Lande-, die sie zu neuein Leben erweckt HÄ, wie sie sich auch selbst als KunstgennnAerrn au »zeichnete Ae Königin ist sehr geschickt im Entwerfen von kunstgewerblichen Mustern; fte hat ihr feines Verständnis für eine künstlerische Innendekoration in der Ausstattung chrer eigeiNN Wohnung, des Crvtoeeni-PalasteS zu Bukarest, wie des KöniMchlosses in Siraja bewiesen. Saal auf Saal wurde von ihr seiner bisherigen Möbel und Tapeten entkleidet und nach ihren Angaben umgesiället. So sind Räume von höchsten, G-eschniack und märchenhaftem Prunk entstanden, denn die neue Königin ist ganz aufgegangen in der farbenfreudigen Lcheiwigkeit der rumänischen Volkskunst und liebt zugleich den starren stolzen Glanz des byzantinischen Stils, der in Rumänien so starke Spuren hinterlassen hat. Dte Krönung dieses höchst persönlichen Kunstschafseus ist der goldene Saal des Crotoccni-Palastes, der die Pracht der byzantinischen Kaiserinnen Irene uich Eudoxia itriefccr heraufbeschwört. Blaues Licht flutet von der hohen Kuppel in die leuchteiiden Bogen dieser Halle, an deren Wanden die Liehlingsblume der Fürstin, die königliche Lilie, die sie in stets wiederkehrenden Ornamenten zmn Grnndton des ganzen Palastschmuckes gemacht hat, Farbenorgien feiert. Sie hat all diese Lilienmustcr selbst gezeichnet, die roten Blüten an den Wäiwcn ihres Boudoirs, den Fries der blauen Lilien, die so zart in das ganz in Weiß gehaltene Empfangszimmer herniederblicken, und die leuchtende Fülle der weihen Lilien, die in die schweren kostbaren Stoffe der Wandbespannung des goldenen Saales eingestickt sind. In diesem Raum von ernster Hoheit und sinnberückender Farbigkeit liebt es die neue Königin, zu träum«, und zu sinnen, sie seu>st gehüllt in die schwere Schönheit eines byzantinischen Gewandes. Und wahrlich, sie ist dieser Umgebung wert, denn sie ist selbst von einer boheitsvollen Schönheit, die im ganzen Lande bewundert wird. Die andern Geniächer sind einfacher und behaglicher gehalten; aber sic alle verkünden den künstlerischen Sinn der Fürstin, die jedes Möbelstück selbst entworfen und alles an die rechte Stelle gesetzt hat. Und wie die Romantik des Kostbaren, so liebt sie auch die Roniantik deS Einfachen. In Sinaja empfängt sie bisweilen in ihrem luftigen ,,Nest", einem hochliegenden entzückenden Bauernhaus.
* Eine monumentale Grabstätte für die Kriegsgcfallenen in Wien. Ter Stadtrat von Wien hat die Errichtung einer monumentalst Grabstätte für die österreichisch-ungarische» Kriegsgefallenen in Aussicht gcnomnien. Sie soll auf dem Wiener Zentralfriedhof errichtet werden und ist als gemeinsame Grabstätte der gefallenen Helden des gegenwärtige» Krieges gedacht. Tic Entwürfe zu der Grabstätte sollen durch Ausschreibung eines Wettbewerbes erlangt werden. Ter betr. Antrag nimmt in Aussicht, dah das monumentale Helbcngrab beim Rondo am Ende der Kapcllcnstrahe des ZentralfricdhofeS errichtet werde. Tic Stätte soll ohne Unterschied der Nationalität und des Religionsbekenntnisses zur Beerdigung aller vaterländischen Krieger dienen, die vor dem Feinde geblieben oder ihren im Kampfe erlittenen Verletzungen erlegen sind und in Wien heimatsberechtigt oder ansässig waren. Für die Beisetzung solcher Personen wird keinerlei Gebühr erhoben werden. Tie Gemeinde übernimmt die Errichtung eines würdigen Grabdenknials auf der Begräbnisstätte, die gärtnerische Ausschmückung und Erhaltung der Anlage, sowie die Kosten der bet den einzelnen Gräbern anzubringenden Gedenktafeln.
