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schm, dl? vor Jahrlansenden hier lebte», arbeiteten nnd starben, von fromniei», aber lange vergangenem Gottesdienst, von blutigem Kricgsgetümmel und friedvoller Dorsarbeit, Lange, gar lange schon ist das Toben und Geschrei der Fcldschlacht verklungen, sind die sronimcn Opsersprüche und -formeln im Wind verhallt und sind die flammenden Reden der ersten christlichen Sendboten vergangen und vergessen, kaum noch, daß dunkel die Sagen des Volkes etwas von diesen Dingen melden, unter uns aber, im Boden, da ruhen ihre Geräte und Hinterlassenschaften, da liegen ihre Taufsteine und Schwerter, ihre Opfersteine »ich Schmucksachen, ihre Reichtümer und Häuserfundamente, ja sie selbst, die Menschen, liegen drunten, weich gebettet im Mutterboden der Heimat,

Zu den ältesten Denkmälern, die in unserer Gegend anzutreffen sind, gehören die in Wäldern verborgen liegenden Ringwälle, so-s wie die zahlreichen Hünengräber, welche früher von den Leuten ^Heidenköppel" genannt wurden. Ein bemerkenswerter, etwa 560 Schritte langer Ringwall umzieht den nördlichen Teil des Alten- burgskovfcs bei Schotten, Auch das Plateau des Töten­de r g e s bei Allendors ist von einem bedeutenden Ringwalle, dessen Durchmesser ungefähr 300 Schritte beträgt, umgeben. So um- giirten auch den Kugelberg bei Vadenrod, das H a i n i g bei Lauterbach, den Gänsbcrg bei Altenburg und noch manche an­dere Bergkupve Steiicwälle, oft in einfachen, oft in mehrfachen Kreisen, Sie dienten der Verteidigung gegen anstürmende Feinde und waren wohl häufig durch dichtes Dorngestrüvv verstärkt. Viel­leicht wurde auch in dem Raum zwischen den Wällen das Vieh zusammengetricben.

Daß man allemal in der Nähe solcher Wallanlagen auch Fried­höfe antrifft, in denen die damaligen Landcsbewohner ihre Toten beisetzten, ist natürlich. Diese Frickböse sehen allerdings anders aus als unsere heutigen, es sind Steinhügel von 5, 10, 15 und mehr Metern Durchmefscr und enthalten fast durchweg nur Aschen­teste, man nennt sie Hünengräber, Ein einziges Hünengrab enthält hunderte von sogenannten Brandgräbern, Meistens findet man beim vorsichtigen Abtragen dieser Steinhügel auch einzelne Bei­gaben, also Waffen oder Schmucksachen; manchmal enthalten sie auch Urnen, Bei Pfordt im Schlitzerland fand ein Landwirt einen 24 Zentimeter langen Bronzedolch sowie ein Stück einer Nadel aus demselben Metall, Auch bei A l l m e » r o v wurden Bronzestücke gefunden, eine Sichel, eine Armspange, eine Radnadel und ein Messer, Diese Funde gelangten in das Älsselder Museutn, Im Hovfen garten, einenl Wald bei S t o r n d o r f, wurde im Frühjahr 1909 ein großer Grabhügel geöffnet, in welchem sich eine Spiralnadcl, eine Spirale uich ein Bronzering vorfandcn. In der Nähe von B o r s d o r s und Bingenheim finden sich sehr viele, ivohl an hundert, Hünengräber, wovon im Jahre 1831 eins geöffnet wurdet man fand u a, eine gröbere Urne, eine 9 Zoll lange Bronzcnadel und ein schönes Schwert von Bronze, Eine An­zahl von 1618 Hügeln befinden sich in der Gegend von Lehr­bach, Wahlen, nnd Kirtorf, Auch zwischen Schellnhau- s e n und Rülfenrod liegen einige. Sechs Gräber zwischen S t o ck h a u s e n und Rudlos wurden 1827 auf Geheiß oer Freiin Dorette von Riedesel geöffnet, Jur Juli 1891 wurde auch im Bitdsteinskopf bei Windhauscn ein Hügelgrab abgetragen und wurden darin gesunden: eine Gcwandnadel, 20 Zcntitneler lang: eine Rad- und ehre Sviralnadcl und ein Diadem, alle Gegen­stände aus Bronze, Eine Menge von Hügeln befinden sich in der Umgebung Beuerns, so im Distrikt H a g st r a u ch 4, in der Struth ca, 14, im Distrikt Wels 13, Bei Storndorf finden sie sich im Gründel, Hopfengarten und K u g e l b c r g. Auch zivischen Meiches und Köddingen trifft trifft nian sie an, »stur der O b e r w a l d ist frei von ihnen, er war eben früher nicht bewohnbar.

