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a l" nickte er gütig-schmerzlich.Nun heißt's schei- !a. Es wird Ernst! Morgen gehe auch ich zur

Armee I"

Auch du?!" Sie schrak zusammen. Entsetzen trat in Ihre Augen.Dann bin ich ja ganz einsam--"

Graf Duboit sog mit Wonne diesen Blick tiefen, hilflosen Schreckens ein. Er war sich dessen gewißj: ein Teil davon kam auch auf seine Rechnung !

Halten Sie tapfer aus, Madame! Auf Wiedersehn! Auf glückliches Miedersehn!" Noch einmal küßte er Toska mit vielsagendem Augenaufschlaig die Hand. Dann ließ er

B von Philipp von Eure zur Tür geleiten. Sprachlos vor me» starrte Toska vor sich hin. Duboits Herz frohs­te. Er verbeugte sich noch einmal und ging.

Als der General sich wieder ins Zimmer zurückwandte, skand Toska noch immer aus demselben Fleck.

Liebling, <was ist dir?"

Da warf sie sich an seine Brust und schlang mit einein! leidenschaftlichen Achmerzensausbruch die Arme um seinen Hals.

darfst mich nicht allein lassen! Hier ginge ich unter! Du mußt mich mttnehmen!"

Wer, Kind--"

Wenn hu mich lieb hastI müßt! Diu müßt! Bin Ich nicht deinetwegen von Otto gegangen?! Nun darfst du Mich nicht so in Einsamkeit lassen ich käme um!" schrie sie Noch einmal.

Kind! So beruhige dich doch!"

Nicht eher, als vis du mir versprichst, mich mit dir zu nehmen!"

Ich kann doch nichtI"

Alle Generäle führen ihre Equipagen mit sich! Das kannst du auch! " darfst mich nicht allein zurücklassen." Sie blickte ihn mit so verzweifelten Augen an, daß er wohl »insah, er setzte ihre Gesundheit aufs Spiel, wenn er nicht nachgeben würde. So sagte er denn:

Gut! Ich werde dich mttnehmen. Wer sobald der Weg frei ist, gehst du zu Onkel Eugen nach Genappe. Einver­standen?"

,Lch Hins! Hab' Dank!"

lFortsetzung folgt)

Die neueste Nachricht!

Eine heitere Straßenszene aus der Kriegszeit.

Von Hermann Wagner.

Man sicht ihn durch die Straßen eilen, rot, aufgeregt, wie Mit Sprengstoff geladen, und man wird neugierig, als man bemerkt, wie er plötzlich einem Passanten, offenbar einem Bekannten, den Weg vertrüt, eine gewaltige Geste vollführt und mit einer Stimme, die für die breiteste Oessentlichkeit bestimmt ist, atemlos ausrust!

,/Ha . . . ha . . . haben Sie schon gehört?!"

Sofort bildet sich natürlich ein Kreis von Leuten um die bei­den, ein Kreis von Neugierigen, Müßiggängern, Spaßmachern, Weibern und Kindern, die alle maßlos gespannt sind, zu hören, was der Angeredete vernommen haben soll.

Dieser, mehr erschrocken als erfreut, reißt Ohren, Augen und Muich auf und stottert:

Gehört ? Was ?"

Der Aufgeregte stellt mit einem Blick der Befriedigung fest, daß der Kreis der gespannt Lauschenden inzwischen noch größer geworden ist.

Dann schreit er:

Wie? Sie kennen sie noch nicht? Die neueste Nachricht?"

Nein!" antwotten hundert gierige Augen.

Der Aufgeregte legt seine Sttrn in geheimnisvolle Falten,

B die Menge mit einem düstern Blick und deutet mit einem ti der Aseln gleichsam an: ich wasche meine Hände in Un-

Dann dämpft er seine Stimme und meldet:

Die Oesterreicher sollen den Zaren gefangen genommen ha­ben!"

Mngs durch den Kreis geht eine Bewegung.

Wie?" ruft alles und reckt die Hälse.

Der Aufgeregte verstärkt noch die düstere Glut seiner Augen, nickt lebhaft und ergänzt:

Die Nachricht soll wahr sein, ein hoher Beamter hat sich fiir thre Richtigkeit verbürgt I Ter Zar mit seinem ganzen Stabe ist gefangen genommen! Wo? steht mit Sicherheit noch nicht fest! Aber es heißt, daß die Gefangennahme in Galizien erfolgt sei, durch ungarische Husaren

,,Blödsinn I" kommt es in ruhigem Baß aus dem Kreise. Zwei Nackfische lachen.

Warum nicht?" ereifert sich ein sehr junger Mann, indem er die Mädchen entrüstet ansieht.

Mer August, det jloobst de doch selba nich!" wirft ein Mann ohne Kragen seine Meinung in die Diskussion.

