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lote unserer Städte zu gehen,
> also ca ein Denkmal, wozu .____ gewaltig« Summen auszuwenden, unr „Natur-
f !r" ober, wie sie auch genannt werden, „Naturschutzparks" en?
en wir der Sache näher auf den Grund, so sehen wir, da« erspruch, der in diesen Bestrebungen zu liegen scheint, in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Man must nur den Begriff der >.Natnr" richtig verstehen. Da«, was wir vor den Toren unserer Städte, was wir überhaupt um uns herum sehen, ist keine Natur wehr. Hier ist alles durch die Arbeit des Menschen zu Kulturland geworden, das nichts Natürliches, nichts Ursprüngliches aufweist. Die Wiesen sind bewässert, die Felder sind gedüngt, gepflügt und bestellt, die Wälder werden sorgfältig gehegt und durch zeitweise» Abschlägen zu einer Ertragsquelle gemacht, Flüsse reguliert man und verbindet sie durch Kanäle usw. Nicht einmal die Tiere, die «m »ns herum leben, kann man mehr als reine Kinder der Natur ansprechen. Wir begünstigen einzelne Arten, indem wir ihre Feinde vernichten. Wir sorgen dafür, daß Raubtiere ausgerottet werden, pir machen aber auch manch«! anderen, nützlichen Tieren — oft allerdings unbewuht — das Leben schwer. Die Schwalben weichen Immer weniger, wer! sie in den gepflasterten Städten und Städtchen nicht mehr die feuchte Erde finden, die sie »um Bau ihrer Nester benötigen. Ebenso nimmt die Zahl der Storche ab, da wir durch künstliche Entwässerungsanlagen die Sümpfe austrocknen, in denen sie ihre Nahrung finden. Wir gewinnen auS diesen Sümpfen aber trockene», fruchtbares Land.
Allüberall s-chen wir also in der sogenannten „Natur" die Spuren des Menschen. Man Hann ganz Europa durchstreifen, man wird nirgends mehr ein Stückchen Lande» finden, dem menschliche Arbeit und menschliche Tätigkeit nicht seinen ursprünglichen Zue stand geraubt hätten. Kein Naturforscher wird imstande sein, uns »u sagen, wie bet uns eigentlich die wirkliche Natur auSfthen würde, jene Natur, die vollkommen unheernslustt und vollkommen sich selbst überlassen, sich weiter entwickelt. Diese uns fremd und unerreichbar gewordene Natur wieder herzustellen, ist der Zweck k>«r Naturdenkmäler und der Naturschutzparks. Sie sollen künftigen Geschlechtern zeigen, wie sich das Werden und Vergehe» ater rein natürlichen Verhältnissen abspielt, iu welcher Weis« er Kamps um das Dasein auf die Entwicklung der Pslanzenund Licre einwirkt, wie die Welt aussehen würde, wenn es keine Meuchen gäbe. Welche Tiere werden, wenn isie unter rein natürlichen Lcrhättnissen leben, fortkominen und welche untergeben: welche Pslanzcn werden sich entwickeln und welche neuartigen sich vielleicht bilden? Alles dies sind Fragen, aus die uns unsere so ge- oegie uird gepflegte angebliche Natur keine Antwort zu geben vermag, Fragen, die für den Naturforscher von höchster Wichtigkeit sind und die unS neue Quellen des Wisslirs und der Erkenntnis erschließen werden.