Nicht alle Grabsuirdc entstamme» der sog, Bronzezeit, Ain 27, Januar 1895 wurde in den Kalkbrüchen von Maar ein mensch­liches Skelett gesunden, bei dem ein Steinbeil und ein Stein- Hammer lagen, Als in Grüpberg die Wasserleitung durch die Äarsüßergasse gelegt wurde, iticß man auf menschliche Knochen, Dieselben entstammten dein Friedhof des alten Franziskancrklostcrs, In Angersbach wurden vor ca, 20 Jahren sieben Menschen­schädel, sotvie ein Säbel, ein Steigbügel, ein Pserdcgebiß und zwei Hufeisen gefunden. Diese Funde rührten wohl von einem Gefecht her. das am 29, November 1759 <im siebenjährigen Kriege) statt­fand, und in dem Karl Engen von Württemberg durch den Erb­prinzen von Braunschwcig geschlagen wurde,

Fn Grünberg entdeckte man auf dem Kicchplatze ein Massen­grab au^ dem dreißigjährigen Kriege, jedenfalls aus dem Pestjahr 1635, in der^Stadt 1224 Menschen an dieser Seuche starben.- Schon im Jahr 1719 wurden im L a u b a ch e r Lustgarten vier Erz­ringe gefunden, die noch vorhanden sind: einer hat etwa drei Zolk im Durchmesser, Aehuliche erzene Ringe wurden mehrfach auf- gesunden, sodaß man in ihnen vielleicht eine Bestätigung der Er­zählung des TacituS erblickcir kann, die Tapfersten unter den Chatten hätten eiserne Armringe getragen.

Neben solchen Gräberfunden kennt man eine große Anzahl freier Fimde, Bei Ruppertenrod wurde vor längerer Zeit in einein­halb Nieter Tiefe eins kleine Wiege mit nacktem Knaben aus ge­branntem Ton gesunden. Im Distrikt Engelwald bei Hel­pershain fanden Waldarbeiter einen gut erhaltenen Randkelt, Häufig such auch Münzsunde, So fand ein Landwirt oberhalb Hel-» verShains beim llmpslllgen se,nes Ackers einen mit 32 Münze»

gefüllten Tops; die Geldstücke stammten aus der Zeit von 1660 bis 1591 und zeigten u, a, das Bildnis König Philipps II, von Spanien, In Ober-Sorg hatte ein Mann das Glück, beim Breche» von Mauersteinen einen ettoa drei Pfund schweren Topf mit allem Geld aus 1750 bis 1760 zu entdecken. Bei Wallen­rod am Rödelsteinskopf wurde vor einigen Jahren durch den Land­wirt L, Scheig eine römische Münze gefundctt. Auch im Privat­besitz anderer Leute befinden sich heute noch römische Münzen, die wohl gelegentlich auf dem Felde aufgelesen wurden. Bei Ulrich- Ist e i n fanden dieKindcr in einer altenjMaucr 2 große Münzen, welche die Jahreszahlen 1462 und 1592 aufwiesen. Auch in Kestrich wurden beim Umgraben eines Gartens eine Anzahl alter Silbcr- münzen aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges gefunden. In Zell stieß gelegentlich eines Hausbaues ein Maurermeister am 17, Juli 1894 auf einen Tops voll alter Münzen, Die Maurer nahmen sie aber sofort an sich und führten so die Verschleuderung: dieses wertvollen Fundes herbei, ' 1

In den 60er Jahren fand ein Mädchen aus U l r i ch st e i >r beim Wiesenreinigen rn derFell" in einemJmmetzenhaufcn" eine schöne mittelalterliche Lanzenspitze, einen stummen Zeugen aus jener Zeit, da oben auf dem Mulstein noch die stattliche Raubburg stand. Im Winter 1894 wurden auf der sog.Burg" bei R ö t g e s die Grundmauern einer früheren Burg freigelegt, von welcher man! bis dahin keine Ahnung gehabt hatte. An der Stelle hatte man vorher schon alte Töpfe, Hufeisen und ein altes Schwert gesunden.

Bei dem niedrigen Wasserstande, den der trockene Sonnner 1893 im Gefolge hatte, wurde der sogen.Taufstein", der seit Jahrhunderten bei Bürgeln in der Ohm liegt, damals sichtbar. Der Sage nach soll Bonifacius an dieser Stelle die Heiden ge­tauft haben.

