Ausgabe 
15.7.1914
 
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aus das Geschlecht der Schaben, die eine Psandschast au» die Burg hatten Die Schaben waren ein altes angesehenes Adels­geschlecht. 1318 ist ein Crasto, dictus Scabe oder Scabin Burginiann (castrensis) in Staufenberg. Noch jetzt heißt eine Murbezeichnung amSchabender g", wo wohl ehemals die Wohnung den Schaben gestände,i hat. Sie hatten außerdem Gärten und Hosreite vor der Stadtpforte. Außerdem hatten fte einen Hoi in Ruttershausen. Lehen luttteu sie in Bortshausen beim Frauenberg, in Mainzlar, Lollar: Grundeigentum bejahen sie in Annerod, Altenbuseck, Reiskirchen, Hause», Wisnior und Rut­tershausen. 1639 gingen ihre hessische» Lehen an Wols von We,tvlsl»ausen. genannt Schrautenbach, der eine Freiin von Rols- blinden Zerstörungswut fanatischer Menschen herstbergerettek hat. Was sich aus der Vergangenheit von de» Burgen zu Stausen- bcrg nicht nur vor dem Zahn der Zeit, als vielmehr vor der blinden Zerstörungswut sanatisckzer Menschen l>erübergerettet hat, bis zur Gegemoart, sind nur wenig- Reste, immerhin aber »och Zeugen genug von der stolzen Feste und dem stattlichen Herrensitz, die beide heute noch von ihrem felsigen Berg als Denkmäler vergangener Zeiten in das Lahutal herabschauen. lFortsetzung folgt.)

vermlscbte«.

*ß)teEtagenrose". Mit einem merkwürdigen Fall un­gewöhnlicher Entwicklung einer Blüte macht der französisch« Blumenzüchter Victor Germain aus Mourilldn die Rosen- freunde bekannt. Es handelt sich um eilte Art Etagenvose. Auf dem Stengel bildete sich ein« anscheinend nvrinale Blüte mit voll- Ivimnen entwickelten Blütenblättern. Dafür fehlten aber dieser Blume in ihrer Mitte die Stempel und Staubfäden völlig. An ihrer Stell« spvoßte mitten aus der Blume einer neuer Stengel, der in eine Knospe auslief. Die Knospe entfaltete sich, entwickelte sich zU einer kleineren Rose, die aber im^Gegensatz zu der unteren größeren Blüte all«. Staubgefäße und Stempel aufwies. Die Bei­spiele derartiger seltsamer Bildungen der Natur sind bei den Rosen ziemlich selten, sodatz die Rose von Mourillon erwähnt zu werden verdient. '

Ick. Der Humor der Schulpsychologie. Englisch Schulmänner haben kürzlich aus einer Konferenz ihre Erfahrungen über Psuchologte im Unterricht ausgetaufcht. Welches ist, so wurde da beispielsweise gesragt, dar LieblingSsach der Kinder? Unter- richtsgegenstände wie Biblische Geschichte, Gedichtberfagen oder Geographie sind fast durchweg unbeliebt. Zeichnen und Hand- ferttgkeitSunterricht dagegen haben die Kinder sehr gern. Wenn man »ach den Gründe» sragt, weswegen die Kinder den einen Gegenstand verabscheuen und sich dagegen zu dem anderen hin- gezogen sühlen, so kan» man ost die ergötzlichsten Antworten zu hören bekommen: »Ich liebe die Grammatik nicht,' so sagte einer der kleinen A-B-C-Schützen, .weil ich so schlecht rate» kann.' Und «in anderer:Ich haste den Gesangsunterricht, weil ich davon Schmerzen im Bein bekomm«,' Einer Schar achtjähriger Kinder wurde ein Gesicht gezeigt, das der Lehrer im Profil ausgezeichnet und wobei er absichtlich die Nase oder das Auge ausgelassen hatte. Die Kinder wurden nun gesragt, welcher Gesichtsteil aus bem Bilde fehle. Das erste Kind, das gefragt wurde, suchte den Kern der Frage zu umgeben nnd antwortete, der Zeichner hätte ja vergessen, den Körper und die Beine des ManneS mit auszuzeichnrn. Der Lehrer ließ aber nicht locker und sagte: er wolle nur wisten, was in dem Gesicht« des Mannes fehle. ,Ja," sagte da der Junge, Sie haben doch vergesten, auch Sie andere Seite des Gesichtes mit Hinzumalen.'

