Beilage zu M 96. des Anzeigeblattes.
Vermischte Nachrichten.
An die Wähler -es Wahlbezirks Gießen.
Mitbürger in Itadt und Land!
Die Wahlen zum Landtage stehen nahe bevor. Er ist wichtig, wie vielleicht keiner noch, wegen der Verhältnisse, die für unser weiteres, wie . nser engeres Vaterland geordnet werden müssen. Wir haben schon einmal zu Euch gesprochen: wir wollen die Einheit, Freiheit, Macht und Große Deutschlands, — für unser engeres Vaterland aber alle die Verbesserungen, welche der 6. Marz des vorigen Zahres uns verheißen hat. Aber alle Verbesserungen s”? ?, m gesetzlichem Wege. Wir wiederholen darum unsere Bitte,
daß alle Wahlberechtigten, um die Zersplitterung der Stimmen zu vermeiden, keinem andern ihre Stimmen zuwenden mögen, als den von uns schon einmal Empfohlenen.
Für die zweite Kammer:
Dr. Wilhelm Gottlieb Solban,
Gymnasiallehrer zu Gießen. *
Für die erste Kammer:
Dr. Friedrich Kraft,
Hofgerichtsrath zu Gießen.
Wir haben das Vertrauen, daß beide Männer in obigem Sinne wirken werden. Greßen den 20. November 1849.
Was Wahlcomite -es vaterländischen Vereins.
Ein Wort jur Weherjignng
an die Wähler des Wahlbezirks Gießen.
3st je ein politischer Act im Stande gewesen uns mit tiefer Betrübniß und banger Besoraniü für di- Zukunft unseres Vaterlandes zu erfüllen, so war es der Wahlact zur Beschickung unserer zweiten Kammer Wir mSe" ^ttoägiingen über die Wahlmanöver, die in allen Wahlbezirken des Großherzogthums mehr oder m üder lerdenschastlich ausgeführt wurden, anstellen, aber wir schämen uns fast solcher öffentlicher Er2una-n aufdrucken i ... * . • , , , ,, \ Bürger ein Brandmal
E m nur l" der Zweck dieser Ansprache, die Gesinnung einerseits und Lässigkeit andererseits
Xi? Un§ 6eo6a*tcn "eß' Zu geißeln und mit Hinsicht auf di- bevorstehende nochmalige Wahl
Kte T ®fät)(er" Dabei aber stellen wir uns aus dem Bleich
»uer gjarler.n und leidenschaftlicher Einwirkungen. —
J°r J*eint e8 »ns, ist durch Parteiführer voll idealer Anschauungen in Sphären gerissen in ist s n L Abständig bewegen kann, und darum blindlings seinen Führern folgen muß; dadurch aber sveculirend n 2,'^ gestört worden, von Hoffnungen zu Hoffnungen gelenkt und nun, gleich dem schlecht Meinen, Die nicht durch Manner der Revolution geheilt werden können.


