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Vermischte».
' Die Geologie als strategische Wissenschaft.
Die Strategie von heute ist eine schwierige und ansgebreitete Wissenschalt, die viele verschitoen« Wissenszweige i» sich vereinigt und zn den Gebieten, di« der Heerführer beherrschen soll, treten noch täglich neue hinzu. So macht ein rumänischer Offizier, ®. Teodoresen, daraus ausmerksam, dag sür den modernen Strategen, ja sogar für de» eiiizelnen Trnppenfllhrcr Kenntnis der Geologie von hoher Wichtigkeit ist. »ES ist klar", sagt er, „daß nicht nur die Topographie eines Landes, sonderii auch die Natur- beschaffeuheit deS Erdbodens ans die KrtegSpläue und die einzelnen Anordnungen von hohem Einfluß sein kann. Wenn z. 93. den Soldaten die Ausgabe gestellt ivird, eine Anhöhe zu erklimmen oder gar z» stürmen, so sind die Schivierigkeiten sehr verschiedenartig, je nachdeni die Felsiormationen der Berges ans Granit, Kreide, Sandstein oder ans Schleier bestehen. Die einen Gesteins- soruiationen bieten iür de» Fuß gute Hallflächen, während andere wieder sür eisenbeschlagene Schuhe höchst ungünstig sind und die Truppen leicht anSglciten lassen. Ein Hochtourist, der sein Ge- schäst versteht, studiert flunier den Gesteinscharakler des Berges, den er erklimmt, und sür di« Soldaten liegen noch schwerwiegendere Interessen in dieser Hinsicht vor. Aber nicht nur in bergigen Gelände», sondern auch in Gegenden, ivo Ebenen, Hügel und Plateaus mit einander abwechseln, sind geologische Kenntnisse sür die Krieglührnng von großem Nutzen. Bei starken Regengüssen z. D. besteht ein beträchtlicher Unterschied zwischen Marsch- geländen, aus denen die Erde schnell trocknet, irue Sand, Kreide und KteS und anderen Bodcnformen, di« das Wasser nicht wie ein Schwamm auisange», sondern die sich in nassem Zustande tn schweren Klumpen an die Beine hängen, wie bei Tors oder Lehmboden." Natürlich kann man von dem einzelnen Oisizier keine tiefgründigen Kenntnisse der Geologie verlangen; es genügt, daß er über die Bodcnbeschasfenheit des Schlachtkeldcs und der ganzen Gegend gut unterrichtet ist. .Hat der Truppensührer einen genanen Ueberblick über die Beschaffenheit des in Frage kommenden Geländes. so kann er sich trockenen seslen Boden Inr den Marsch seiner Truppen anssuchen und kann de» Feind in Stellungen znrück- werse», wo die gegnerischen Soldaten mit Lehmboden oder Snmps- geiände zu kämpfen haben. Solche Kenntnisse sind auch wichtig zur Entscheidung von Fragen des Artillerie- und Munitionsiransports, desAnsweriens von Schützengräben und anderer inililärischer Tinge."
* Ans dem Kriegstagebuch einer englischen Herzogin. „Sechs Wochen im Krieg." So benennt die Herzogin von Sutherland, die als Letter eines englischen Lazaretts in Belgien die ganze Eroberung des Landes durch die Deutschen mit durchlebt hat, ein interessantes kleines Buch, in dem sie ihre Erfahrungen und Eindrücke schildert. Die englische Aristokratin bewahrt soviel Unabhängigkeit des Geistes, daß sie in die Lügen- aeschichten ihrer Landsleuie über deutsche Gewalttaten nicht ein» stimmt, sondern den Eroberern volle Gerechtigkeit widerfahren läßt. Das einzige, worin sich die spitze Zunge der Feindin bemerkbar macht, ist ihr etwas billiger Spott iiber die allzu große Höflichkeit der Deutschen, die sic als die „gnädigste Frau-Manier" bezeichnet. Tie Herzogin leitete ein Lazarett tn Namur während der Beschießung und war dann als Krankenpflegerin in Brüssel und Maubeugc während der Besetzung durch die Deutschen tätig. „Das kämpsende Deutschland," sagt sie, „wie es sich so plötzlich einem in den Gesichtskreis drängt, ist imponierend. Zu meinen! Pflegerinnen und Aerzten und zu mir waren die Deutschen sehr höflich." Packende Auszüge aus ihrem Tagcbuche schildern die Beschießung von Namur. Tie Herzogin pflegte mit ihren Damen im Kloster der Schwestern Unserer lieben Frau verwundete Belgier und Franzosen. „Eine furchtbare Beschießung hat angefangen," schreibt sie am 23. August. „Die Granaten singen über dem Kloster ihrLied aus