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tAr folgenden Wirffflfc* ftmtvm«n ans dem drillen Schuljahr tn-rr höheren Wfttrftcnfrijiilr. Sie tinb das Ergebnis einer Ählu- knng im freie» Missal

1. 311» m i n a t i o n. Wir waren auf den Mark! Da Kückte ich mir dos Sieges Dmlnial an. Austen heruni woren takeln das

fiel mir am besten. Ich fragte mein Pater ob ich mich einmal ruter stellen kann und er sagt ja, und ich >Iell-) stellte mich darunter O, wie warm war das so mollich trnd unten berum war alles voll Heide das sah aber schön aus und aus einer stufe lach ein granz aus Tanne und das Rock) gut. es war ein gram, aus Tanne und eine Schleife Aber nun wollten wir uns auch etwas anderes ankucken und ich sagte Das war Das schönste.

2. Wie bie Statd geschmückt war. Am Sonnabend gingen meine Ellern, mein Bruder und ich in die Statt». Um die geschmückten Häuser anznsehen. Tie Frauenberufschule war sehr schön geschmückt. Sie gefiel mir so gut mit den vielen Kränzen, die mit roten Bändern festgemacht waren. Am besten gefiel mir aber dock; Pölich mit seinen vielen Fahnen wo lauter Wappen draus waren.

Tie I l l u m a t i o n. Da wir Sonnabend keinen Wagen bekamen sagte mein Pater:Komint Kinder, wir wollen uns die Jllumanon ansehen." Erst kamen wir am Rathausturm vorbei. Der lvar prachtvoll rot erleuchtet. Au unser Haus kam der Wtnd, sodas einpaar ausgingen. Auf dem Markt war es auch lehr schön, nämlich um das Sicgesdcukmal brannten ganz große Fackeln.

Die verschiedenen Fahnen. Eine Fahne sah gold, rot, schwarz. Eine konnte man nicht erkennen, nur konnte man sehen, das sie drei Bänder hatte.

3. Mit schwerer Mühe angclangt.Endlich sind wir da das hat aber lange qenuch gedauerd nicht-wahr?"Mutti ist .schon jemand vorbei gefahren."Das weis ich selber nicht genau aber ich kann mal jemanden fragen."Ja bitte ja bitte ich niöchte es sehr gerne wissen!"Nun ja."Muttck>en weißt Du was ich frage cinnial selber jemanden."Ja gehe einmal zu dem Mann hin."Ach können Sie mir vielleicht sagen ob der Studcudenzug schon vorbei ist."Ja, der ist schon lange weg es sind sogar schon ein paar Fürstlichkeiten weß."Mutti denke nur einmal an es ist schon der Studcudenzug ist schon vorbei, und denke nur ein paar Fürstlichkeiten sind auch schon weg, das ist aber schrecklich! Nein zu schade das kommt aber blos wegen der Elecktrischeu es müsten doch eigendlich mehr Bahnen fahren! Mutti der Mann lwl gesagt, sic kämen noch einmal auf dem Riickweg!" O fein ! das ist. fein! da sehen wir noch einmal setzen das ist- fein ! Ach nun Klingelt» es das ist aber schade nun muß ich aushören nein sowas! Sowas werde ich nie wieder vergessen Wie uns auch blos soivas passieren kann! Nein sowas das war dock» zu schrecklich das kommt aber blos wenn man zu spät kommt. Aber wir haben sic alle noch ans den Rückweg gesehen!

4. Juchhei, heut' geht es zum Feste! Jetzt gehen wir zur Elektrische. Pali dort ist der König, siehst du ihnen? Ja, ja, ich sehe ihnen. Ach wie ist das schön! Run wollen wir aussleigen, ja, o, ja! Wir wollen in die Gcolheskraße und aus den Anguß- tusplotz gehn. Tie Geothestraße sieht zu schön aus. Bali wird der Palä heute abend wieder geschmückt, ja, der muß aber hübsch aus sehn sagte ich. Der Augustusplatz sieht auch schön auS, grade mit den Fackeln »ich? Ja. Man kann garnicht Weggehen, so schön ist es! O, guck Pati, jetzt sind ja Flammen dort ooen? Ja. Wer jetzt müssen wir nach Hause fahren, wie schade ! Das war »kn schöner Abend!

