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Wochenblatt. i§z

keinesweges die Liebe gegen Gott. Kommen ansehnliche Vortheile vor, w-.lche er nicht anders als mit gröserem Nachtheil des Nchenmenfchen erhal­ten kann, so wird er kein Bedenken finden, denselben zu drücken und zu vervorcheilen. Dann sein souverainer Grundsatz ist nur allein die Eigen­liebe. Eine Tugend dieser Arc erhält nur etwas von dem Schein'der ächten, und dringet bey weitem nicht so tief in die Pflichten ein , welche Menschen beglücken, als Religion. Dieser allein ist der Ruhm eigen, daß sie unsere Glückseligkeit befördere.

Die Religion stiftet ein Betragen gegen den Nebenmenschen, wel­ches seinem Wohl förderlich ist. Sie erhöhet die Bewegungegründe, welche die natürliche Tugend einflöset. Wir haben ihrer schon gedacht, wie sie nämlich dahingchcn, daß man aus Liebe zu Gott, um ihm, wamt ich populär reden soll, einen Gefallen zu thun, und seines Misvergnügcns zu schonen, anderer Glückseligkeit zu befördern suchet, wie seine eigene.' Dieser Grund, welchen die natürliche Gottesgelahrtheit schon darbieket, wird sehr viel durch die Offenbarung erhöhet. Sie zeigt uns Gott in seiner Liebe so herablassend, daß er auch als Mensch unter Menschen er­schiene; daß er die -Hindernisse ihrer Seligkeit aus der Stadt Gottes wegnahm; daß er alle, auch die grösten Bösewichter und Rebellen gegen ihn auf das stärkste liebe, und sie durch Acnderung zur Seligkeit suche fä­hig zu machen. Sie erhöhet endlich auch jenen Grund, durch das Zeug­nis, welches Gott unmittelbar, durch seine eigene ausdrückliche Erklä­rungen, von seiner allgemeinen Menschenliebe ertheilet In diesen Gesinnun­gen welche die Religion einflöset, und mit denselben die Sele belebet, se­he ich den Menschen, wann er auch das niedrigste Schicksal erfahren muß, an, als einen Gegenstand der Liebe und des Wohlgefallens des groftn Gottes, von dem meine Glückseligkeit in einer unendlichen Reihe von fah­ren abhangt; als einen Gegenstand der göttlichen Sorgfalt für dessen Wohl. Ich muß mich fürchten ihn zu beleidigen, ja auch den WachS- thum seines Wohls auf irgend eine Art zu stören, weil ich befürchten muß, dem Wesen, das die Liebe selbsten ist, zu misfallen. Wann jedes Mit­glied der Gesellschaft von diesen Gesinnungen belebet würde, so würde je­dem das Wohl eines andern heilig seyn, nicht blos um der Personen felb- sten willen, sondern wegen der Verhältnis die jede gegen Gott hat °tn einer solchen Verbindung von Menschen, würde ein Wohlstand an'zutref- fen seyn, der dem paradiesischen Leben nahe käme. Ohne Fehler gegen

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