Ausgabe 
14.10.1914
 
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rr dnige JPanmtnt, M« «r mitgebracht hiatt«, tn die KSei nüchsbeu Redouten und Üeß von da aus nachdrücklich auf vde feindlichen Schiffe feuern. Er selbst ftePft« sich an die Spitze seiner Soldaten, und tn der einen Hand den Degen, den Schild in der andern, führte er sie gegen den Feind. DaS Gerücht seiner Ankunft, welches sich schnell! von einem Ende des Dammes bis zum andern verbreitete, erfrischte den ge­sunkenen Mut seiner Truppen, und mit neuer Heftigkeit ent­zündete sich der Streit, den das Lokal des Schlachtfeldes noch mörderischer machte. Auf den, schmalen Rüchen des Dammes, der an manche), Stellen nicht über neun Schritte breit war, fochten gegen fünstauserch Streiter; aüs einem so engen Raume drängte sich die Kraft beider Teile zusammen, beruhte der ganze Erfolg der Belagerung. Den Antwerpern galt es die letzte Bormauer ihrer Stadt, den Spaniern das ganze Glück ihres Unternehmens; beide Parteien fochten mit einem Mut, den nur Verzweiflung einslößen konnte. Bon beiden äußersten Enden des Dammes wälzte sich der Kriegs­strom der Mitte zu, wo die Seeländer und Antwerpener den Meister spielten und ihre ganze Stärke versammelt war. Bon Staoroek her drangen die Italiener und Spanier herach welche an diesem Tage ein edler Wettstreit der Tapferkeit erhitzte; von der Schelde her die Wallonen und Spanier, den Feldherr» an ihrer Spitze. Indem jene die Pfahlschanze

E befreien luchten, welche der Feind zu Wasser und zu Lande ftig bedrängte, drangen diele mit alles niederwerfendem ig-estüm auf die Brustwehr los, welche der Feind zwischen St. Georg und der Pfahlschanze ausgetürmt hatte." Um diesen wohlbesestigten Wall, die letzte Berschanzung Ant­werpens, wogte nun der Kampf, und beide Heere leisteten daS Aeußerste an Tapferkeit.Die Mederländer übertrafen In diesem entscheidenden Augenblick sich selbst; nie im ganzen Laufe des Krieges hatten sie mit dieser Standhaftigkeit ge­kochten. Besonders aber waren eS die Schotten und Eng­länder, welche durch ihre, tapfere Gegenwehr die Versuchs des Feindes vereitelten. Weil da, wo die Schotten fochten, nieniand mehr angreifen wollte, so warf sich der Herzog leibst, einen Wurfspieß in der Hand> bis an die Brust ins Wasser, um den Seiurgeu den Weg zu zeigen. Endlich nach einen, langwierigen Gefechte gelang es den Mansfeldtschen, mit Hilfe ihrer Hellebarden und Piken, eine Bresche in die Brustwehre zu machen und, .indem sich der eine ans die Schultern des andern schwang, die höhe des Walls zu er-

te igen. Bartolomeo Doralva, ein spanischer Hauptmann, war r erste, der sich oben sehen liest, mich fast zu gleicher Zeit mit demselben zeigte sich der Italiener Eapizuccht auf dem Rande der Brustwehr; und so wurde derm, gleich rühmlich

E r beide Nationen, der Wettkampf der Tapferkeit entschie- n." Nach der Einnahme der letzten Brustwehr war der Steg bald errungen. Der letzte Versuch der Antwerpener, stch aus der eisernen Umklammerung des Feindes zu retten, war fehlgeschlagen.Von dieser Zeit an sank den Belager­ten der Mut, und der Magistrat der Sradt bemühte stch vergebens, das gemeine Volk, welches den Druck der Gegen­wart empfand, mit entfernten Hoffnungen zu vertrösten. Bis

ß t hatte man das Brot noch tn einem leidlichen Preis er­teil, obgleich die Beschaffenheit immer schlechter wurde; nach und nach aber schwand der, Getreidevorrat so sehr, daß «ine Hungersnot nahe bevorstand. . . . Endlich fiel auch noch die benachbarte und bundesverwandte Stadt Mecheln in des Feindes Geivalt, und mit ihr verschwand die letzte Hoff­nung, Zufuhr aus Brabant ju erhalten. Da man also keine Diöglichkeit mehr fah, den Proviant zu vermehren, so blieb nichts anderes übrig, als die Verzehrer zu vermindern. Alles Unnütz« Voll, alle Fremden, ja selbst die Weiber und Kinder sollten aus der Stadt hiniveggeschafst werden: aber dieser Vorschlag stritt allzusehr mit der Menschlichkeit, als daß er hätte durchgehen sollen. Ein anderer Vorschlag, die katho­lischen Einwohner zu verjagen, erbitterte diese so sehr, daß es beinahe zu einem Aufruhr gekommen wäre. Und so sah

K denn St. Aldegonde genötigt, der stürmischen Ungeduld Volles nachzugeben und am 17. August 1b85 mit dem Herzog von Parma wegen Urbergabe der Stadt zu trak­tieren." _

war der deutsche Sport für den Krieg leistet.