kt. Besteuerte Vielweiberei. Während man in vielen Ländern Europas die Einführung einer Junggefellenstener erwägt tn der Hoffnung, diele Maßregel würde zur Bekänipfung des Geburtenrückganges beilragen, denkt man in Afrika allen Ernstes daran, eine ganz entgegengesetzte Steuer cinzuführen, nämlich eine aui Vielweiberei, ES sind die Belgier, die die Schwarzen in ihrer Kongobesttzung mit einer solchen Steuer beglücken wolle». Ten Kultnrsorlschritt des Steuerzahlens kennen diese schwarzen Söhne Afrikas bereits, denn sie muffe» eine Kopfsteuer entrichten, die bis ,u 20 Mark beträgt Da aber die Verwaltung noch sehr stener- bedürflig ist, hat jetzt eine Studienkommifston an Ort nnd Stelle erforscht, ob die Bedingungen für eine Kopfsteuer günstig sind. Nach den Mitteilungen desJournal des Tebats' zu schliche», ist sie zu einer bejahenden Antwort gekommen: es sindSlencr- objekte', wie sich der amtliche Bericht ausdrückt, in hinreichender Zahl vorhanden, und wenn diese Lnstbarkeitsstener eingeführt wird, wird ihre Höhe gestaffelt werden, nur ist bereits beschlossen ivorde», daß die höchste Steuer aus Vielweiberei die Kopsslener des Be­troffenen nicht übersteigen dari. Tie Kongoneger unter belgischer Herrschalt werden demnach also ziemlich glimpflich davonkonimeu, und jeder kann, je »ach Bedarf und Reichtum, so viele Frauen haben, wie er will; mehr als 20 Mk, Steuer jährlich koste! ihni sein Harem aus keine» Fall.

* Italienischer Humor. Modernes Kind. Die Mama:Du hast mir wicher nicht gehorcht, Tommasino! Hatte

ich nichtNein" gesagt, als Du noch ein Stück Torte haben

wolltest?" Tommasino:Aber, Mama, glaubst Du etwa, daß ich nicht weiß, Ivas es heißt, loenu eine FrauNein" sagt?" Un­willkommene Arbeit. Ein Mann hatte einen säumigen Schuldner verklagt. Bor Gericht erklärte der Schuldner, er hätte zwar kein Gelbs, aber er hätte dem Kläger Arbeit für seine Schuld ailgeboten.Nun, Herr," sagte der Richter zum Gläubiger,das ist doch ein gutes Angebot. Warum wollen Sie es nicht antieh- men?"Dieses Angebot? Herr Richter, Sie wissen nicht, daß dieser Mensch Inhaber eines Begräbnisinstitutes ist!" Das letzte Mittel. Nachdem der Arzt mit großer Geduld lange Zeit zugebürt hatte, was seine schöne Patientin ihm sagte, unter­brach er sie:Zeigen Sie mir Ihre Zunge!" Die Patientin ge­horchte, und dann sagte der Arzt:Nun bitte ich Sie, die Zunge so zu halten, bis ich Ihnen gesagt habe, was ich Ihnen zu sagen habe." Gleicher Erfolg. In einen! Irrenhaus sieht eine Besucherin zwei Insassen mit verzweifelter Mime in einer Ecke sitzen. Aus ihre Frage, wie die beiden so elend httäen werden können, antwortet der 'Arzt:Ach, das ist eine sehr traurige Ge­schichte. Der eine verliebte sich in ein Fräulein, tvarb um sie und ward abgewicsen, und so verlor er den Verstand vor Schmer». Der andere dagegen ivurde wahnsinnig, well dasselbe Fräulein ihn erhärt und geheiratet hatte."

