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pfing. — So fand er denn nichts geändert, nichts umgewandelt und mit befriedigten entzückten Augen betrachtete er das schöne Fräulein von Corbin, die wirklich weit wohler anssah als er sie verlassen hatte.
Nachdem die ersten Mittheilungen beendet waren, stand er nicht an, sich in jenem Sinne zu äußern. „Man pflegt zu sagen," rief er aus, „daß die Hauptstadt rothe Wangen blaß mache und die Luft in diesen großen Gefängnissen nicht geeignet sei, einer angegriffenen Gesundheit Erholung zu gewähren; allein, ich muß bekennen, daß ich von diesem Vorurtheile geheilt bin."
„Nicht wahr, Johanna sieht gut au8" erwicderte die Präsiventin. „Sie müssen wissen, Herr Dahlberg, daß ich mit innerer Angst hierher gekommen bin, doch dem Himmel sei Dank, ich habe mich getäuscht. — Wir haben Johanna bisher von jedem Zugwinde gehütet, mieden jede Gesellschaft, brachen allen Umgang ab, so viel cs sich thun ließ; hier geht es von einer Zerstreuung in die andere; Theater, Concerte, Bälle wechseln täglich und wir schlagen nichts aus, denn es bekommt Johanna vortrefflich."
„Ich bevarf der Zerstreuung," sagte das Fräulein, indem sie Aurel bedeutungsvoll anblickte, „und glaube überhaupt, daß es besser für mich ist Gesellschaft zu suchen, als sie zu siiehen, da ich gesehen habe, welche Folgen dies für mich hatte."
„Ich muß Johanna beistimmen," fügte ihre Mutter mit besorgtem Lächeln hinzu, „denn Einsamkeit bringt immer einen Schatten ihres alten Trübsinnes wieder zum Vorscheine. .— Nun Sie bei uns sind, lieber Dahlberg, müssen Sie auch dazu beitragen die kleinen schwarzen Wolken verbannen zu helfen und uns so oft besuchen, wie es immer Ihre Zeit gestattet."
„Ich fürchte nur," erwiederte Aurel sich verbeugend, „daß der weite Kreis des Gesellschaftslebens, der Sie umgiebt, schon so viele Glieder zählt, daß ein neues entweder überflüssig wird oder doch darin verschwindet."
Ehe die Präsidentin ihm die vollständige Versicherung geben konnte, daß der Jugendfreund ihrer Kinder ihr immer willkommen sein werde, trat Eduard herein, begleitet von einem jungen schönen Offizier, der mit aller Gewandheit und Freiheit seines Standes die Damen begrüßte, während der Regierungsrath Aurel umarmte und seine Freude ausdrückte ihn hier zu sehen.
„Siehst Du wohl," sagte er, „ich habe es Dir vorher gesagt, Du würdest in dem Neste nicht aushalten und zu uns fliehen, um aus kleinlichen Verhältnissen Dich zu retten. — Du kommst zur rechten Zeit, um die Saison mitzumachen und bist in guten Händen, wenn Du unseren Damen Folge leistest, Die sich Deiner schon erbarmen werden. — Vorläufig stelle ich Dir hier meinen Freund, den Baron von Plettenberg vor. Er ist der erste Tänzer bei Hofe, der beste Weiter, der kühnste Jäger, der muthigste Husar in der Armee, und
besitzt alle Eigenschaften eines solchen, wozu natürlich auch die gehört, daß kein Mädchenherz ihm widersteht.— Hier, lieber Plettenberg, ist mein Jugendfreund, der Gutsbesitzer Aurel Dahlberg, der mit vielen andern Tugenden auch die für sich hat, der Erbe einer halben Million zu sein, die sein würdiger Onkel ihm so eben hinterließ. Auch Du , solltest Dich seiner ein wenig annehmen und ihn in's Leben einführen, denn seine Jugend ist bis jetzt zwischen Saatfeldern und den Föhren des Nordens hingegangen; es ist also Zeit, raß er erkennen lerne, was es Erhabenes auf Erden giebt."
(Fortsetzuug folgt.)
Das Volk ist stark!
Noch ist der Väter Kraft und Mut Dem Volke nicht entschwunden;
Es schlägt im Feld sich wahrlich gut, Der Däne kann's bekunden;
Der wird sich's schreiben hinters Ohr
Und hüten ferner sich davor
Mit Deutschen sich zu schlagen Und in den Kampf zu wagen!
Das Volk ist stark und aufgewacht Auch gegen innre Feinde;
Es bildet eine Riesenmacht
In seiner Volksgemeinde!
Doch wisset, daß es nie aufsteht,
Zu schützen eine Majestät, Die nicht vom Volk erhöhet Auf Herrscherthronen stehet.
Das Volk ist stark, doch ist's zu gut;
Das erste sollt ihr merken!
Laßt nicht durch Volkes Edelmut Den Starrsinn in euch stärken.
Blieb vor dem Thron das Volk noch stehn,
So solltet ihr ihm danken schön, Statt daß ihr ungeniret Noch Feuer commandiret!
Das Volk ist stark und ist auch klug, Vergeßt es nicht, Despoten;
Es merket jeglichen Betrug
Trotz euren pfiff'gen Noten!
Jedwedes kommt in's große Buch;
Und ist das Buch einst voll genug, Dann weh den Schuldnern allen, Die der Justiz verfallen!
F. Hüne.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.


