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verdienet als das edelste Produckt der sich selbst gelassenen menschlichen Kräften alle Achtung; sie kann dey denen Völkern , welche ohne wahre Religion leben, diese in Ansehung des auseren Zustandes und bürgerli- chen Verhaltens, einigermasen ersetzen; aber bey Menschen, denen die Religion verkündiget ist, verlieret die natürliche Tugend welche die Uxelu gion verachtet ihren Werth. Aus Liebe zu dem Schöpfer/ der allen Menschen wohl will / die eben so gut als ich, Minder des wohlehärrgen allmächtigen vacers sind / muß ich anderer wohl wie das Meinige juchen zu befördern/ damit ich Gott als meinem wohlrhäter und liebreichen Vater/ nicht verdrüslrch falle; Das ist der immerwahrende Gedanke, welcher die Quelle der achten -tu? qend ist; ein Gedanke, der so tief in die Sele eingegraben ist, daß er darinnen stehet, wann wir ihn auch nicht allezeit gewahr werden; und wo nicht alle freye Handlungen bestimmet, dock diejenige bildet, deren wir uns in einem merklichen Grad bewust werden. Nun urtheik man, ob wohl ein Mensch dem die Religion bekannt ist, diese Gesinnungen besitzen können ohne auch wahrhaftig Religion zu haben. Wer aus Liebe zu Gott handelt, der wird wahrhaftig die Offenbarung untersuchen , so bald er nur vernimmt, daß solche von seinem Schöpfer und Wohlthater seyn solle; und wann er sie aus Liebe zu Gott untersucht, so wird er auch überzeugt werden, daß sie wahrhaftig seye; er wirb demnach seine natürliche Tugend, wann solche ja vor Der Wirkung der Religionswahrhei- ten vorhanden seyn sollte, mit den Gesinnungen, welche ihm die Offenbarung einflöset, verbinden, kurz, er wird gottesfürchtig seyn. Wann ich einen Menschen erblich- , Der die Offenbarung welche er kennen kann, verwirft, und doch von sich geglaubt haben will, baß er tugendhaft ftyezso aedencke ich mir einen wahren Wiederipruch. Er ist nach seinem Vorgehen weil er Tugend besitzen will) begierig Gott zu gehorchen, weil er ihn liebt , und fliehet feine Befehle, welche die Offenbarung enthalt, weil er nicht gehorchen will. Er sucht, als Tugendhafter, feine Lüste zu unter* hkücken , und ist bös auf Die b Schrift weil ihm diese Die Lüste untersagt ' Seine vorgegebene Tugend wird also nichts anders seyn, als eine Schmeicheley welche er sich selbst zum Opfer bringt. Er hilft manchmal andern, um sich damit ein vergnügtes Andencken zu verschaffen, um. als ein ehrlicher Mann vor Der Welt angesehen zu werden; er unterdrückt manchen Trieb zur. Sünde, um sich unausbleibliche Martern des Gewissens zu ersparen. Hier ist die Selbstliebe unmittelbar die Triebfeder, und m - keines«