Ter Aufgeregte ist beleidigt, setzt eine hochmütige Miene auf und sagt:

Meine Herrschaften, ich---"

Töskopp!" unterbricht ihn ganz im Hintergründe des Kreises ein Knirps.

Abermaliges Gelächter.

Meine Herrschaften, ich muß bitten--'

Ruhe!" ruft der übereifrige sehr junge Mann.

Die Backfische stoßen sich an, kichern und ziehen sich fliehend hinter den Kreis zurück.

Sagen Sie" fragt eine Frau aus dem Volke,der Zar ist das ein Russe?" i

Nee, een Engländer," belehrt sie der Mann ohne Kragen. Immerhin, tomit die Nachricht von einem Beamten bestätigt ist," erwägt ein grübenlnder älterer Herr mit einem Regenschirm und einem dicken Mantel,dann >"

So drängen Sie doch nicht!" empört sich eine Frau mtt einem.grün und rot karierten Umhängetuch gegen einen Mann, der sehr kurzsichtig und offenbar auch schwerhörig ist, und der uw reden Preis feststellen möchte, was es gibt.

Mama," jammert an irgendeiner unsichtbaren Stelle ein Kind,mich friert!"

Meine Herrschaften," sagt der Aufgeregte, dem es allmählich Unbehaglich geworden ist und sich nun freien Weg zu bahnen sucht,ich---"

Der Kurzsichtige fällt ihm in den Arm:

Verzeihen Sie ist etwas passiert?"

Der übereifrige, sehr junge Mann klärt ihn ausl

Man hat den Zaren gefangen genommen!"

Wen?"

Den Zaren!"

Ermordet?"

Nein gefangen genommen!"

Der Kurzsichtige wendet sich dem versammelten Publikum z». reibt sich die Hände, lacht und drückt seine Genugtuung aMt

Bravo!"

Aber ein sehr korpulenter Mann, offenbar ein in den Ruhe­stand getretener Bäckermeister, weist mit seinem kurzen dicken Zeigefinger auf den Aufgeregten, macht ein mißtrauiges Gesicht und sagt:

Dieser Mensch ist mir verdächtig!"

Erlauben Sie!"

Verdächtig," wiederholt der Dicke,jawohl! Sie verbreiten beunruhigende Nachrichten! Sie lügen!"

Eine neuerliche Bewegung geht durch den Kreis, der sich immer enger und dichter um den.Aufgeregten zusammenzieht.

Er hat gelogen?" fragt drohend das Weib aus dem Volke.

Er ist ein Spion!" ruft in Msreizendem Ton irgendein« Sttmme.

Alle Köpfe schnellen in die Höhe, alle Augen fangen an, zu funkeln, und eine heiße Feindseligkeit liegt plötzlich in der Lust.

Tie Augen des Aufgeregten gleiten gleichsam hilfesuchend im Kreise umher.

Aujust, wat sagst de nu?" höhnt der Mann ohne Kragen,

Man müßte," erwägt der grübelnde ältere Herr mit dem Schirm und dem dicken Mantel,man müßt» aus alle Fälle einen Schutzmann requirieren!"

Im Hintergründe steckt jemand zwei Finger in den Mund

und pfeift.

Polizei! Polizei!"

Erlauben Sie, meine Herrschaften !== ^ I"

Dageblieben I"

Nicht von der Stelle!"

Ein Spion! Ein Spion!"

Ich versichere Ihnen, meine Herrschaften Ich bin Mein

Packt ihn! Nehmt ihn fest! Laßt ihn nicht los!"

Aber wenn ich Ihnen sage"

Maul gehalten! Kein Wort mehr! Verräter! Mikgehen. Zur Polizei! Einsperren I"

Ein dichter Knäuel von sich stoßenden, sich schiebenden Menschen hat sich gebildet, aus dem, wie ein Wahrzeichen bürgerlicher Or« nnng und wie eine Mahnung, nur der Schirm des grübelnden älteren Herrn mit dem decken Mantel hervorrag!.

Endlich aber löst sich der Knäuel, denn ein Schutzmann ist tu schienen, der, mit gezücktem Notizbuch Und Bleistift, bereit ist, den

Tatbestand auszunehmen.

Ihr Name?" l

Der Aufgeregte, der mit seinem zerbeulten Hat und seinrm zerknitterten Anzeug nur noch wie das Fragment eines Menschen wirkt, legitimiert sich, ioischt sich dann mit fernem Taschentuch den Angstschweiß von der Sttrn und erklärt:

Ich habe nichts getan! Gar nichts habe ich getan l Ich habe einem Bekannten nur die neueste Nachricht mitgtteiltl Dl» Nachricht, daß der Zar in Galizien durch ungarische Husaren gu