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ihr auf gespanntem Fuße gestanden. Im zweiten Satze liegt eine Verwechslung, (absichtlich?) denn ich habe nur gesagt, daß Hr. M. sich geäußert habe: Er habe sich das Vertrauen seiner Wähler.......c.

Dies stehe ich zu beweisen bereit!

Den Schimpfnamen eines Schwätzers will ich nicht zurückgeben, meine Bekannte halten ihn in der Thal für eine unschädliche Wenigkeit. Will aber Hr. M. durch die ihn umgebenden Fiosceln die geehrten Leser glaubend machen, ich habe mich um das, bei redlicher Verwaltung von mir aufrichtig ver­ehrte Amt eines Bezirksraths beworben, so muß ich bemerken, daß ich darlhun kann, wie ich meinen Freun­den aufrichtig gestanden habe, daß eine dermalen auf mich fallende Wahl aus gewissen Gründen verfehlt sein würde. Wissentlich erhielt ich nicht eine Stimme!

Hinsichtlich des plumpen Schlusses jenes Art. aber ersuche ich Hrn. M. den K u n d i g e n der S p a tz e n- sprache! hiermit, die uns unverständlichen Laute in gutes Deutsch zu übersetzen und öffentlich mit- zutheilen. Er möge auch die Spatzen der umliegenden Höfe bis zur Leppcrmühle mitreden lassen; aber nicht vergessen, daß ich mich an ihn als den Ueber- setzer halten werde.

Wohl, wie Alle, nicht frei von Schwächen, achte ich aber meine Ehre fleckenrein; und darum erkenne ich diese Menkel'sche Phrase für eine hämische Ver­dächtigung, solange bis er ehrenrührige Tathsachen von mir mittheilt und begründet. Denselben wünsche ich aber noch ein anderes Gewand als selbst meh­rere Aeußerungen des Hrn. M in der 4. Sitzung des Bezirksraths, welche absichtlich oder irrthüm- lich gänzlich entstellt sind; damit solche nicht mit Kriegserklärungen gegen die Wahrheit verwechselt wer­den könnten.

Nicderohmen im Januar 1849. C. G. O.

Drei Freunde.

Novelle von Theodor Mügge.

(Fortsetzung.)

Es ist Zeit!" rief Aurel,er mahnt mich daran, und nicht vergebens soll mir ein Spiel meiner Ein­bildung sagen, daß ich hier bin, um ohne Furcht den Lebendigen entgegenzutreten. Er warf den Biantel um und ging. Die Nacht war kalt; blendender frischge­fallener Schnee knirschte unter seinen Füßen. Die Sterne funkelten vom Himmel, der dunkel und hoch seinen

unerreichbaren Bogen ausspannte. Mit raschen Schritten ging Aurel die Straße hinab, verfolgt von den neugierigen Blicken des Thürhülers, der darüber nachsann, wohin der fremde Herr wohl mitten in der Nacht wollte? Manche Fenster glänzten vom Lickt- scheine, frohe Stimmen ließen sich hören, das Neujahr wurde in vielen Familienkreisen gefeiert; aber erstaunt hielt der Gehende plötzlich ein, denn vor ihm lag das Haus des Präsidenten mit dunklen Fensterreihen, tobt und öde, die Vorhänge dick't herabgezogen, der matte Gang der Sterne darüber hinzuckend und die finstern Schleier lüftend. Nur in dem einen Eckzimmer, wo vor drei Jahren um diese Stunde der Bund ewiger Freundschaft geschlossen wurde, schimmerte Licht hinter den Scheiben, roch war sein Glanz so matt, daß Aurel, der es unverwandt betrachtete, wenig Beruhigung gegen die trüben Vorstellungen sand, welche ihn ängstigten.

Was kann geschehen sein, um diese auffallende Ver­änderung zu erklären?" sagte er, indem er der Thüre zuschritt.Vielleicht ist es nichts. Sie sind auf einem Feste aus und haben das Haus allein gelassen. Viel­leicht giebt Richard heute eine glänzende Gesellschaft und hier," fügte er hinzu, indem er die Thüre öffnete, nimmt man sich nicht die Mühe, wie es scheint, die leeren Räume zu verschließen." Die Doppellampe in ihrer schwankenden Glaskrone warf ihren Schein über Vorhalle und Treppe, aber Niemand ließ sich blicken.

Das ist doch seltsam!" rief der junge Mann, wel­cher die Stufen hinaufstieg unv den wohlbekannten Weg über den Corridor einschlug, der ihn zu dem Flügel des Gebäudes brachte, von wo das Licht schimmerte. Niemand hielt ihn auf. Er ging durch die ganze Zim­merreihe, tappte in der Dunkelheit nach den Ausgängen und stand endlich vor der letzten Thüre mit klopfendem Herzen still, auf den dumpfen Ton lauschend, der zu ihm herausdrang. Es war als murmelte drinnen eine Stimme bald leisere, bald heftigere Worte, daun hörte er Gläser klingen, endlich ein lautes Lacken, aber vergebens strengte Aurel sich an zu verstehen, was drinnen gesprochen wurde unv an dem Tone der Rede zu erkennen wer die waren, welche hier beisammen saßen. Die schweren und gemessenen Schritte eines Mannes, der langsam auf und ab ging, blieben zu­letzt das einzige was er vernahm. Eine ungeheure Angst ergriff ihn unv drängte sein Blut in den Kopf zusammen. Mit zitternder Hand suchte er den Drücker der Thüre, die sich leise unv geräuschlos in ihren Angeln drehte, als er sie öffnete, und eben dröhnte der erste Schlag der Mitternachtsstunde scharf klingend von dem nahen Thurme, als er bewegungslos aus der Schwelle stand. Sein rascher Blick durchflog das stille Gemach.

(Forts, folgt.)

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Sleindruckerei.