In welcher Weise will man ;,un den verloren gegangenen Naturzustand wieder Herstellen, wre soll der Zweck der Natur- schntzbestrebungen erreicht werden? Selbstverständlich kann man Vas mit grober Sorgfalt durch Jahrhunderte hindurch gepflegte Und bestellte Land nicht künstlich venvildern lassen. Man muß »lso Bezirke aussuchen, die noch verhältnismäßig wenig kultiviert tnd. Derartige Bezirke sollen in großem Umfange abgesperrt werden und dann sich selbst überlassen bleiben. Man wird in ihnen ein Unkraut mehr vernichten, keinen Baum mehr fällen, keine Pflanze mehr ansäen und ernten. Niemals wird hier der Knall aus der Büchse des Jägers ertönen: Alles, was da keucht und fleucht, bleibt gleichfalls sich selbst und seinem Kampfe um das Dasein überlassen. Das Raubtier wird ungestraft seinen Vernichtungskrieg gegen die friedlichen Bewohner des Waldes führen können und diese letzteren werden selbst zusehen müssen, wie sie sich vermöge ihrer natürlichen Intelligenz seinen Nachstellungen entziehen. Tie Bäume, die absterben und umfaUen, wirb niemand lorträumen, sie werden dem natürlichen Perwesungsprozeß unterliegen und vermodern. Ebenso werden die Leichen der Tiere verfaulen und der Wildbach, den niemand mehr reguliert oder ein- bämint, wird, wenn er im Frühjahr anschwillt, alles mit sich sortreißen, was ihm in den Weg kommt. Die Natur bleibt eden vollkommen sich selbst überlassen, sie entwickelt sich weiter, wie sie sich damals entwickelte, als unser Vorjahre, der Urmensch auf Erden austauchte. Nur ganz vereinzelt wurden Pfade durch diese künstliche Wildnis hindurchgesührt, die es dem Naturforscher ermöglichen sollen, in sie einzudringei,, um seine Studien zu machen.
Die Bewegung zur Schassuug von Naturdenkmälern hat, wie schon erwähnt, seit kurzer Zeit sehr energisch eingesetzt und es sind schon verschiedene größere Gebiete abgesperrt worden, um, sich selbst überlassen, wieder zum Urzustand, zum Zustand der echten Natur zurückzukehren. So hat man, utn nur einige Beispiele anzusühren, M der Nähe der Mark Brandenburg das „Plagesenu" iu der Nähe des Klosters Chorin zum Naturschutzpark erUärt. Es ist dies eine sumpfige, mit Seen durchsetzte Niederung, die nunmehr sür alle Ewigkeit ihrenr Schicksal überlassen bleibt und aus der Naturforscher späterer Zeiten ersehen foUen, nach welchen Naturgesetzen die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt solcher Sumpfgegenden ln unserem Klima unter rein natürlichen .Verhältnissen vor sich geht. Die Stadt Tretsdcn bat 117 Hektar der Dresdener Heide «ngekaust, dt« dauerud als Naturdenkmal dienen sollen, und auch $e> Kottbn» hat inan einen derartigen Naturschutzpark in Gestalt
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in deni sich alte, mit Wasser gestillte Kr<3er erloschen« Vulkane stachen. die mit der Zeit wohl auch der
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wären. Ebenso sind große Teile der Lüneburger Heide zum N< schutzpark bestimmt, in denen die von her Nal
er Heid« zum Natur-
___________ . -Jitjit selbst geschaffene
und vom Menschen unbeeinflußte Hechelanchchast sich entwickeln soll. Auch im Hochgebirge entstehen bereits derartige Naturdenkmäler. Al» solches ist z. Sft in der Schweiz das im Engadin gelegene Skarltal erklärt worden, das sich vom Tal des Inn bis hoch hinaus zur gletscherbedeckten Lischannagrube hinaufzieht. Hier werden niemals mehr Kühe weiden, keine Mmhutt« darf gebaut werden, niemand wird die Schmetterlinge fange», die dort von Alpenblume »u Alpenblume gaukeln. Alles bleibt, wie es in. Die Entwicklung dürste deshalb noch ganz besonderes interessant Werren, weil, wie man aus bestimmten Spuren schließen kann, in »ieftm alpinen Hochtal wahrscheinlich noch Bären hausen, die dann, « sie vor den Nachstellungen der Jäger sicher sind, sich voraus-- ichtlich vermehren jach zur Kenntnis ihres Einflusses aus Me umgehende Welt, wertvolle Beiträge liefern dürften.
Naturschutzbestrcbungen sind aber nicht auf Europa allcttl ■. . 1 Sie greifen auch auf andere Erdteile Üb«. In AMnii
hat man noch den Vorteil, daß es dort noch weite, von bei Kult» nicht berührte Strecken Landes acht, Man braucht also dort Natur nicht, wie bei unS, erst Weder im Lauft von Jahrzehnteji von neuem «stehen zu lasse«. Es handelt sich vielmehr daru dafür «u sorgen, daß Me bereits vorhandene Ursprünglichkeit ni durch die Arbeit oder den Einfluß des Menschen verloren , eine Aufgabe, an der man bereits mit Eifer arbeitet. Scho»
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Die beschränkt.