Nun eine Anzahl von Aust ätzen gleichaltriger Kinder einer Bürgerschule, welche an die alte, unfreie Aufsatzmethode gewöhnt waren.

5. Wir waren ani abend in der Stadt zu der Jllumin-aNon. Wir haben auch Jllumiert. Wir waren auch an den Pölkerlchiach» ldenkmal In der Künigstraße habe ich den Kaiser gesehn.

6. Als wir in der Stefhanstraße standen kamen erst Autos. In demselben kamen die Russen gefahren. Danach zwei Kut« ftben. Darin sahen drei Leute im Samtkostüm. Danach kamen lllahnen dann kam eine Kütsche mit sechs Pferden, darin sab der Kaiser und der König um daß Pölkerschlachtdenkmak zu be­trachten.

7. Wir waren an dem Bülerchlachtdemmal da haben wir das Bölerchlachidemmal da haben wir das demmal gesehen. Der Lieb« Bott hat cs gerate so gemacht als sie gechosen hatten. Das Pölerchlachtdemmal hat 13. Jahre getauer zu bau nachmittag kam der König vorbei gefarcn. Wo die Leute gelaufen kani da war der Grimmahersteinweg vvl lauer Leute der sach sckgvarz aus. Un Aben da haben wir die kleinen Lampen an gebrant die säch aus als ti kleine Lampen wären. Wir haben gechmüt. Wir sind «den auf den Augustplatz gekomen da war es schwarz da hob», wir die Feuerwär gehört.

8. Am 18. Oktober war es sehr schön. Da war der Kaiser der

f nig und alle Fürsten da. Ich und meine Eltern wir waren iw obstheida. Da waren die Däuser Illuminiert. Auch bei uns rden die Fahnen herausgehangen. Dann bin ich mit meinem ter an das Schwarzenbergdenkmal gegangen. Das Denkmal war sehr schön bekreuzt. Bei dem Feste ivoren die .Häuser all« schön

geschmückt. Das Gasthaus Napoleon stein war auch sehr schön ge­schmückt. Nun ist auch das Bölkcrschlachtdenkmal ganz verdtg

9. Als der König kam stauten fiel Leute da. Der König kam in einner Kutsche. Born aus den Pferden saßen Leute aus srüeren Zeiten. Als der Kaiser kam ivaren fiel Soldaten da Dann ist der Kaiser und der König aus der Kutsche gestigen. Dann ist der Kaiser und der König die Straße rauf und runter gegancn. Dann haben die Soldaten Musik gemacht. Dann ist der Kaiser und der König Hausen stehen geblieben. Da haben die Leute huraa gerufen. Dann lammen die Südwestafrikaner die sind in das Palast ge- gannen. Dann sind noch siel Rusischcosfiezire mit gekommen.

Ist es nicht, als trete mau von einem frischen Wiesenplan, wo Kinder lachen und plaudern, in eine Oednis, wo Kinder felbst wir alte Leute schwerfällig am Stocke dahinhumveln, wenn man aus der Klasse mit den fieien Aussätzen in die Klasse mit den unfreien Aufsätzen eintritt? Aus den freien Aufiätzen klingt wirklich die Kinderseele. So sind die Kinder, hier besonders die Mädchen. Die Lebhaftigkeit, der kindliche ilebcrschwang, das Verweilen bei Einzel­heiten ! Es ist erstaunlich, mit weicher Natürlichkeit manche Kiicher die Reden wiedergeben. Ueberall zeigt sich genaue und reiche Be­obachtung. Wie anders in der anderen Klasse. Trotzdem diesä Klasse zwei volle Stunden zur Beringung hatte die ander« Klasse hatte nur eine Stunde , ist das Dargeslellte ganz dürftig. Es werden nur die markantesten Vorkommnisse des Tages erwähnt/ und diese werden auch nur registriert, nicht geschildert. Keine Ein- zelbeobachtungen, kein Verweilen! Kein Gefühlsüberschwang, kein Urteilen, keine Gedanken steigen in der kindlichen Seele auf. Viele falsche Beobachtungen zeigen sich: in den Aufsätzen 8 und 9 steht geradezu Unsinn. Ist nun bei diesen Kindern wirklich das kindliche Erleben so trostlos, wie es in den Aufiätzen zum Ausdruck gelangt? Das glaube ich nicht. Woher aber kommt dann die Oede und Dürf­tigkeit dieser Niederschriften?

