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liebst altertümlichen Neste (Herrn»,,t, das ganz verschont ist, wie überhaupt alle nun kommenden Dörser: Froidthier, Aubcl, Hom- bourg »sw. Pferde wurden gereinigt, beschlagen, Monturstücke, wundgelaufene Füße ausgebessert. Kurz ein höchst fesselndes Sol­datenbild. Wie im Frieden, nur mit dem dunklen Hintergrund des Krieges und seines blutigen Ernstes . . . Im Bahnhof Froidthier wurde gerade eine mächtige deutsche Fahne gehißt, nagelneu, wre sie von der Nadel der Frau des denselben Nachmittag erst zurück­gekehrten Bahnhofsvorstehers kam. . .

Die türkische Regierung und der Zrauensortschriil-

Wenn heute die Türkei wieder ihr Haupt erhebt und nach den schweren Schlägen^ die sie in den letzten Kriegen, empfangen, sich wieder aufzuraffen sucht, so ist der türkischen Frau in der Wiedergeburt ihres Vaterlandes eine größere Rolle zugedachtz,als sie bisher ihr je beschieden war. Gingen die ersten Versuche, das LoS der türkischen Frau zu bessern, von einigen wenigen Türkinnen aus, die vor allem in deiit Ansdruck ihrer Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhält­nissen stark waren, so hat jetzt die wirkliche Arbeit begonnen, die sich ihre bestimmten Ziele setzt und sie mit unermüd­lichem Eifer zu erreicheil sucht. Das lvichtigste Gebiet, ans dem gearbeitet wird, ist das der Frauenbildung, und der entscheidende Fortschritt ist der, daß auch die türkische Re­gierung in neuerer Zeit sich dieser Aufgabe zugewandt hat und sie mit großer Entschiedenheit fördert. Früher unter­hielt die Regierung für Mädchen nur Elementarschulen, die den Moscheen angegliedert waren und in denen die Zöglinge gerade nur lesen, schreiben und einige Koranverse aufsagen lernten. In den reichen Familien wurden die Mädchen von fremden Erzieherinnen unterrichtet, aber der Unterricht be­schränkte sich fast ganz auf die Musik, auf Zeichnen und Malen, auf die französische Sprache und häusliche Arbeiten. Heule erfährt das Schulwesen in der Türkei auch für die Mädchen eine weitgreifende Umbildung. In jeder größeren Stadt wird eine Elementarschule für Mädchen mit dreijäh­rigem Unterricht und eine gehobene Elementarschule einge­richtet. In Konstantinopel bestehen heute bereits drei Mäd­chenschulen für höheren Unterricht, die Sultanie, in der sie einen allgemeinen Unterrichtskursus durchmachen, der Dar- ul-Mualimat zur Ausbildung junger Mädchen für den Leb- rerinnenberuf und eine Berufsschule, Senate, die die Mäd­chen in den Stand setzen soll, ihren Lebensunterhalt mit eigener Arbeit zu verdienen. Gegenwärtig liegt die Leitung der türkischen Mädchenschulen fast ausschließlich in den Hän­den von Ausländerinnen. Um diese Abhängigkeit zu über­winden, hat die türkische Regierung schon früher eine Reihe von nicht mohammedanischen Frauen zur weiteren Ausbil­dung ins Ausland gesandt: einige von diesen unterrichten bereits in den Regierungsschulen. Neuerdings sind auch ver­schiedene mohammedanische junge Mädchen in die Schweiz geschickt worden, um dort Pädagogik und Zeichnen zu stu­dieren. Vor kurzem wurde in Konstantinopel ein Institut für höheren Unterricht, der Dar-ul-Finum, errichtet, in dem Vortragskurse über Pädagogik, Hygiene, Naturwissenschaften, Frauenrechl, Geschichte und häusliche Verwaltung abgehalten werden. Die Vorlesungen für die Frauen werden in Räumen gehalten, die von denen für die Männer getrennt sind. Eine wichtige Frage ist die Stellung der türkischen Frau zur Heil­kunde. Schon seit langem sind türkische Frauen als Ge­burtshelferinnen tätig, und da der Koran verbietet, daß ein Arzt in das Gemach einer Frau trete, wird die Frage viel erörtert, ob es nicht angezeigt wäre, die Frauen zur Aus­übung der ärztlichen Kunst zuznlassen. Bisher wurden die Frauen in den ärztlichen Schulen des Reiches nicht geduldet, und die, die im Auslände Medizin studiert hatten, durften in der Türkei ihren Beruf nicht ausübcn. So bedeutet es einen großen Fortschritt, daß an der Universität von Kow- stantinopel Untcrrichtskurse für medizinische Gebiete für die Frauen eingerichtet wurden, und inan hofft, daß dem bald weitere folgen werden. Bisher lag auch die Geburtshilfe aus­schließlich in den Händen von Frauen aus dem niederen Volk, heute wird an der Medizinschulc von .Haidar Pascha in Konstantinopel ein Kursus sür Geburtshilfe gehalten, an dem gebildetere Frauen teilnehmen, die eine Prüfung ablegen und ein Diplom erhalten. Seit einiger Zeit ist es den 1119t hammcdanischcn Frauen auch erlaubt, als Krankenpflegerin­nen in,privaten und staatlichen Krankenhäusern zu wirken. Während des letzten Krieges machte sich sehr stark das Bedürf­

nis nach geschulten weiblichen Kräften für die Kranken- und Verwundetenpflege geltend. Aus diesem Grunde hat die Ge­sellschaft des Roten Halbmonds, deren Präsidentin die Prinzessin Nimet ist und die viele mohammedanische Damen »u ihren Mitgliedern zählt, die Schule für Krankenpflege­rinnen wieder eröffnet, die schon vor t*em Kriege bestanden hat, und ist mit der Gründung einer neuen Schule beschäftigt.

vermischte».