den tief dröhnenden deutschen Kauouen.cm langes singendes Sausen und dann eine lÄcplosion, die wie das Niederfallcn eines schweren Steines klingt. Ter Mann, der heute nacht die letzt« Oelung erhielt, ist vor Schreck wie wahnsinnig. Ich glaube nicht, daß er sehr schwer verwundet ist. Er hat eine Kugel in der Schulter, und das rst nichts Ernsthaftes. Aber er hat völlig seine Sprache verloren, und ich glaube, er ist das Beispiel eines Mannes, detz auS reiner Furcht stirbt. . . Nun marschieren die deutschen Truppen in stolzein AuHug ein. Ich höre sie singen, wie sie marschieren. Sie singen wundervoll, mehrstimmig, als wenn sic zu diesem Gesang kunstvoll eingeübt wären. Und wie sie marschieren ! Diese stattlichen wohlgestalteten Männer in ihren grauen Uniformen. Die ganze Nacht hindurch hören wir das Trapp, Trapp, Trapp der deutschen Infanterie in den Straßen, die hallende» Kommandoworte, das fortgesetzte tieftönende Singen. Sie sind voll Stolz und Hochmut." Trotzdem waren die Deutsche» sehr freundlick und liebenswürdig, als sie in das Kloster kamen. Tie Herzogin wandte sich an den deutschen Oberbefehlshaber, den General voit Below. der ihr alle Wünsche für ihr Lazarett gewahrte und sich bei ihr cntschuldgite, daß er sic in seinem Schlafzimmer crnpfaugei, aber alle andern Räume wären von Offiziere» überfüllt. .Hiev wurde die Herzogin auch dem Feldnrarfchall von der Goltz vor- gcstellt, der auf seinem Wege nach Brimcl durch Namur kam, „tu seinen Mantel eingeknöpft bis zur Nase."
"Der »Kleiderkasten". Die Bestrebungen, die Frau»» mode in Deutschland von der Herrschaft von Parts unabhängig zu nmchcn, haben einen bedeutsamen Schritt vorwärts getan. Sechs große Berliner Modehäuser, nämlich die von Gerson, ManhetmeL Hammer, Spitzer, Decroll und Stein, haben sich zu einer Genoffen- schalt zusanimengela», deren Gegenstand die Begründung und der Betrieb eines Berliner ModellhanseS unter dem Namen .Kleiderkasten" bildet. Tie Fachzeitschrlit „Der Konfektionär" berichtet über dies« Gründung interessante Einzelheiten. Außer den gedachten Modehäusern ist eine Reihe von Künstlern zur Mitwirkung am „Kleiderkasten" herangezogen worden; es sind zun, Teil Künstler von allgemein bekannten Namen, wie Ernst Stern, Walser, Kätner, Christophe, Spiro, Tudovtch. Dar Ziel der Unternehniung wird dahln bezeichnet, daß sie „einzig und allein Diode" machen will. Es besteht also nicht etwa die Absicht, eine besondere »deutsch«' Mode zu schassen - ein Persnck, der ja bisher noch stell an der Natur und den inneren Bedingungen der Franenmod« gescheitert ist — sondern allein btc Mode vom Ausland» unabhängig zu machen. Der ^Kleiderkasten" ist im Anschluß an die Räum« des bekannte» pohenzollern-Kunstgewerbe» hauses eingerichtet ivorden, und er ist wirklich, war der Name besagt: ein Kleiderkasten voller Stofs«, Spitzen und allem Zubehöre eleganter Franentracht. Eiu wesentlich neuer Zug an dem Unternehmen, der das Beste verspricht, ist, daß hier die Frauen selbst die Modesache in die Hand genommen haben. Di» Modellwerkstott hat einen rührigen Ausschuß hinter sich, deffen Seele Fra» Mitsord, geb. v. Friedländer-Fnld, >m Vereine mit einer Anzahl anderer Tainen der Berliner Gesellschast ist. In de» eleganten Räumen der „Kleiderkastens" herrscht ein« reg« Tätigkeit, Beratungen werde» abgchalte», Stoffe hervorgeholt und probiert, die Künstler zeichnen in flüchtigen Stricken ihre Anregungen auf und der Fachausschuß beurteilt ihre Auriührbarkeck und ihre vratz» tischen Aussichten. Tie ersten in dieser Werkstatt entstandene» Modelle werden bereits in wenigen Tagen an die Oeffenllichken treten; der Verkauf findet natürlich nicht direkt an das Publikum, sondern an die Modehäuser statt, denen dann die weitere Der- ardeitung der Modelle obliegt. Ueber die bisher entstandenen Modelle ivird belichtet, daß sie nicht durch Ileberraschungen oder gecvagle Formen zu wirken versuche», wohl aber durch schön« Stoffe, durch bezaubernde Farbenstellungen, kurz durch dar, was eine Dame von Geschlnack zu tragen gewohnt ist.