* „©o san dt« Pr ruhen!" Dieser halb bewundernde, halb spöttisch gemeint« Ausriif war in der Zeit »ach dem deiitsch- sranzöstschen Krieg« bis in die 80er Jahre hinein geflügeltes Wort im Bauernlande, und das soll aus einen tragikomischen Voriall im Kriege selbst zurückzusüüren geiveien lein. Bei den Geiechtcn um Orleans eut'pau» sich uin de» Besitz des von den Franzosen gut verschanzten Ortes Orbes ein wütender Kamps. In der Richtung von Ehevilly stürmten Tr»pp«i> der 4. bayerischen Brigade, links von ihnen rückten Teile des preußischen Regiments vor und wiwden von de» Franzosen blutig einpiange». Ein prenhischer Jnsanterist erhielt einen Schuh in das Bein und blieb, da dle Seinen todesmutig vorgtngen, heltig blutend an gelährdeter Stelle liegen. Nicht iveil von ihm verband sich ein Bayer einen leichten Streiffchuh, tndein er willkommene Deckinig hinter einen, Baniiie fand. .Ach, Bruder Bayer, trag niich doch ans der Feuerliuie," ries ihn> der Preub« zu. Willsährig lud sich der gute Bayer den Bruder Prenhen aut den Rücken und trug ihn sogar bis zum Verbandsplatz. In dem Lärm des Geiechts ivar er aber besten gar nicht gewahr geworden, dah während dieser kaineradschasilichen Belörderung eine Krigel dem armen Preußen durch den Kops fuhr und ihn rasch und schmerzlos getötet hatte. Am DerbandSvlatze angekoinmcn, lud der Bayer sansi seine Last ab und meldete sod-en dem Slabsarzt, dah er einen verwundeten .Preuh" mit einein Schuh ins Bein ab- gelieert habe. .Ja, was wollen'? denn, Bicrhuber," sagte der Stabsarzt, „der Mann ist ja längst tot, er hat ja einen Schuß quer durchs Gehirn!" Erstaunt betrachtete jetzt erst der Bayer seinen prenhischrn Kameraden und sprach dann die geflügelten Worte; „91n ja, f o s a n d t e P r e u ß r n! Immer haben'? das groß« Maul! Sag, mir der Prenß', er hält' bloß einen Schuh in? Bein, und d a iveiI i s er schon lange tot,"
. * Die Löwen von Antwerpen. In einem Antwerpener Brief vom 7. Oktober liest man in der „Times": „Heute früh
kpui ich aus Neugierde in den wunderbaren Zoologischen GarteL und dort hatte ich einen der traurigsten Anblicke des Krieges (E — ein großes offenes Grab mit vier prächtigen Löwen, die ebch erschossen und hineingelegt waren. Ern Tier darunter hat riä wahrbaft prächtige Mähne. Man hatte sie getötet, damit nicht etwa während des Bombardements ihre Käfige zerstört und st« bnül frei werden könnten. Ich sprach den Mann, der mit einem Keweh« bewaffnet und auf dem Wege war, die wideren gefährliche« Fleischfresser zu töten, und ich sprach später mit dem Direktor dH» Zoologischen Gartens: beide waren von tiefster Trauer erfttlli» als sie bon den Opfern erzählten. . .
vüchertisch.
— Kriegsnummer 10 der Illustrierten Zef.
