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Irieflen nti Wirail übersehen" (b. h. dt- erst« strategische Dumm»
S nmg noch htngehen, aber vor einer -werten soll man sich ja m); fern«: „Im krieg sind alle sack verloren, wenn da turnen sind zween tHoren". Eine Art „Kriegsphilosophic" enthalten Sprichwörter wie: „Ter beste Krieg ist eine goldene An-cl (d h. et trägt selten soviel ein. als « kostet), „Der Krieg bringt manchem Glück, ab« nicht jeder kommt zurück", „Der Krieg ist den vnersahrenen ein sütz ding". „Krieg ist ein ungewiß ding" „Im krieg regirct mehr die notb, als die v«nunfft". Schließlich auch.die einfältig erscheinenden, aber nichtsdestoweniger Ncfjrnnigen Worte: „Gm Krieg macht den andern".
Ergötzliche Proben drastischen Bolkshumors bieten Aussprüche wie- „Ter Krieg hilfst manchem aus die deine, daß auh einem Reuter «in sußgeng« wird", „Das ist ein krieg schimpsslich und wild, wo ein esel den andern schilt", „Der Krieg macht die Diebe, und d« Friede hängt sie aus". Es versteht sich, besonders im aberaläubijchen Mittelalt«, daß der Gottseibeiuns eine wichtige Rolle in den Zeitläuften spielt, m denen es d« Tugenden nicht allzuviel«, der Laster und Freveltaten aber die Menge gibt. Ta heißt's denn mit Humor: „Gibt's Krieg, so macht d« Tüsel d' Höll witer" oder: „Wenn krieg ansengt, so Muß der teuffei die Hell »mb hundert tausend klafft« weiter machen". Ter gesetz- und rechtlose Zustand während der Kriegszeit, den das deutsche Volk vor allem während des dreißigjährigen Krieges in erschreckendem Maße kennen lernte, spiegelt sich in Dutzenden, mehr od« minder pessimistischen Aussprüchen wieder, die in jenem Zeitalt« geprägt worden sind und sich in einigen Gauen uns«es Vaterlandes bis aus den heutigen Tag erhalten haben. So hören wir: „Beym krieg ist alle- erlaubt", „Im krieg schweigt gesetz und recht, es gilt he« wie d« knecht", „Der K«eg v«d«bt Land und Leute, w« lebt, dem bleibt die beste Beut". Aehnliche resignierte Stimmung lebt in den Volksworten: „Ter Krieg feucht wohl, stirbt ab« nicht", „Ter krieg gehet allein üb« armen Leute Beutel", ..Der Krieg, wie er sich auch wendt, so nimpt er doch mit Schab' ein End'".
Wie Krieg, Sieg und Friede zueinander stehen od« stehen sollen, sagen uns viele urwüchsige Volksworte, z. B.: „Bluttgcr Krieg lwingt schönen Sieg", „Besser ein sröhlicher Krieg, als ein schlecht« Friede": ein Satz, der an das russische Sprichwort erinnert: „Ganz« Krieg ist best«, als halber Friede": schließlich: „Beim Kriege ist'- zu Ende am besten" und — echt deutsch I — „Des Krieges löblich End' ist, dem Feind verzeihen". Dein Soldaten ab« ruft man tu: „Im Kriege soll man thatenl", „Im Krieg sieht man aus den Wicht, nicht aufs Gesicht!", „Redlich« Kricgsleut fürchten ihren Haublmann mehr dann den sctnb": und «in uralt« kräitigtt Spruch meint: „Inn kriegen ist allevn Hoffart ein ehr': wer sich da am höchsten ausbrüst und hin für bricht, der ist d« best". Auch der Feigling und Aiaulheld wird mit einer Sentenz bedacht. Bon ihn heißt'-: „Es ist gut kriegen hinder dem Osse»!". „Der weiß nicht in den Krieg ziehen, d« sich vorm Schief«» fürchtet".
Wollen wir zum DÄuß ein Sprichwort haben, das sozulageu aus de» gegenwärtigen, uns mit so schändlichen Mitteln und unter so nichtigen Vorwänden ausgezwungenen Feldzug gemünzt ist, so rufen wir wie uns«e Altvorderen den Feinden zu: „Die krieg ohn iwth ansangen, werden geschlagen!"
vermischte».