längerer Zeit existiert der sogenannte „Nationalparst', volle Gegenden Nordamerikas umschließt. Allerdings ist
«l, ans denen d ügler vahinfabr« rsprüngllche Natt
breiten und wohlangelegten Straßen durchzogen, Mailcoaches und AutoinobUe zahlreiche Ausflüg die sich diese Wunderwelt betrachten wollen. Urft stellt also auch dieser Park nicht mehr dar. schon deshalb weil er sich früh« als Jagdgebiet großer Beliebtheit «freute, hat nun lange geschwankt, ob man den Rat ion alt wildern lassen od« ob man ihn wie bisher als wmm . mmi hat sich neue Parks schaffen, die sich über den ganzen srt sollen, so daß män an dem einen die natürliche
behandeln soll. Man ^at sich für das letztere entschieden, und will , die sich über den ganzen Koittinent uetteHerl
........ an dem einen dt« natürliche Entwicklung Mt
Eiswüsten Alaskas, am anderen die der Prärie, am dritten j«tt*
der tropischen Mississivpilandschast zu studieren vermag.
Tie Anlage von Naturschutzparks geschieht, wie me muß, gerade zur rechten Zeit, ist doch unsere Technik
an gestehe« gegenwärtig
damit beschäftigt, auch die letzten berührten Natur in den Bereich ihrer
geht damit um, die Wüste Sahara k .... .....
m ein fruchtbares Land umzuwandeln. Die Wasserfälle des Niagata und des Zambesi werden zur Erzeugung von Elektrizität ausgenutzt, die Seen der nordamcrikanischen Ebeire soll«, wen so wie viele Europas, als Reservoire sür den Betrieb von Kanälen diene». Durch gewaltige Bergmassive gehen Tunnels hindurch, und auf p« höchsten Gipfel, darunter auch aus den des Mont Blanc, will mau Bahnen emporführen. Die Eis- und Gletscherwelt der Jungfrau, di« bisher ein Stuck reiner Natur war, ist ja bereits durch «ne Bahn und mit Aussichtsgalerien versehene Bahnhöfe dieses Eharakt«- entllcidet. Wenn das so weiter geht, so wird mim bald ÜherhauH nicht mehr wissen, wie die echte, unverfälschte Natur eigentlich aussah. Somit stellt die Schaffung von Naturschutzparks ein nä» türliches Gegengewicht gegen die immer weit« um sich preisende« Bestrebungen unserer Industrie und Technik dar. Ihrer Schaffung kommt also ein hoher Wert zu, und man darf sich freuen, daß die Idee der Naturdenkmalspslege so rasch und in so weiten Kreise« Knflang gefunden hat. _
Der Nordsee-Hering.
Es dürste im allgemeinen unbekannt sein, welche Umstände es erfordert, den Hering, d« in Deutschland als nicht zu untev- schätzendes Nahrungsmittel gilt, zu fangen und einzubrinaen. Nach unseren Informationen werden in T^utschland sür ungefähr 50—60Millionen Mark Heringe jährlich eingeffihr», daran nehmen unsere deutschen Heringssischereien bislang mir mit 8—12 Millionen Mark teil. Aus diesen Ziffern geht also deutlich hervor, daß unser deutsches Heringssischerei-Gewerbe noch sehr entwickelungsbedürftig ist, und daß also zur Hebung dieses Gewerbes noch sehr viel getan ioerden kann uird auch getan iverde» muß. Wir möchten nuii einige Mitteilungen bringen, um den Herings- esftr und vor allen Dingen die deutsche Hausfrau über den Hering aufzuklären.
Zunächst ist der Nordsee- von dem Oslseehcring zu unterscheiden. Der Ostseehering kommt nur in verhältnismäßig geringer Güte vor und dient auch nur zu Räucherzweckeil. soweit er nicht ftisch gegessen wird. Der Nor-dseehering dagegen ist der große Handelsartikel, dem diese Zeilen dienen sollen. An dem Fan- lund der Zubereitung der Nördseeheringe beteiligen sich schon seit altersher sämtliche an der Nordsee gelegenen Länder. Am besten haben es soweil wohl die Briten, als auch die Holländer verstanden, aus dem Hering Kapilai zu schlagen. Die Bitten bc-