Wenn ich recht sehe, liegt die Sache so: Das Kind, das den freien Aussatz schreibt, versetzt sich ini Augenblick des Schreibens wieder in sein Erlebtes hinein. Mährend es wieder darin kbU formt sich seine Ausdrucksweise wie von selbst. Orthographie und Interpunktion sind nicht so aufdringliche Gesellen, das; sie hemmend eingreisen könnten. Das Kind, das den unfreien Aussatz schreibt, lebt nicht während des Schreibens im Erlebten. Es lebt im Ringen nach dem sprachlichen Ausdruck Das Formen richfigcr Sätze, die Rechtschreibung der Worte und die Zeichensetzung sind die Zucht­meister bei seiner Arbeit. Tla ist es kein Wunder, wenn daH Kind beim Aussatzschreiben nur über sein Erleben Hinhastet, um irgend etwas Hervorstechendes zu erhaschen. Hat es etwas gesunden, so beginnt die Mühsal der Forniulierung womöglich so, wie es die Erwachsenen auch formen würden. Die Ausdrucksweise der Er­wachsenen steht dem Kinde aber auf dieser Stufe erst in nur wenigen, eingeprägten Formen zur Verfügung. Wenn man so die Arbeit des kindlichen Bewußtseins beobachtet, ist es nicht verwunderlich, daß es innerhalb eines Zeitraumes von zwei Stunden kaum mäh« als ein bis zwei Seiten schreibt, während die gleichalten Kinder, die aus ihrem Erleben heraus gestalten, oft in derselhen Zeit sechs, acht bis zehn Seilen zu schreiben vermögen

Verlassen wir nun aber unseren Beobachtungsposten vor der Arbeitsstätte des Kindes und betrachten wir die Arbeit des Lehrers! Was hat der Lehrer des fieien Aussatzes auf dieser Stufe und was der des gebundene» Aufsatzes zu leisten? Der erste hat dem na­türlichen Wlauf kindlichen Erlebens freie Bahn zu lassen, der andere aber hat diesen Lauf zu hemmen und in Bohnen zu lenken, die sonst nur für Erwachsene gangbar sind. Es ist kein Zweifel, daß dem letzteren die schivererc Aufgabe zugefarleu ist. Und wenn man von der Verkehrtheit seines Beginnens absieht, so muß man bewundernd vor dem stehen, was die Lehrer in dieser Sisyphus­arbeit geleistet haben.

Da in den meisten Schulen aus dieser Stufe schon möglichst fehlerfreie Aussätzchen verlangt werden, so mutz der Lehrer zu Mit­teln greifen, die gute Leistungen Vortäuschen. Er mutz mit denj Kindern Satz um Satz formen, interpunkiieren und die Wörtet vorschreibcn. Das wird auch so lange bleiben, solange man gute Aussatzheste verlangt. Nicht aber gute Aussatz hefte sind di« Hauptsache, sondern gute Äufiätze.

Der deutsche Zturzflieger.

Von Kurt Küchler.

Wäre er ein Franzose oder ein Amerikaner, sein Name wäre in Deutschland so populär wie es der Name des Franzosen Psgoud war, als er im Sommer vorigen Jahres auf deutschen Flugfeldern seine unerhörten Triumplu feierte. 'Aber der zwanzig­jährige Flieger T w e c r, der mit seinem serngliedrigen Flugzeug in wundervoller Graziösität durch die Luft tanzt wie ein sonnen- feliger Schmetterling, ist ein Deutscher und stammt aus Osnabrück und fein Weg zur großen Popularität ist deshalb ein wenig schwieriger.

Es ist freilich wahr: der Osnabrücker Tweer macht nach, >vas der Franzose.Psgoud ihm als Erster vvrgemacht hat Es gehörte ein ungeheurer Mut dazu, aus dem Wege eigener Erfahrung zu erkennen, daß es für ein in vollendeter Symmetrie erbautes Flug­zeug vollkommen gleichgültig ist, ob mgn mft dem Kopf nach oben oder mit dem Kopf näch nntm dnrch das Meer der Lnft gleitet.