Ausgabe 
1.7.1914
 
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Meilen jefrt'rt koch, W6ff als ant Tage »o:6ee auf der 9?ori>fee. ®c,c>trieibft leiden Not und Seekrankheit droht sich ernzustcklien. Die Hafenpolizei hat die größte Mühe, Ordmrng bei diesen hun- derten von Fahrzeugen wi halten ititb umß immer wieder zum Zurlickgehen mahnen. Da um 2V» Uhr naht das StaatSichiff Lmmburg" auf der Kommmchobi-ücke, der Kaiser in Admirals- uniioml, begrüßt von dem Geheul sämtlicher Tchiffsvseisen. Die Feier der Namensgebung des Schiffes schließt sich am Wohl 5000 Men selten wohnen derselben bei Der Akt ist vollzogen und die Musik intoniertDentschlanö, Deutschland liber alles". Biel- tausendstiminlgeS Hurra ertönt> unter dem Geidse säintlicher Sirenen senkt sich der geivaltige Koloß mit dem Bug ins Wasser, um etioa 50 Mtr. von uns rubig imb »ickier in den Ha teil tünein- »uglettcn. Au Bord desBismarck" schivenken die Arbeiter und Meister der auStiihreichen Firma die Müsen, bejubeii von der ungeheuren Menschenmenge auf dem Wasler itii» an den llieni.

DieHamburg" trägt den kaiserlichen Gast zurück zurHvhen- zollern". Nochmals gehen die Wogen der Begeisterung hoch, oanu tvird der .^Bismarck" festgeniacht und die Fahrzeuge zerstreuen sich. Wir schließe» noch ein« Hafeurundlahrt zur Besichtigung der air­wesenden Damoser der Hamburg-Amerika-Linie an. Doch jeder Maßstab verlor sich bei der Größe dieser gewaltigen Dampfer. Auguste Viktoria" undGras Waldersee" sind anwesend,Bis­marck" übertrifft sie bei loeitein an Größe.

Auf der Rückfahrt oassierten >oir iroämml» dieHohenzolstru" und sahen den Kaiser an Bord in angeregter Unterhaltung mit dem preußischen GesaiiLten von Bütow, heftig gestikulierend. Unser dreinmliges Hurra erhielt durch Gruß und Handivinkeit seinen Dank. Daun legte unsreUrfnla" am Baumwallkai an. >vv svlort ivteder eitle Schar junger Damen einen Kreis um uns schloß, um eine weitere Gab« fürs Rote Kreuz zu erreichen. Hamburg stand im Zeichen des Hochvatrivlismus. Noch ein Händedrtick uich Dank und die nächste Barkasse trug mich hinüber zum ,,?ldmiral", wo ich mit nieinem Bruder, den der Dieirst festgehalten hatte, noch einige Stunden »usainnwn sein konnte.

Kur» r»ach 11 Uhr schlug auch uns die Treruiungsstnnde und wieder raste der LWZug sortfortfort über Lüneburg, Uelzen aus annooer zu, das Getümmel der Großstadt hinter sich lassend, schon vor Celle fand ich den ersehnten Schlaf und erst der RufWabern" brachte mir zum Bewußtsein, daß das Endziel nicht mehr allzuweit sei. Trema, Kirckhain, Marburg eilen vor­über. Gießen 5 Minuten Aufenthalt! ruft der Schaffner und Anfang und Ende der Reise gehen ineinander über.

in der Amsel einen Feind erblicke». Ich habe es Stiers gesehen, daß Amseln uuo Finken in friedlichem Einvernehmen denselben Baum bewohner. Allerdings haben unsere kleinen gefiederten Sänger in erschreckender Weise abgeiwmmen. aber daran ist die Amsel nicht schuld, sondern alle möglichen anderen Feinde nicht zuletzt die Menschen, die es sich angelegen sein lassen, die besten Nistgelegen- heiten, wie dickte Hecken und Sträucher, aus den Gärten zu ver- bannen. Sollen wir mm in Zukunft auck noch aul die Amsel ver­zichten, di- nlit ihren, herrlichen Gelang alle Natlirsreunde entzückt? Nein, wahrl'.ck. wir schulden meinem Empfinden nach der Amsel so vielen Dank, daß wir den oerhälmismäßig kleinen Schaden den ffe uns zu manchen Zeiten zusügt, gerne »ist in Kant nehmen soll­ten. Wer aber glaubt, sie verfolgen zu müssen, der ivarce damit b>» zum Herbst, wo das Familienleben der Bögel ausgelöst ist. E. St.

vermN^teo.

* D i e K i n d e r >t II d d e r B i u »I e n i ich u tz. ti tigCattb'. die Heimat der jugendlichen Psadfiuder, besitzt nun eine neue Jugendbetveguug, einen Bund jugendlicher Wanderer, der sich bas Ziel gesetzt hat, den Schutz uuo die Eriialtuilg der Wasdflora zu pflegen. Schon sieht man ans den Wiesen und in den Wäldern ganze Trupps dieser kindlichen Blumenpolizisteil", die fröhlich durch die Natur wandern und ihre Spiele treiben und dabei aufmerksam darüber wachen, daß jedermann und jeder Spaziergänger die ivilden Blumen schont. Ostrr viele Blumeuarten, Nelken, Ntaiglöck- chen und Primeln sind in vielen Gegenden Englands, ivo sie einst in reicher Fülle wild tvuchsen, so gut wie ansgerottet, zum Leidlveseu der Naturfreunde. Fortan tviil man dafür sorgen, daß die Waldblnmen vor den Angriffen aller derer geschützt sind, die die Biunlen ausreißen, um sie doch tvenia« stunden später fortzuwerfen Der neue Bund der Jugend- wanderer beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Schutz des Borhandenen, er wifl auch in allen Gegenden, in deneir bestimmte Waldblumen ansgerottet oder verschwunden sind, die Flora wieder erLänzen und Blumen aussäen. Der Bund bildet in aflen Provinzen Sondergruppen, die es über­nehmen, den Blumensckntz zu übenvacken ; daim lverdem Saepartieu" ausgesaudt, um cm geeigneten Stätten ibra Blumensaai auszustreueu.

