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DaS hübsche .Änd musterte den strammen Preußen verwundert, aber doch mit unverhohlenem Wohlgefallen inrol führte ihn, ohne irgend eine Einwendung zu machen, den! teppichbclegten Flur entlang nach dem Salon.
Er folgte ihr auf dem Fuße.
Nun öffnete sie die dunkle Eichentür, um ihn vom Flur her Eintreten zu lassen. Im nächsten Augenblick hatte st« aber, lacertenartig ins Zimmer schlüpfend, die Tür auch schon wieder hinter sich zngezogen. Er hörte drinnen eine,« leisen Aufschrei, das Flüchten leichter Fühe, schleifende Frauengewänder. Sein .Herzschlag sehte aus — doch schon halte die Jungfer wieder die Flügeltür vor ihm ansgeschlagen.
Sein ganzes Wesen »»geduldigste, heiligste Erwartung, trat er ein.
Und hier, zwischen den seinen alten Rokokomöbeln der gleiche berauschende, in süße Träume versenkende Drift! Nur intensiver noch als draußen im Garlen!
Dort aus diesem Sessel nahe dem Schreibtisch hatte Toska gesessen — damals als er hier mit ihr und der blin- den Mutter kurz vor seiner Rückkehr nach Eonrcelles noch eine wonnige halbe Stunde verplaudert. Schweratmend trat er tiefer ins Zimmer hinein. Schweratmend stand er vor dem Sessel still. Toskas Bild mit all seinem süßen Zauber, mit all seiner Unschuld und Schöne wuchs und wuchs aus dieser Umgebung strahlend vor ihm heraus — ein Zittern befiel ihn, ein bitteres Schamgefühl. Diesem Mädchen, dieser Fra» hatte er eine unedle Handlungsweise zntranen können?
In zorniger Wut gegen sich selbst driickte er die geballten Fäuste gegen die Auge».
Da wurde die Tür geöffnet und wieder ins Schloß gedrückt Er fuhr empor. Ein paar Schritte vom Eingang stand Toska — nicht ein Wabngebilde seiner Phantasie! —i nein! Toska selber in all ihrem unbeschreiblichen Liebreiz und doch voll königlicher Würde.
Ein Schauer, wie im Allerheiligsten, rann ihm durch alle Glieder. Er stürzte vor, sank in die Knie ulnv erfaßte ihre Hände.
Toska, vergib mir! Vergib mir!"
Sie neigte sich über ihn, mit fassungslos glückseligem Ausdruck in Miene und Geberde.
„Otto — dir i — du kommst zu mir? Du, mißtraust mir nicht melir?"
Da blickt er zu ihr aus. Mit überzeugender Liebesgewalt wirkte ihr ganzes Wesen auf ihn.
„Vergib mir! Vergib mir," ries er, daß ich an der Lauterkeit deines Herzens bezweifelt! Jetzt fühl' ich's, jetzt weiß ich's — du — du konntest mich nichtz ans unreinen Beiveg- gründen verlassen!"
Sie legte die feine Rechte aufs Herz, Auge senkte sich tief in Au-ge.
„Otto — Gott ist mein Zeuge, >vas es mich gekostet hat, von dir zu gehen! Um — um — " ein dunkles Rot der .Scham überzog ihr Gesicht — „um Graf Tuboits willen geschah es nrcht! Aber ich fand keinen anderen Ausweg aus
dem Labyrinthe! -- Heute weiß ich," — die warme
Stimme senkte sich zu kaum verständlichem Flüstern — „daß ich's nicht hätte tun dürfen!"
„Daß du's nicht hättest tun dürfen, Toska — ?" In hochgespanntester Erregung preßte er ihre Hände gegen sein wildklopfendes Herz.
„Ich war dein Weib — dir hatte ich Treue geschworen."
„Und dein Vater, Toska — und Napoleon?"
„Otto — Napoleon starb meinem Herzen. Und mein Vater hat sterbend meine Liebe gesegnet."
,.O mein Gott!" Da brach's über rh» her wie ein feuriger Sturm. Aufspringend ritz er sie in seine Arme. Sie lag «ns seiner Brust mit seligem Lächeln. „O du! du!" Seine Küsse bedeckten immer von neuem ihre Lippen, ihre Wangen, ihre Angen. „Toska — Toska — mein bist du, — mein! Toska, hast du noch den Mut, mich tvieder zu verlassen?!"
