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also mit der Linken gesteuert, nur voran. Aus meiner rechten Sand sickerte es ioarni. Ich mußte wohl schon 50 Kilometer zurückgelegt haben, als Plötzlich eine neue Patrouille herangesprengt wm Ulanen. Zehn Minuten später landete ich bei meinem Truppenteil. Drei Finger hai's gekostet aber ich war frei.

Des Kinolöitigs erstes und letztes Interview.

Max Linder, sicherlich der berühmteste Kinoschauspieler der Welt, dem man daher den Namen desKinokönigs" beigelegt hatte, ist nach den Berichten der Blätter als französischer Soldat bei den Kämpfen in Belgien gefallen. Vorher hatte er $um erstenmal dasgoldene Schweigen", das ihm in seiner Kunst so viel Ruhm und Geld eingetragen hat, gebrochen und einem Mid- arbeiter desWorld Magazine" eine Unterredung gewährt, in der er von seiner Laufbahn, von /einen Einkünften sprach und auch schon seinen Wunsch, cm dem großen, Krieg leilzunehiucn, durch- blicken ließ. Der Besucher fand ihn in seiner entzückenden Villa au den Usern der Marne in dem meilerisch gelegenen Dorf Varennes, wo danials alles blühte und grünte und wo jetzt die Riesenschlacht tobt. Der 29jährige Schauspieler, dessen Minenspiel durch Jahre das Publikum der ganzen Welt zum Lachen gebracht hat, ist Jung­geselle gewesen. Er widmete sich ganz seiner Arbeit, die ihm viel einbrachtc, aber ihn auch völlig in Anspruch nahm.Ms kleiner Junge sah ich ein Kasperletheater," erzählte er,ich war damals 4 Jahre alt, und von da an stammt meine Sehnsucht nach der Bühne. Ich dachte und träumte nichts anderes mehr, als Schau­spieler zu werden. Als Schulknabe in Bordeaux war ich im Dekla­mieren der beste, während ich in anderen Fächern weniger Glück hatte, und einige Jahre später ging ich zu Charles Le Bargy, dem damaligen Sekretär der Comsdie Franyaise, und setzte es durch, daß ich an diesen! altehrivürdigen Theater meine Anfangsstudien machen konnte. Aber auf die Dauer war dort nicht mem Platz, und so ging ich denn an das Thsütrc des Varietes, wo ich in stummen Rollen mitlaufen durste. Eines Abends platzte ich fast vor Neid, denn der Tenor der Truppe zeigte einen Brief herum, in dem er von den Gebrüdern Pathö aufgefordert wurde, für 100 000 Franks Lieder in das Grammophon zu singen. Ich habe damals ausgcschrien vor Wut! Aber wer zuletzt lacht, lacht am besten. Eines Tages bekam auch ich einen Brief, unter dem der Zauber­nameGebrüder Paths" ständeMein Herr," lautete das Schrei­ben,wir haben Sie gestern unter den Statisten gesehen. Sie haben in dem Zwinkern Ihrer Augen 100 000 Franks. Wir bieten Ihnen das Doppelte dieser Summe, tvenn Sie sich uns ausschließlich für unsere Films zur Verfügung stellen." Ich will jetzt von der ge­schäftlichen Seite meines Berufs sprechen, denn alles, was bisher darüber veröffentlicht worden, ist nicht richtig. Mein Kontrakt mit Pathö sieht ein jährliches festes Gehalt von 350000 Franks vor: diesen Kontrakt aber habe ich nur acht Monate gehabt, denn ich kann viel mehr verdienen. Auf meiner letzten Tournee in Rußland betrug meine Gage 3000 Franks den Tag für drei Monate. Meine nächste Tournee bringt mir 120000 Franks in einem Monat. Dies alles verdiene ich nebenbei, indem ich auf der Bühne austretc, und dazu kommen noch meine Filmhouorare. Ich erfinde nicht nur alle meine Films selbst, sondern studiere sie auch mit meiner Truppe ein und bin so Direktor, Impresario und Schauspieler in einer Person. Dabei habe ich kein leichtes Leben. Im Gegenteil. Ich muß von hohen Brücken in den Fluß springen, habe in zwei Tagen gelernt, aus einem Wasserflugzeug zu fliegen, habe mich, ohne reiten zu können, auf die wildesten Pferde gewagt, und in Madrid sogar beim Stierkamps einen Stier getötet. Hier sehen Sie noch den heftigen Biß am Schenkel, den ich kürzlich durch einen Polizeihund erhalten. Aber ich liebe diese Abenteuer. Ich halte mein Leben fest in meinen Händen bei jedem gefährlichen Experiment. Ich bin Fatalist und weiß, daß das geht, was man will. Ich kenne keine Furcht." _

Die Wiedergeburt des Ztrickstrumpfes.