*Panzertürme aus Segeltuch. Ter Oberst Welles-
ley, ein Engländ«, d« als Militärattache in Krieg und Frieden die Russen kennengelernt hatte, erzählt in seinen Erinnerungen ergötzliche Geschichten von der Korruption russischer Beamten. Da ist z. B. die Erzählung, auf wie geniale Weise das berühmte Panzerschiss „Pet« d« Große" armiert und kriegStüchtig gemacht wurde. — P« Vertreter des Marineministers war beauftragt worden, dem Zaren Al«ander II. über den Fortschritt des Baues persönlich Bericht abzustatten. T« Mann tvar nicht gewohnt, mit dem Herrsch« zu v«kehren, und v«lor gänzlich den Kops, als dieser plötzlich die Frage an ihn richtete, welche Fortschritte man in der Fertigstellung des Schisses gemacht habe. In seiner Kopflosigkeit antwortete der Beamte, daß das Schiss in drei Wochen seetüchtig sein werde. Hoch«freut üb« diese Mitteilung, bemerkte der Zar, daß er binnen kurzem das Schiff in Kronstadt besichtigen werde. Nun wm: ab« das Fahrzeug von der Seetüchtig keil so weit entfernt, daß es noch in den Docks lag und die in England bestellte» Panzerplatten noch nicht abgeliefert waren. Aber der Kaiser hatte seinen Besuch angesagt und alle nötige Arbeit an Bord des Schiffes wurde daraufhin eingestellt. Hunderte von Arbeitern wurden Tag und .lacht mrt dem Bau von Kabinen beschäftigt: das Fahrzeug wurde mit d« hölzernen Nachbildung eines Panzers bedeckt, und hölzerne Lurme usw wurden «richtet Als der Herzog von Edinbnrg nach OstrrüW-u^l.^ Verwandten zu besuchen, «zählte ihm
«w ?■ J* 1 ',Schichte von den, hölzernen Panzerschi,s:
Sr,™ l4e motIte niä)t daran glauben. Bei der
^"ung d« Kriegsflotte hatte jedoch der Zweifler Ge-
L?&rMn'h^hrirt n frf ber Zäheit *“ überzeugen. Ta der Herzog selbst in d« britischen Marine gedient und Admiralsrang hatte.
omchte der russische Seeoffizier, dem « den Wunsch mrtbrfltft», den „Peter den Großen" zu besichtigen, Schwierigkeiten. D« Za, jedoch, d« seinem Schwiegersohn eine Freude bereiten wollte, lieft sofort ein Boot in Wasser setzen und den britischen Herzog an Bord des „Pet« des Großen" rud«n. Nach der Flottcnschau erzählte der Herzog dem Obersten, daß man sich in Bezug aus di»
Türme geirrt hätte: sie seien nicht aus Hotz, sondern--aus
Segeltuch: denn « habe die Hand aus einen Turm gelegt, d« unte, dem Druck nachgab. — Hoffen wir, daß auch die russische Flott» im Schwarzen Me«, die jetzt in Astion treten will, aus Holz unü Leinewand besteh«.
Das bin nicht i ch, d a s i st D e W e t." Tie Erinn«- rungen an den Burenkrieg sind wieder erwacht und di« Anekdolen, die sich um die Gestalten der berühmten Burewührer gebildet habe», leben von neuen, aus. Etwas ganz besonders Hübsches erzählt man sich da von dem viel bewunderteu General De Wet, de, einst den folgenden guten Witz geniacht ha en soll. Ein deulsch«, Kriegsietlnehmer gibt das Grschtchtchen tn seinen Tagebuch» blältern wieder: .vor der Schlacht bei Bethlehem hatte Ehrlnia» De Wel eine stienge Bestrafnng deSsenige» F-ldkornettS in Aussicht gestellt, der seine Stellung verlasse. Trotzdem tat dies derjenige Feldkonielt, der mit leinen, Kommando das Platlooje zu verteidigeil haue. „Olim Christian' lägt ihn nach der S.i lacht zu sich tonlnien und haut ihn mit der Peitsche unter den Wo ten l .Ich muß das tun, es ist mir leid. Aber das bin »,chl ich, der Euch schlägt, das ist — de wet (de wet heißt: das Gesetz) I* Ob dieses Wort viel »un zulällig entstand oder bewußt gebildet wurdlz ausgezeichnet ist es aus jeden Fall.
vüchertisch.