Da schlug sie die Angen, die schönen dunklen Stugen voll sonniger Glut zu ihm empor.
„Otto! Wo du hingehst, da tvill auch ich hingehen. Dein Vaterland sei mein Vaterland —"
„Toska! Heiliger Gott! Das sagst du--?!"
„Meine Liebe sagt eS, Otto," erwiderte sie mit einem Lächeln süßester Verheißung. Und leise, in heiligem Bekennen fügte sie hinzu: „Wahre Liebe ist stärker als alles - wahre Liebe ist stärker als selbst der Tod!"
Vermochte«.
* Ein M anno der das Her» rechts hat. Ein« mmn*
wissenschaftliche Merkwürdigkeit ersten Ranges ist tn Milwaukee iß den Bereinigten Staaten entdeckt worden. Ein Arzt, Dst. C. % Fortier, untersuchte zufällig einen Stewart des Schiffes ..Arizona , Jan Los, der vor kurzem mit seinem Schiff nach Mluvaickce gvl kommen war. Durch eine genaue Untersuchung und durch die Ausnahme von mehreren Rontgenphotographien stellt« der Arzt fest, daß sich das Herz, die Leber und zahlreiche ander« innere Organs von Los im Körper aus der entgegengesetzten Seit« befinden unß gerade umgekehrt im Körper liegen, wie es bei dem normale»! Menschen der Fall ist. Ter Magen hat eine völlig ander«''Atel-> lung als gewöhnlich, und die Spitze des Herzens liegt auf der äußersten rechten Seite. Los ist kein geborener Amerikaner, sondern am 10. Oktober 1892 in der Schweiz zur Welt gekommen. Er wurde Seemann iuü> kam 1910 auf einem Schiff nach Amerika, Die gewöhnliche Lage seiner inneren Organe soll schon von eineist Arzt in Lehden in .Holland sestgestellt worden sein. Das merkwürdige Naturwunder, das sich der besten Gesundheit erfreut, erregt in Anierika großes Aufsehen uns ist bereits mehreren gelehrten Gesellschaften vorgeftdllt worden.
viichertisch.
Den weihnachtlichen Sendungen, die jetzt wohl an allen Orten von Kirchengemeinden inrd größere» Verb lind eh, für die im Felde stehenden Krieger vorbereitet werben, wich man wohl überall gerne auch eine geistige Gabe beilegen wollen, die unseren Soldaten in weiter Ferne die Wcihnachtsbotschaft nah« bringt und für ihre besondere Lage deutet. Zn diesem Zweck ist vom ev. Preßverband für Württemberg ein Büchlein herans- gegeben loorden — betitelt „Ein Weihnachtsgruß für unsere Krieger" — das n. a. enthält: Ei» trästigeS religiöses Wort als Gruß aus der .Heimat. Weihnachten im Feld, Weihnachtsgeschichte, ein Soldatengebet sür Weihnachten. - Alitarbeiter ist xi. a. der frühere Direktor des Friedberger Predigerseminar», Professor 0. Wurster-Tübingen. Da? Büchlein ist geschmückt mit sinnige», tiefe» und deutschen Weihnachtsbildern. — Der Weihnachtsgruß, der handlich — zum Lesen in den Schützengräben — und mit möglichst widerstandsfähigem Umschlag ai>S- gestattet ist, kostet im Einzelbezug 25 Pfg. Bei größeren Bestellungen ist der Preis erheblich billiger. Das Büchlein ist zst beziehen durch den Ev. Preßverband für Württemberg in Stuttgart, Järberstraße 2. — Im gleichen Verlag sind auch bk» Kriegsflngblätter von Direktor Schöll-Friedberg er« sckiienen. Tieie ganz vortrefilichen Blätter können warm zuck erschienen: von den zuletzt erschienenen ist besonders wertvoll Verschienen: von den zuletzt erschienenen ist besonders wertvoll das Blatt Nr. 9 mit der Uebersckrift: Geiallen. Die Blatdeil kosten: 50 Exemplare 90 Pfg., 100 Exemplare 1,50 Mk., 500 Exemplare 6 Mk _
rlönigzpromenadt.
Man dar! die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weil« miteinander verbinden, daß man — wie der König ank dem Schachbrett — fteis von einem Feld au» auf ein benachbartes übergeht
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Schrlftleltiing: 4kug. Goeh - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen tinlverßtäir-^uch- und Stetndruckeret, R. Lange, ließen.


