Ausgabe 
1.1.1771
 
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GiWschcs Wochenblatt. SSiwÄU Erstes Stück.

s Dienstags den rten Jan. ittu

Mit Hochfürstl. Hessen Darmsiädtischel- gnädigsten Erlaubnis.

Von der Pest.

leben gegenwärtig in einem Zeitpunkt, wo des Nahmens die- ser furchtbaren Krankheit fast in jedem Stück der öffentlichen Zeitungen Erwähnung geschiehet. Eines Nahmens der so bald man ihn nur hört, Schrecken nnd Entsetzen verursacht Dann ausirden zahlreichen und fürcht-rlich-n Plagen, die ein ganzes Volk zur Zeit ihre- Tobens unglücklich machen, und außer den traurigen Anvuckm des To­des und der Verwüstung, die zu einer solchen Zeit unaufhörlich vor den Singen schweben, so ist die Krankheit in ihrer Art und Wesen an und für sich die erbärmlichste unter allen. Die peinliche Empfindung von Hitze, Durst und Schmerz, eine unaussprechliche Mattigkeit, die beschwerliche Ueberbleibsel und Denckmahle der Krankheit bey denjenigen, die sie über­stehen, die in schmerzhaften faulen Geschwüren bestehen, der Mangel de- Bcystandes von seinen Freunden und Hausgenossen, die einen alsdann ver­lassen , der Mangel auch der gemeinsten und unentbehrlichsten Bedürfnis­sen und des guten Raches der Aerzte; das alles sind Umstände, welche das Elend des Kranken besonders vergrösern , und zu Vermehrung deS allgemeinen Schreckens nicht wenig beykragen. r

Da- graue Alterthum fghe die Pest so wie viele andere Krankhei­ten als eine Sache an, die von dem göttlichen Gericht zur Strafe der sterblichen bestimmt war; so richtig dieser Gedanke an sich ist, so sonder­bar war hingegen, daß man bloS diese Krankheit mit Opfern und andern

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