tunj" (Beilag I. I. Weber, Leipzig- Ae Nummer enthÄl neben der allwöchentlichen Chronik der kriegerischen Ereignis HI wieder eine Anzahl hochinteressanter nird zeitgemäßer Aufsätze. Die Zusammengehörigkeit des deutschen Volkes und seiner Fürsten, von denen eine ganze Anzahl mit unseren Truppen in der Front Schulter an Schulter kämpft, behandelt Prof. Dr. R. Graf Du Mou- lin Eckart in seinem Artikel ,(Deutsche Fürsten im Felde". Ae Ursachen des von allen Seiten gegen Deutschland auffl ackernden Hasses und Neides brnigt unS der berühmte Jenenser Gelehrte Riidolf Eucken in dem Aufsatz« .(Deutschland und dte Stimmung des Auslandes" näher. Ferner seien genaimt: „Ae französische Befestigungen an der deutsch-französischen Grenze": „Ae .Kriegs- Versorgung Berlins mit Lebensmitteln": „Das russische Bölker- gemisch"; „Moratorien im Anslande — kein Moratorium in Deutschland" und ferner an fenilletonistische» Beiträgen u. a. „Fritz Müller, -Was der Krieg zum Schweigen bringt" uiw „Wilh. Lappmann, In stiller Nacht". — 'Das Bildmaterial, durch das sich di« „Leipziger Illustrierte Zeitung" auch in diesen Zeiten wieder ans der Menge unserer illustrierten Zeitschriften hervo» hebt, ist auch in dieser Nummer wieder ebenso reichhaltig iv« interessant. Aus der Fülle seien nur genannt: Ein doppelseitig» Bild, die Rückkehr des steggrkrönten Unterseebootes „II. 9" nach Wilhelmshaven darstelleird, ferner ganzseitig „Ahcndtafel des Go- neralstabcs und der Formation „Kommandierender General" in St. Soupl-et": 'Ars Gefecht bet Boinville (26. August)": „Dil
„Emden" vor Madras": „Ae D-ardanellenstraße"; „ErMrima» der Höhen von Krnpanj durch österreichisch-ungarische Truppen'^ eine lehrreiche bildliche 'Darstellung der Bevölkerung des Russv schen Reiches, Bilder von den verschiedenen Kriegsschauplätzen, mis den Lazaretten usw. Ae ausgezeichneten Bilder sind sämtlich packend und von großer Unmittelbarkeit der Wirkung, da fte vielfach durch Spezialzeichner an Ort und Stelle aufgeiromme« sind. — Preis der dummer 1 Mk., Vterteljahrsabonncmenl 8.50 Mark.
— Pon der in Stuttgart erscheinende» Kriegs-Zeit- schrilt .Der Dölkerkrieg" kBerlag Julius Hofsmann) liegen jetzt die Helle 5 und 6 vor. Ein überaus klärend wirkender Aussatz .Deutschland und England" a»S der Feder des Graien Mont« eröffnet den erste» Abschnitt, der sich mit Englands innerer Lag« »nd kriegerischer Rüstung besaht. Ans ein Doknnienl von wirklich bleibendem geschichtlichem Wert in diesem Test muh besonders hin- gewiesen werden: die Brandrede des irüheren englischen Handels- msiiister» BnrnS ist vollständig im Wortlaut wiedergegeben. El« weiterer Austatz trbandelt den „Krämerkrieg", den das gelchäst-- tüchtige Albion gegen unser Wirtschaftsleben lüdrt. ES folgen dl« Dokumente über das Eingreiie» Japans »nd eine sehr reizvolle, säst möchte man sagen idyllische Schilderimg der Vergewaltigung unserer Konsulardehörde i» Tanger. Die ersieii Kämpfe znr See und in den Kolonien schlieheii da? Heil: die Mittelmeerlahrten unferer Kreuzer .Göden" »nd „Breslau" werden, wie die Schlackiten- fchlldernngen in lrüberen Heftei,, durch Berichte von 'Augenzeugen und Mitkämpscrn lebendig veranschanlicht. Heit 6 wird vor allem linieren, treuen Waffengesährten O « st e r r e i ch - ll n g a r n gerecht. Seit dem 3. Heft wird der Text durch gelegenllich eingesüate Bilder belebt.
teilt
Mittelhand sagt Grand an im Besitz solgender Karten;
Ist es möglich, das Spiel zu verlieren, wenn dte Wenzel versitzen 7 — Wie müßte alsdann gespielt werden?
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummeri Nichts ist höher zu schätzen, als der Werl de« Tage».
Redaktion: Aug. G o e ti. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Dieindruckerei, R. Lang«, Gießen.