Wer könnte die zahlreichen Funde alle anführcn, die mit 7lb- sicht gesucht oder gelegentlich entdeckt wurden, solche auch, die nicht in ein Museum wanderten, sondern die nach ihrem Aussinden von Hand zu Hand gingen, kopfschüttelnd und neugierig betrachtet und dann beiseite gelegt wurden, um wieder stillschweigend zurückzugc- langen in den Schoß der Erde, wo sie so lange ungestört geruht hatten. Die Heimaterde, das ist der Ort, wo sich schließlich alles zusammensindet, das Wertvolle und Geringe, das Alte, Mittel­alterliche und Neue, Kein Anachvonismus schreckt sie. Getreulich bewahrt sie alles beieinander aus, was nach kurzer Wanderung im Lichte wieder in ihr dunkles Reich zurückgekehrt ist.

wle hoch kann der Mensch fliegen?

Schlag auf Schlag haben deutsch« Flieger die wichtigsien Höchstleistungen im Flugwesen an sich gerissen. Jetzt ist L r n n e - k o g e l s erstaunlicher Hochslug von 6570 Metern durch den Noch erstaunlicheren O e > e r i ch s mit 7500 Metern lvas man Tags zuvor vielleicht ins Reich der Fabel verwiesen hätte überboten worden, und es taucht die Frage auf: wie hoch kamr der Mensch eigentlich im Flugzeug fliegen?

Vor fünf Jahren noch hielten es die Fachleute für ein Ding der Unmöglichkeit, 1000 Meter Höhe im Flugzeuge z»r erreichen, Nun, die Motoren haben einen 'Tausenden nach dem anderen über­klettert, ohne arbeitsmüde zu werden, auch die Flieger habm der Kälte und dem Sauerstoffmangel durch geeignete Vorkehrungen siegreich getrotzt. Angenommen, daß weder das Aussetzen des Mo­tors noch die Kälte oder der Sauerstoffmangel dm Flieger aw Fluge aufwärts hinderten, was könnte ihm sonst eine Grenze setzen? Es ist die Erscheinung, die der Bergsteiger als Berg­krankheit bezeichnet, eine Lustvruckerkrankung, dre beim Fliegest zwar erst in größerer Höbe, als beim Wandern in dm Bergen aus- tritt, weil der Flieger im Körbe des Ballons oder ans dem Sitze des Flugzeuges nicht die große körperliche Arbeit zu leifk-n hat, aber schließlich einmal treten ihre Erscheinungen doch auf.

Nach einer Zusammenstellung des Stabsarztes Dr, F e l m i u g stellen sich die Lnstdruckerkrankungen entsprechend einer Dru>» verminderung auf 400 Millimeter oder weniger erst rn der Höhe von 5000 Metern ein, die v, Schroetter deswegen alskritisckse Höhe" bezeichnet. Ganz ähnlich wie beim Bergsteigen sind ihre Erscheinungen: leichtes Herzklopfen stellt sich ein, man empfindet einen stechenden Kopfschmerz, es machen sich Störungen des Zen­tralnervensystems, Schläfrigkeit und Apathie, bemerkbar, man fühlt, wie man dauernd schwächer und schwäck>er wird, sastieß- lich beginnen die Gedanken sich zu verwirren und allmählich tritt Bewußtlosigkeit ein. Ans der Geschichte der Luftschlffahrt iveiß man von mehreren Fällen, mo das Steigen in große Höhen den kühnen Luftsahrern den Tod gebracht hat: 2it>e( und Croce- Spinelli starben, als sie bei der Fahrt desZenith" im >^ahre 18/5 eine Höhe von 7000 bis 8000 Metern erreichten, während der drille Teilnehmer dieser Hochsahrt, Tissandier, mit dem Leben davon kam. Bei ihnen war Sauerstoffmangel der Grund deS Ver­hängnisses: allein auch spätere Lustsahrer, di« sich mit genügend Sauerstoff versehen hatten, mußten erfahren, daß sich in einer gewissen Höhe Erscheinungen einstelleü, die denen der Bergkrankheit ganz ähnlich sind nick das Uebersahren einer gewissen Höhenschrcht einfach unmöglich mache». Die Gefahr ist dabei besonders groß, weil diese Erscheinungen unmerklich nacheinander einsetze», sodaß sie leicht übersehen ivrxden Können.