai 1853 an ein täglich von den beiden Endpunkten der Bahn, in Berlin und Hamburg erpedirter Nachtzug eingerichtet und dadurch einem von der Geschäfts­welt lange gefühlten Bedürfnisse abgebolfcn werden.

Bei Toledo kam jüngst der Unfall vor, daß bei einem Ma­növer zwischen 300 Kadetten und einem Bataillon Infanterie letz­teres so in die Hitze kam, daß Steine geladen, sowie auch Lade­stöcke mitabgeschvffen wurden, in Folge dessen sechs Cadetken todt blieben.

Bei Deggendorf (Bayern) hat eine wüthend gewordene Katze 8 Personen gebissen.

Wie diePresse" meldet, wird nächstens ein sehr kostbarer, als Geschenk für die kürzlich zur katholischen Kirche übergetretene Prinzessin von Wasa bestimmter Hausaltar aus Paris in Wien eintreffen.

In Paris wird ein Gensd'armeriecorps von 50 bis 60,000 Mann unter dem Commando des Generals Magnan errichtet wer­den, das eine Art kaiserlicher Garde bilden und in Paris garniso- niren soll. (Womit also die Reducirung der 30,000 Mann mehr als ersetzt ist.)

In Konstantinopel ist vollkommener Winter eingetreten, der dort so früh eine Seltenheit ist.

Das frische Haff ist theilweise schon mit einer Eisdecke be­legt, so daß am 15. Nov. die Fahrten der Dampfschiffe von Königs­berg nach Pillau vorläufig eingestellt werden mußten.

Die Hamburger Behöide ist in eine eigenthümliche Collision mit Englanv geraihen. L tzleres Land lieferte doch bekanntlich die entflohenen Polizeiofficianten aus, in der Meinung, daß sie öffent­liche Gelder veruntreut hätten. Nun aber erfuhr der dieselben nach Hamburg begleitende englilche Constabler, daß sie blos private Schwindeleien begangen, wegen welcher allein die freie Insel Ver­brecher nicht zurücksendet. Derselbe verlangt daher ihre Zurücklie­ferung an England und wandte sich sogar an seinen Gesandten.

Auf der preußischen Ostbahn dauern die Unfälle fort. Der am 18. November in Danzig angekommene Schnellzug führte sein fliegendes Postbureau statt in dem gewöhnlichen Postamts-Waggon in einem Packwagen mit sich. Unterwegs war nämlich an dem Postwagen eine Achse in Brand gerathen, weßhalb das Bureau auswandern mußte.

Aus Amerika wieder nach Hause zurückgekehrle Solothurner entwerfen ihren auswanverungslustigen Landsleuten ein so grauliches Bild von den Zuständen jenseits des Meeres, daß Viele wieder auspacken und in ihren Bergen bleiben.

Ml i s c e l l e.

(Ein Charlatan.) Ein französischer Arzt kündigt in Pariser Blättern eine neuerfundene Methode an, die menschlichen Leidenschaften zu heilen. Der Mann behauptet, Arzneien gegen die Trunksucht, die Spielwuth, den Jähzorn, Hang zum Stehlen, kurz gegen jede Leidenschaft bereiten zu können.______________________

hl'schen Buck- unv Lteuivruckrrel.