Ausgabe 
24.12.1914
 
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bnliflf Nacht!" und alle siele» ei», »ad die Kinder sudelten, und der Inspektorerzog sich mit der Tante i» otiic Ecke.

Hub da»» gab es auch »och ein fröhliches Abendessen mit lauter guten Tangen. Der 'Bruder >var ans das Soja im Speise- zinimcr gebettet toorden, und Tortje kniete vor ihm und streick-elte seine Hand,

Es geht «hm gut. Tortje!" hatte er ».'sagt.Er /schickt dir tausend Glühe, und du sollst sroh und tapfer und gesund sein nicht den Kopf hängen lassen!"

blicht wahr, es ist keine Sünde, >oen» inan sicki Mühe gibt, srob und stark ju sein?" und der Bruder strich ihr mit der gesunden Hand übers Haar

Armes Tortje," sagte er,ick» glaube, manches tapfere Mädel, das »it Hause bleiben must, Habs schlimmer, als wir da brausten!"

Ta loars sie ihren Kops an des -Benders Brust.

vermischte».

* Ein W e i l> n o ch t c n aus derB r es l a u". Bunt an­schauliche Bilder von dem Lebensgang eines Kleinen Kreuzers, nämlich derBreslau", die sich dilrch ihre Taten aus dem Mittet- medr uud jetzt im Schwarze» Meer so groste» Ruhm erworben hat, entwirft Kapitäiileutuant Richard von Stvsch in einem soeben bei E. S. Miltier n. Sohn in Berlin erschienenen BuchIm F>ord und Miltelmeer". lins interessiert gerade jetzt besonders die Schilderung eines Weihnachtssestcs, das dieBreslau" an der surischcn Küste erlebte:So ist die Writuiachtszcit hcrangekon, men. Die Hoffnung der «erheirateten, das Fest iin Familienkreise feiern zu kSnneii, ist geschwunden. Die WeibiiachtSpckkete sind aus­geblieben Man vertröstet sich auf später. Dank der rührige» Tätig­keit des deutschen Konsuls sind Bäume aus den Bergen gebold worden: loeun es auch nicht die Tannen der lieiniatlichen Wälder sind, sind es doch Nadelbänine. Biel Zeit zu WeihnachtSvorberei- tuilgcil ist nicht gewesen, und die Gefechts und Divisioiisbeiichti- gu»g durch den Komi»andante» bat altes in Ate», gehalten. Jetzt ist die schwere Zeit ruhmreich überstnuden uild die Weihnachts- sreude »»getrübt. Heiligabend! Achtern aus der Schanze in buntem Lichterglanz zwei Weihnachtsbäuine, Mil Flagge» und sriichenl Grün ist das Deck geschmückt Die Deutschen der Kolonie babcn sich a>, Bord versammelt. Die Schiiisglocke läutet feierlich zum Gottesdienst.Es ist ein Ros' entsprungen", singt vierstnnmig der Ehor der tlnterossizierc. Der Kommandant verliest das Weib uachtsevangeliui», einen, jede» bekannt von Kindheit a». Aber heule ktiligt es anders als sonst. Hat man nicht vor wenig Tagen noch das Land gesehen, wo die Engel den .Hirten aus dem Felde den Heiland verkündeten? Ist nicht jeder Fu schreit dort drüben, die Häuser, die Wiesen imb die Berge darüber ein heiliges Land? Das Harinonükw leitet in weichen Akkorden z» den, Sckstiitzliedi über.Stille Nacht, heilige Nackil", das Lied, das im Ettcc»- haus gesungen, den Jüngling begleitet I,al durch all die Jabre, das der Man» am eigenen Herd sang. Jetzt singen sie es »vohl daheim iliiter dem brennenden Bann, und gedenken des Sohnes, des Gatten, des Bruders in der Ferne. Nach der kirchlichen Feier wird der Mannschaft beschert. Die Wohnräume und Tische sind mit den ge­ringste» Mitteln kunstvoll geschmilckt. Ans lange» Tafel» liegen die bescheidenen Geschenke. Wenn in der Unrast des Dienstes auch die Weihnachtsstimniuiig nicht kommen ivolltc, der Gottesdienst und die allen Lieder baben sic hervorgezaubert. Nach dem ?lb- schied der Gäste feiert der Kommandant im Kreise der Ossiziere, Als Ersatz sür die ausgebliebene Weiblinchtssendung hat der Messe- vorstand kleine (beschenke eingetaust und beschert sie den Kameraden. Es ist sür den Menschen etwas Eigenes um solch ei» Weihnachts- fest unter sengender Sonne. In der Heimat verbindet sich mit dem würzigen Tannendust irische Winterkällc an kurzen Dämmertagen und silberner Sternenschiimner an» glttzerndem Schnee. Was an Famillensinn und Heimattiebe im Herze» geschlummert hat, wird wieder «nach. Fröhliche Lieder erklingen, aber doch liegt i» der Stimmung ellvas (behaltenes, der Heimat Zugewandtes. Mancher dein das Herz hart geworden ist tut Daseinskampf, spürt eine ihm fremde Regung, etwas wie Sebnsncht nach vergangene» Tagen. Als der Mond über den schneebedeckte,> Gipfeln der Berge ans­steigt und sein blasse» Licht übet die schiveigcilden Wasser streut, liegt alles an Bord in tiefer Ruhe,,."