* W i« die Achsels ch n re e » t st a n d e n. Air im 16. Jahrhundert der Krieg der Niederländer gegen die spanische Gewaltherrjchait ausbrach, verlieb ein bis dahin int Tieusie des Königs Philipp stehendes, besonders gut organisterles Regiment die spanischen Fahne» und vercmigle sich mit seinen unterdrückten Landsleuten, um an ihrer Seite zu siegen o"er zu kalten. Hcr,og Alba, ob dieses Ablaßes empört, gab den AHehl, jeden Piann dieses Regiments, der in spaniiche Gesangensthait komme» sollte, sosorl aukznhänge» einerlei, welchen Rang er bekleide. Ti« Nieder­länder vcrspo leten den Be ehl des Herzogs und liebe» ihm melden, daß das ganze Reginient, Oifiziere wie Gemeine, korlan immer mit einen, Nagel und Strick versehe» sein würde, um de» Spaniern das Geschält des Anshängens z» erleichtern. Und v n dein Tage an trug jeder der Tapiercn eine» mit einem Nagel belestigten Strick nn> den Hals. Ta aber »ieniand von ihnen lebendig in die Ge angenlchalt gerate» wostte, so kämpsten sic natürlich mit dem verzwei elten Mule und bald wurde der Strick »nt den, Nagel da- Abzeichen eines besonders lächeren Soldaten. Später wurde aus dem hän'enen Strick eme wollene oder seidene Schnur und au» dem eisernen Nagel ei» goldener oder silberner Stikt, und statt um den Hals trug man dies Kriegerabzeicheu ans der Achsel.

vüchertisch.

Ungewöhnlich reichhaltig und vielseitig, sowohl hinsichtlich des Inhaltes als auch insbesondere bezüglich der Bilderansstattung ist die 7. Kriegsnummer der Illustrierten Zeitung (Verlag I. I. Weber, Leipzig, Preis der Einzelnummer 1 Mk). In slam- mcnden Worten dokumentiert der bekannte Strafrechtslehcer Prof. Tr. v 0 n L i s z t,Englands Verantwortung sür den Völkerkrieg". Prof. Tr. Franz Eulenburg -Leipzig gibt eine ungemein klare und anschauliche Uebersicht über all die verwickelten Fragen, die niit der Ausbringung der Kriegsanleihen zusaminenhängeu. lieber die typische» Merkmale des Franklireurkricges läßt sich Generalmajor z. D. von Ditsurth aus. Das hockmktiielle Thema der Dum- Dum-Geschosse und der Hanvfeucrwasfen der kriegführenden Mächte behandelt Erz. Rohne, einer der ersten Wasfentechniker der Gegen­wart. Von den Abbildungen sei in erster Linie ein zweiseitiges, außerordentlich nnrkungsvollcs Bild erwähnt, das die deutschen Truppen vor dem wundervollen Rathause in Löwan zeigt »nd so gleichzeitig den besten Beweis dafür liefert, was es mit der von der deutsch-seind!i:l>en Presse behaupteten Zerstörung dieses Kunstwerkes ans sich bat. Ferner sei erwähnt:Eine deutsche Ka- valleriepatrouillc aus der Jagd nach einem französischen Flieger", Säuberung des Torfes Cortenbergh von Franktireurs",Vertrei­bung -der Russen aus einer Ortschaft bei Hohenstein durch den ost- preußischen Landsturm",Ueberraschung von Russen durch eine österreichische Schleichpatrouille",Straßenkamps der Oesterreicher mit de» Einwohnern einer eroberten serbischen Stadt" und zahl­lose interessante Photographien, Landkarten, Skizzen »sw.

ttapsestNätsel.

Patriot, Bilderrahme», Bangerüft, Kulmbach, Mond­finsternis, Schar,isteiuleger, Maricnbad, Verwunderung, Schwiegernmtier, Zitadelle, Muiilinenjchanz.

I» jede», der obigen Wörter ist ein anderes eingekapselt, z. B- ,Eset' in »Jnnggeielle-. Sind die eingekapielten Wörter richtig gesunden, jo ergeben deren Anjangsbuchstaben ei» Sprichwort. Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer 1

Abkürzungen: tr Tress, p = Pigue, e Coeur, cai = Carreau trB = Trcss-Bube, pA Pique-, cP Coeur-Tarne usw. In, Skat liege» trB und trA. Mittelhand erhielt trZ, trK, tr9, tr7, pZ, pP, p8, p7, carZ, car9, Hinterhand die übrigen.

Verla k des Spieles:

1 . V. «9

M. trZ

H. carB

12.

2. H. pA

V. p9

M. pZ =

- 21.

3 H. carA N. car7

M. carZ

21.

Te» nächsten Stich nimmt Vorhand, muß aberoch eine» Trumpistich mit 6 Augen abgebcn (93. c8, M. trK, H, pI3 6), so daß die Gegner insgesamt 60 erhalten.

Redaktion: Aug. Goctz. Rotalionsdrnck »nd Verlag der Brühl'schc» 1lnlvcrsitätS-B»ch- »nd Sleindruckerei, N. Lange, Gieße»,