Nutzen und Schaden unserer Amsel.

Mit großem Bedauern habe ich vernommen. daß einem unserer

Ö ten Vertilger von Ungeziefer und fleißigsten Sänger, der , von amtlicher Seite der Krieg erklärt worden ist.

Es sei mir, als einer genauen Kennerin unserer Gartenvögel, gestattet, einige Worte zu Gunsten des in Acht und Bann erklärten Vogels zu sagen. Seit meiner Kindheit habe ich Jahr für Jahr unsere Gartenvögel mit deni größten Interesse beobachtet und darf wohl den Anspruch erheben, mit ihrer Lebens,»eist genau bekannt zu sei«.

Ich will nst^t bestreiten^ daß die Amsel während der Soniiner- Iv groß, als angem

wird die Amsei vielfach mit dem Star verwechselt, u,id besonders

«nonate dem Obst einigen Schaden znttlgt. doch ,st er lange so groß, al- angenommen wird. Durch das gemeinsame dunkle Kleid

da, loo cS sich während des Somniers um Massenansammlnngen von Schwarzröcken handelt, werden die Missetäter stets Stare und keine Amseln sein. Genaue Bogelkenner wissen, daß die Amstl in­folge ihrer eifersüchtigen Natur zur Zeit ihres Familienlebens keine Nebenbuhler in einem gewissen Umkreis duldet Es muß schon ein ziemlich großer Garten sein, in dem sich mechr als ein Amstlvaar aubaut. Nach meinen Erfahrungen genießt die Amsel bas Obst immer nur nebenbei, denn die Jungen werden stets mit lebenden Würmern, Schnecken, Engerlingen usw von den Alten gefüttert. E» ist erstaunlich, welche Mengen von Gewürm so ein Amstlpaar Tag für Tag znsammenschleppt. Man kann sagen, daß neun Monate lang die Amsel ausschließlich zum Nutzen der Landwirischast tätig ist und auch in den übrigen drei Monaten unendlich viel Ungeziefer vertllgt. Wer hätte noch nicht gesehen, mit welchem Eiter sie zur Winterszeit das auf dem Boden lagernde Laub nach Larven absucht Was nun den zweiten, unserer Amstl gemackten Borwurs, den des Nestraubes betrifft, so muß ich sagen, daß ick, iiock niemals eine derartige Beobachtung gemacht habe. Es kann sich also keines­wegs um eine Gewohnheit handeln Wenn es asnahn,sweist einmal vorkommt, daß eine Amstl zu», Nesträuber unserer kleinen Sing­vögel wird, so können nur besondere Verhältnisse die Schuld daran

B n. Es ist denkbar, daß in einer Periode langer Trockenheit die uilg für die Amseln knapp wird. Alles Gewürm zieht sich in <i Zeiten »ach der Feuchtigkeit tief in Den Erdboden ziirück und r die Amsel unerreichbar Ich habe es im trockenen Sommer täglich beobachtet, wie schwierig es für sie war, sick und die Familie zu eriuihren. Daß in solchen Zeiten der Not aber auch nur dann die Amsel zum Nesträuber werden kann, ist nicht aus­geschlossen Ganz unrichtig ist es auch» daß die kleine» Singvögel

vüchertisch.

Erlebens Reiseführer, Bau» 156,Kassel und Wilbetmshöhe mit i Karten und 1 Grundriß i. Auflage Ver­lag Albert Goidlchmtot. Berlin Äk. 35. In der Sammlung von Grieben» Relstführern" ist eine neue Auflage des BandesEassei und Willielmsböhe" erschienen. Jedem Besucher der Stadt kann dieses zuverlässige praktische Reisebandbuck bestens emofohlen wer­den. Die völlig neubearbettete Auslage bat vor alle,,, Rücksicht aenoinmen aut dce durchgreifende Umgestaltung der Kasseler Kunst­sammlungen. Die Neuordnungen in der tHemäldegalerie. im Mu­seum Frldericianum, in der Hessischen Landesbibliothek usto. sind emgehend berücksichtigt worden. Ein überaus praktisch angelegter Rvndgang führt den Fremden zu alle» Sehenswürdigkeiten. durch dce interessanten Straßen der Kaiseler Altstadt und die prächtigen Parkanlagen der Kartsaue, Aber auch die wirtschaftlichen An­gaben über Uitterkttiist, BerollegiiNg. Verkehr kurz über alles, was für den Fremden wissenswert ist, hat in dem Buch eine sorgfältige Berlicklickttigung gefunden. Zum Schluß bringt der Reistfüiirer eine eingehend,' Schilderung von Wtthclmshöbe, Vorschläge für Austlüqe in tue ilmgebiing Kassels, sowie eine Abhaiwlüng über die Edertalsverre, die als größter Stausee Europas ein erstrk- benslvertes Reiseziel geworden ist. Das gute Karteumatenal unter­stützt die tertlicheii Ausführungen des Backes. ,

Skat Aufgabi.

Mittelhand tourniert mit folgender Karle,

Sie wendet Coeur- und bildet noch Tresi-Ab i,n Skat Kan» das Spiel verloren werde» k Auslösung in nächster Nummer.

Auslösung dc'S Logogr,vj'Ä , voriger Nummert Funk e, il u k e.

^ stt flio n: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der vrühllchen Unloersttäts-Buch- und Stetndruckerel, R. Lang«, Gieße»