vilchertisch.
— E i n treuer Freund in Feindesland. Ein gutes Verbindungsglied zwischen den Trlippen im Felde und der Heimat stellt di« seit 26 Jahre» inr deulschc» Heere wohlbekannte, bet Kar» SiegiSmund InBerlin erscheiliende illuslrierteZeltschrilt „Deutscher Soldaten Hort" dar. Auch dieser alt« Freund unserer Truppen in FriedenSzeilen ist mit dem soeben neu begonnenen Jahrgang zum KriegSblatt geworden. Er hat feine Spalten in erster CmlJ allen Interessen unlerer heiligen, grmeinsamcn Dache geöffnet und orientiert seine Leser zunächst über die wichtigsten Ereigniff« auf den Krtegsschanplätzen in Form einer packeuden, kurzen Krieg»« chronik; er unterrichtet an der Hand von Dokumenten politischen Charakter» über alle wichtigen politischei, Vorgänge, die den Krleo berühren; an diese Dokumente von bleibendem Wert schließen sic» Tarslelliiiigen der Kriegsereigniffe, der Kample, der Geleckt« m Form von anschaulich geichriebenen KriegSbildern auS Frankreich. Belgien, Rußland, Oesterreich-Ungarn, von der Nordsee und der Lnitstolte an, die trotz ihrer bunten Manniglaltigkeit doch nach be« sliliimten Gesichtspunkten aiisgewnhlt find und in i!,rer reichen Fülle ein abgeruiideles Gcniälde der zeitgeschichtlichen Kämpf« bilden. An die Kriegsbilder schließen sich die Bilder ans der Heimat, di« dem Krieger draußen in Worte», die von Herzen kommen und zii Herzen gehe», erzählen, was die Deutsche» dnhciin i» ernst be- ivegter Zeit empfinde», fühlen und wirken. Köstlich ist schließlich die Rubrik „bunior", belehrend die große 9Inzahl kleiner Artikel auS den verschiedensten Gebiete» der imlitärischen Leben»; Karlen und Bilder vervollständigen und berauschaultchen tn ihrer vorzüglichen AuSlührung de» Inhalt dieser illustrierte» Zeitschrift, dt» wirklich ein treuer Freund in Feindesland ist.
Veränderungr-Kätjel.
Rast — Oder — Rand — Sieb - Onkel — Laub — Hase,
Tle Aniangsbuchstaben vorstehender Wörter sind der Reih« nach diwch andere zu ersetzen, so daß ebenso viele neue Wörter entstehen, deren Aniangsblichstaben eine Stadt am Niederrhein ergeben. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummeri Im Skat liegen tr7 nitb p8. Mittel, and. erhielt: trB, carB, cZ, trZ, trK, tr8, pK, carD, car8, car7; Hinterhand die übrigen, Spielgang: 1. B. °7 M. cZ H. cA — (— 21)
2. H. earK 93. carA M. car7 — (-(- 15)
3. 93. c8 M. carB H. cB — (- 4)
4. H. carZ 93. cK M. cat8 = (+ 11)
5. 93. c9 M. tri? H. P B — (— 4).
Die übrigen Stiche niacht Vorhand; itiithin sind die Gegner im Schneider geblieben.
Schristleitun.r; Ang. Goctz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühlffche» l'nirersitätS-Bnch- und Stcind.gckcrci, Sk. Lange, Gießen-