Vüchertisch.

Nützt den Garten als Erholungsstätte aus und macht ihn nutzbringend für dm Haushalt durch Gemüsebau. Die ge­steigerten Ansprüche an geistig« und körperliche Arbeitsleistung Machen eine gute Ernährung und ausgleichmde Erholung nötig Beides zu fördern ist der Zweck eines praktischen Buches betitelitl Dr. Oetkers Anleitung zum Gemüsebau sür den Hausgebrauch". Jeder, der es eben ermöglichen kann, einen, Garten oder ein Stückchen Land sein eigen zu nennen, oder zu pachten, sei in tziottes freie Natur verwiesen. Das erwähnte Buch gibt in schlichter Darstellung nicht nur die Grundregeln für den 'Gemüsebau, sondern mich zugleich Ratschläge, wie man die ver­schiedenen Gemüse richtig zubereitet. Es ist somit in zweifacher Hinsicht ein wertvollm Ratgeber, sowohl für den Hausherrn, wie für die Hausfrau. Juterefsenten erhalten das Buch umsonst zugesandt von der Nährmittelfabrik Dr. A. Oetker in Biele­f eld. Wi r iverden gesegmtlich einige Probm daraus veröffentlichen

E. Stilgcbauer,Der Felsen von Monaco". Preis, geheftet Mark 4.00, gebunden Mark 5.00. Reuß u. Jtta, Verlags­anstalt, Konstanz (Baden', Nach seinem große,:, historischen Heine- nomanHarry" betritt Sttlgebauer Jitit diesem Buche ,nieder das Gebiet des Gefellschafts-Romanes und beweist aufs neue seine Begabung für die Darstellung der dem gegenwärtigsten Leben entnommenen Zustände und Erlebnisse. Sein Roman spielt in Monte ' Carlo.

Griebens Reiseführer, Band 92: Bad Nauheim- 3. Auslage. Mit 3 Kartm. Preis Mk. 1.. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. Bad Nauheim hat einen Weltruf- die Zahl seiner Besucher steigert sich von Jahr zu Jahr: die rasche iAiufeinanderfolge der 'Auslagen des Griebenschen Führers für den Kurort ist daher leicht erklärlich. Die gänzlich umgearbeitet« und erweiterte neue Auslage trägt mit größter Genauigkeit allen stattgefundenen Veränderungen Rechnung: alle Angaben über Woh» Nungs-, Kur-, Bäder- nnd Verkehrsverhältnisse, über Vergnügun­gen und Ausflüge sind lgewissenhaft nachgeprllft nnd in erschöpfende« Weise vervollständigt worden, so daß das Büchlein durchaus auf der Höhe ist. Zur leichteren Orientierung im Orte selbst dimt der nme Plan des lBadcs, währmd bei Spaziergängen in die nähere oder bei Ansfiügm in die weitere Umgebung die beiden hieisüv bestimmtm Karten vorzügliche Dienst« leisten werden. Jedem Be­sucher von Bad Nauheim, Passant oder Kurgast, kann der neu.« Grieben von Nauheim wärmstens empfohlen werden.

verfteckrätsel.

Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in solgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbean' inWanderer'. Perlenhalsband Radsahrerin Begeisterung Jrauen- list Veilchensiranß Fahnenweihe Tenernng Ehren­sold Schuldschein Wiudniühle.

Auslösung in nächster Nummer.

Auslösung des Diamant-Rätsels in voriger Nummer:

IN D ii n M i ii n a München Dohle B e I

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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäls-Buch- und Steindruckeret, R, Lange, Gieß«*