' D'erfreiwillige" Schotte. Rudyard Kipling, der so metsterbaste Scbilderuugeu von de» englischen Kolonial- soldate» cnlivorien hat, lveudet jetzt sein« besondere Anfinerksain- keit der .neue» Llrmee" z, die England in leine» Freiwilligen heran,vachlen stellt: in einer stiebe von Ailikclu wist er im Daily Ttlaoraph .da? neue Heer bei», Ererziercn" schildern. Sein zweit, r Artikel (lihrt nackl Schottlanb, >,nd er plaudert hier mit einem alten Sergeanten über die neue:, Rekruten, von denen er natürlich nur Gutes hört. Der Sergeant bedauert »nr, dal, die Röckckwu" lür die Leuteoch nicht da seien, de » .wen» die Röck- rbe» ko, »me», da»,, würde» die Soldaten ganz adc>« Menfebe» sein." Auch der inoralckchc Wert der Tudeliackpleiie wird gelärig Iiervoraelioben. Dah aber der Geist des von den Briten so arg gescnniäblenMilitarismus" den Engländer» w:rklich »och nt bt

in Fleisch und Blut übergegangen ist, das beiveisl eine Ge'chiclite, die Kipling jo nebenbei erzählt. War da et», ivackerer Schone den,Rick der Ehre" ge'olgt und Halle stck, ai» Freiwilliger an­werbe» lassen. Er diente auch eni paar Tage, dann aber nahte ihm etwas bei derencii Beschält>g»g nicht, »nd er ging einlnch fort, so wie wohl ein Arbeiter nutz der Fabrik oder ans den, Berg­werk wegbleibl, wenn er Lust hat. Rach einiger Zeit drang aber doch ei» Gerücht zu ihm, dah man in Kreisen seiner Borgesetzien diese Tat nicht gerade lür ehrenhalt tnell und das, cr zur Beranl» ivortg gewge» werden sostic. Er setzte stch also hin, schrneb unter voller Angabe seiner Adresse an den Offizier, unter dessen ?>e>ebt er gestanden hatte, >»,d iragle bei th», a», was ma» den» ciaenllich von ihn, haben ivolle und was er Inn solle Der Slfi- zier schrieb ihn, sreiindlich zurück und riet ihm:Das Beste iit, wieder eiiizutreten.' So ta, der Dian», »nd über die ganze Sache wurde kein Wort verloren. «Seine Bestrafung wird ihn »ntürstch cr ilen," bemerkt Kipling dazi,,n,cr er», wenn cr begreift, was er aelan hat. Wenn cr allerdings auch dann nickt so wert ist, n»r sich selbst z» verachien - er hat lonst eine sehr grau« Meinung von sich dann ist Hvisen und Malz an ihm ve>lo>«n n»d er wird nie ein gnler Soldat werden." IcdenlallS habe» es also bic Eng­länder nickst eilig, ihre ncnenSoldnlen weae»Fal>»enfl»cht znbellra'rn.