Er schien schon ganz auf den Aidssterbetat gesetzt, der liebe, alte Strickstrumps. Für die älteren des gegenwärtig lebenden Ge­schlechtes war er beinahe zu einer wehmlütigen Eriimcrung ge­worden: denn wenn sie seiner dachten, so sahen sie ihre trauten Mütter und Großmiitter vor sich, denen der Strickstrumps noch ein unzertrennlicher Gefährte gewesen Ivar. Damals, in jenen guten, alten Zeiten, hatte es noch viele Frauen gegeben, die sich so an diese Arbeit gewöhnt hatten, daß sie selbst in stillen Feierstunden die Nadeln fleißig weiter klappern ließen. Aber nun schien dies alles vorbei sein zu sollen. Die Industrie war auch aus diesem Gebiete der Hausarbeit völlig über den Kops gewachsen: auch waren Handarbeiten bei vielen Frauen überhaupt nicht mehr recht beliebt, da zahlreiche andere Interessen sie in Anspruch nahmen, und die Frauen, die doch sich den Handarbeiten widmeten, hielten sich mehr an solche künstlenschcn Charakters, als an den Strickstrumpf. Da kam der Krieg- und mit einem Mirle feierte der Ttrickstrumps eme völlige Wiedergeburt. Zu Tausenden, zu Zehntausenden inach- ten sich die deutschen Frauen und Mädchen mit heißem Eifer

daran, für untere Helden im Felde warm« Strüinpic zu ftricfai Manche Hand mußte dies gute alte Frauentoerk erst wieder beb nahe neu lernen, aber schnell sljellte sich die Uebung wieder ein; drc Schulkinder in den Mädchenschulen stricken, die Frauen kommen zu Strrastunden zusammen, und ganz allerliebst ist der Gedanke, der rn jenem hannoversche» Wittshanse verwirklicht wurde, wo der Inhaber für seine weiblichen Gäste Strümpfe »um Weiterstricken in Bereitschaft hält. Uralt ist die Kunst des Strickens, bereits »ur Bronzezeit hat man sic gekannt, denn in einem Baumsarge jener Zeit, der zu Trindhoe auf Jütland gefunden worden ist, lag ein« gestrickte Frauenmütze, und aus koptischen Gräbern des 5 und 7. Jahrhunderts stammen ähnliche Funde. So enthalten die Ber­liner Sammlungen eine solche sicherlich nicht gewebte Mütze au» Baumwolle, die Feldbaus, der Historiker der Technik, als gestrickt ausprrcht. Den Strickstrumpf scheint dagegen das Altertum nickst gekannt zu haben, denn die ältesten Zeugnisse für den gestricktes Strumvs sind, mit diesen Strickereien verglichen, außerordentlich jung: die Literatur kennt den Strickstrump, nicht vor 1680. Ho- Wells Weltgeschichte ist es, die den ersten Striastrumpf erwähnt! es handelt stch dabei um sechcngestrickte, wahrscheinlich in Spanien hergestellte Strümpfe, die König Heinrich VIII. von England trug.

Aus der gleichen Zeit hat man Belege dafür, daß danials das Stricken von Strünipsen in größerem Maßstabe aufkam, denn im August 1527 ist in Patts die älteste Strumpfivirkergilde go gründet worden, die man kennt und im Jahre 1584 wird in Eng­land der erste Strumpfwirker genannt: William Rider ist seil, Name Den Händen fleißiger Männer und Frauen entstand bald in hölzernen, ttsecnen und stählernen Maschinen ein Nebenbuhler im Strumpfstttcken. Während der Stttcker oder die Stttckerin Masche nach Masche auf die Nadel veihi, beschleunigt und ver­einfacht die Strickniaschine die Arbeit, indem sie alle Maschyt einer horizontalen Rtthe zusammen vorbcrettet und vollende^ Schon 1589 kam ein Erfinder auf diesen Gedanken: William Lee, Magister der Theologie am Johns College in Cambridge bauiq damals de» erstenKulierstuhl", ttne Strickmaschine in solcher Vollendung, daß man sie noch beute unverändert anwenden kann. Die erst« Erwähnung dieser Maschine findet sich freilich erst später, nämlich in einer Bittschrift der Lvichoner Strumpfwirker an Cromwell, die zwischen 1653 und 1658 aufgesetzt sein muß, Die ersten mit Maschinen gestticktcn Strümpfe dürften allerdings nicht viel fromvollendeier gewesen sttn, als die ersten Strümpfe, die das Schulmädel beim Stttckenlernen herstellt: denn cs ist gar nicht so leicht, stt es mit der Hand oder mit der Maschine, der Form des Beines und des Fußes zu folgen, noch dazu, wenn der Strumpf keine wulstige Naht haben soll. Die Sttumpfstrickb Maschinen, die mn 1670 von England nach Oesterreich kamen, soivie die 1769 dem Engländer Samuel Wise patentierte konilten ansck>einend noch keine scküauchsörinigen Gebilde stricken: erst die Strickmaschine, die Decroix 1798 angab, war hierzu imstande. Wirkliche steumpsförmige Strümpfe aber kann man mit der Strick­maschine erft seit 100 Jahren erzeugen: 1815 verbesserte Air- drieux den mechanischen Stttckstuhl so, daß er die schwere Kimst des Mehrens und Minderns der Maschenzahl beherrschte. Zur heutigen Vollendung sind die Strickmaschiucn durch die Franzosen Fouquet und Terrvt sowie durch de» Deutschen Eisenstuk ge­bracht worden. _

Schach-Aufgadr.

kchwarz.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung der Charade in voriger Nummert G I ü ck st a d t.

Redaktion: A»g. Goetz. Rotationsdruck und Verlas der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Sleindruckerel, R. Lange, Gieße»,