— Clara Vieblg: Heimat. Novellen. — Verlag von Eaon Fleisches & Co., Berlin W. - Preis Alk. 3.—. Der Pölke» fiteq, der ei» Kampf der germanischen Kultur gegen alle dl« Völker ist, deren Literatur Jahrzehnte hindurch ln überwältigende, Weise die Produktion »userer Dichter beeiusiußte, hat mit einem Schlage all das kür das deutsche Volk unerheblich werden lasten, was nnier dielen Einsinsten entstanden ist. N»r der Ton wird noch gestört, der echt dentsch, aus deutscher Seele, aus deutscher Pateilaudsltebe geboren eiflinqt. Mit Recht dar> man sagen, daß unter den Dichter,!, die »lenialS ihr urdenlsches Empstnden verleugnet baden, Clara Viebiq eine hervorragende Stelle einntmmt. Auch tstr neuer Novellenband, der den schlichten und doch so teuren Titel: .Heimat" flitz,l ist ein beredte« Zeugnis für ihr llele« Verstehen deutschen Empfindens und denlsche» Denkens. Obne Sentimentalität. mit technischer Meiste,schall sind diel» kleinen Er- zästlungen voll volkstümlicher Poesie auS dem Leben der geilifg Arinen geschaffen: es sind Ttchtungen aus der großen Masse de» bäuerlichen Volkes, da« an Leib und Lebe», an Hab und Gut di« schwersten Opker in diesem Kriege bringt. Solche Erzählungen w«den, so schlicht und io still ihre Sprache heule klingt, doch in d«,n lauten Getümmel des Krieges gehört werden, denn sie wenden sich an die Herzen. Und wenn auch um d,e Weik»acht»,ell. ivt,
f u lürchien ist, die rauhe» Stiuimen d« Schlachten noch nicht chwetaen, werden gewiß viel« dlele einfachen, ergrellenden Dichtungen als eine willkommene Gabe empfangen, die von Herzen kommt imd zu Herzen gebt.
— Schwarzivaldkalender 1916. Im Tiefdruch- verfastrcn <Rotntio»s-Knpferdruck) bergestellt. Truck »nd Verlag der Uiiioersilätsdruckerei H. 4M. Poopen u. Sohn, Jretburg t Br, P,eis 40 Pfg — Ein ticblranter, aller Freund, den Tausende nicht mehr veruiisten möchten, hat sich abernialS bei uns einge >ellt: der Schivarzwald-Kaleuderl Schwarzivaldlandschafi«» in Frühlings» prach!, un Sommerglanz oder ziir Winterszeit; Bilder aus dem Lebe» und Treiben seiner Bewostu«, enthüllen sich u fern, Auge mii solcher Deutlichkeit der Wtederaab« genau nach der Natur, dt« geradezu in Erstaunen setzt. Hellere und ernste Erzäbliin.ien, Plauderei n über Heimalk.nnst und Hciuiatiieste, Schwarzivold-Sagea und -Sitten in reicher Zahl belehren und erfreuen den Leser.
wechselrätsel.
Mit t Teil deS menschlichen Körpers, »,ll r Kanton in der Schweiz, Mit d tul's mancher zu viel, mit g wünscht es oll der Landmann, Mit I en> Vogel, mit p Gebrauchsgen«,inand.
Mit d ill es spitz und sein, mit g üarl's schon gröber sein.
Dill t Dichter Italiens, mit k böflichkeitsansdruck.
'Mit d lobrnswi rle Eigenschaft ei, es Plenschen, mit s ein Tier.
Mit u ei>,e Zahl, m t i cl„ Verneinnngsivort.
Mil ! ein Küchengerät, »nt t tuts >eder Gläubige.
Mit m eine Stadt, mir k erregt cs Heilerketl.
Dill a Nebenfluß der Donau, mit >r ein Verbrechen.
M t b Ruhestätte, mit u eine Farbe.
Die Anlaiigsstuchsiaben der gelundeneii Wörter ergeben den Namen einer preustllche» Provinz.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Logogriphs in voriger Nummer» Thron, Tran.
Schrlltleitung: Aug Goetz. - RolatiouSdruck und «erlag der Brüht'schen UniversitäiS-Buch- und Sl-iudruckerel. R. Lange, Gießen.