Zwischen dem Krieg von 1870 und dem von 1914 hat Deutschland einen sportlichen Aufschwung ohnegleichen «riebt. Vor 44 Fahren gab es nichts weiter als einen mäßig «ntwickelten Pferdesport; heut« stehen alle Zweige des

Sports in deutschen Landen tn hoher Blüte unb haben tttt ihrem Teil mitgewirkt, die deutsche Jugend wehrfähig unb kampftüchttg zu machen. Den großen Nutzen, den die lang­jährige Friedensarbeit des Sports für den Krieg bietet, be­leuchtet ein Aussatz von Arno Arndt in der bei der Deutschen Berlags-Anstalt jn Stuttgart erscheinenden Zeitschrift lieber Land und Meer. Wohl hat es nicht an Stimmen gefehlt, die dem Rennsport jeden praktischen Wert absprachep. Aber schon die ersten grimmigen Kriegstage haben der Welt offenbart, daß die Zucht des Rennpferdes für die Landes­verteidigung von unschätzbarer Bedeutung ist und daß durch den Rennsport «in brauchbares Kriegspferd geliefert wurde, das die feindliche Kavallerie aufzuspüren Und in die Flucht zu schlagen vermag. Tausend« von prächtigen VvWlütern und Halbblütern haben bei der Mobilmachung den stillen Stall verlassen und> sind ans das Schlachtfeld gestürmt. Am begehrtesten war der Steepler; zahlreiche Rennställe ver­ödeten und gaben ihr Bestes her fürs Vaterland. Und mit dem Roß zog der Retter aus. Me ein Mann stand unsere ganze Herrenreiterei auf und gürtete sich das Schwert um. So haben sich bereits in den ersten Patrouilleritten gerade die Rennreiter als treffliche und llchne Kundschafter be­währt. Auch einige Jockeys, die ihrer Herkunft nach nicht zu denenglischen Vettern" gehörten, haben die bunte Jacke mit dem feldgrauen Rock vertauscht. DaS Gleiche wie vom Voilblut gilt von den Trabern; sehr viele von ihnen sind zu Kriegspferden geworden und legen jetzt Zeugnis davon ab, auf einer wie hohen Stufe der Leistungsfähigkeit der deutsche Traber steht. Aber nicht nur der Pferdesport steuert das Seine zur Landesverteidigung bei. Auch den Rad­fahrern fällt ein« wesentliche Aufgabe im modernen; Kriege zu; sie dienen als Ordonnanzen unbMeldereiter"^ bei Patrouillen, zur Sicherung der Etappen usw. Der Deutsche Radsahrbund hat rechtzeitig dafür gesorgt, daß den Milttärfahrern auch im Frieden Gelegenheit zu einer sports­mäßigen Erprobung ihrer Kräfte auf militärischer Grundv lag« ermöglicht wurde. Klassen für Militärfahrer sind bet fast allen großen Straßenfernfahrten, die der Bund und leine Gaue veranstalteten, eingerichtet worden, und den Sol­daten sind diese sportlichen Uebnngen jetzt beim Felddienst von großem Borteil. Und wie wichtig war die Entfaltung! des Automobilsports für den Krieg! Die Bedeutung dieses modernsten Verkehrsmittels für die Kriegführung der Gegenwart tritt jetzt ans das Schlagendste hervor; das Auto­mobil dient nicht nur für die Generalstäbler und Adjutanten zur Befehlsübermittlung, sondern es bringt auch neue Trnpvenverstärkungen tn die Front, und daneben fahren die Geschutzautomobile mit ihren gepanzerten Wagen auf, und anoere Panzerautomobtle sorgen für die Muintionsznfuhr. Für die schnellere Verpflegung der Soldaten ist es segens­reich, daß auch die Feldküchen und Feldbäckereien aus Auto­mobilen sich befinden und so den Front truppen rasch folgen können. Die mustergültige Einrichtung des militärischen Kraftfahrwesens, die namentlich von dem Kaiserlichen Frei­willigen Automobilkorps organisiert worden ist, hängt so tn wichtiger Beziehung von der allgemeinen Blüte des deutschen Automobilsports ab. Daß der Flteaersport unmittelbar in den Krieg etngreift, bas braucht ja nur erwähnt zu wer­den. Zahlreiche unserer besten Sportsflieger leisten heute auf dem Felde der Ehre dem Baterlande unschätzbare Dienste. Neben diesen Hauptzweigen des Sports ist auch die Arbeit der deutschen Leichtathletik nicht zu unterschätzen, die zahlreiche Männer aus den Märsch, diese Grundlage aller kriegerischeri Operationen, vorbereitet hat. Eine wichtig« sportliche Uebung sind die sog.Armeegepäckmärsche", die mit voller soldatischer Ausrüstung zurückgelegt iverden und bei denen die Teilnehmer im Durchschnitt 3060 Kilometer zurücklegen. Diese Gepäckmärsche wurden zum erstenmal 190ö in Berlin veranstaltet und sind seitdem bei allen Sport­vereinen schnell populär geworden, lleberall in deutschen Landen haben sich so Scharen von Spezialisten heraus­gebildet, die Sonntag für Sonntag solche Märsche zurück- llgen. Die hierbei von weiten Kreisen gewonnene etgerr- artige Technik und wertvolle Erfahrung im Marschieren: macht sich tn den großartigen Marschleistungen unserer Truppen bemerkbar und ist schon tn manchen Fällen von ausschlaggebender Bedeutung gewesen.