' Wenn ein russischer General eine Kriegs- knssc erben lei Wenn ei» denlicker General emo Kriegsfälle c, beutet, so ist es seine nnd seiner Mannschaften erste und Haupt - sorg», sie sobald wie möglich lür den obersten Kriegsherr» t» Sicher heit jii bringen. Wen» ein russischer General das gleiche Glück hat. hat er ganz andere Sorgen. Der riysische General Waldemar von von Loewenstern (1777t-bSi, der die Freiheitskriege mit,nackte, batie das Glück, in, Rücken d>s lranzösilchen Heeres eine sächsische Marschkolonne von 00 Man» gelangen zu »elnne» »nd eine KrieqS kaffe von 700000 Franke» zu erbeutet,. Der Fang hatte wenig Anstrengung gekostet, aber schwieriger war cs »ach Loewen oernS eigenen Mitteilungen, ihn in Sicherkeil z» bringen. Erteil es lür das klügste, einige Golülönnchen auischlaae» z» lassen und 100 000 Franke» a» die Leine zu verteile», mit den, Bcrlprechc» einer gl«,che Sumnie »ach glückst ücr Rücklebr zu», Heere. Es ging » »nter grabe» Gewähre» nnd demenllvrecheudc» Borkcksts- manreqel» bis »ach Jüterbazp >va der rnsnschc Ovcrst Prendl »>>t Kajak«,, stand. Als Prendl die Geldwagr» erblick,e, malte sich Ne:d »nd Mihgunkl anl seine», Gesicht, »»der «rsa»» einen lchlane» Plan, sich auch einen Anteil an der reiche» Beule z» stcheni. Er gedachte in der Nacht lasiche» Lärm z» mache», als ab der Feind ib» plötzlich angren«, daran!, n>ie va» diese», geivarke», sich >» ltnardnung anl Laewennerns Biwak za werten nnd lm Wirrivarr die Kriegskasse »nl recke» z» helfe», wo shn, dann ein Anteil an den, Ge:dc »iclit vertagt werden könnte. In der Tat kam er auch des 'Abends z» Loeweniler» unter dem Borivande, sich be, ein«,» Glase Punsch die Geschichte des Ha»dilreick»s erzählen zu lassen; >» Walirbei! aber, nn, sich d,e Stelle, wo die Wage» stand«», recht genau auz'nsehen. Auch gab er mit beredtea Worte» leine Bereit- willigkeck z» erkenne», kür die Kamecaden, die jed>»lal!4 von de» Strapaze» ermüdet letn würden, selbst bic »öligen Wachen »nd Vorsich,Smanregel» zu übernehnien. Loewenstcrn bezeigte sich >ür das Ancrbiete» sehr danlbar, Irak aber im stisie» leine Btahregeln, de»» ei» O'sizier Prendls, der (rüber »nter ihn, gedient, backe ihm den Anschlag des latschen Freundes verraten. AIS e» dunkel ac- wordc» und Prendl wieder sorlacrillcn ivar, lieh er unter starker Bedeckung die Wage» eine Pierlet,tu»de weiter rückwärts an einen sicheren Ort bringen, blieb aber lelbst mit >0, Kosaken an de» korlbre,inende» Lagerfeuer», in» das Ende der Geschichte mit an» znsehe». ES dauerte auch nicht lange, jo kan, ei» Kvsakcnschwarni mit Prendl an der Spitze ,vic das wilde Heer beiangejagt »nd riei:Der Feind! Ter Feind l Netlel enchl" Aber die verlallenen Wachlleiwr brannten iort. Loeive» ,er,is Kosaken stoben nicht, son­dern sahen auf, um den Fliehenden zur >I»ierstütz»»g z» diene», und die emsig mit de» Augen gelncbtcn Wage» waren veischwunde». Der sauber« Plan war (ehlgeschlagen und Loeivenstern bracht« seine Beute glücklich nach Berlin.

5A>r 'l '"de.

Vorhand spielt getrieben Tresj-Solo »nt jolgenben Karten:

Wie müssen bic Karten fi: e», damit Vorhand das Spiel mit Schneider oder Schwarz gewinnt »nd auch Hinterhand ihr beab­sichtigtes Solo trotz der viele» hoben Trümpfe in der band eines Gegners gewonnen hätte '? (Auilösimg in nächster NnmmerZ

Auslösung der Charade in voriger Nummer: T n n » e » n a d e l u.

Schristleitnug: Ang Goctz - Rotationsdriirk und Verlag der Brühl'sche» lI»iv«rsitälS-B«ch- »ud Steludruckerei, Sl. Lauge, Giche».